ungeschützt

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auch der letzte sturm riss
wunden ins geäst
und hinterließ baumverluste
habe zuflucht im nahen wald gesucht
und sein beruhigendes rauschen
wollte tief in mir schutz fühlen
misstraue jedoch meinem billigen trost
überall sind diktatoren auf dem vormarsch
in angstbesetzte schutzgebiete

über der blassgrünen wiese
kreis hungernd ein roter milan
kraniche zogen bereits vorüber
mir fehlt die leichtigkeit der mauersegler
und auch die schwalben
sind noch nicht zurück
 

Perry

Mitglied
Hallo Karl,

innere Stimmung an der Natur reflektiert, lese ich aus deinen Bildern.
Der Einstieg scheint mir im Gegensatz zur 2. Strophe etwas zu breit angelegt. Vorschlag zur 1. Strophe:

der letzte sturm riss wunden ins geäst
ich suchte schutz im nahen wald
und seinem beruhigenden rauschen
misstraue jedoch meinem billigen trost
überall sind diktatoren auf dem vormarsch
in angstbesetzte schutzgebiete

Vielleicht ist ja eine Anregung dabei.
LG
Manfred
 
der letzte sturm riss wunden ins geäst
noch liegen baumleichen im moos
zuflucht suche ich im nahen wald
und sein beruhigendes rauschen
misstraue billigem trost
denn unaufhaltsam sind diktatoren
unterwegs in angstbesetzte schutzgebiete

über der blassgrünen wiese
kreis hungernd ein roter milan
kraniche zogen bereits vorüber
mir fehlt die leichtigkeit der mauersegler

und auch die schwalben
sind noch nicht zurück
 
Lieber Manfred,
danke für Deine Hilfe. Dadurch konnte ich die erste Strophe überarbeiten. Ich hoffe, dass sie auch Dir jetzt besser gefällt.
Herzliche Grüße
Karl
 

Der Andere

Mitglied
die schwalben scheinen umgedreht zu sein... fürwahr. warten wir noch ein wenig auf so etwas wie frühling.

kleine anmerkungen meinerseits:
ist es gewollt, dass es nicht "kreisT" heißt?

"und sein beruhigendes rauschen" müsste doch noch auf "zuflucht suche ich" bezogen sein, oder?

die diktatoren hätte ich nicht unbedingt noch eingeflochten. das ist mir etwas zu direkt. die leichen sind ja bereits gesät.

ansonsten: gern gelesen, lieber Karl!
 
der letzte sturm riss wunden ins geäst
noch liegen baumleichen im moos
zuflucht suche ich im nahen wald
und sein beruhigendes rauschen
misstraue billigem trost
unaufhaltsam dringen diktatoren ein
in angstbesetzte schutzgebiete

über der blassgrünen wiese
kreist hungernd ein roter milan
kraniche zogen bereits vorüber
mir fehlt die leichtigkeit
der mauersegler

auch die schwalben
sind noch nicht zurück
 
Hallo Andere/r,
Deine Anmerkungen haben mich angeregt, meinen Text noch ein wenig zu korrigieren. Auf die "diktatoren" möchte ich allerdings nicht verzichten, da ich fürchte, dass die Naturmetaphern nicht unbedingt auf die Machtergreifung jener machtgeilen Spezialisten (um die es mir geht) hinweisen...
Danke für Dein Mitdenken und Dein "Lektoriat".
Herzliche Grüße
Karl
 

Tula

Mitglied
Hallo Karl

Ganz ehrlich finde ich die Anhäufung der Vogelarten lyrisch gesehen nicht so gut. Jede von ihnen mag beim Leser unterschiedliche Gedanken und Gefühle verursachen, gleich vier in Reihe machen es dann verwirrend.

Bei den Kranichen zum Beispiel denke ich an eine verdichtete griechische Tragödie, die mit dem Mauersegler herzlich wenig zu tun hat.

Ansonsten gern gelesen

LG
Tula
 
der letzte sturm riss wunden ins geäst
noch liegen baumleichen im moos
zuflucht suche ich im nahen wald
und sein beruhigendes rauschen
misstraue billigem trost
unaufhaltsam dringen diktatoren ein
in angstbesetzte schutzgebiete

über der blassgrünen wiese
kreist hungernd ein roter milan
kraniche zogen bereits vorüber

aber die schwalben
sind noch nicht zurück
 
Hallo Tula,
habe eine Vogelart herausgenommen.
Dennoch stehen Vögel nicht unbedingt für historische Symbole.
Bei mir steht ihr Erscheinen für Zeiten im Jahr...
Und da ich auf einem Dorf lebe, kann ich sie täglich beobachten - auch die Tatsache, dass sie allmählich weniger werden...
Herzliche Grüße
Karl
 

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