Vampirbande mit Besitzanspruch

LeoLoyala

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»Also, was ist der Plan?«, fragte Konrad von Falkenstein seine zwei Vampirkomplizen.
Sie standen vor einem kleinen Museum über die Pioniere des Wilden Westens. Es befand sich am Stadtrand von Fallon – einer Stadt in Nevada. Nur Wüste weit und breit.
Den geklauten blauen Ford Fiesta hatten sie einen Kilometer weiter weg geparkt.
Lucius Valerius schaute die einzige Dame der Bande erwartungsvoll an. »Deine Gabel, dein Plan.«
»Was soll es da schon zu planen geben? Wir suchen einen Weg herein, finden meine Gabel und verschwinden wieder«, erklärte Beatrice Whitmore.
Sie stolperte schon wieder fast über ihr viel zu langes und weites Kleid. Es war schwarz und mit vielen roten Rüschen verziert.
Die drei Vampire gingen zum Eingang und rüttelten kräftig daran. Abgeschlossen – was um zwei Uhr nachts abzusehen war.
»Hintereingang?«, schlug Lucius vor.
Auch dort: verschlossen.
»Was jetzt?«, fragte er planlos. »Sollen wir das Fenster einschlagen?« Er deutete auf das vergitterte Fenster der Hintertür.
»Hauptsache, ich bekomme meine Gabel«, murmelte Beatrice mürrisch.
Konrad rieb nachdenklich seinen Vollbart. »Ich musste mal Burg Falkenstein belagern«, verkündete er. »Damals haben wir einen Trupp mit Leitern über die Mauer geschickt, um uns die Tür von innen zu öffnen«, erzählte er, in alten Erinnerungen schwärmend.
»Hat es geklappt?« Lucius wurde neugierig.
»Ha! Nein. Die wurden sofort erwischt und über dem Burgtor aufgehängt.« Er lachte, als hätte er den besten Witz des Jahrhunderts erzählt. »Aber das Dach … das Dach hat vielleicht eine Falltür«, erwähnte er noch nebenbei.
Lucius und Beatrice stimmten zu. Alle drei verwandelten sich kurzerhand in ihre Fledermausgestalt, flatterten auf das Dach und verwandelten sich zurück.
Konrad streckte sich. »Das geht mir immer auf die Knochen«, beschwerte er sich, während er einige Dehnübungen machte.
»Wartet mal.« Beatrice schien trotz ihrer Liebe zu ihrer Gabel etwas abgelenkt.
»Was ist denn los, Bea?«, fragte Lucius aufmerksam. »Ist die Gabel doch nicht hier?«
Beatrice runzelte ihre Stirn. »Doch doch, aber erwähnte Konrad gerade nicht, dass er die Burg Falkenstein belagern musste?«
»Ja, und?«
»Ja, und?«
Fragten Konrad und Lucius gleichzeitig.
»Warum musstest du deine eigene Burg belagern?«
Stille.
Nur einige vorbeifahrende Autos waren zu hören.
Konrad fasste sich am Nacken. »Äh … das war eigentlich ganz lustig, aber konzentrieren wir uns lieber auf deine … äh … Mistgabel«, versuchte er abzulenken.
Dass er ihr geliebtes Essbesteck so bezeichnete, schien Beatrice jedoch gar nicht zu gefallen. »Jetzt hör mal, du Möchtegern-Adeliger! Diese Gabel besteht aus purem Silber und wurde von den fähigsten Goldschmieden ganz Londons gefertigt! Ihre Gravuren waren speziell für mich angefertigt. Ein Unikat!«
»Aber was will man mit einer silbernen Mistgabel?«, fragte Konrad aufrichtig verwirrt. »Goldene Scheiße schaufeln?«
»DU …« Sie lief rot an vor Wut. Beatrice stapfte zu Konrad, der keine Ahnung hatte, was er falsch gemacht hatte. Aber kurz vor ihm trat sie auf eine Abdeckung von der Klimaanlage des Gebäudes.
SCHEPPER!
Alle drei zuckten bei dem Geräusch zusammen. Der Streit war vergessen. »Ich hoffe, das hat keiner gehört«, flüsterte Lucius.
»Bestimmt nicht«, behauptete Beatrice leise.
Sie bückte sich und untersuchte die Abdeckung. Einige schmale Spalten, die ins Innere führen. »Sagt mal«, sie deutete auf die Lüftungsschlitze und schaute ihre zwei Komplizen an. »Da passen wir doch rein, oder?«

