umnebelnd himmelsglut

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Ist es wirklich nicht da, um zu sehen ob jm. bemerkt dass es wirklich nicht da ist, oder ist es vorhanden und muss sich des testes wegen verstecken? Sollte 2teres der Fall sein, hätte ich nichts dagegen, sollte es plötzlich farbe bekommen.

L.G
Patrick
 

Mondnein

Mitglied
Danke der Nachfrage, Patrick!

Das konkrete Lied (das hier verschwunden ist) stand ja da, aber kaum einer besuchte es, und die es besuchten, verschwanden kommentarlos.

Es war ein Test: Da die Unreimen keine gereimten Lieder lesen, habe ich einfach ein gereimtes Lied hier unter den Ungereimten eingekuckuckt, und siehe: Das hat die Reimfeinde so geärgert, daß sie es einfach totgeschwiegen haben.

Ich wollte sehen, ob die Reime einen Leser hindern, es einfach genauso kritisch und eingehend wie ein Reimloses zu besprechen, oder ob es für die Unreimen möglich ist, von den Reimen einfach abzusehen und es (ich wiederhole) genauso kritisch und eingehend wie ein (xbeliebiges anderes) Reimloses zu besprechen.

Aber über diesen Schatten konnte keiner von denen springen. Das Testergebnis ist eindeutig: Die Unreimen hassen gereimte Lyrik, so wie die Reimspießer das Ungereimte hassen, siehe die Kommentare unter James Blonds entsprechendem Gedicht.

Ich werde es demnächst unter "Gereimtes" wieder einbringen. Es bleibt dann wahrscheinlich genauso unkommentiert wie die anderen Lieder aus meiner Feder - damit muß ich halt leben. Genauso wie mit diesem Anonymus, der mir auf den Fersen sitzt und letztens unter eines meiner Lieblingskinder eine Eins gesetzt hat. Als ich dann sah, wie kilometerlang die Kommentare bei den Unreimen aussehen, wurde ich böse und machte diesen Test. Und als ich das Ergebnis sah, dieses Desinteresse, diese "Tadellosigkeit" (von Loblosigkeit ganz zu schweigen), da löschte ich den Text.
Also: demnächst erscheint er im Waisenhaus der gereimten Lieder, wie sonst fast alles von mir.
 

Mondnein

Mitglied
[ 4]umnebelnd himmelsglut


wieso läßt sie ihre tasche dort im flur rum stehn?
kam kollegen zu besuchen sagt sie irgendwie
will sie mir ein souvenirchen schenken will mich sehn
nächste woche oder in drei jahren oder nie

keiner kann die frau begreifen prüfen will sie mich
ob ich an mich zieh den fall und lade sie dann vor
nirgendwo im irgendwann in zimmern he wie glich
sie dem fahndungs photo wie ein fußball seinem tor

oder hast du je planeten so weit offen wund
aufgeplatzt gesehn das innen quillt ins all hinaus
daß die welt zum tor gespannt ein sternen netz rad rund
oder quader rahmen eckig steht borx cubus haus?

nichts hat sie mit dem zu tun was du da auf dem bild
siehst - das waren andre zeiten war ein andrer fall
so ein sturz aus himmels tiefen der noch jeden killt!
was für eine mörderin - nun ist sie rauch und schall
 

Mondnein

Mitglied
Es soll als "unreim" gelesen werden.

Ich möchte, daß man über die Reime hinwegsieht.
Es sollte dem Leser völlig gleichgültig sein, ob es gereimt ist oder nicht.

Mir geht es einzig und allein um die Qualität des Liedes.
 

revilo

Mitglied
jo....das gefällt mir.....gegen den Strich gebürstet...2 Fragen hab ich noch...dazu später......


LG revilo
 

Mondnein

Mitglied
parabolisch

Hallo revilo,
falls eine Deiner Fragen sich auf "borx cubus haus" beziehen sollte:
das spielt mit den Raumschiffen der Borg in Star Trekk, next generation. Die sehen aus wie das himmlische Jerusalem, nämlich kubisch, sie sind würfelförmig.

Die Erzählung ist so locker, daß sie auseinanderfällt. Wie bei einem Kriminalfall, der nicht aufgeklärt wird.

Die Idee mit dem liegengelassenen "Souvenir" kam mir, als ich erleben durfte, daß manche Menschen es lieben (oder versuchen), so was Augenfälliges in die Umgebung eines geliebten Menschen zu stellen, eine Art Anknüpfungspunkt für eventuelle Kommunikationen, so ein "Ich bin noch da" oder ähnlich.

Aber das ist alles zweitranging, eingeordnet dem melodischen Wurf durch die Zeilen. Um diese Wurf-Parabel ging es mir.
 
übergänge (vers und strophe), bilder und das "verspielte"...gefallen mir sehr gut. "rauch und schall"...naja...vielleicht ein wenig abgegriffen...aber den einen punkt abzug wirst du verkraften können.

gruß, a.d.
 

Mondnein

Mitglied
Danke!

Ganz besonders herzlichen Dank allen Lesern und Wertern!

Ich werde allerdings in Zukunft (wenn Zeder mich nicht rauswirft, wonach es zur Zeit leider sehr aussieht, weil sie, die Päpstin des Hauses, auch wichtige, konstruktive Kommentare von mir mit Eifer gelöscht hat) gereimte Lyrik wieder unter "Gereimtes" einbringen, mit der Gefahr, dort mit unter 20 Lesern unterzugehen. Die Dauer-Eins meines Lieblingsnamenlosen ist mir allerdings sicher. Immer! Sogar unter die nicht ganz perfekten Gedichte.

Die inzwischen gestrichene "10" war vor ein paar Tagen die Antwort eben dieses Trolls darauf, daß ich das Textfeld leergeräumt hatte. Es sollte offensichtlich ein Wegweiser der Art sein: "Genauso leer will ichs sehn: verschwinde!" - und in Freude über diese Blancocheque-Zehn habe ich das Gedicht wieder hineingestellt, also den Cheque umgehend eingelöst.
Daraufhin kam die schöne Reihe der Wertungen, für die ich mich noch einmal herzlich bedanke.
 

rag

Mitglied
hallo mondfein
ich finde dein werk richtig gut*
daher ist meine wertung auch nicht klein
mach weiter so nur mut​

*Ich habe das Werk an meinem persönlichem Unterhaltungswert gemessen - ohne Kenntnis deiner Person und was Du sonst so tust. Ich habe keine Verbesserungsvorschläge und keine Hintergedanken. Ich erwarte nicht, dass du mich im Gegenzug gut findest. Du musst dich nicht genötigt sehen zu antworten.

VG
Rainer
 

Tula

Mitglied
Hallo

Ein schönes flüssiges Mondnein-Gedicht, eigentlich wie viele andere, die in der Tat unkommentiert bleiben. Insofern überrascht mich doch, dass das "Experiment" so überzeugend ausfällt.

Mich überrascht auch, dass trotz der vielen guten (und verdienten) Bewertungen, dennoch wenig zum Inhalt kommentiert wird. Immerhin geht es um ein leider aktuelles Thema, was aber bei der unschuldig-naiven Narration des Lyrichs anscheinend in den Hintergrund gerät.

Jedenfalls hoffe ich, dass es auch nach der Explosion noch inspiriert weitergeht.

LG
Tula
 

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