unter den hirnen

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das ewige, ist das was ohne teile ist.
wo sich nichts mehr abschließt, wird die endlichkeit negiert


...
Und sieh:
ich brande hin zu dir wie mond und morgenrot.
Ich rufe deines hirnes hingewölbten
tief gelösten gründen zu.
dir, du rosig fleischiges
und wirres widerspiel von anmut und gewalt,
der du dem strome nicht,
der flutet und an ufer grenzt, von
nichts geschlossen als dem meere gilst.

...und sprich nicht, dass du endlich bist...

gebettet auf dem gold
der eisigen, klaren, fernsten winterhimmel,
rauscht kein regen
seine wunderbaren feuchten
worte in den brand der welten aus.
(brand ist dasein, wasser auch)

unser beider hände -
flut
in ein gewährtes
ewig strömendes
-geschlossensein-

still.
 

Mondnein

Mitglied
der flutet und an ufer grenzt, von
nichts geschlossen als dem meere gilst.
Vermutlich, lieber Patrick,
heißt es "giltst". Aber auch dann bleiben Syntax und doppelte Negation (bzw. Negationswiederholung, daß macht immer Probleme), schwierig.
Das "als" ist wohl nicht das Komparations-"als", sondern das der Rollenpartikel: "du giltst als etwas". Aber dann verstehe ich den Dativ nicht gut, er sagt: Dem (angesprochenen) Meer gilt etwas als "nicht geschlossen" - aber das wird nicht deutlich genug.

Schöne, starke Formulierungen.

Vielleicht etwas viel "Flut"; ich selber muß aufpassen, die nicht zu oft zu verwenden (zumal in der gereimten Lyrik, wo ich das meiste forme, eine schöne Reimpallette nach-echot, und dann werden es immer die gleichen).
 

Mondnein

Mitglied
Ich sehe gerade, daß es heißt (bzw. meint) "als von dem Meer geschlossen", Dativ nach der Präposition "von".

Das wäre schon mal geklärt.
 
Der Satz ist grammatikalisch grenzwertig, keine Frage.
Ich habe ihn dennoch, trotz existierender ersatz Zeilen, gewählt, weil er so etwas melodiöses in sich trägt, dass ich sehr mag.

Dankeschön, hansz! und

L.G
Patrick
 
das ewige, ist das was ohne teile ist.
wo sich nichts mehr abschließt, wird die endlichkeit negiert


...
Und sieh:
ich brande hin zu dir wie mond und morgenrot.
Ich rufe deines hirnes hingewölbten
tief gelösten gründen zu.
dir, du rosig fleischiges
und wirres widerspiel von anmut und gewalt,
der du dem strome nicht,
der flutet und an ufer grenzt, von
nichts geschlossen als dem meere gilst.

...und sprich nicht, dass du endlich bist...

gebettet auf dem gold
der eisigen, klaren, fernsten winterhimmel,
rauscht kein regen
seine wunderbaren feuchten
worte in den brand der welten aus.
(brand ist dasein, wasser auch)

unser beider hände -
flucht
in ein gewährtes
ewig strömendes
-geschlossensein-

still.
 

Monochrom

Mitglied
Der Text windet sich klanglich und inhaltlich durch Extreme,
widersprüchliche Bilder und klanglich überstürzte Verse,

hier wäre weniger mehr gewesen.

Tipp: Schmeiße mal alles bis auf das Skelett raus und bau neu auf.
Der Text hat es verdient.

Schade,
Monochrom
 
T

Trainee

Gast
das ewige, ist das was ohne teile ist.
wo sich nichts mehr abschließt, wird die endlichkeit negiert


...
Und sieh:
ich brande hin zu dir wie mond und morgenrot.
Ich rufe deines hirnes hingewölbten
tief gelösten gründen zu.
dir, du rosig fleischiges
und wirres widerspiel von anmut und gewalt,
der du dem strome nicht,
der flutet und an ufer grenzt, von
nichts geschlossen als dem meere gilst.

...und sprich nicht, dass du endlich bist...

gebettet auf dem gold
der eisigen, klaren, fernsten winterhimmel,
rauscht kein regen
seine wunderbaren feuchten
worte in den brand der welten aus.
(brand ist dasein, wasser auch)

unser beider hände -
flucht
in ein gewährtes
ewig strömendes
-geschlossensein-

still.
Hallo Patrick,
ja, das Gedicht ist schon ein wenig überschwänglich - aber in meinen Augen doch wunderschön.
Zunächst finde ich den Hirn-Meeresvergleich topp. Das Branden der Gedanken, das Branden zur Liebsten hin. Die drei Worte, die den Weltenbrand auslöschen könn(t)en.

Und ganz besonders gefällt mir die Visualisierung des Geschlossenen (versetzte Gedankenstriche) im Endvers. Sehr schön!

Nun ein kritischer, doch kurzer Exkurs zur "Geltung:"
Ich gelte, du giltst, er gilt
Ich galt, du galt(e)st, er galt
Da du dich offenbar an das Gehirn wendest, wäre "giltst" richtig.

Vielleicht ist das Gedicht eher was für Mädels ... insofern kann ich Monochroms leichten Missmut nachvollziehen, da ich aber ein Weib bin, finde ich es einfach nur gut. :)

Liebe Grüße
Trainee
 
Hallöchen Trainee.
Das freut mich sehr dass du dich so intensiv mit diesem Text auseinandergesetzt hast. Mir will er selber nicht mehr so recht zusprechen. Ließt sich als wollte ich Benn imitieren...

Ob er Frau im allgemeinen besser gefällt? Wer weiß...;)

L.G
Patrick
 

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