Wörter verstecken

anbas

Mitglied
Wörter verstecken

Mit dieser Fingerübung möchte ich Euch dazu einladen, Texte zu schreiben (sowohl Prosa als auch Lyrik), in denen Wörter versteckt sind. Hier ein paar Beispiele:

Im folgenden Satz ist eine Hauptstadt versteckt:

"Am nächsten Abend wurde im Musikpavillon Don Giovanni aufgeführt."

Lösung: Es ist London (Musikpavillon Don Giovanni).

In dem folgenden Beispiel versteckt sich ein Fluss:

"Er freute sich auf das Spiel. Bereits am Vorabend hatte er seinen Schal und die Weste mit den Unterschriften der Spieler aus dem Schrank geholt."

Lösung: Es ist die Elbe (Spiel. Bereits).

Und hier – jetzt wird es ganz einfach ;) – wird ein Körperteil gesucht:

"Sein Bruder war ein richtiger Taugenichts."

Lösung: Klar, es ist das Auge (Taugenichts).


Damit das Ganze funktioniert, bedarf es ein paar Regeln.

1. Die gesuchten Wörter müssen sich einer Kategorie zuordnen lassen (z.B. Flüsse, Städte, Vornamen, Gemüse- oder Obstsorten, Tierarten, Märchentitel usw.).

2. Dem Text muss vorangestellt werden, welche Kategorie von Wörtern gesucht wird und wie viele Wörter versteckt wurden.

3. Es müssen mindestens zweisilbige Wörter sein.

4. Groß- und Kleinschreibung kann außer Acht gelassen werden, ansonsten muss das Wort aber aber richtig geschrieben werden.

5. Das gesuchte Wort darf auch durch Satzzeichen getrennt werden.

6. Die Texte müssen schon einen Sinn ergeben – wenn auch hin und wieder einzelne Formulierungen etwas gestelzt ausfallen werden :D.

7. Unter dem Text sollte dann – als neuer, ausgeblendeter Text – die Lösung gepostet werden.
Hier sollten zunächst aufgeführt werden, welche Wörter versteckt wurden. Danach folgt die Auflösung, wo sie zu finden sind.
So kann jeder entscheiden, ob und wie lange er/sie suchen möchte und sein/ihr Ergebnis kontrollieren (falls mehr Wörter gefunden werden, als der Autor versteckt hat, gibt es ein Sternchen ins Klassenbuch :D :D :D).


Da ich mir das Ganze in Anlehnung an die Suchrätsel, die einige von Euch sicherlich kennen werden, ausgedacht habe (jedenfalls war mir bisher eine solche "Spielerei" nicht bekannt), behalte ich mir vor, die Regeln anzupassen, falls ein entsprechender Bedarf danach deutlich wird.



Viel Spaß beim Schreiben und Suchen

wünscht Euch

Andreas




… und ich fange dann gleich auch mal mit einem Text an …
 

anbas

Mitglied
In dem folgenden Text verstecken sich 21 Nicks von Autoren der Leselupe. Es handelt sich überwiegend um Autoren, die schon etwas länger dabei sind und die bisher mehr als nur zwei oder drei Texte geschrieben haben.

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Auf der grünen Wiese

Ein heißer Sommertag ging zu Ende. Die tiefstehende Sonne warf lange Schatten auf den Stadtpark und das kleine angrenzende Stück Moorland. Obwohl es mitten in der Woche war, schien niemand der Menschen, die sich hier tummelten, ans Nachhausegehen zu denken. Stattdessen verdrängte der Geruch von scharf gegrilltem Fleisch den Duft der Blumen, und das Gewirr von all den Stimmen übertönte den Gesang der Vögel.

Tommi war hungrig. Seine Mama hatte, gleich nachdem sie im Park angekommen waren, ihre beste Freundin Manuela getroffen. Seitdem standen die beiden Frauen zusammen und redeten und redeten und redeten. Tommi kannte das schon. Er verdrehte die Augen und knetete lustlos auf einem Flummi herum, den er vor kurzem gefunden hatte. Ihn langweilten die Gespräche – besonders, wenn Worte fielen, die er noch nie gehört hatte. Wie eben, als Manuela von ihrem neuen Freund Tilo schwärmte und fast andächtig sagte, man könne sogar ethische Fragen mit ihm diskutieren.

