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Wintertage - Weihnachtssonett 2014 -

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Walther

Mitglied
Wintertage
- Weihnachtssonett 2014 -


Die Wintertage werden wieder länger,
Und kahle Äste greifen in das Grau.
Zu feinem Reif gefriert der frühe Tau.
Die alten Fragen machen Angst und bänger,

Als wenn die Sonne alles freundlich wärmt.
Da möchte man in offne Arme sinken,
Zusammen von dem Glück der Liebe trinken,
Gemeinsam bei sich sein. Der Alltag lärmt

Und macht uns schließlich müde, kriegt uns klein,
Bis wir uns nicht mal mehr lebendig fühlen.
Ich will für Dich im Grau ein Lichtstrahl sein!

Ich möchte Deine vielen Wunden kühlen,
Die man sich schlägt, wenn man sein Leben lebt,
Und mit Dir ausprobieren, wie man schwebt.
 

HerbertH

Mitglied
Lieber Walther,

dies Gefühl, dass der Alltag uns klein macht, verstümmelt, auffrisst, ist nur ein Aspekt dieses Gedichts. Es stellt diesem kalten Gefühl ein trotz oder gerade wegen der Winterkühle und -dunkelheit durchgreifendes Hoffen entgegen, das bis zum Schweben reicht und bei den meisten Autoren nicht im Winter, sondern allenfalls im Frühling durchscheinen mag.

Gerne gelesen

Herbert
 

Walther

Mitglied
Hi Herbert,

zuerst ein gutes Neues und danke für deine geduld mit mir. ich war ein wenig "unterwegs" und komme daher erst heute dazu, dir zu antworten.

um ein Weihnachtssonett zu schreiben, muß man ein wenig an die essenz erinnern, bei der es bei der Weihnacht geht. es geht um ein geschenk, eine große überraschung - und um die liebe. der winter und die raunächte sind dunkel - aber auch geheimnisvoll. zu den größten geheimnissen aber gehört neben der schöpfung die liebe.

zur liebe gehört das "gottesgeschenk" in seinem doppelten inhalt. zum einen meint es natürlich den menschgewordenen erlöser, zum anderen nennt man das liebste ein "gottesgeschenk", weil es reine liebe ist.

in diesem sinne danke fürs reinlesen. die worte gelten übrigens auch, wenn man nicht "glaubt", denn die metaphern sind teil unserer kultur.

lg w.
 

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