Vorzeichen

jon

Mitglied
Ich sag's nur ungern, aber …


an dem ein Mensch
wieder beweisen muss,
dass er
ein Mensch ist.
Es gibt schon diese Chatbot-Tests. (Ist das das Fachwort? Ich meine diese Online-Elemente, in denen man anklicken muss, dass man ein echter Mensch ist.)

Vor Rechnern,
die Leben
nach Verwertbarkeit
sortieren.
Die Algorithmen, die Adressaten für Werbung ermitteln, tun das längst. Oder Scorings wie die für die Bestimmung der Kreditwürdigkeit.

Vor Türen,
die nur noch
für die Richtigen
aufgehen.
Auch das gibt es schon lange und noch immer.
 
Hallo Jon,
dein Einwand widerlegt mein Gedicht nicht; er bestätigt es sogar. Das Gedicht behauptet ja nicht, dass Captchas, personalisierte Werbung ,etc. erst künftig erfunden werden. Gerade weil es Sortierung, Überwachung und Ausschlussverfahren längst gibt, trägt das Gedicht den Titel: "Vorzeichen". Es warnt vor dem Moment, wenn aus alltäglicher Selektion ein politisches System wird, in dem diese bereits vorhandenen Mechanismen instrumentalisiert werden.
L.G.
Chandrika
 
Zuletzt bearbeitet:

jon

Mitglied
Da steht „Ich habe Angst vor dem Tag …“, als wäre all das, was dann kommt, noch nicht real. Das ist aber alles schon real, also mitnichten nur Vorzeichen.
 
Ja, „Ich habe Angst vor dem Tag“ weist in die Zukunft. Gemeint ist aber nicht der Tag, an dem all das zum ersten Mal geschieht, sondern der Tag, an dem es zum umfassenden, politisch legitimierten System wird. Die heutigen Erscheinungen sind die „Vorzeichen“ – deshalb heißt das Gedicht so.
 

jon

Mitglied
Der Leser kann nur das lesen, was dasteht. Dass du etwas anderes meinst, als du schreibst, weiß er nicht.
 

jon

Mitglied
Na klar lesen wir es anders. Du liest all das mit, was du sagen wolltest. Und wenn es dir egal ist, ob der Leser erkennt, was du meinst, dann kannst du es auch gern „dabei belassen“. Dann sind deine Texte aber besser in deinem privaten Tagebuch aufgehoben.
 
Sachliche Kritik an meinem Text ist willkommen. Die Unterstellung, mir sei der Leser egal, und der Verweis aufs private Tagebuch sind allerdings keine Kritik, sondern persönliche Abwertung. Wenn du über den Text sprechen möchtest, gern – aber bitte respektvoll und konkret.
 

jon

Mitglied
Das ist keine Abwertung (zumal ich nicht behauptete, dass der Leser dir egal ist, sondern schrieb „wenn es dir egal ist“), sondern leitet sich direkt aus deinen Antworten ab.
Ich war durchaus respektvoll. Und was genau ist dir denn zu unkonkret?
 
Zuletzt bearbeitet:
Wir bewerten Ton und Aussage offenbar unterschiedlich. Ich habe meine Grenze benannt und werde darüber nicht weiter diskutieren. Für mich ist das Gespräch an dieser Stelle beendet.
 

jon

Mitglied
Wie feige! Statt sich der Herausforderung zu stellen und zu schreiben, was genau an meinen Kommentaren nicht konkret ist, erklärst du (auf irgendeine ominöse Grenze verweisend) die Diskussion einfach als beendet. Nun gut, dann verschwende ich meine Zeit eben nicht mehr an dich. Tschüß!
 



 
Oben Unten