Anonym
Gast
Der Verstand ist keine Straße. Er ist ein Palast aus tausend verschlungenen Hallen. Ich folge keinem Protokoll, keiner starren Chronologie – das Sezieren der Wahrheit ist kein Handwerk für Buchhalter. Ich zwinge die Bilder nicht, sich in Reih und Glied aufzustellen. Ich ernte die Blitze einfach dort, wo sie einschlagen.
Hinter mir liegt eine endlose Flucht von Räumen.
Manche Türen stehen einen Spalt weit offen. Ein schmaler, unruhiger Lichtstreif fällt durch das Holz auf den kalten Boden. Dahinter reifen die Ideen. Sie schlüpfen von selbst heraus, treten ins grelle Scheinwerferlicht meines Bewusstseins, sobald das Gefühl nach ihnen verlangt. Ich lasse den Spalt offen. Sie dürfen atmen.
Doch da sind die anderen Türen. Schwer. Kalt. Verriegelt mit massiven Schlössern und schweren, eisernen Ketten. Rohe, unfertige Abgründe, zu dunkel, um sie jetzt schon zu betreten. Manchmal überkommt mich die Panik. Das lähmende Gefühl, die Schlüssel im Labyrinth verloren zu haben. Der Glaube, nie wieder an das heranzukommen, was dahinter begraben liegt. Aber in diesem Palast geht nichts verloren. Kein Splitter. Keine Idee. Die Schlüssel liegen irgendwo im Staub der Gänge. Sie warten. Ich muss sie nicht jagen. Wenn die Geschichte bereit ist, wenn der Schmerz die richtige Frequenz erreicht, werden die Schlösser von ganz alleine aufspringen.
Bis dahin wandere ich weiter. Von Zimmer zu Zimmer.
Hinter mir liegt eine endlose Flucht von Räumen.
Manche Türen stehen einen Spalt weit offen. Ein schmaler, unruhiger Lichtstreif fällt durch das Holz auf den kalten Boden. Dahinter reifen die Ideen. Sie schlüpfen von selbst heraus, treten ins grelle Scheinwerferlicht meines Bewusstseins, sobald das Gefühl nach ihnen verlangt. Ich lasse den Spalt offen. Sie dürfen atmen.
Doch da sind die anderen Türen. Schwer. Kalt. Verriegelt mit massiven Schlössern und schweren, eisernen Ketten. Rohe, unfertige Abgründe, zu dunkel, um sie jetzt schon zu betreten. Manchmal überkommt mich die Panik. Das lähmende Gefühl, die Schlüssel im Labyrinth verloren zu haben. Der Glaube, nie wieder an das heranzukommen, was dahinter begraben liegt. Aber in diesem Palast geht nichts verloren. Kein Splitter. Keine Idee. Die Schlüssel liegen irgendwo im Staub der Gänge. Sie warten. Ich muss sie nicht jagen. Wenn die Geschichte bereit ist, wenn der Schmerz die richtige Frequenz erreicht, werden die Schlösser von ganz alleine aufspringen.
Bis dahin wandere ich weiter. Von Zimmer zu Zimmer.