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Was haben Biker mit dem Malen gemeinsam?

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Ich erinnerte mich, dass ich als Kind gern Rosen von den Postkarten abmalte. Das war keine künstlerische Hochleistung. Die Blumen sahen aber hübsch und ziemlich natürlich aus. Sie ähnelten maximal denjenigen auf den Postkarten.

Mein früherer Kollege Tony kann gut zeichnen. Als er unsere Firma verließ, schenkten die Kollegen ihm zum Andenken ein etwas größeres Malstift-Set, worüber er sehr erfreut war. Ich bat ihn einige Zeit später um eine Zeichnung für mein persönliches Briefpapier. Sie wurde zu unserer gemeinsamen Zufriedenheit sehr schön.

Ich hatte weitere Ideen. Tony wollte aber leider keine weiteren Aufträge annehmen. Die Kunst darf man bekanntlich nicht erzwingen. Selbst ist die Frau und weiß sich zu helfen…

Die Corona-Zeit zwang uns alle Normalitäten neu wahrzunehmen, mit viel freier Zeit umgehen zu lernen, alte Hobbies aufleben zu lassen oder gar neue anzufangen.

Egal wie umstritten Facebook ist, ich halte es für eine tolle Erfindung. Die Nachbarn müssen meines Erachtens nicht unbedingt zu den Facebook-Freunden gehören. Man sollte im realen Leben kommunizieren und soziale Kontakte pflegen. Für den Bekanntenkreis, der etwas weiter weg wohnt, oder wenn man einander aufsuchen will, kann Facebook von Nutzen sein.

So fand sich ein Kumpel von früher, den ich 20 Jahre nicht gesehen hatte. Ehrlich gesagt, ich hätte ihn so einfach ohne Weiteres nicht erkannt. Es gibt schon ganz extreme Fälle. Irgendwann kam bei mir das Bedürfnis, eine Gegenüberstellung zu machen. Zwei Bilder „vorher-nachher“ in eine Collage zusammenzufügen, schien mir viel zu einfach. Ich wollte eine Zeichnung haben und machte mich an die Arbeit. Zugegeben nicht ohne Tricks, die mir verhalfen, dem Maßstab treu zu bleiben, damit die Nase und die Augen am richtigen Fleck auf der Zeichnung blieben, wurde manches Bild nicht schlecht.

Der gute Mann war mittlerweile Biker mit Leib und Seele. Von mir aus wäre ich auf der Stelle dem Club beigetreten, auch wenn dafür ein Motorrad gekauft werden müsste. Mein Mann war überzeugend und redete mir das aus. Ich beschränkte mich auf eine kleine Figur auf der Blumenterrasse mit einer Solarleuchte. Die Begeisterung blieb aber.

Früher waren Biker für mich leichtsinnige „Organspender“, die oft zu schnell und außergewöhnlich laut auf der Straße waren. Der Kumpel erzählte, dass er in einer tollen Truppe ist. Sie machen zusammen Ausflüge, treffen sich am Stammtisch, verbringen zusammen Zeit und bei Bedarf helfen sie einander. Seine Ehefrau zog auch mit, was ihn natürlich überglücklich stimmte.

Zuerst war ich neugierig. Später wurde es zur Gewohnheit, auf deren Seite in Facebook zu gehen. Jeden Morgen gab es zur Begrüßung ein Bild mit halbnackten Models mit einem Motorrad. Das sollte die jungen Leute in den Club locken, da dieser sonst überalterte. Die Wirkung war meines Erachtens umstritten. Zumindest sollten dann auch Bilder von sexy-Männern auf den Motorrädern im Wechsel gepostet werden, damit die Frauen im Club nicht zu kurz kämen. Mein Vorschlag fiel auf keinen fruchtbaren Boden. Die Antwort des Vize-Präsidenten war: „Lotte, ich bitte dich!“ .

An einem sonnigen Wochenende verirrte sich das Supertalent 2008 Michael Hirte auf seiner Motorradtour zu uns ins Dorf. Ein junger, sexy oder auch weniger junger Biker auf seiner Harley-Davidson-Mopete kann kaum eine Frau kalt lassen. Ein Bild zur Erinnerung muss sein. In so einem Moment fühlt sich jede Frau nicht weniger sexy, als die oben erwähnten Models. Unsere Nachbarin Anne war keine Ausnahme, auch wenn ihre Gartenclogs farblich nicht ganz ins Bild passten.

Zurück zu meinen Zeichnungen, die ich nach und nach in einem sogenannten Malbuch sammelte. Ich nahm den einfachsten Weg und malte mit einem Blei- oder Kohlestift. Alles, was nicht sofort gut wurde, konnte wegradiert werden. Manchmal machte ich mir Sorgen, vom vielen Radieren ein Loch in das Papier zu reiben. Es klappte bei weitem nicht alles. Nicht alle Modelle waren von ihren Abbildungen begeistert. Nach dem dritten Misserfolg bat mich unser Kumpel Norbert, ein anderes Motiv zu suchen. Wir waren uns einig, beide Kunstbanausen zu sein.

Umso mehr freute ich mich über meine Erfolge. Die geduldigen Modelle spendeten mir Aufmunterung. Ich malte und malte mit Begeisterung alles, was mir interessant und halbwegs machbar erschien.

P.S. Es ist ein wenig schade, dass bei Leselupe.de keine Bilder erlaubt sind.
 


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