Werwolf Quartette

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Beileibe ist die fresse in der tür zerflossen
die fetten hände wölben die leibhaftigkeit
der wampe. hinter seiner stirne steht
es pi mal r-quadrat in gold gegossen.

jedoch, an mitternächten, wenn der herr vertiert
hast du den kiefer an den knien zu suchen
und beispielsweise wenn dein blut gefriert
es heiß und dick zu fluchen.

es ist ein spiel verfuselter gehirne
sich nächtens in den wald zu wagen
und dieser, der mit ziegelroter stirne
kam, platzt entzwei. schade.

es zickzackt jeder. jeder schwingt und schwengt.
vor lauter wer und wolf wird alles Dada
nur kronenhoch geästet sitzt gevatter
der sich leise lächelnd in den absinth senkt.
 

Mondnein

Mitglied
Das hat was, Patrick!

Ich wills noch ein paar mal lesen - zunächst hier nur ein kleiner Formalismus, die letzte Strophe.
Der anapästische Anfang wirft einen kurz vor der Pointe ein wenig aus der Bahn. "Sich senken" ist aber gleich intransitivem "sinken", so brauchst Du bloß "schwengt" (richtig? oder ist "schwenkt" gemeint?) und "schwingt" auszutauschen, um den Reim anzupassen:
es zickzackt jeder. jeder [blue]schwengt und schwingt[/blue].
vor lauter wer und wolf wird alles Dada
nur kronenhoch geästet sitzt gevatter
[blue]der [strike]sich [/strike]leise lächelnd in den absinth s[red]i[/red]nkt.[/blue]
grusz, hansz
 
Beileibe ist die fresse in der tür zerflossen
die fetten hände wölben die leibhaftigkeit
der wampe. hinter seiner stirne steht
es pi mal r-quadrat in gold gegossen.

jedoch, an mitternächten, wenn der herr vertiert
hast du den kiefer an den knien zu suchen
und beispielsweise wenn dein blut gefriert
es heiß und dick zu fluchen.

es ist ein spiel verfuselter gehirne
sich nächtens in den wald zu wagen
und dieser, der mit ziegelroter stirne
kam, platzt entzwei. schade.

es zickzackt jeder. jeder schwenkt und schwingt
vor lauter wer und wolf wird alles Dada
nur kronenhoch geästet sitzt gevatter
der leise lächelnd in den absinth sinkt.
 
Ah, perfekt mondnein

So ist die letzte Strophe gerettet, wie blöde
dass ich das nicht selber gesehen habe.

Danke dir und L.G
Patrick
 

Tula

Mitglied
Hallo Patrick

in der Tat inspirierend, ich denke da an so manche Wölfe, bei welchen man lieber nicht mitheult.

Bei der letzten Zeile der dritten Strophe musste ich etwas stutzen. Nicht nur weil sie kürzer ist (passte nicht ein 'wie' vor 'Schade' ?); ich überlege noch, was mit "entzwei platzen" gemeint ist :)

Gern gelesen

LG
Tula
 

morgenklee

Mitglied
Mit Ledersohlen über das blanke Eis

Hallo Patrick Schuler

Deine Zeilen erscheinen mir ein wenig zu gedrechselt und konstruiert. Es ist, als ob ich mit Ledersohlen über eine Eisfläche gehe und dabei ständig vom Ausrutschen bedroht bin. Deinen möglichen Einwand, das spräche doch eher für das Gedicht, könnte ich kaum widersprechen.

Lyrik ist Hirn plus Gefühl. Eventuell hat sich der Intellekt etwas breit gemacht?

Vielleicht ist es auch einfach nur zu spät bzw. zu früh!
;-)
 
Hi morgenklee
Eine Rechtfertigung wirst du von mir nicht hören.
Ein Text kann sich selber ganz gut verteidigen, kann er das
nicht, ist er eben misslungen.

L.G
Patrick
 

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