"Ethische Fragen"? Tommi hatte keine Ahnung wovon die sprachen. Genervt schaute er sich um. Papa lag im Schatten eines Baumes und döste anstatt sich um das mitgebrachte Essen zu kümmern. Neben ihm im Gras lag ein Krimi. Ohne etwas zum Lesen dabeizuhaben, ging er nie aus dem Haus. Papa hatte die Nacht über wieder vor dem PC gesessen und online Canasta gespielt. Seit er sich dort einer Liga angeschlossen hatte, war er am Wochenende oft noch müder als in der Woche. Mama und er hatten deswegen in der Vergangenheit schon öfters Streit gehabt. Und wegen dieser blöden Canasta-Liga gab es jetzt nichts zu essen.

Unter einer Bank entdeckte er eine Katze, die es sich dort bequem gemacht hatte. Langsam näherte er sich dem Tier, das ihn aufmerksam beobachtete. Als er sich zu ihr herunterbeugte, um sie zu streicheln, stand sie widerwillig auf und zog sich etwas zurück. Er hielt inne und wartete. Auch die Katze blieb stehen und schaute zu ihm hinüber. Tommi rollte ihr nun den Flummi zu. Gerade, als sie sich den kleinen Ball näher ansehen wollte, jubelte Mama laut auf.

"Das ist aber toll, dass du uns helfen willst!", rief sie theatralisch seiner Schwester Evi lobend zu.

Diese hatte sich über den Picknickkorb hergemacht. Nun lagen um ihn herum eine aufgerissene Kekspackung, ein Glas mit Gewürzgurken, das sie zum Glück nicht aufbekommen hatte, die Pappteller und die, zum Glück auch noch verschlossene, Tupperdose mit dem Nudelsalat. In der Hand hielt sie eine Tube mit Mayonnaise und versuchte, den Deckel aufzudrehen.

Tommi wusste, hätte er das getan, würde es jetzt Ärger geben. Denn er kam ja bald zur Schule und war deshalb ein großes Kind – jedenfalls hatte Mama das so gesagt. Und große Kinder würden nicht einfach an alle Sachen rangehen. Das hatte er sich gemerkt. Evi dagegen war noch klein. Fast alles, was sie tat, fanden die Eltern nur süß. Auch jetzt, als sie die Majo testete und sich dabei das Gesicht einschmierte, lachte Mama nur.

Der schrille Jubelruf von Mama hatte die Katze derart erschreckt, dass sie in die nahegelegenen Büsche geflüchtet war, die den Park von dem moorigen Nachbargelände abgrenzte. Tommis Hunger wuchs immer mehr an. Doch Mama ließ sich weiter von Manuela über deren doofen Freund berichten. Langsam wurde Tommi wütend. Er fing an, Tilo persönlich dafür verantwortlich zu machen, dass sich neben Papa auch Mama nicht weiter um das Essen kümmerte. Als Manuela dann auch noch anfing, von dessen Krankheit zu berichten, die nur 'schwer therapierbar' sei – wieder ein Wort, das er nicht kannte – brach sein Ärger mit aller Gewalt heraus.

"Ich habe Hunger!" brüllte er und stampfte wütend mit den Füßen auf den Boden. Dann schubste er Evi zur Seite und machte sich über den Picknick-Korb her. Ihm war es egal, was ein großer Junge tat oder nicht tat. Er wollte jetzt was essen. Als erstes machte er sich an das Sandwich mit dem Roastbeef ran – keiner machte solch tolle Sandwichs wie Mama.

"Leg das sofort wieder zurück!" schnauzte diese ihn sogleich an.

"Aber Evi hat …", weiter kam er nicht.

"Du wartest, bis wir soweit sind, und damit basta. Torsten, kannst du dich auch mal um deine Kinder kümmern? Du siehst doch, dass Manuela und ich etwas zu besprechen haben!"

