widerspruchslos

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bin wieder einmal der meinung
nicht meiner meinung zu sein
denke vorsichtshalber gar nicht erst

nur der blick aus dem fenster vereint
wolken sonne und wind über den buchen
auf dem höhberg startet schon bräunlich der herbst
und dünn bemooste dächer im dorf warten
noch auf den nächsten sommerregen
stachelbeeren faulen am strauch und
gierige nacktschnecken hinterlassen
im ziergarten schleim- und fressspuren

bin wieder einmal ungewollt gegen mich
und suche heimlich veraltetes glück
zwischen selbst geschriebenen zeilen
 
A

AchterZwerg

Gast
gierige nacktschnecken hinterlassen
im ziergarten schleim- und fressspuren
Hach, wie igittig das schon klingt! Da lacht mein verspieltes Lyrikerherz, wenngleich die beschriebene Stimmung sicherlich nicht die beste ist. ;)
Herzlichst
Heidrun
 

Charmaine

Mitglied
Hallo Karl,

das trifft sehr gut diese Stimmung, in der man die Gedanken nur zu gerne abschalten möchte. Aber sie müssen immer gefüttert werden - wie die gierigen Nackschnecken im Garten. Dann beschäftigt man sie besser mit dem Stoff vergangener Zeit.
Formal gefällt mir die Einrahmung des Blicks mit den Dreizeilern. Es ist wie ein invertiertes Sonett.

LG
Charmaine
 

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