Übergestern

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trivial

Mitglied
Wären wir wahrhaft frei,
wir würden springen.

Dies zu greifen macht aus dem Unmöglichen nur eine Möglichkeit
einer unmöglichen Erfüllung:

ein Streben immerfort ins gestrige Morgen.

Nur ein Gott kann uns noch helfen;
er ist Schmerz – die Furcht
vor einer Freiheit.

Ohne Grund,
unentschieden,
zu leicht gefangen
zwischen unseren Händen.

Bewahren wir ihn,
manchmal
zu nah am Herzen.

Liebe,
eine geschmiedete
Notwendigkeit

Wie die Angst,
dass nur die Angst uns hält.

Wer hielte ihn –
ließ ich ihn gehen?



Morgenstern

Vielleicht:
ein Verlangen, ein Wollen,
ein Wille im Werden –
im Fallen sein,

kollidieren und
Zerschmettern?

Die Welt ist alles,
wenn sie fällt.

Jeder Grund,
unhaltbare Notwendigkeit –
sie zerbricht
an unserem Wesen.

Mit verdrehten Köpfen
schöpfen wir ein Gestern
im Morgen,
als gäbe es eine Kraft,
die uns zu Schöpfern heißt.

Stella Nova

Ich frage dich,
und dein Ende
beginnt.
 

Scal

Mitglied
Ich bin so frei, lieber Rufus:

Der Gedankenschritte Schürfgeräusche im Bergwerk.
Die schwankende Lampe. Schatten, Licht, aufzuspürendes Dunkel.
Wohin geht’s?
Finde ich mich zurecht?
Zögern.

Der Gedanke Anfang umwohnt den Gedanken Ende.
Der Gedanke Ende umwohnt den Gedanken Anfang.
Sie sind unterwegs mit mir – durch mich.
Ihre Kraft, mit mir zu „schöpfern“.
Ihr Werdewille.

(Ach Scal, schon wieder keine gediegene Gedichtinterpretation, du hältst wieder einmal deine sonderbar geschliffene Leselupe über einen Text; falls jemand dich fragen sollte, ob du dadurch nicht zu oft Fehl am Platz bist, dann wäre es angebracht zu nicken).

Lieben Gruß!
 



 
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