was lehrte dich die wüste

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Mimi

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was lehrte dich die wüste​

als die nacht nahte
und der mond sich spaltete
durchschnitt ein einziger schrei die luft

um die gestalt einer frau
surrten ausschwärmende heuschrecken –
eine dunkle wolke die in das zwielicht schoss
die verheißung ihrer blöße
als der rote staub der wüste sich legte
und von ihren wimpern fiel
ließ das pulsieren deiner sehnsucht
wie einen stern aufleuchten

sie trug im blick ihrer augen das tiefe universum
auf den lippen formte sich ein rauschendes wort
drang bis in die kammern deines herzens
bis es sich in spiralen zu einem echo türmte
der sand unter deinen füßen zu vibrieren begann
und seine schwingungen dich langsam verschlangen

während sie in dein gesicht lächelte
das schönste lächeln
als wüsstest du nicht was die wüste dich lehrte
und ihre zähne wie geschliffenes elfenbein strahlten
 

Tula

Mitglied
Hallo mimi
Sehr schön und die Vorstellungskräfte weckend. Vielleicht aber auch ein klein wenig zu viel des Guten, d.h. das gesamte Bild könnte in sich etwas 'stiller' wirken.
LG
Tula
 

Mimi

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Hallo Tula,
tatsächlich ist der Text eine Art lyrische "Darstellung" der Mythen und Märchen über die sogenannten Ghul ( meistens aus Tausendundeine Nacht)
Hier geht um das weibliche Gegenstück: eine Ghula... diese waren in der Lage ihre äußerliche Form zu verändern ... damit lockten sie Männer an abgelegenen Orten, wie Wüsten, in den Tod.

Ich wollte es bewusst eher im Bereich der Lyrik ansetzen... wobei sich sicherlich auch prosaische Elemente im Text finden lassen...
Ich bin mir nicht sicher, ob der Text nicht zu viel "Vorwissen" über diese Mythen voraussetzt...??

Ein Dankeschön fürs Lesen und Kommentieren ( auch an Manfred )

Grüße
Mimi
 

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