Wir können auch anders

kuehen

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Gegen zwei Uhr morgens entschied er sich, dass das was er fühlte, Wut war. Nicht Schuld, nicht Scham nicht Bedauern. Es war Wut. Gute alte Wut. Zehn Minuten später wurde ihm erfreut klar, dass Wut nicht gerecht sein musste. Sie brauchte nicht fair zu sein, um zu funktionieren. Die Welt war voll dummer, selbstgerechter, unsensibel, schlecht gelaunter Idioten, die anderen, ungefragt ihre schlecht sitzenden Meinungen überhalfen. Wenn andere das konnten, dann konnte er das auch. Er war sogar bereit sich zu prügeln. Mann gegen Mann. Faust aufs Auge. Die ganze Rowdygeschichte. Bad boys. Den Tanz der Rache auf irgendjemandes Gesicht austoben. Scheisse; er würde durchtanzen, bis seiner Wut die Beine versagten. Bis er schnaufend, halb ohnmächtig der Welt ein Unentschieden abgetrotz hätte. Zu stur, zu dumm zum aufgeben.
Die Wut trieb ihn durchs Frühstück, ließ ihn ein weiteres Gespräch mit seiner Frau ertragen, ließ ihn die Verachtung seines Sohnes aushalten. Die Wut trieb ihn zum Bus, in die Stadt, in das Gebäude. Die Wut beobachtete ihn, wie er weitere 620 Minuten seiner Lebenszeit verschwendete. Dann wurde sie ungeduldig. sie wollte endlich ein Ziel. Sie wollte toben. Er spürte sie drängeln, betteln, flehen. Hatte er ihr das nicht versprochen? Morgens um zwei? Eine Nutte sollte es tun. er würde seine Wut in sie ficken. Nur mit Nutten hatte er, wie mit Wut keine Erfahrung. Bier. Damit kannte er sich etwas aus. Die Welt wurde rot beim ersten Schluck. Nach dem sechsten war er ausser Kontrolle. Er wollte seine Wut ins Internet ficken, aber seine Finger waren zu unsicher und die Worte, die seine Wut diktierte waren wirr und zu lang. Ihm wurde schlecht. Am Ende machte er ein Dickpick von seinem schlafen Penis und schickte es an irgendeinen Kontakt in seinem Telefon. Später lief ihm seine Pisse am Bein hinunter. Ungefähr zu dieser Zeit zog sein Selbsthass das Wutkostüm aus, grüßte leger in Richtung Würde und ging zufrieden ins Bett.
 

jon

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Das funktioniert so leider nicht. So eine Wut legt sich nicht einfach so, auch nicht, wenn sie nur "Kostüm" ist. Mag sein, dass sie besoffen kraftlos wird, aber weder sie noch der Selbsthass legen sich. Vor allem nicht zufrieden.

Gegen zwei Uhr morgens entschied er sich, dass dasKOMMA was er fühlte, Wut war. Nicht Schuld, nicht SchamKOMMA nicht Bedauern. Es war Wut. Gute alte Wut. Zehn Minuten später wurde ihm erfreut klar, dass Wut nicht gerecht sein musste. Sie brauchte nicht fair zu sein, um zu funktionieren. Die Welt war voll dummer, selbstgerechter, unsensibeler, schlecht gelaunter Idioten, die anderen,KEIN KOMMA ungefragt ihre schlecht sitzenden Meinungen überhalfen.
A: Das ist ein falsches Wort. Man kann anderen die Meinung sagen, die Meinung kundtun, man kann sogar versuchen, jemand anderem seine Meinung überzustülpen.
B: Um jemandem seine Meinung zu sagen/kundzutun/überzustülpen, muss man nicht schlecht gelaunt sein. Das passiert im Gegenteil sogar viel, viel öfter durch Menschen, die nicht schlecht gelaunt sind.
C: Wem sitzt die Meinung schlecht?

Wenn andere das konnten, dann konnte er das auch.
Was hat das mit Wut zu tun??

Er war sogar bereitKOMMA sich zu prügeln. Mann gegen Mann. Faust aufs Auge. Die ganze Rowdygeschichte. Bad boys. Den Tanz der Rache auf irgendjemandes Gesicht austoben. Scheisse; Scheiße, er würde durchtanzen, bis seiner Wut die Beine versagten. Bis er schnaufend, halb ohnmächtig der Welt ein Unentschieden abgetrotz hätte. Zu stur, zu dumm zum aufgeben Aufgeben.
Was für eine Rache?

Die Wut trieb ihn durchs Frühstück, ließ ihn ein weiteres Gespräch mit seiner Frau ertragen, ließ ihn die Verachtung seines Sohnes aushalten.
Das ist bizarr. Eigentlich würde Wut genau das nicht zulassen.

Die Wut trieb ihn zum Bus, in die Stadt, in das Gebäude. Die Wut beobachtete ihn, wie er weitere 620 Minuten seiner Lebenszeit verschwendete.
… auch das nicht.

Dann wurde sie ungeduldig. sie Sie wollte endlich ein Ziel. Sie wollte toben. Er spürte sie drängeln, betteln, flehen. Hatte er ihr das nicht versprochen? Morgens um zwei? Eine Nutte sollte es tun. er Er würde seine Wut in sie ficken. Nur mit Nutten hatte er, wie mit WutKOMMA keine Erfahrung.
Was müsste denn zu "Nutten" noch dazukommen, dass er sich damit auskennen würde. Oder meinst du: "Mit Nutten hatte er allerdings keine Erfahrung." (Auch wenn das nichts erklärt: Welche Erfahrung bräuchte er denn, um "seine Wut in sie (zu) ficken"?)

Bier. Damit kannte er sich etwas aus. Die Welt wurde rot beim ersten Schluck. Nach dem sechsten war er ausser außer Kontrolle. Er wollte seine Wut ins Internet ficken,
A. Nach dem sechsten Schluck Bier(!) ist er außer Kontrolle? Na so gut kennt er sich mit Bier wohl doch nicht aus …
B. Was? DAS ist "außer Kontrolle sein"?

… aber seine Finger waren zu unsicher und die Worte, die seine Wut diktierteKOMMA waren wirr und zu lang.
Das ist nicht die Wut, dass ist der Suff (man erinnere sich: Nach sechs Schluck Bier ist er schon außer Kontrollen, also leidlich blau).
Was meinst du, die Worte seien zu lang? Zu lang wofür?

Ihm wurde schlecht. Am Ende machte er ein Dickpick von seinem schlafen Penis und schickte es an irgendeinen Kontakt in seinem Telefon. Später lief ihm seine Pisse am Bein hinunter. Ungefähr zu dieser Zeit zog sein Selbsthass das Wutkostüm aus, grüßte leger in Richtung Würde und ging zufrieden ins Bett.
In Richtung welcher Würde? Da war schon vor dem "Besäufnis" keine.
 



 
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