Wälder

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Plötzlich sind die Wälder gewachsen
Umzingeln die Städte
Brechen die Mauern und Dächer
Sprengen die Straßen
Durchbohren die Villen und Autos
Kastanien, Erlen, Eichen,
Belagern die Schulen, zertrümmern
Die Banken, brechen die Kirchen
Mit Pilzen und Flechten,
Reißen an Taxis, fällen die Schilder,
beleben die Gräben, zermürben
Den Stahl, sprengen Beton, zersetzen
Das Plastik, ein schweigendes Herr,
erobert die Städte, die Länder,
den Kontinent, löscht über Nacht
Die Spuren der Menschen, verdrängen
Die Bauten, umkrallen die Türme,
Besetzen die Erde, lautlos
Verlustlos
 

Vera-Lena

Mitglied
Lieber Patrick,

einen kleinen Tippfehler hast Du: statt Herr muss es Heer heißen.

Das ist ein Phantasy-Text wie mir scheint. Wohin sind denn die Menschen verschwunden, ohne dass die Erde auch für Bäume unbewohnbar wurde. Das frage ich mich hier.

Liebe Grüße
Vera-Lena
 
Plötzlich sind die Wälder gewachsen
Umzingeln die Städte
Brechen die Mauern und Dächer
Sprengen die Straßen
Durchbohren die Villen und Autos
Kastanien, Erlen, Eichen,
Belagern die Schulen, zertrümmern
Die Banken, brechen die Kirchen
Mit Pilzen und Flechten,
Reißen an Taxis, fällen die Schilder,
beleben die Gräben, zermürben
Den Stahl, sprengen Beton, zersetzen
Das Plastik, ein schweigendes Heer,
erobert die Städte, die Länder,
den Kontinent, löscht über Nacht
Die Spuren der Menschen, verdrängen
Die Bauten, umkrallen die Türme,
Besetzen die Erde, lautlos
Verlustlos
 
Hallo Vera-Lena
Ja, es ist pure Fiktion, weil es aus einem Traum entsprungen ist.

Warum die Erde für die Bäume allerdings ohne Menschen unbewohnbar sein soll ist mir ein Rätsel?

fragende Grüße
Patrick
 

Vera-Lena

Mitglied
Aber wenn alle Menschen verschwunden sind, dann kann das doch nur durch eine Katastrophe größten Ausmaßes passiert sein und von dieser Katastrophe sind dann doch auch Flora und Fauna betroffen. Das war mein Gedanke.

Ich fände es gut, wenn Du den Text selbst als Traum deklarieren würdest, dann fände man leichter einen Zugang.

Liebe Grüße
Vera-Lena
 
Ein Traum

Plötzlich sind die Wälder gewachsen
Umzingeln die Städte
Brechen die Mauern und Dächer
Sprengen die Straßen
Durchbohren die Villen und Autos
Kastanien, Erlen, Eichen,
Belagern die Schulen, zertrümmern
Die Banken, brechen die Kirchen
Mit Pilzen und Flechten,
Reißen an Taxis, fällen die Schilder,
beleben die Gräben, zermürben
Den Stahl, sprengen Beton, zersetzen
Das Plastik, ein schweigendes Heer,
erobert die Städte, die Länder,
den Kontinent, löscht über Nacht
Die Spuren der Menschen, verdrängen
Die Bauten, umkrallen die Türme,
Besetzen die Erde, lautlos
Verlustlos
 
Ahh, verstehe.

Na ja, es ist eben bloß eine Traumvision, jeder kann und darf sich die Unklarheiten zurechtrücken wie er möchte. Auf Klarheit erhebt der Text keinen Anspruch.

Dein Vorschlag den Text als Traum zu kennzeichnen finde ich gut und habe ich gerne übernommen.

