Viele Fragen

Arcos

Mitglied
Es beginnt im Stillen,
dort, wo kein Maßstab greift
und kein Auge je verweilte,

mit der Frage,
warum überhaupt etwas ist
und nicht vielmehr nichts.

Ein Flimmern im Vakuum,
ein kaum gedachter Anfang,
der sich ausdehnt ohne Ziel,
und wir stehen darin
wie ein Atemzug,
der sich selbst betrachtet.

Warum trägt das Universum
die Form, die es trägt,
warum diese Gesetze,
diese leise, unerschütterliche Ordnung
inmitten scheinbarer Unruhe.

Warum hat ein Elektron
genau diese Ladung,
nicht mehr, nicht weniger,
warum diese Masse,
als wäre sie beschlossen worden
in einer Sprache, die niemand kennt.

Warum verharren die Konstanten
auf ihren stillen Werten,
fein austariert
wie ein Gleichgewicht
auf Messers Schneide,
als hätte jemand gerechnet,
lange bevor Zeit entstand.

Warum krümmt sich Raum,
und formt den Weg des Lichtes.
Warum zerfällt, was existiert,
und bildet sich neu
aus den Trümmern des Vorherigen.

Warum trägt jede Antwort
den Keim einer weiteren Frage,
wie ein Schatten,
der sich nicht abschütteln lässt.

Während wir zählen,
messen, beschreiben,
während wir Formeln
in die Stille schreiben,
bleibt etwas offen,
immer,
wie ein Fenster ohne Rahmen.

Und dann,
ganz am Rand
dieses großen,
schweigenden Rätsels,
die entscheidende Frage,
leise,
unerwartet konkret:

Wann muss die Steuererklärung
abgegeben werden?
 
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wirena

Mitglied
Hallo Arcos - einfach herrlich diese Schlusspointe :)

...ja warum, warum? - durch Lesen und Schreiben der "Kleine Weltgeschichte der Philosophie" von Hans Joachim Störig, bin ich zum Schluss gekommen, dass im Menschen das Universum über sich selbst, über seinen Ursprung nachdenkt - denke eine "never end story" - zum Glück und zum Heile unseres Seelenfriedens ist der Termin für die Abgabe Steuererklärung eindeutig und unwiderruflich klärbar -

LG wirena
 
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