Ursel

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klausKuckuck

Mitglied
Ursel steht am Fenster, und sie lächelt
Hoch zum Mond, der heute Henry heißt,
Henry seinerseits guckt auf die Ursel,
Die nach oben lächelnd Fingernägel beißt.
Ursel sucht nach einer leichten Zeile,
Die sie zum Gedicht verlängern will,
Einen Kuss schickt Henry ihr vom Himmel,
Um die Ursel wirds gedankenschwer und still.
Ursel sieht die Welt umarmt von Henry,
Wörter fliegen um die Ursel rum …
Aus den Wörtern werden Träume,
Um die Ursel wachsen Räume …
Ob die Ursel schließlich henrywärts entschwebt?
Wenn, dann – hat sie dies‘ Gedicht nicht überlebt.
 

Tula

Mitglied
Lieber Klaus
So im Mondlicht betrachtet:

Ursel findet endlich eine Zeile,
grübelt aber darauf eine Weile.
Erst 'ne kurze, dann 'ne mittellange,
dann noch länger, schließlich wird ihr bange.
'Ja ich liebe dich, mein Honig-Henry!'
Doch ein Reim drauf? Ursel schaut belämmert
in die Höhe, dort wo's Henry dämmert:
'Well, she finds no rhyme for 'money - soon!'

LG
Tula
 

klausKuckuck

Mitglied
Hey Tula,

diesen Henry zu besingen, kann schon nerven.
Um den heiklen Vorgang halbwegs zu entschärfen,
wirft die Ursel, eine Schäfchenwolke reitend,
einen Dichter via Höllentor begleitend,
hinterm Ofen die KI-Maschine an:
«Schleich dich!», tönts von dort zum Klang der Höllenhupe,
«und zurück nach unten in die Leselupe!»

Mitternachtsgruß, KK
 
Zuletzt bearbeitet:

Ubertas

Mitglied
Lieber klausKuckuck,

ganz konnte ich es mir nicht verwehren:
Zu dieser Stunde
folgt nun ein Gedicht mit Ehrenrunde!
Selbstverständlich ohne Gewähr, doch inspiriert von deinen vortrefflichen Zeilen und Tulas gleichsam vortrefflichem Mondauftakt:)!

Noch urselwärts sich Henry wand,
nach unten in das kleine Zimmer,
sich fensterweich zu Kränzen band -
ein Licht
lief über Kerzenschimmer.

Henry, halt dich immerfort,
bei mir im Tintenblau!
Ach, Ursel - ich, ich find kein Wort,
bis ich zum Faden reiche,
für dich im Morgentau:

die Welt erfindend,
völlig neu.

Wir fliegen hin und stolpern über -
du, Henry, wanderst still,
als lägest du den Zeilen über.
Den Raum dazwischen füll ich dir
und will.

Wohin die Ursel sich den Henry striff?
Weiß niemand recht –
bis er begriff.

Liebe Grüße,
ubertas
 

klausKuckuck

Mitglied
Geheimnisvoll kommt dein Gedicht, ubertas,
daher, ich schicks zu Henry übers Dach hinaus
als nächtliches Tatütata spectaculertas …
vielleicht lockts ihn aus seinem Wolkenwinkel raus,

steht dann am Himmel, zwinkert, träumt vielleicht von dir

und Ursel bis eventuell dreiviertelvier …
 



 
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