versteckspiel

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und ginge nichts mehr
könnt ein mensch
noch in sich gehen und
sich getrost verlaufen
im dschungel seiner widersprüche
ist er doch zu haus
selbst wenn draußen
milane fiepend ihre runden
zögen und drinnen nur ein müder
geist in reiner leere schwebte
wenn sonne blendend
seine müde haut erwärmte
stürme bäume neigten und
luft gereinigt hinterließen

wenn gar
nichts mehr ginge
käm er endlich
aus sich raus
 
A

AchterZwerg

Gast
Lieber Karl,
aus rein rhythmischen Gründen möchte ich dir ein paar winzige Änderungen anbieten und einen Ersatz zur Müde-Dopplung:

und ginge nichts mehr
könnte ein mensch
noch in sich gehen und
sich getrost verlaufen
im dschungel seiner widersprüche
ist er zu hause -
selbst wenn draußen
milane fiepend ihre runden
zögen und drinnen nur ein müder
geist in reiner leere schwebte
wenn sonne blendend
seine altershaut erwärmte
stürme bäume neigten und die
luft gereinigt hinterließen

wenn gar
nichts mehr ginge
käme er endlich
aus sich heraus
Was meinst du dazu? So könntest du auch die Wortverkürzungen vermeiden.
Ganz toll: die fiependen Milane und der "müde Geist in reiner Leere", aus philosophischer Sicht könnte man heutzutage auch sagen: der reine Geist in müder Leere. :D;) - Und natürlich der linde Hoffnungsstreifen am Horizont. So etwas benötigt unsereins. :cool:

Herzlichst
Heidrun
 
und ginge nichts mehr
könnte ein mensch
noch in sich gehen und
sich getrost verlaufen
im dschungel seiner widersprüche
ist er zu hause
selbst wenn draußen
milane fiepend ihre runden
zögen und drinnen nur ein müder
geist in reiner leere schwebte
wenn sonne blendend
seine müde haut erwärmte
stürme bäume neigten und
luft gereinigt hinterließen

wenn gar
nichts mehr ginge
käme er endlich
aus sich raus
 
Liebe Heidrun,
danke für deine Vorschläge. Ich habe sie gern übernommen.
Ja, mir fehlen neben den Zahlenfetischisten die leidenschaftlichen Philosophen...
Herzliche Grüße
Karl
 

Perry

Mitglied
Hallo Karl,

innere Stärke ist immer gut, wenn außen nichts mehr geht.
Das hier beschriebene LI scheint aber eher kein stolzer Milan zu sein, sondern mehr ein ängstlich fiependes Küken, das sich erst herauswagt, wenn es keine andere Wahl mehr hat.
Mein Vorschlag wäre, das Vogelbild wegzulassen, auch weil (ausgewachsene) Milane meist stumm sind und sich nur in Nestnähe und in der Balzzeit "lautstark" äußern.
LG
Manfred
 
Lieber Perry,
hier bei uns fiepsen sie gerade. Ihr Laut ist nun einmal fiepsig und dennoch sind sie imposante Vögel. Daher würde ich das Bild gern in meinem Gedicht belassen, da es etwas über das beobachtende Lyr-Ich aussagt.
Dennoch Dank für deine Kritik. Sie ist mir immer wichtig...
Gruß
Karl
 
und ginge nichts mehr
könnte ein mensch
noch in sich gehen und
sich getrost verlaufen
im dschungel seiner widersprüche
ist er zu hause
selbst wenn draußen
milane fiepend ihre runden
zögen und drinnen nur ein müder
geist in reiner leere schwebte
wenn sonne blendend
seine müde haut erwärmte
stürme bäume neigten und
luft gereinigt hinterließen

wenn gar
nichts mehr ginge
käme er endlich
aus sich heraus
 

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