»ARGH!«, stöhnte Lucius angestrengt. Er versuchte, sich durch die Lüftungsschlitze der Klimaanlage zu zwingen. Seine Fledermausgestalt war etwas größer als die von Konrad und Beatrice.
Sein Flügel verkantete sich im Lüftungsschlitz. »Hercle!«, fluchte er auf Latein, »Jetzt helft mir doch!«
Die zwei Fledermäuse, die sich schon erfolgreich durchgequetscht hatten, tapsten umgeben von Metall zu Lucius. Seinen Flügel mit ihren kleinen Händchen richtig zu drehen, war aufgrund ihrer geringen Reichweite gar nicht so einfach.
»Jetzt macht schon!« Lucius fing an, panisch herumzuzappeln. »Bei Zeus, ich werde hier für immer feststecken! Hilfe! Hilfe!«
»Jetzt halt … endlich still«, fauchte Beatrice ihn genervt an, während Konrad versuchte, Lucius festzuhalten.
Plötzlich schwand seine Lebenslust aus seinen kleinen schwarzen Augen und er wurde schlaff. »Lasst mich zurück«, murmelte er, »Beendet unsere Mission ohne mich«, bat er ohne einen Funken Lebenswillen. Seine Augen schlossen sich – er ergab sich seinem Schicksal.
»Lucius?« Beatrice warf ihm einen Blick zu, als wäre er verrückt geworden.
»Nein, sagt nichts, ich …«
»Du bist schon längst frei«, unterbrach ihn Konrad trocken. Beatrice hatte den Schlitz etwas verbogen, wodurch der Flügel einfach hineinglitt. Selbst als Fledermäuse profitieren sie noch von ihrer übermenschlichen Stärke.
Als Lucius seine Augen öffnete, lag sein Flügel schon wieder am Körper an. Er wurde so rot, wie es eine Fledermaus nur werden kann. »Ähem«, räusperte er sich, »Entschuldigt.« Lucius senkte den haarigen Fledermauskopf zu Boden. »Ich hasse es, in engen Räumen eingesperrt zu sein«, nuschelte er.
Konrad hielt sich seine kleine Hand an sein nicht vorhandenes Kinn. »Aber, warum haben wir die Abdeckung nicht einfach vorher abgerissen?«
Stille.

