Unbefugt

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Man hat mir gesagt,
das Leben sei
ein Geschenk.

Lange habe ich deshalb
nichts beanstandet.

Auch die Tage nicht,
an denen es
nicht zu gebrauchen war.

Ich dachte,
das gehört sich so.

Inzwischen bin ich
unhöflicher geworden.

Ich will wissen,
warum man uns
einen Menschen gibt
und später so tut,
als hätten wir ihn
nur geliehen.

Ich habe nie
eine Leihfrist gesehen.

Wer schenkt
und wieder nimmt,
soll nicht erwarten,
dass ich den Diebstahl
Schicksal nenne.
 

seefeldmaren

Mitglied
Wer schenkt
und wieder nimmt,
soll nicht erwarten,
dass ich den Diebstahl
Schicksal nenne.
das ist ein ausgesprochen schöner aphorismus, chandrika, und könnte, so wie dieser im forum umherskribbelt, sogar als einzelgedicht durchgehen.

Wer schenkt
und wieder nimmt,
darf darauf hoffen,
dass ich im Verlust
auch Freiheit finde.

übrigens kenne ich mich mit dieser art des diebstahls auch sehr gut aus.
ich frage mich immer, abseitig der emotionswulst, was ich daraus rational gewinnen kann :)

maren
 
Liebe Maren, danke für deine nette Bewertung. Ich habe dieses Gedicht anlässlich des Todes meines Vaters geschrieben. Es ist so ein Aufbegehren gegen den Tod, der uns geliebte Menschen einfach eines Tages nimmt. Dylan Thomas hat dazu eines meiner Lieblingsgedichte geschrieben. Er konnte es natürlich noch um Klassen besser mit seinem wunderbaren Gedicht: "Do not go gentle into that good night."
Lieber Gruß
Chandrika
 

Ubertas

Mitglied
Liebe Chandrika,
danke für dein wundervolles Gedicht. Ich möchte ihm in eigener und eigenwilliger Weise antworten:

constrained

such an access
they tombed you
far from a less

taken into morphine
they couldn’t move my legs
just like in a coffin

tried hard to express
so sold out to you:
the war, the way to neglect

paint, frame their craving
then could not possess
fruit of the orphan

so now with my lord fine
and fingers sub-crossed
stepped words like a wave in:
time is a trap


Von Idiomatie ist das weit entfernt, aber es waren die letzten Stunden gemeinsam mit meinem Vater. Und irgendwo sind wir außer der Zeit, bei ihnen.
Liebe Grüße,
ubertas
 



 
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