UTA AM MA ATU

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Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
Der Turm

UTA AM MA ATU
IWÜ IMI ÜWI
TOWU ÜVÜ UWOT
HUWU AWO OWA UWUH
MAMA HAHAh AMAM
ATIV ÜMÖ ÖMÜ VITA
WUMI AWO OWA IMUW
OWA WUMI IMUW AWO
ÜWO ÜVÜ ÜVÜ OWÜ
ÄTA ÖTÜ ÜTÖ ATÄ
ÖTÜ ATÄ ÄTA ÜTÖ
XAV OMO OMO VAX
VAX ÜMÜ ÜMÜ XAV
XAV OMO OMO VAX
ÖTÜ ATÄ ÄTA ÜTÖ
ÄTA ÖTÜ ÜTÖ ATÄ
ÜWO ÜVÜ ÜVÜ OWÜ
OWA WUMI IMUW AWO
WUMI AWO OWA IMUW
ATIV ÜMÖ ÖMÜ VITA
MAMA HAHAH AMAM
HUWU AWO OWA UWUH
TOWU ÜVÜ UWOT
IWÜ IMI ÜWI
UTA AM MA ATU​
 

Sta.tor

Foren-Redakteur
Das erschließt sich niemanden. Wahrscheinlich hat das kleine h auch eine ganz große Botschaft, die sich keinem offenbart.
 

Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
Das kleine h ist ein Symmetriebruch. Ein Tippfehler.
Ansonsten ist das Gedicht sehr symmetrisch.
Es ist ein reines Lautgedicht.

Vielleicht erschließt sich aber anderen mehr.


Danke für den Hinweis.

Falsche Version:

UTA AM MA ATU
IWÜ IMI ÜWI
TOWU ÜVÜ UWOT
HUWU AWO OWA UWUH
MAMA HAHAh AMAM
ATIV ÜMÖ ÖMÜ VITA
WUMI AWO OWA IMUW
OWA WUMI IMUW AWO
ÜWO ÜVÜ ÜVÜ OWÜ
ÄTA ÖTÜ ÜTÖ ATÄ
ÖTÜ ATÄ ÄTA ÜTÖ
XAV OMO OMO VAX
VAX ÜMÜ ÜMÜ XAV
XAV OMO OMO VAX
ÖTÜ ATÄ ÄTA ÜTÖ
ÄTA ÖTÜ ÜTÖ ATÄ
ÜWO ÜVÜ ÜVÜ OWÜ
OWA WUMI IMUW AWO
WUMI AWO OWA IMUW
ATIV ÜMÖ ÖMÜ VITA
MAMA HAHAH AMAM
HUWU AWO OWA UWUH
TOWU ÜVÜ UWOT
IWÜ IMI ÜWI
UTA AM MA ATU​

Ich habe es korrigiert.
 

Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
UTA AM MA ATU
IWÜ IMI ÜWI
TOWU ÜVÜ UWOT
HUWU AWO OWA UWUH
MAMA HAHAH AMAM
ATIV ÜMÖ ÖMÜ VITA
WUMI AWO OWA IMUW
OWA WUMI IMUW AWO
ÜWO ÜVÜ ÜVÜ OWÜ
ÄTA ÖTÜ ÜTÖ ATÄ
ÖTÜ ATÄ ÄTA ÜTÖ
XAV OMO OMO VAX
VAX ÜMÜ ÜMÜ XAV
XAV OMO OMO VAX
ÖTÜ ATÄ ÄTA ÜTÖ
ÄTA ÖTÜ ÜTÖ ATÄ
ÜWO ÜVÜ ÜVÜ OWÜ
OWA WUMI IMUW AWO
WUMI AWO OWA IMUW
ATIV ÜMÖ ÖMÜ VITA
MAMA HAHAH AMAM
HUWU AWO OWA UWUH
TOWU ÜVÜ UWOT
IWÜ IMI ÜWI
UTA AM MA ATU​
 

anbas

Mitglied
Ich sehe hier ein Lautgedicht - wie Bernd es ja schon geschrieben hat. Als Besonderheit sehe ich, dass jede Zeile in sich "gespiegelt" ist, so dass sie vorwärts oder rückwärts gelesen den gleichen Klang hat (...und sicherlich gibt es für sowas auch ein Fachwort, oder ;) ? ).

Bei Lautgedichten nach einem tieferen Sinn zu suchen, ist i.d.R. etwas müßig ... :D
 

Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
Du hast den richtigen Ansatz, Andreas.
Man nennt es Palindrom

Jeder Vers ist ein Palindrom. Zusätzlich ist das Gesamtgedicht ein Palindrom, aber gleichzeitig ein Verspalindrom.


Es gibt noch weitere Symmetrien.
Zum Beispiel ist jeder Buchstabe spiegelsymmetrisch, wodurch das Gedicht nicht nur Palindrom, sondern auch spiegelsymmetrisch wird.

Weiterhin ist es symmetrisch gegen Verdrehung um 180 Grad + Spiegelung um die Querachse.