Ärgerlich schaute sie zu Papa hinüber. Dieser erhob sich langsam und stöhnte laut hörbar: "Gesehen habe ich nichts – aber gehört!"

Mama warf ihm einen bösen Blick zu, sagte aber nichts. Stattdessen setzte sie ihr Gespräch mit Manuela fort. Allerdings sprachen sie nun deutlich leiser.

Papa begann, die mitgebrachte Decke auszubreiten, die Teller wieder einzusammeln und das Essen aus dem Korb zu nehmen. Dann wischte er Evi noch den Mund ab und wandte sich anschließend wieder Mama zu.

"Natascha, genügt das, oder soll ich gleich alles auspacken?"

Diese antwortete nicht. Stattdessen sprach sie nun demonstrativ wieder lauter, während Manuela leise weiterredete.

"Wirklich? … Woran bastelt er genau? … Ein Vogelhäuschen für deinen Vater? … Und er kennt sich mit der Astronomie aus? … Er nennt dich wie? … 'Mein prächtiger Augenstern'? … Und wie nennst du ihn? … 'Deinen Kometen' … Ach, das ist ja so romantisch! … Leider ist da Torsten ganz anders. Er könnte zwar über Figuren aus dem Fernsehen wie Al Bundy, Homer Simpson oder Alf lange referieren – aber wen interessiert das schon? Und romantisch ist das erst recht nicht."

"Aber dafür sieht er ein wenig aus wie Alf", platzte es kichernd aus Manuela heraus. Beide Frauen lachten laut auf.

Papa erstarrte. Dann schnaufte er: "Das sagt genau die Richtige! Dieser Tilo, dein Komet, tut mir jetzt schon leid. Aus meiner Sicht gehört dieser 'Komet' in ordentlichere Bahnen. Und du redest von Romantik? Man kann sogar an einem alten, kaputten Dynamo noch romantischere Seiten entdecken als an dir, Manuela – und dich kenne ich ja auch schon seit einiger Zeit."

Manuela erblasste während Mama rot vor Wut wurde. Sie rang nach Luft und Worten. Papa räumte unterdessen wieder alles ein und legte die Decke zusammen.

"Ich denke", sagte er, "das war's dann wohl mit dem Picknick. Ich gehe mit den Kindern jetzt zu McDoof. Soll ich euch den Korb hierlassen, damit ihr was zu futtern habt, während ihr euch gleich weiter das Maul über mich zerreißt?"

"Du kannst mich mal", sagte Mama und zog mit Manuela beleidigt ab.

Als die beiden den Park verlassen hatten und nicht mehr zu sehen waren, packte Papa den Korb wieder aus.

"So", sagte er ganz ruhig, "jetzt kann es doch noch ein netter Abend werden".
 

anbas

Mitglied
Na, war's zu schwer? Der Text ist etwas länger geworden, als ich es zunächst geplant hatte. Aber so ist eben die Herausforderung gestiegen :D.


Zunächst einmal die Aufzählung der Nicks (in alphabethischer Reihenfolge):

- Aligaga
- anbas
- Antilope
- Franke
- Gareth
- Hagen
- JoteS
- Label
- Metino
- Mio
- Miro
- Monochrom
- orlando
- Papalagi
- Ralf Langer
- revilo
- Sta.Tor
- Tigerauge
- Walther
- Werther
- Zeder


... und nun die komplette Auflösung:



Auf der grünen Wiese

Ein heißer Sommertag ging zu Ende. Die tiefstehende Sonne warf lange Schatten auf den Stadtpark und das kleine angrenzende Stück Moorland. Obwohl es mitten in der Woche war, schien niemand der Menschen, die sich hier tummelten, ans Nachhausegehen zu denken. Stattdessen verdrängte der Geruch von scharf gegrilltem Fleisch den Duft der Blumen, und das Gewirr von all den Stimmen übertönte den Gesang der Vögel.

