Wie kommen Cocktails eigentlich zu ihren Namen?

Hagen

Mitglied
Wie kommen Cocktails eigentlich zu ihren Namen?

Eigentlich wollte ich meine Freunde aus der Leselupe anlässlich meines zehnjährigen Jubiläums bei der Lupe ja nach Casablanca ins Rick’s Café Américain auf einen Cocktail einladen. Aber zu Coronazeiten ist das so eine Sachen für sich. So bleibt nach den Coronazeiten nur ein Besuch der ScheinBAR. Beim Blick in die Cocktailkarte der ScheinBAR habt Ihr dann die Qual der Wahl zwischen Roll in Wonderful Ulrike's Arms, Holy Gral of Atimathäa, Between the Devil & the deep blue Sea, Blowout-Preventer und vielen anderen Variationen und ‘Klassiker‘. Serviert werden die Cocktails an der ScheinBAR eisgekühlt in besonderen Gläsern von der Wunderbaren Ulrike oder mir.
Die Wunderbare Ulrike ist schon ganz aufgeregt und wollte endlich mal wissen, woher der Name ‘Cocktail‘ überhaupt kommt, denn Viele Mixgetränke werden schon seit Jahrhunderten hinter den Theken der ganzen Welt gemischt. Dabei haben sich bestimmt die meisten von Euch schon gefragt, welche Geschichten hinter den einfallsreichen Namen der Cocktails stecken. Und überhaupt: Woher kommt denn das Wort Cocktail? Die Wunderbare Ulrike und ich haben für Euch die interessantesten Hintergründe der bunten Drinks gesammelt.

Einen kühlen Hahnenschwanz, bitte!
Da die wahre Wortherkunft der meisten Cocktailnamen und auch die des Wortes Cocktail selbst nicht genau nachzuvollziehen ist, spannen sich viele Geschichten, sogenannte “Urban Legends“, um diese Namen. Eine dieser modernen Legenden besagt, dass der Begriff Cocktail, der übersetzt ‘Hahnenschwanz‘ bedeutet, auf einen großen, hohlen Hahn aus Keramik zurückgeht, der in einer urigen Bar in den USA stand. Der Barkeeper dieser Bar schüttete alle Getränkereste in den Hahn. Schlau wie er war, bot er dann das hochprozentige Gemisch seinen Gästen zum Sonderpreis an. Das günstige Getränk aus dem Keramik-Hahn begeisterte die Gäste der Bar. Der besondere Mix hieß von nun an nur noch Cocktailund schmeckte jedes Mal anders.
Eine andere “Urban Legend“ besagt, dass sich der Besitzer des siegreichen Hahns bei Hahnenkämpfen die Schwanzfedern des besiegten Hahns an den Hut steckte. Anschließend wurde natürlich mächtig gefeiert und getrunken. Als Toast dazu sagte man: „On the Cock’s tail!“. Jeder Teilnehmer des Hahnenkampfes, (damals ein beliebter ‘Armeleutesport‘ in den Südstaaten Amerikas) brachte dazu etwas selbstgebranntes zu Trinken mit. Diese ‘Getränke‘ mussten in den meisten Fällen auf ‘Trinkstärke‘ mit irgendwelchen Säften und beigefügten Früchten ‘herabgemischt‘ werden. Später wurde daraus dann der Cocktail.
Diese “Urban Legend“ gefällt der Wunderbaren Ulrike am besten.

Aber fahren wir fort:
Eine weitere “Urban Legend“, setzt ebenfalls bei den Hahnenkämpfen der amerikanischen Kolonialzeit an. Hier soll ein Getränk serviert worden sein, das "Cock’s Ale" hieß. Es war eine Art Bier, in das ein Sack mit gekochten Hühnern, Rosinen, Mais und Zucker gegeben wurde. Das Gebräu musste dann eine Woche lang ziehen. Es versteht sich von selbst, dass man recht schnell begann, schmackhaftere Zutaten für das ‘Mixgetränk‘ zu suchen.
Ein weitere “Urban Legend“ sieht die Streitigkeiten zwischen Südstaaten und den Soldaten des mexikanischen Königs Axolotl VIII als Geburtsstunde des Cocktails: Der König und ein General der Südstaaten trafen sich, um ein Friedensabkommen zu schließen. Als Einstimmung wurde ein Mixgetränk von einem Mädchen namens ‘Coctel‘ serviert. Anscheinend war es aber ein Problem für die beiden Männer, wer zuerst das Glas erheben sollte. Das Mädchen ‘Coctel‘ erkannte dies und trank selbst ein Glas, um das Problem zu lösen. Der Südstaatengeneral war darüber und das schmackhafte Getränk so erfreut, dass er versprach, den Namen des Mädchens in einem wohlschmeckenden Getränk zu verewigen.

