Vorbei - Terzine

3,00 Stern(e) 1 Stimme

Sidgrani

Mitglied
In meinen Träumen öffne ich die Pforte,
die heilge Nacht führt mich zurück nach Haus.
Von Ferne hör ich wohlvertraute Worte,

wie damals eilt mein Herz mir weit voraus.
Die Weihnachtslieder meiner Kindertage
empfangen mich und klingen fröhlich aus.

Ich steh im hellen Eingang, doch ich wage,
trotz aller Sehnsucht nicht hindurch zu gehn.
Mit einer Hand verschieb ich zage

das Spinngewebe, um hinein zu sehn.
Da glänzt der Baum im Schein der gelben Lichter,
mir ist, als ob die Eltern dort noch stehn.

Ich schau in ihre strahlenden Gesichter,
bis plötzlich alles ringsherum verpufft.
Ich kehre um, der Rauch wird immer dichter,

Geruch von Wunderkerzen füllt die Luft.
Ihr warmer Schein begleitet mich beim Gehen,
und hinter mir verfliegt der Weihnachtsduft.

Die Wundernacht ließ mich noch einmal rückwärts sehen.
 

Tula

Mitglied
Ja, lieber Sidgrani, wunderschön gefasste Erinnerungen an Weihnachten als Kind und an jene, die leider nicht mehr da sind ... sehr gern gelesen

LG
Tula
 


Oben Unten