Willstmich

anemone

Mitglied
Es war einmal ein junger Mann. Sein Name war Willstmich. Er hatte eine ganz außergewöhnliche Eigenschaft. Er konnte supergut lügen.
Es interessierte ihn aber nicht irgendein Mädchen, nein er interessierte sich für alle Mädchen. Er konnte gar nicht genug Mädchen haben, die sich für ihn begeisterten. Deshalb legte er sich viele Namen zu und führte Buch darüber, denn er wollte sich ja nicht verraten.
So stand in dem Buch z.B. eingetragen: Mimi, kennengelernt am 2.2. auf der Ferieninsel. Mein Name: Boris, wegen Borkum.
Er trug alles genauestens ein, pedantisch genau, denn es war ihm sehr wichtig.

Als Willstmich älter wurde und längst verheiratet war entdeckte er das Internet. Das war natürlich eine herrliche Spielwiese. Sogleich legte er Karteikarten der neuesten Chat-Eroberungen an und achtete peinlichst genau darauf, diese nicht zu verwechseln.

Nun passierte ihm aber eines Tages eine Panne und diese hatte schwerwiegende Folgen:
Auf seiner Karteikarte stand eingetragen: Katrin, 28 Jahre, blond, kennengelernt durch ein Liebesgedicht, Chatname Kathi, meiner: Wotan.
Willstmich chattete schon lange mit Kathi herum, mindestens schon ein Vieteljahr und er war heiß darauf, ihr näher zu kommen. Auch Kathi sehnte sich nach seinen Berührungen, denn diese internetten Streicheleinheiten brachten ihr als Alleinlebende doch nicht den ersehnten Erfolg, den sie sich erhoffte.
So vereinbarten die Beiden also ein Treffen. Willstmich war bereit, 40 Km weit zu fahren, nur um Kathi zu treffen. Es musste nur noch eine plausible Erklärung für seine Frau gesucht werden, das Wochenende woanders zu verbringen. Aber Willstmich, im Lügen sehr geübt, sah das nicht als Problem an und schon bald fand er sich im Bett der jungen Studentin wieder,die sehnsüchtig auf ihn wartete.
 
S

Sanne Benz

Gast
liebe anemone,
denke..so ähnlich könnts passieren :D
der schluss gefällt mir persönlich nicht so..für den rest zu kurz, oder aber die pointe sitzt in der kürze nicht so.
die idee ist super..das geht bestimmt einigen so,auch wenn sie sich nicht treffen.
er könnte (nur als beispiel und auch unausgegoren) eben durcheinander kommen und satt mit der süssen studenten zu chatten..ist am anderen ende aber die alleinerziehende,die das spielchen mit macht.
er besucht sie dann..und die drückt ihm die windel in die hand und sagt: na dann hilf mal..
oder so..is auch nich so jut..aber als beispiel mal..
naja,andere haben bestimmt noch passr gute tipps..
aber sonst..bietet ja chat..immer stoff für gute stories..
hab noch einen schönen tag
lG
sanne
 

anemone

Mitglied
hallo Sanne,

die Geschichte sollte auch noch nicht zu Ende sein, es gibt noch Fortsetzungen, machs gern etwas spannend

liebe Grüße
anemone
 
K

kolibri

Gast
es gibt eine fortsetzung

Muß denn das sein? Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie dieses spannungsgeladene Drama eine noch großartigere Steigerung erfahren sollte.
 

BiaBln

Mitglied
Huch....

... da habe ich doch irgentwie erwartet, das die "Kathi" seine eigene Frau ist ...lol!
Spannend...Spannend!

Gruß Bianka
 

anemone

Mitglied
Willstmich 2

Katrin tat ihm gut, er fühlte sich wieder jung und sie nahm es ihm auch nicht übel, als er des öfteren ihren Namen verwechselte, er befand sich nämlich in einem Alter, wo die Vergesslichkeit zunahm. Die Karteikarte sowie sein Scheckheft befand sich in seiner Jackentasche, da konnte ja nichts passieren. Zunächst hatte er erst mal wieder für Wochen ausgesorgt und das war auch gut so. Denn etwas nebenbei für sich das gehörte bei ihm zum „Guten Ton“. Es war für ihn wie das Salz in der Suppe und er war stolz auf sich, an diesen Chat geraten zu sein.

Wotan in seinem Schaafspelz verbrachte also das Wochenende bei seiner Kathi, die recht froh darüber war so einen heißen Liebhaber gefunden zu haben. Freimütig ließ sie ihn sogar zu Hause anrufen, denn seine Frau sollte ihm ja noch öfter vertrauen und auch das schien kein Problem für ihn zu bedeuten.