Checkpoint-Charly an der ScheinBAR
Bereits seit einiger Zeit erfreut sich der ebenso normabweichende wie köstliche Cocktail mit dem unkonventionellen Namen Checkpoint-Charly großer Beliebtheit. Gemischt wird der Checkpoint-Charly aus Wodka, Bourbon, Pfefferminzlikör (Berliner Luft), Campari Bitter und Martini Florale, um der Maueröffnung in Berlin zu gedenken. Die am weitesten verbreitete “Urban Legend“, zum Drink mit dem kuriosen Namen besagt, dass dieser von mir während einer Urlaubsreise zur Zeit der Maueröffnung in Berlin ‘erfunden‘ wurde. Später stand ich an der ScheinBAR vor der Herausforderung, einen erfrischenden Drink zu zaubern, der alle Komponenten der Amerikaner, Russen und letztlich Berlins beinhalten sollte. Spontan mixte ich eine delikate Kreation und nannte sie Checkpoint-Charly. Nicht nur die Besucher der ScheinBAR waren von dem delikaten Mixgetränk begeistert. Bis heute ist diese Begeisterung nicht abgebrochen und Checkpoint-Charly ist schon lange kein Getränk mehr, dass man nur an der ScheinBAR genießen kann.

Die blutige Geschichte des ‘Bloody Mary‘:
Selbstverständlich sind an der ScheinBAR auch ‘Standards‘, wie der Bloody Mary, leider wegen der aufwändigen Dekoration nur Saisonal, zu genießen. Der tiefrote Cocktail scheidet die Geschmäcker: Viele haben ihn noch nie probiert, andere mögen den salzigen Drink gar nicht und wieder andere sind große Liebhaber des feurigen Tomatentrunks, der nach einer langen Nacht eine besonders belebende Wirkung haben soll. (Haben wir ausprobiert, es stimmt!) Die Zutaten einer klassischen Bloody Mary sind Wodka, Tomatensaft, Zitronensaft, Pfeffer, Salz, Worcestersoße, Tabasco für den würzigen Geschmack und dazu natürlich viel Eis. Zur Herkunft des ominösen Namens gibt es viele “Urban Legends“. Eine sehr bekannte Legende geht auf die tiefrote Farbe des Cocktails zurück.
Demnach sei der Drink nach der englischen Königin Maria I. benannt. Als sie an der Macht war, hat sie viele englische Protestanten hinrichten lassen. Wegen ihrer Grausamkeit nannte man sie Bloody Mary und der rote Cocktail erinnert heutzutage an diese blutrünstige Dame.

Deutlich einfacher ist jedoch die Spurensuche bei Cocktails wie dem Last Exit to Brooklyn, Fledermaus im Wacholderhain, Sackbut of Jericho, Mexican Overdrive, Tribute an Harald Juhnke, oder Chemtrail over Haselünne. Diese wunderbaren Cocktails habe ich nach den Orten oder Personen ihrer Erfindung, die wir mal aufgesucht haben, natürlich etwas aufgemotzt, kreiert.
 

Willybald

Mitglied
Wahre Herkunft der Bezeichnung "Cocktail": Der 3. Earl of Cockworth aus der Grafschaft Neverathelsthorp hatte die Angewohnheit, von seinen gemixten Drinks immer nur einen Teil (in Mittelalt-Northumberland-English "Tail") zu sich zu nehmen. Wenn der Butler das Glas abräumte, stellte der Barkeeper wissend fest: "Ach, das ist wohl der Cock-Tail!", der erste Wortteil als dienstinterne Kurzform der offiziellen Bezeichnung "Earl of Cockworth" zu verstehen.
So entstand der Name, ihr Ungläubigen! ;)
 

Hagen

Mitglied
Hallo Willybald,
normalerweise antworte ich nicht auf Mitglieder, die nichtmal eine Anrede benutzen!
Schließlich sind wir nicht bei facebook oder whatsapp, sondern auf der Leselupe, dem niveauvollsten Forum der deutschsprachigen Literatur!
( Etiam si omnes, ego non (frei übersetzt: Auch wenn alle mitmachen, ich nicht!) ist ein Zitat von Philipp Freiherr von Boeselager.)
Ich schließe mich dem an, auch wenn es in diesem Forum Leute gibt, die behaupten, 'sowas wie eine Anrede wäre unüblich'!
Nun, wie dem auch sei, Deine Bereicherung zur 'Cocktailkarte der ScheinBAR' habe mit ungeheuerem Vergnügen gelesen. (ob sie stimmt oder nicht ist der Wunderbaren Ulrike und mir egal, Haupsache sie ist gut!)
Das ist sie!
Ich habe mir deshalb erlaubt, diese 'Urbane Legende', Dein Einverständnis vorausgesetzt, in die Cocktailkarte der ScheinBAR mit aufzunehmen.

Nun denn, in diesem Sinne, wir sehen uns in der ScheinBAR!
Zudem lesen wir uns weiterhin!
... und bleib' schön fröhlich, gesund und munter!
Herzlichst
Yours Hagen
 

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