Nachdem alle beschlossen hatten, dass Lucius' kleine Panikattacke nie passiert sei, krochen sie durch den – für Fledermäuse geräumigen – Lüftungsschacht und suchten eine passende Stelle zum Ausstieg.
»Das dürfte der Eingangsbereich sein«, flüsterte Lucius den anderen zu, während er durch die Gitter schaute. Auch wenn es dunkel war, konnten sie in ihrer Fledermausform über Echolokation alles genau erkennen. Die anderen beiden nickten und machten sich bereit, das Gitter anzuheben.
In diesem Moment hörten sie von unten Schritte. Sofort pausierten sie, bewegten keinen Muskel. Ein Lichtkegel schien durch die Doppeltür zum Museumsbereich. Ein etwas molliger Nachtwächter trat hindurch.
BZHT! »Und was wars?«, fragte eine verzerrte Stimme. Woher sie kam, konnten die drei Vampire nicht ausmachen.
»Keine Ahnung, wahrscheinlich Waschbären oder so«, meinte der Nachtwächter locker. »Dass die mittlerweile auf Dächer gehen.« Konrad und Lucius schauten vorwurfsvoll zu Beatrice, die nur abwehrend die Hände hochnahm.
Der Nachtwächter verließ kurzerhand wieder den Eingangsbereich. Die drei Fledermäuse konnten wieder aufatmen und besprachen in einer kurzen Flüsterdiskussion, sie sollten lieber woanders aussteigen – er könnte jederzeit wiederkommen.
Sie gingen also noch eine Weile weiter durch die Schächte. Bei einer Abzweigung mussten sie diskutieren, ob sie nun links oder rechts gingen. Lucius war neutral. Beatrice wollte immer links gehen, da es »In der Natur des Menschen liegt, immer nach rechts zu gehen«, und so weit wollte sie sich nicht herablassen. Konrad dagegen argumentierte: »Links ist die Richtung des Teufels!«, weshalb er auf rechts bestand. Beatrice gewann.
Bei diesem Gitter waren sie sich sicher. Der Raum sah verschlossen aus, hatte nur eine Tür und war verdunkelt. Vorsichtig hoben sie das Gitter an und legten es langsam zur Seite ab.
Genau in diesem Moment fing Beatrice an zu wachsen – sie stand am nächsten zur Öffnung. Konrad auch. Und Lucius auch. Erst wurde ihre Gestalt größer. Dann verschwanden die Haare und Haut kam zum Vorschein. Sie verwandelten sich zurück. »Bitte nicht!«, stöhnte Lucius, während die Wände immer kleiner wurden und drohten, ihn ein zweites Mal in dieser Nacht einzuzwängen. Sie verwandelten sich in ihre volle Größe zurück, eingesperrt in dem – nun ausgebeulten – Lüftungsschacht, hängend an der Decke des Raums.
Als wäre das nicht schon schlimm genug, schloss der Nachtwächter nun die Tür von außerhalb des Raums auf. »Ich glaube, ich habe da wieder was gehört«, sprach er durch sein Funkgerät.
Genau als er eintrat und kurz bevor Lucius wieder den Verstand verlor, löste sich der Lüftungsschacht unter dem Gewicht der drei Vampire von der Decke, krachte mit einem ohrenbetäubenden Scheppern auf den Schreibtisch unter ihnen. Auch dieser zerbrach durch das Gewicht. Beim Aufprall gab der Schacht endlich nach und platzte auf, wodurch er alle drei Vampire in die Freiheit entließ. Staubpartikel aus dem Schacht wurden aufgewirbelt und deckten den Raum in einen durchsichtigen Nebel – der ein Albtraum für jeden Asthmatiker wäre.
Der Nachtwächter stand verdutzt im Türrahmen. In seiner Hand die Schlüssel, die er in der Luft hielt, als würde er versuchen, eine unsichtbare Tür zu öffnen.
Lucius kauerte traumatisiert am Boden, seine Knie angezogen und in tiefem Selbstmitleid versunken. Konrad rollte schmerzerfüllt über den Boden und hielt sich seinen Oberarm, der von Splittern des Holzschreibtisches perforiert war. Die einzige, die sich einigermaßen aufrappeln konnte, war Beatrice.
Sie und der Nachtwächter fanden Blickkontakt. Beide nun wie eingefroren. Wie in Zeitlupe führte er seine freie Hand zu seinem Holster, während Beatrice ihm mit langsamen, kontrollierten Schritten näherkam.
Plötzlich ging alles ganz schnell. Der Nachtwächter zog seine Pistole. Beatrice hechtete nach vorne. Er drückte ab. Zwei Kugeln trafen und prallten an ihr ab. Der dritte Schuss löste sich, als ihm die Waffe aus der Hand geschlagen wurde, und stanzte nur ein Loch in die Wand.
»AHH!«, schrie der Nachtwächter. Beatrice warf ihn mit übermenschlicher Kraft zu Boden und schaute ihn eindringlich an. Der Wachmann versuchte erst, sich zu wehren. Dann entspannte er sich, sein Griff um ihre Arme wurde locker, sein Gesicht fiel in einen neutralen Ausdruck und die Augen waren unfokussiert. Er befand sich in Trance.
»Du wirst …«, begann Beatrice mit ihrer vampirischen Hypnose.
BZHT! »Waren es wieder nur Waschbären?«, meldete sich die mysteriöse Stimme aus seinem Funkgerät. Der Wachmann sprang auf alle viere, rannte wie ein Tier durch den Korridor, aus dem er gekommen war. Er hinterließ eine sprachlose Vampirin, die ihm nur hinterherstarrte.