L.G
Patrick
 
Ein Traum

Plötzlich sind die Wälder gewachsen
Umzingeln die Städte
Brechen die Mauern und Dächer
Sprengen die Straßen
Durchbohren die Villen und Autos
Kastanien, Erlen, Eichen,
Belagern die Schulen, zertrümmern
Die Banken, brechen die Kirchen
Mit Pilzen und Flechten,
Reißen an Taxis, fällen die Schilder,
beleben die Gräben, zermürben
Den Stahl, sprengen Beton, zersetzen
Das Plastik, ein schweigendes Heer,
erobert die Städte, die Länder,
den Kontinent, löscht über Nacht
Die Spuren der Menschen, verdrängt
Die Bauten, umkrallt die Türme,
Besetzt die Erde, lautlos
Verlustlos
 

Vera-Lena

Mitglied
Hallo Patrick,

nur der Ordnung halber: die 4 ist nicht von mir. Ich pflege nicht anonym zu bewerten.

Schön, dass man jetzt weiß, das es ein Traum ist. Nun kann man immer noch interpretieren, ob es ein Wunschtraum oder ein Angsttraum ist, das bleibt dem Leser überlassen.

Für mich liest es sich wie der Wunsch nach einem Neuanfang, ähnlich wie ein zurückgegebenes Paradies, welches der Mensch dieses Mal hoffentlich besser nutzen wird auf jeden Fall friedlicher.

In Tibet gibt es ein Völkchen auf einer kleinen versteckten Wohnfläche, das sich davon ernährt, dass Büffel aus dem Wald 2 Mal täglich herbeikommen und sich melken lassen. Man glaubt es kaum. Ja, es gibt noch Orte des Friedens.
 
O

orlando

Gast
Hallo Patrick,
mir gefällt das Gedicht weitestgehend.
Allerdings möchte ich dir zwei Kürzungen vorschlagen:
Ein Traum

Plötzlich sind die Wälder gewachsen
Umzingeln die Städte
Brechen die Mauern und Dächer
Sprengen die Straßen
Durchbohren die Villen und Autos
Kastanien, Erlen, Eichen,
Belagern die Schulen, zertrümmern
Die Banken, brechen die Kirchen
Mit Pilzen und Flechten,
Reißen an Taxis, fällen die Schilder,
[blue]B[/blue]eleben die Gräben, zermürben
Den Stahl, sprengen Beton, zersetzen,
[strike]Das Plastik, ein schweigendes Heer,[/strike]
[blue]E[/blue]rober[blue]n[/blue] die Städte, die Länder,
[blue]D[/blue]en Kontinent, lösch[blue]en[/blue][strike]t über Nacht[/strike]
Die Spuren der Menschen, verdräng[blue]en[/blue]
Die Bauten, umkrallen die Türme,
Besetz[blue]en[/blue] die Erde,

[blue]L[/blue]autlos
[strike]Verlustlos[/strike]
Die anderen Veränderungen ergeben sich aus der angepassten Grammatik, sind also keine "Fehler" von dir. ;)
Der Grund für meinen Vorschlag liegt in der Stimmigkeit des Traumes (obwohl Träume natürlich nicht immer stimmig sind).
Es handelte sich so um eine Rückeroberung des Planeten durch die Natur ..., und ich habe sofort Fotos aus Kambodscha vor Augen, die überwucherten Tempelanlagen von Ta Prohm u. a.
Darin liegt für mich eine ganz eigene, sinnhafte Ästhetik.
Plastik stört dabei. Obwohl ja ...ich weiß. :):)
Denk mal darüber nach,
liebe Grüße
orlando
 
Ein Traum

Plötzlich sind die Wälder gewachsen
Umzingeln die Städte
Brechen die Mauern und Dächer
Sprengen die Straßen
Durchbohren die Villen und Autos
Kastanien, Erlen, Eichen,
Belagern die Schulen, zertrümmern
Die Banken, brechen die Kirchen
Mit Pilzen und Flechten,
Reißen an Taxis, fällen die Schilder,
Beleben die Gräben, zermürben
Den Stahl, sprengen Beton,
Erobern die Städte, die Länder,
den Kontinent, löschen über Nacht
Die Spuren der Menschen, verdrängen
Die Bauten, umkrallen die Türme,
Besetzt die Erde
Lautlos
 
Ein Traum

Plötzlich sind die Wälder gewachsen
Umzingeln die Städte
Brechen die Mauern und Dächer
Sprengen die Straßen
Durchbohren die Villen und Autos
Kastanien, Erlen, Eichen,
Belagern die Schulen, zertrümmern
Die Banken, brechen die Kirchen
Mit Pilzen und Flechten,
Reißen an Taxis, fällen die Schilder,
Beleben die Gräben, zermürben
Den Stahl, sprengen Beton,
Erobern die Städte, die Länder,
den Kontinent, löschen über Nacht
Die Spuren der Menschen, verdrängen
Die Bauten, umkrallen die Türme,
Besetzen die Erde
Lautlos
Lautlos
 
