trotz kälte einbruch

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erster frost hinterließ
raureif aus der letzten nacht
noch halten braune buchenblätter
an ihren schwarzen ästen fest
im nachbargarten entblößt sich
ein kirschbaum mehr und mehr
schnee mischt sich unter kalten regen
fichten werfen mit zapfen und
rauchzeichen der hauskamine
prophezeien kalte zeiten

vorgestern noch ließ golden
der oktober im süden halbhoch
seine sonne wärmen und wald
in buntem flickenkleid erstrahlen

noch sehe ich birkengrün und
spüre im nacken trost und trotz
 
A

AchterZwerg

Gast
Lieber Karl,
du zeichnest ein Herbstbild mit den Augen eines Malers. Unter Verwendung der entsprechenden Farben.
An manchen Stellen vielleicht sogar mehr als nötig? Meine leicht gekürzte Version lautet, wenn du sie denn bedenken magst, folgendermaßen:
erster frost hinterließ
raureif aus der letzten nacht
noch halten buchenblätter
an ihren schwarzen ästen fest
im nachbargarten entblößt sich
ein kirschbaum mehr und mehr
schnee mischt sich unter den regen
fichten werfen mit zapfen und
rauchzeichen der hauskamine
prophezeien kalte zeiten

vorgestern noch goldner oktober
im süden halbhoch seine sonne der
wald im buntem flickenkleid

noch sehe ich birkengrün und
spüre im nacken trost und trotz
Die Dopplungen habe ich gleich mit rausgenommen; das erfolgte sozusagen vollautomatisch. Du wirst das sicherlich nicht auf meine angeborene Bosheit zurückführen oder? :D
Ganz toll finde ich die letzten beiden Verse! Vor allem natürlich den Trotz. ;):)
 
erster frost hinterließ
raureif aus der letzten nacht
noch halten buchenblätter
an ihren schwarzen ästen fest
im nachbargarten entblößt sich
ein kirschbaum mehr und mehr
schnee mischt sich unter kalten regen
fichten werfen mit zapfen und
rauchzeichen der hauskamine
prophezeien kalte zeiten

vorgestern noch ließ golden
der oktober im süden halbhoch
seine sonne wärmen und wald
in buntem leichenhemd leuchten

noch sehe ich birkengrün und
spüre im nacken trost und trotz
 
Lieber Karl,
dieses Gedicht gefällt mir wieder richtig gut.
Leider bin ich nicht für die Kleinschreibung „mit ohne Satzzeichen“.
Es setzt sich wohl immer mehr durch, doch ich kann mich einfach nicht damit anfreunden.

Viele Grüße
Marie-Luise
 
Liebe Marie-Luise,
natürlich freue ich mich, dass ich auch wieder einmal ein Gedicht schreiben konnte, welches dir gefällt.
Ich bevorzuge die "kleinschreibung", weil sie den Lesern mehr Deutungsmöglichkeiten lässt. Nur bei gereimten Gedichten bevorzuge ich die koventionelle Groß-/Kleinschreibung.
Im Moment beobachte ich bei Lyrikern sogar wieder häufiger die konventionelle Schreibweise, vielleicht als Gegentrend zur zunehmenden Kleinschreibung bei SMS und beim Chatten im Internet.
Liebe Grüße
Karl
 

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