Sein Wagen parkte in der Nähe ihrer Studentenwohnung, wo der Parkplatz sehr knapp bemessen war und also passierte etwas, mit dem er nicht gerechnet hatte. Willstmichs Wagen
wurde angerempelt, während er gerade beim schönsten Sport der Welt am hellichten Tag mit ihr beschäftigt war.

Sie vernahmen beide dieses Scheppern von draußen, doch was gab es Wichtigeres als ihre gestohlene Zweisamkeit?

Natürlich lud er sie auch zum Essen ein, hinterher, denn was solange warten musste, hatte Eile und wie bei einem gefangenen Tier entließ er seine aufgestauten Ergüsse in die Jugendlichkeit sobald er Gelegenheit dazu hatte. Wie freute er sich, als er den Arm um sie legte und mit ihr zusammen die Treppe hinunterlief, ohne die Angst im Nacken, die Nachbarn könnten sie gemeinsam sehn.
Wen interessierte das hier?

Gerade, als sie im Begriff waren an seinem Parkplatz vorbeizugehn sahen sie die Bescherung.
So ein Pech aber auch! Da stand zwar immer noch sein Wagen, aber wie sah er aus? Nun wurde Wotan sehr nervös, das würde Ärger geben, da war er sich völlig sicher und er suchte nach einer Adresse, doch es sah sehr nach Fahrerflucht aus. Da hatte man einfach sein Fahrzeug so lange vor und zurück gerempelt, bis der vor ihm parkende Wagen aus seine Lücke fahren konnte und an dieses Fahrzeug mochte und konnte er sich beim besten Willen nicht erinnern.

Sein Wagen sah aus wie eine Blechdose, die vorne und hinten eingedrückt wurde. Es musste ein Jeep gewesen sein. Welch ein Pech, dass diesmal seine Freundin nur eine arme Studentin war, die keine eigene Garage besaß oder ihn mit ihrem Porsche vom Bahnhof abholte, wie seine letzte Bekanntschaft.

Kathi zog an seinen Arm und meinte: „Komm, kümmere dich nicht darum, Schatz! Lass uns zuerst essen gehen, ich werde nachher im Haus nachfragen, wem der Wagen gehörte!“ Doch Wotan war der Appetit vergangen; sauer lief er am Bordstein auf und ab.
 

annton

Mitglied
hallo anemone,

die geschichte hat mir in der kuerzeren version, ohne fortsetzung, besser gefallen.

ich fand zwar auch, dass die pointe etwas zu knapp geraten war, aber nur um ein, zwei saetze, die den leser darauf vorbereiten. so kommt sie und ist vorbei, bevor man sie wirklich wahrnehmen konnte.

bei der fortsetzung finde ich den punkt nicht so toll, dass die panne, die wotan die laune verdirbt, von aussen kommt. einen fehler den er verursacht hat, faend ich wesentlich ironischer und entlarvender.

gruss
 

anemone

Mitglied
hallo annton

wegen der Kürze einer Story hatte ich hier letztens einige Probleme, deshalb wollte ich es diesmal ausführlicher beschreiben, kann sein dass mir dazu noch mehr einfällt
 
K

kolibri

Gast
Liebe Anemone,

auch wenn Du geschickt nur die positiven Anmerkungen zu Deinen Texten herausfilterst, so kann und will ich mich, auch nach erneutem Lesen, nicht zu einer solchen durchdringen.
Diese Geschichte samt ihrer Fortsetzung gleicht einem moralischen Vorschlaghammer, versammelt in einem relativ kurzen Text eine Vielzahl von Klischees und gipfelt in der merkwürdigen Passage "und wie bei einem gefangenen Tier entließ er seine aufgestauten Ergüsse in die Jugendlichkeit sobald er Gelegenheit dazu hatte" in einem restlos mißglückten Versuch ein Bild mehr oder weniger sprachfertig umzusetzen. Eine wirkliche Pointe kann ich weder in erstem noch in zweitem Textfragment erkennen, und auch die Aneinanderreihung belangloser Geschehnisse, welche sowohl inhaltlich als auch sprachlich an Trivialität kaum zu überbieten sind, läßt in mir das Gefühl aufkommen, inmitten dieses Gemischtwarenladens für Literatur und ähnlich gelagerte Künste mal wieder ein Ramschprodukt konsumiert zu haben.

Gruß
kolibri
 
K

kolibri

Gast
Quantität statt Qualität

Wollen wir hoffen, daß es den Literaturnobelpreis bald auch im Sonderangebot gibt, vielleicht sogar mit Mengenrabatt.
 

anemone

Mitglied
tröste dich kolibri,

nur auf besonderen Wunsch werde ich eine Fortsetzung schreiben.

bescheidene Grüße
anemone
nicht ganz ohne
 

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