Vor der OP

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klausKuckuck

Mitglied
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Vor der OP ​
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(2012 – Überlebens-Prognose 40:60)​
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Schon morgen lieg ich unterm Messer.​
Vorangemeldet himmelhoch.​
In vierzehn Tagen, weiß der Teufel, gehts mir besser,​
Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Vielleicht​
Werd ich wie weggeweht einfach verschwinden​
Über den Winden.​
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Als Mensch war ich gelegentlich ein Knüller,​
So immerhin sah ich mich selbst.​
Ich seh den Teufel mit gezücktem Füller,​
Er schreibt mich in sein Ofenbüchlein ein –​
In vierzehn Tagen​
könnt ich durch die Ofentür geschoben sein.​
Lebt erst mal wohl, ihr Glücklichen hier unten,​
Ich hab den Sommer hinter mir.​
Er zählte ohnehin nicht zu den bunten,​
Die letzten grauen Tage gönn ich euch.​
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Und schreibt die Zeitung vom Chirurgenstreich​
In einem gut geführten Hospital,​
Dann, bitte, denkt an mich, dann war ich mal.​
Dann, bitte, möcht ich nicht, dass irgendwo ein Stein​
Mit eingekratztem Datum steht, der kostet nur.​
Auch nicht ein Kreuz aus schlichtem Holz​
vom Sonderangebot.​
Besuche nicht erwünscht! – Ich lass euch eine Spur,​
Versprochen. Irgendwie bin ich dann tot​
Und abgedriftet hinters Abendrot.​
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Und manchmal morgens, wenn die Brötchen duften,​
Wenn schon die Leute​
in Gedanken um die Wette schuften,​
Dann guck ich in den Tag und guck auf euch.​
Vielleicht als Kröte​
Mit Lust auf nichts als bisschen Morgenröte.​
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