Konrad zupfte sich tränend die Splitter aus dem Arm, welche kleine Löcher in seiner Haut hinterließen. Bluten tat er nicht – konnte er nicht. Als er fertig war, setzte er sich auf den unbeschädigten Stuhl und klopfte den Staub von seiner Kleidung. Die Löcher wuchsen langsam wieder zu. »Das kribbelt immer so schön«, meinte er tapfer und versuchte, nicht das Gesicht zu verziehen.
Lucius brauchte noch einen Moment.
Beatrice wurde langsam ungeduldig. Nichts verlief nach Plan – auch wenn sie keinen haben. Wenigstens konnten sie jetzt in Ruhe ihre geliebte Gabel suchen.
Aber zuerst … Sie ging auf den unwissenden, an der Wand hängenden WLAN-Router zu.
BAM! Mit einem Schlag, der nicht nur den Router, sondern auch die Gipswand dahinter durchdrang, zerstörte sie die Störquelle ihrer Kräfte nun ein für alle Mal.
»Diese verdammte Strahlung bringt immer alles durcheinander. Mein Kleid ist ruiniert!«, meckerte sie das nutzlose Stück Technik an. Nur deswegen hatten sie sich zurückverwandelt. Nur deswegen ist ihr Kleid jetzt so zerfetzt.
»Ich sagte doch, links ist die Richtung des Teufels. Kein Wunder, dass wir hier auf Hexerei gestoßen sind«, nuschelte Konrad beleidigt und kassierte einen Todesblick von Beatrice. Er entschied sich – weise –, dieses Thema ruhen zu lassen.
Lucius fing sich langsam und stand auf, als wäre nichts geschehen. »Was ist mit dem Wachmann passiert?«, fragte er. Eingerollt hatte er nicht alles mitbekommen.
»Denkt, er sei ein Waschbär. So stört er uns nicht mehr«, erzählte Beatrice mit einem selbstzufriedenen Grinsen, als wäre genau das ihr Plan gewesen. »Können wir jetzt weiter?«

