Unter dem Honig

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Scal

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Ich ging in einer Galerie von Bild zu Bild. Vereinzelt gab es eins, vor dem ich länger verweilte - des atmosphärischen Mehr-Wertes wegen.

Lieben Gruß
 

wirena

Mitglied
Blüte um Blüte
verschließen sie
den Geruch.

So viel Süße
über dem kleinen Körper.
Hallo Chandrika, da stimmt etwas nicht. Um sich von Krankheitserregern zu schützen, verschliessen Bienen Waben nicht mit Blüten, sondern mit einem „Wachsdeckel“ aus Propolis, wie ich dem Internet entnehme. Propolis ist nicht süss, sondern eher bitter scharf und holzig, wie ich lese – LG wirena
 
Liebe wirena,
danke für dein aufmerksames Leben. Das wusste ich nicht. Danke für den Hinweis. Aber das tut dem Gedicht keinen Abbruch. Die Bienen fliegen von Blüte zu Blüte und verschließen den Geruch. Wie sie das tun, habe ich nicht gesagt. Mit der Süße meinte ich auch eher den Honig, aber trotzdem danke.
LG Chandrika
 
Lieber Scal,
wie schön.... die kleine Maus hat dich immerhin für einen Augenblick am Weitergehen gehindert. Für so ein winziges Tier ist ein "atmosphärischer Mehr-Wert" doch eine erstaunlich große Beute, findest du nicht ? :)
Lieber Gruß
Chandrika
 
Liebe wirena, nochmals zur Erklärung: „Blüte um Blüte“ bezeichnet nicht das Baumaterial eines Deckels, sondern den ungerührten Fortgang des Sammelns: Aus den Blüten kommt der Nektar, aus ihm die Süße über dem einbalsamierten Körper. Ein Gedicht darf verdichten; es muss keine imkerliche Gebrauchsanweisung sein. Herzliche Grüße, Chandrika P.S. Ich habe von Harz gesprochen, präziser wäre dann Propolis. Das habe ich nun gelernt.:)
 

Scal

Mitglied
Wirenas Hinweis ist sehr gut nachvollziehbar, es kommt aber immer darauf an, in welchem Sinnfeld sich ein einzener Bereich "bewegt" Das "Bienentun" (poetisch "aufgelesen") kann hier als ein allgemeines Bild für ein Süße schaffendes Wesen empfunden werden.
Es gibt ein "lyrisches Denken", dem ich mich halt - vor allem auch in Zweifelsfällen - gerne zuneige, ihm mich also eher zugeineigt fühle.
 

johP

Mitglied
Dein gedicht schafft ein anrührendes, mitleidvolles bild vom tod des eindringlings, des zerstörers, das zum weiterdenken einlädt.

Die bienen überdecken den geruch/ den leichnam mit wertvollem harz und blütenduft, der an eine menschliche beerdigung denken lässt - und doch ist es für sie nur eine notwendigkeit . . .
 
Lieber Scal,
danke! Ich glaube, genau dieses "lyrische Denken" ist hier entscheidend. Das Treiben der Bienen ist konkret, wird aber zugleich zum Bild des Lebens, das über dem Tod weiterarbeitet, ja sogar Süße hervorbringt. Beides bleibt gleichwertig nebeneinander bestehen; das eine soll das andere nicht sauber auflösen. Genau diese Spannung war für mich der eigentliche Gedanke des Gedichts.

Lieber johP,
danke für diese einfühlsame Lesart. Der Gedanke an eine Beerdigung liegt tatsächlich nahe; nur die Bienen wissen nichts von Mitleid und Pietät; sie tun das ,was für den Stock notwendig ist. Gerade aus diesem Gegensatz- da hast du völlig recht - entsteht das Anrührende: Die Trauer liegt nicht im Handeln der Bienen, sondern in unserem (menschlichen) Blick darauf. Noch einen schönen Abend! LG Chandrika
 



 
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