Vom Brennofen

Omar Chajjam

Mitglied
Vom Brennofen

In den Händen Äxte
Schlagen hartes Holz zu Scheiten
Und die Fasern springen
Krümmen sich in Flammen
Aus den Feuerbögen glüht es
Leuchtet über Augen.

Risse in verstrichnen Wänden
Öffnen hinterm Lehm für Blicke
Form von Krügen strahlen
Wie aus Sonnenlicht.

Und der Töpfer prüft den Brand.
Stetig steigt die Hitze
schafft aus feuchter Erde neu
Aus Natur die Kunst.

Heute trink ich aus dem Krug
Den jungen Wein
Der mir hilft durchs Alter.
Sucher bin ich alter Weisheit.
Geht in Scherben dann
Der irdne Krug im Leben
Kehr ich in Natur zurück.
 

Blueghost

Mitglied
Genial

Hallo Omar!

Das Entstehen eines Kruges "von Erde bist Du genommen, zu Erde sollst Du werden" mit dem eigenen Sein zu vergleichen, finde ich eine super Idee!
Nur in der ersten Zeile stört mich das "In den Händen". Der Blick wird mir dadurch zu sehr auf Personen gerichtet, die Vorarbeit leisten aber in Deinem Bild meiner Meinung nach nichts zu suchen haben. Ich würde diese Worte glaube ich einfach entfallen lassen und mit "Äxte" beginnen. Ist nur meine persönliche Meinung.
Aber ansonsten ein durchweg gelungenes Gedicht! :)
Danke dafür!

Grüße

Blue
 

Omar Chajjam

Mitglied
Auch der Anfang ist wichtig. Ich hatte dabei ja gerade das Feuer im Blick, durch das der Krug gehen muß. Danke für Dein Lob Blue.

Bis bald
Omar
 

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