Wer fährt

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L'étranger

Mitglied
Die Nacht verrinnt, die Dunkelheit entschwindet,
verkriecht sich hinter meinem Wimpernschlag,
ich warte bis der Schlaf mich ganz entbindet,
und sinke mit der Erde in den Tag.

Gedanken kullern aus den stummen Ecken,
das Moll sitzt stumpf mit mir am Frühstückstisch,
wo Kaffeetassen mit den Zähnen blecken,
vom Spiegel glotzt ein ziemlich toter Fisch.

Jetzt zwängt die Uhrzeit mich in enge Kleider,
ein Riesenlöffel drückt mich in die Schuhe rein,
das Handy hupt und spielt den Spaßvermeider,
derweil die Häuser Knautschgesichter spein.

Die Bahn verschlingt die unbekannten Leute
und spuckt sie andernorts vor einen Glaspalast
der Arbeitsplatz versetzt mich hart ins Heute,
die Welt begrüßt den ungeliebten Gast.
 
Zuletzt bearbeitet:

Tula

Mitglied
Hallo Lé
Diesen leicht expressionistisch skurrilen Stil mag ich. Ein kleiner Punkt der Kritik: ich hätte die Abfolge weiblicher und männlicher Kadenzen auch in der letzten Strophe verwendet.

LG und Frohe Ostern
Tula
 

L'étranger

Mitglied
Hallo Tula,

Ich dachte ja selbst schon dran.
Jetzt hab ichs einfach getan,
und lieber einmal die Zahl der
Hebungen verletzt ;-).

Gruß Lé.
 

L'étranger

Mitglied
Hi Gedankenspringer,

bei diesem Text kommt es ja nicht darauf an, dass alles logisch stimmig ist, sonst könnte man schon noch mehr bemängeln. ;-).

Aber nur zu, schreib dir eine persönliche VERSION.

Gruß Lé.
 
@Le



Die Nacht verrinnt, die Dunkelheit entschwindet,
verkriecht sich hinter meinem Augenlid,
ich warte bis der Schlaf mich ganz entbindet,
mein Tagesablauf steht in Reih und Glied.

Bitte schön, grins.
 

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