»Wieso ist deine Gabel eigentlich in einem Museum über den Wilden Westen?«, wunderte sich Lucius.
Sie durchstreiften den Flur der Mitarbeiterräume, um zu den Ausstellungen zu gelangen. Dabei kamen sie auch an der Küche vorbei, an welcher der Nachtwächter etwas Essen aus dem Kühlschrank stahl und es unter laufendem Wasserhahn wusch.
»Er könnte schon teilen«, murrte Konrad. Hungrig versuchte er, sich dem Nachtwächter zu nähern. Als dieser das bemerkte, nahm er eine verteidigende Haltung an – er riss die Arme weit zur Seite, machte sich in einer T-Pose breit wie ein bedrohter Waschbär, und fauchte Konrad an. Dieser zog sich enttäuscht wieder zurück.
»Ich war einmal in Amerika zu Besuch, als ich noch auf dem Hof von Königin Elizabeth lebte. Ich wollte die Neue Welt sehen, von der alle sprachen«, begann Beatrice, aus ihren Erinnerungen zu rezitieren.
»Und wie wars?«, hakte Lucius nach.
»Schrecklich, dreckig, staubig, unzivilisiert. Hat sich also nichts verändert.«
Die Bande erreichte die Ausstellungshalle. Sie war für Museumsverhältnisse nicht groß, also dürften sie nicht allzu lange brauchen.
»Dann wurde ich bestohlen. Auf offener Straße! Und der Sheriff meinte nur, ich sei selber schuld gewesen. So dreckig und ungepflegt, wie der aussah – der steckte bestimmt mit dahinter.«
Beatrice ging durch die Halle und schaute sich einige Ausstellungsstücke an. Spitzhaken, Dynamit, Öllampen, Lassos, Jeans. Das Objekt ihrer Begierde sollte hier doch auffallen.
»Ich musste mein geliebtes Silberbesteck verkaufen, um die nötigen Pfund für die Rückreise bereitstellen zu können«, beendete sie ihre Geschichte. »Wahrlich tragisch, oder Lucius?«
Lucius war zurückgeblieben und bewunderte die Loren – las sogar die Infotafeln durch. Erst als er seinen Namen hörte, schaute er auf. »Hast du was gesagt?«
Konrad bewunderte die Säbel an der Wand und hatte ihr auch nicht zugehört. Beatrice gab es auf und setzte ihre Suche alleine fort.
Lucius sog das Wissen förmlich auf. Er murmelte viel vor sich hin, als würde er seine Gedanken sortieren und Notizen machen.
Wenige Sekunden später tapste der Wachmann vierbeinig durch die Halle. Die Vampire dachten sich nicht viel dabei und ignorierten ihn einfach.
BZHT! »Josef, bist du noch da?« Die Stimme klang aus dem Funkgerät des Wachmanns. »Bitte bestätigen.«
Der Nachtwächter Josef erschrak, ließ sein nasstropfendes Essen fallen und sauste durch die Halle. Die Stimme fragte noch mehrere Male nach. »Josef?« »Bitte melden, Josef.« »Scheiße!«
Josef sprintete auf allen Vieren, griff um sich, als wolle er die Stimme loswerden. Bei dem Versuch rammte er eine Vitrine, die frei im Raum stand – sie schlug auf und zersplitterte in tausend Stücke.
Plötzlich hallte ein ohrenbetäubendes Heulen durch die Halle. Der Alarm wurde ausgelöst.
Die Vampirbande und Josef zuckten zusammen und gerieten in Panik.
BZHT! »Polizei ist auf dem Weg. Halte durch!«
»Gar nicht gut!«, rief Konrad. Sie konnten sich kaum verstehen.
»Wir müssen hier raus«, bestätigte Lucius.
»Aber wie!?«
»Hatte der Wachmann nicht die Schlüssel?«
Vergeblich versuchten Konrad und Lucius, sich dem Wachmann zu nähern. Er fauchte, wehrte sich und sprang durch die Halle, wobei er viele Ausstellungsstücke umwarf und das Glas der Schaufenster bersten ließ. Lucius und Konrad jagten ihn eine Weile durch den Raum, bis ihnen die Puste ausging.
Nun hockte er auf einer alten Kanone und beobachtete die beiden Männer ganz genau.
»Bea, der ist zu schnell für uns. Bitte hilf mit.« Lucius stützte sich außer Atem auf seine Knie.
»Aber meine Gabel!«, Beatrice schaute sich verzweifelt um.
»Wir müssen hier bald raus, sonst wird es ungemütlich. Konrad kann nach deiner Gabel suchen, aber hilf mir mit dem Schlüssel. Du bist schneller als wir.«
Widerwillig gesellte sich Beatrice zu ihnen und Konrad begab sich auf die Suche nach der silbernen Gabel. Als sich nun Beatrice und Lucius auf Josef stürzten, floh dieser Richtung Mitarbeiterflur und die beiden Vampire rasten direkt hinterher.

Konrad hatte schon alles um sich herum ausgeblendet, während er in dem Chaos Beatrices Besteck suchte. »Gabel. Gabel.« Er wühlte sich durch einen Haufen Antiquitäten. Die scharfen Kanten der beiliegenden Glasscherben konnten ihn nicht verletzen. Aber sich bei dem Lärm zu konzentrieren, fiel ihm schwer.
Aus der Küche hörte er es fauchen, rumpeln und klirren.
»Ah, da!« Er blickte hoch und sah das Zielobjekt dieser nächtlichen Aktion in einem der kaputten Schaufenster hängen.
Josef stürmte aus dem Flur in die Halle zurück, Lucius und Beatrice trotteten außer Atem hinterher. Lucius' Kleidung war noch zerfetzter als nach dem Sturz aus dem Schacht.

