untief

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wenig bewegen meine gedanken
spiegeln oberflächengewässer
löcherig grauweiße wolkenburgen

nicht einmal kopfschmerz
stört am alltagsmorgen

irgendwo wartet röchelnd
trauer auf ausbrüche
durch das marmorlächeln

will mich ausgerechnet
mit einem gedicht wiederbeleben
 
A

AchterZwerg

Gast
Lieber Karl,
ein guter Titel mit interessanter Umsetzung.
Mit dem dritten Abschnitt hadere ich ein wenig. Der scheint mir zu dick aufgetragen, insbesondere beim "Röcheln." Vielleicht könntest du an dieser Stelle noch etwas abspecken?

wenig bewegen meine gedanken
spiegeln oberflächengewässer
löcherig grauweiße wolkenburgen

nicht einmal kopfschmerz
stört am alltagsmorgen

irgendwo wartet meine trauer
auf ihren ausbruch mitten
durch das marmorlächeln

will mich ausgerechnet
mit einem gedicht wiederbeleben
Nur als Anregung gedacht.
Liebe Grüße
Heidrun
 

Franke

Foren-Redakteur
Teammitglied
Hallo Karl,

den Vorschlag von Heidrun finde ich gut.
Es ist tatsächlich so, dass sich das "Röcheln" mit der Emotionslosigkeit des Restgedichtes nicht anfreunden will.

Ansonsten aber sehr gerne gelesen und genau wegen diesen ständigen Versuchen der Wiederbelebung gibt es Foren wie dieses!

Liebe Grüße
Manfred
 
Liebe Heidrun,
aber gerade das Röcheln in den Atemwegen ist doch oft Anzeichen zurückgehaltener Trauer.
Daher würde ich es gern beibehalten.
Trotzdem Dank für deine Kritik.
Herzliche Grüße
Karl
 
Lieber Franke,
danke für deine Zustimmung. Das Röcheln (siehe meine Antwort an AchterZwerg) würde ich gern beibehalten.
Herzliche Grüße
Karl
 
A

AchterZwerg

Gast
Lieber Karl,
das mit dem "Röcheln" habe ich mir so nie überlegt, klingt aber einleuchtend.
Es ist manchmal der Gesamteindruck, der überfrachtend wirkt. - Ebenso könntest du dir überlegen, ob du am ersten Abschnitt etwas verschlanken willst (Wortzusammensetzungen) ...
Aber ich möchte nicht renitent erscheinen: Wenn du mit dem Gedicht zufrieden bist, so freu dich einfach dran. :)
Herzliche Grüße
Heidrun
 
wenig bewegen meine gedanken
spiegeln oberflächengewässer
löcherig weiße wolkenburgen

nicht einmal kopfschmerz
stört den alltagsmorgen

trauer wartet röchelnd
auf ausbrüche durch
das marmorlächeln

will mich unbedingt
wortreich wiederbeleben
 

Perry

Mitglied
Hallo Karl,

Gedichte als Trauerbewältigung sind ja durchaus bekannt.
Konstruktiv fällt für mich die größere Dichte der ersten Strophe im Vergleich zu den folgenden Abschnitten auf.
Vielleicht kannst Du den Mittelteil noch etwas mehr verdichten, auch würde ich das mit dem Gedicht etwas mehr verklausulieren, damit es nicht so offensichtlich erklärend rüberkommt.

Vorschlag zur Anregung:

nicht einmal kopfschmerz stört
alltagsmorgendliches röcheln
bringt dichtend trauerausbrüche
ins erstarrte marmorlächeln

LG
Manfred
 

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