Nicht symmetrisch ist es gegen einfache Spiegelung um die Querachse oder gegen Drehen um 180 Grad ohne Spiegelung.

Die Wörter bestehen jeweils aus Konsonanten und Vokalen.
Verborgen ist "Towu" (ein Kofferwort von "Tohuwabohu"). Das ist bestimmt aufgefallen. Es bedeutet nach Luther „wüst und leer“ https://de.wikipedia.org/wiki/Tohuwabohu

Es sind noch mehr Wörter drin, aber nicht alle sind in Deutsch sinnvoll. Es entsteht ein streng geordnetes Wirrwarr.

Das ganze Gedicht ist natürlich sehr gesellschaftskritisch.

Aufsagen kann man es einzeln oder mit mehreren Personen, ähnlich einem Kanon.

Dabei beginnt eine Person vorn zu lesen, die andere hinten.
Auch lautstarkes Lachen ist enthalten.

Nicht zuletzt die Vita.
 

Mondnein

Foren-Redakteur
Teammitglied
Ü

Statisch, absolut statisch. Zumindest auf den ersten Blick.
Das heißt: Es ist ein räumliches, weniger ein zeitliches Gebilde. Wäre es primär zeitlich, wie ein Lied, dessen Verse melodisch abrollen, um ihren Inhalt zu entfalten, hätte es nicht die palindromischen Symmetrien.
Die permanente Großschreibung hält alle Buchstaben auf dem gleichem Niveau der absoluten Gegebenheit, der Nichtzeitlichkeit, der Links-Rechts-Gleichgültigkeit.

Aber es ist lesbar, sogar leicht lesbar, damit wird es zeitlich, differenziert die Konsonantenstellen und Vokalstrecken voneinander, hat Anfänge, Verläufe, Enden, Echos, setzt den offenen Enden die Stopper der Explosivlaute entgegen.

Die meisten Worteinheiten (aber sind es Wörter?) sind zunächst offen oder ohne Konsonantenhäufungen, in der Spiegelung fangen sie dementsprechend mit Vokalen an und enden auf einfache Konsonanten. Klanglich gesehen wirken diese "Worteinheiten" abstrakt, zweidimensional-flach, fast maschinenhaft, nicht so fleischern wie die Konsonantenhürden konkreter Sprachen. Nun gibt es ja viele Sprachen, die (fast) nur offene Silben bzw. Nasal-Enden haben wie Italienisch, Japanisch, Chinesisch, und die älteren Phasen etwa der sinotibetischen, wo die Silben auf einfachen Konsonanten enden können (Thai, Tibetisch), aber das hier wirkt monotoner.
Diese "flachen", offenen oder monokonsonantisch endenden Silben wirken vor allem durch die Wiederholungsreihen kindlich-onomatopoetisch, wie bei "Auto"="TÜTÜ".

Sehr viele Umlaute, wie in mongolischen und Turksprachen, und natürlich im Deutschen (weshalb die Engländer uns als "the Huns" titulieren, vielleicht auch in Anspielung an den in früheren Zeiten häufigsten Vornamen der Deutschen). Ein Engländer (trotz der Einsilbigkeit des Englischen) oder ein Spanier (trotz der überwiegend offenen Silben des Spanischen) hätte gewiß andere Silben verzettelt.
 

Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
Ja. Es soll ja in Deutsch auch klingen, wenn man es liest.

Danke für die ausführliche Analyse und Rezension.

Im statischen Bereich ähnelt es einer Schachfigur, dem Turm.

Wenn man auch Oben-unten-Spiegelsymmetrie erreichen möchte, wird der "Wortschatz" wesentlich eingeschränkt.

I, O, H, X

Unter Verzicht auf zeilenweise Spiegelsymmetrie sind es:

I, O, H, K, B, C, X

Bei Rotationssymmetrie:

I, O, H, S, Z, N
 

Mondnein

Foren-Redakteur
Teammitglied
Im tibetischen Buddhismus, im Vajrayâna, gibt es rituelle längliche Meditationsgegenstände, in etwa Szepter, wenige Dezimeter groß, die besonders feine Symmetrien aufweisen: Vajras.
Sie sind beeindruckend schön, haben so eine Art Knotenmitte, zu den beiden Enden hin oft so etwas wie drei Zweige, die sich nur kurz trennen und dann wieder zusammentreffen. Oder sonst eine keulenartige Verdickung, die aber fein ausgestaltet wird.
Ich schau mal nach, ob sich so ein Ding googeln oder bingsen läßt.
 

Mondnein

Foren-Redakteur
Teammitglied
Vajra - zur Erläuterung:
Mit einem Vajra hat es gemeinsam, daß es im Wesentlichen an den Symmetrien orientiert ist.
Es gibt auch Symmetrie-Exzesse in der arabischen Kachel-Geometrie, aber die Gestalt dieses Gedichts hat da die deutlicheren Gemeinsamkeiten mit den tibetischen Vajras.
 


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