Der Alarm ließ nach, während draußen langsam Sirenen hörbar wurden.
»Ich habe Ihre Gabel, Fräulein Whitmore«, rief Konrad Beatrice übertrieben höflich zu.
»Die Zeit ist um, zur Hintertür. Los!«, hielt Lucius seine Komplizen an, als er die Lichtkegel aus dem Eingangsbereich sah. Die Hintertür war zwar aus Metall, aber zu dritt dürften sie es schaffen, die Tür einzutreten.
Schnell sprintete die Bande durch den Mitarbeiterflur zur Hintertür. Lucius trat einige Male mit voller Wucht gegen sie. Nur ein paar Dellen – mehr nicht.
Konrad hatte eine Mistgabel mitgebracht. Er setzte sie zwischen Tür und Rahmen an und drückte gegen den Schaft. Keine Chance. Sie bewegte sich keinen Millimeter.
»Hercle! Was nun?« Im Flur saßen sie fest.
»Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein … ARGH! Verdammt!« Konrad hielt sich den Kopf – das Beten brachte ihm nur fiese Migräne.
Von draußen hörten sie, wie Josef die Polizisten auf Trab hielt. »Was ist denn mit dem Los!«, rief einer der Polizisten. »He! Stehen bleiben!« Die drei Vampire hörten weiteres Glas brechen.
Mit voller Kraft warf Konrad sich gegen die Mistgabel und versuchte, sie mit seinem Körpergewicht aufzuhebeln – vergebens; der Holzschaft gab knackend nach. Konrad drohte zu fallen und hielt sich aus Reflex am runden Türgriff fest. Dieser drehte sich.
Die Tür öffnete nach innen.
Fassungslos starrten Beatrice und Lucius auf die Tür. »War die schon die ganze Zeit offen?«, fragte Beatrice ihren römischen Komplizen, der vorhin noch meinte, sie sei abgeschlossen.
»Die Tür ist links aufgehängt, wieso muss man da nach rechts drehen?! Das ist voll unintuitiv!«, verteidigte sich Lucius.
Die Vampirbande schaute sich für einen Moment still an und seufzte geschlagen.
Im Hintergrund die Schreie der Beamten, die weiterhin Probleme mit Josef hatten. Die Sirene der Polizeiautos, die vor dem Gebäude nach hinten hallte.

Schnell verwandelten sie sich in ihre Fledermausgestalt und flogen zurück in die Richtung des geklauten Fords. Beatrice fiel auf ihrem Rückflug auf, dass Konrad die kaputte Mistgabel mitgingen ließ. »Warum nimmst du die denn mit?«, fragte sie neugierig.
Verwirrt antwortete Konrad: »Das ist doch deine Gabel?«
 

marcm200

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Warum zweifach, und dann mit unvollständigem Satz?
»Ja, und?«
»Ja, und?«
Fragten Konrad und Lucius gleichzeitig.

besser: "Ja, und?", fragten ...

- Was bedeutet BZHT!? Wohl ein Rauschen der Gegensprechanlage, aber wie soll ich das als Leser lesen? Schreibe lieber, dass es knackt.

"wandelten sich in ihre volle Größe zurück" - sie sind also in Menschengestalt oder doch riesige Fledermäuse? Die Flügel sind die Arme der Fledermäuse, sie hängen mit den Beinen.Wie sollen Menschen mit den Füßen an der Decke hängen? Wenn der Schacht ausgebeult ist, dann hängen sie vermutlich gar nicht mehr, sondern stehen auf dem Kopf?
Wo verblieb die menschliche Kleidung, während die drei in der Fledermausgestalt waren? Sie ist ja dann plötzlich wieder da.

- "nach Plan – auch wenn sie keinen haben." - Ich würde "keinen hatten" schreiben.

- "Die scharfen Kanten der beiliegenden Glasscherben konnten ihn nicht verletzen" - das ist in-Story nicht konsistent, da vorher Splitter in die Haut des Vampirs eindrangen und Löcher verursachten. Oder hat Glas eine andere Wirkung auf Vampirhaut?

- "Im Hintergrund die Schreie der Beamten, die weiterhin Probleme mit Josef hatten. Die Sirene der Polizeiautos, die vor dem Gebäude nach hinten hallte." - Warum diese unvollständigen Sätze? Was willst du mit diesem Stilmittel ausdrücken?

- "die kaputte Mistgabel mitgingen ließ" - m.E. eher "hatte mitgehen lassen"
 



 
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