Ein Traum

Plötzlich sind die Wälder gewachsen
Umzingeln die Städte
Brechen die Mauern und Dächer
Sprengen die Straßen
Durchbohren die Villen und Autos
Kastanien, Erlen, Eichen,
Belagern die Schulen, zertrümmern
Die Banken, brechen die Kirchen
Mit Pilzen und Flechten,
Reißen an Taxis, fällen die Schilder,
Beleben die Gräben, zermürben
Den Stahl, sprengen Beton,
Ein schweigendes Heer
Erobern die Städte, die Länder,
den Kontinent, löschen über Nacht
Die Spuren der Menschen, verdrängen
Die Bauten, umkrallen die Türme,
Besetzen die Erde
Lautlos
Verlustlos
 
Hallo orlando
Habs mal ein bischen angepasst.
Das schweigende Heer möchte ich aber gerne beibehalten, einfach weil es mir persönlich sehr gefällt. Ich bitte das zu entschuldigen :D
Danke für dein feedback und die Mühe :)
L.G
Patrick
 
F

Frodomir

Gast
Hallo Patrick Schuler,

mir gefällt dein Traum wirklich gut, ich sehe ihn als apokalyptische Utopie, also irgendwie positiv. Was mir besonders gefällt, ist das verlustlos am Ende, weil es den Menschen oder besser gesagt sein naturfeindliches Werk auf dieser Erde anprangert.

Viele Grüße
Frodomir
 
Ein Traum

Plötzlich sind die Wälder gewachsen
Umzingeln die Städte
Brechen die Mauern und Dächer
Sprengen die Straßen
Durchbohren die Villen und Autos
Kastanien, Erlen, Eichen,
Belagern die Schulen, zertrümmern
Die Banken, brechen die Kirchen
Mit Pilzen und Flechten,
Reißen an Taxis, fällen die Schilder,
Beleben die Gräben, zermürben
Den Stahl, sprengen Beton,
Die schweigenden Heere
Erobern die Städte, die Länder,
den Kontinent, löschen über Nacht
Die Spuren der Menschen, verdrängen
Die Bauten, umkrallen die Türme,
Besetzen die Erde
Lautlos
Verlustlos
 
Vielen Dank Frodomir
Ja, das Verlustlos wollte ich gerne behalten, es schien mir die Quintessenz des Textes wiederzugeben.

Danke auch an orlando und Vera-Lena :)

L.G
Patrick
 
Dein Gedicht erinnert mich an die Dokumentation "Zukunft ohne Menschen", die auf N24 gesendet wurde.
Du hast das Szenario anschaulich beschrieben. Dafür gebe ich Dir gern einen Punkt.
Mit dem abschließenden Ausdruck "Verlustlos" will ich mich nicht ohne Widerspruch abfinden. Möglicherweise hat ein Gott den Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen, sein "child of the universe". Dann fehlt ihm etwas, er hat einen Verlust erlitten.
Schöne Grüße von Rhondaly
 
Hallo Rhondaly
Danke für deine Rückmeldung, interessant finde ich wie du das Verlustlos interpretierst. Das darfst du gerne so sehen, wäre ja langweilig wenn es nur die eine Sicht gäbe :)

L.G
Patrick
 

Mondnein

Mitglied
bold blüan die Priameln

Angkor Vat, genau, daran habe ich auch gedacht schon beim ersten Lesen. Und an die vom Urwald überwucherten Maya-Tempel.
Ich hätte statt "Wälder" eine pars pro toto gesucht, z.B. "Wurzeln", oder einen metaphorischen Aufreger wie "Holzfleisch", aber das ist nur eine Nebenidee. Man kann ja ein Thema klar zu Beginn nennen (wie hier) oder es auch verhüllen und durch das Lied selbst erst ent-decken lassen.

Es hat übrigens, wenn ich mich nicht irre, eine "feste Form": es ist eine Priamel.
 

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