Tommi war hungrig. Seine Mama hatte, gleich nachdem sie im Park angekommen waren, ihre beste Freundin Manuela getroffen. Seitdem standen die beiden Frauen zusammen und redeten und redeten und redeten. Tommi kannte das schon. Er verdrehte die Augen und knetete lustlos auf einem Flummi herum, den er vor kurzem gefunden hatte. Ihn langweilten die Gespräche – besonders, wenn Worte fielen, die er noch nie gehört hatte. Wie eben, als Manuela von ihrem neuen Freund Tilo schwärmte und fast andächtig sagte, man könne sogar ethische Fragen mit ihm diskutieren.

"Ethische Fragen"? Tommi hatte keine Ahnung wovon die sprachen. Genervt schaute er sich um. Papa lag im Schatten eines Baumes und döste anstatt sich um das mitgebrachte Essen zu kümmern. Neben ihm im Gras lag ein Krimi. Ohne etwas zum Lesen dabeizuhaben, ging er nie aus dem Haus. Papa hatte die Nacht über wieder vor dem PC gesessen und online Canasta gespielt. Seit er sich dort einer Liga angeschlossen hatte, war er am Wochenende oft noch müder als in der Woche. Mama und er hatten deswegen in der Vergangenheit schon öfters Streit gehabt. Und wegen dieser blöden Canasta-Liga gab es jetzt nichts zu essen.

Unter einer Bank entdeckte er eine Katze, die es sich dort bequem gemacht hatte. Langsam näherte er sich dem Tier, das ihn aufmerksam beobachtete. Als er sich zu ihr herunterbeugte, um sie zu streicheln, stand sie widerwillig auf und zog sich etwas zurück. Er hielt inne und wartete. Auch die Katze blieb stehen und schaute zu ihm hinüber. Tommi rollte nun den Flummi zu ihr. Gerade, als sie sich den kleinen Ball näher ansehen wollte, jubelte Mama laut auf.

"Das ist aber toll, dass Du uns helfen willst!", rief sie theatralisch seiner Schwester Evi lobend zu.

Diese hatte sich über den Picknickkorb hergemacht. Nun lagen um ihn herum eine aufgerissene Kekspackung, ein Glas mit Gewürzgurken, das sie zum Glück nicht aufbekommen hatte, die Pappteller und die, zum Glück auch noch verschlossene, Tupperdose mit dem Nudelsalat. In der Hand hielt sie eine Tube mit Mayonnaise und versuchte, den Deckel aufzudrehen.

Tommi wusste, hätte er das getan, würde es jetzt Ärger geben. Denn er kam ja bald zur Schule und war deshalb ein großes Kind – jedenfalls hatte Mama das so gesagt. Und große Kinder würden nicht einfach an alle Sachen rangehen. Das hatte er sich gemerkt. Evi dagegen war noch klein. Fast alles, was sie tat, fanden die Eltern nur süß. Auch jetzt, als sie die Majo testete und sich dabei das Gesicht einschmierte, lachte Mama nur.

Der schrille Jubelruf von Mama hatte die Katze derart erschreckt, dass sie in die nahegelegenen Büsche geflüchtet war, die den Park von dem moorigen Nachbargelände abgrenzte. Tommis Hunger wuchs immer mehr an. Doch Mama ließ sich weiter von Manuela über deren doofen Freund berichten. Langsam wurde Tommi wütend. Er fing an, Tilo persönlich dafür verantwortlich zu machen, dass sich neben Papa auch Mama nicht weiter um das Essen gekümmert hatte. Als Manuela dann auch noch anfing, von dessen Krankheit zu berichten, die nur 'schwer therapierbar' sei – wieder ein Wort, das er nicht kannte – brach sein Ärger mit aller Gewalt heraus.

"Ich habe Hunger!" brüllte er und stampfte wütend mit den Füßen auf den Boden. Dann schubste er Evi zur Seite und machte sich über den Picknick-Korb her. Ihm war es egal, was ein großer Junge tat oder nicht tat. Er wollte jetzt was essen. Als erstes machte er sich an das Sandwich mit dem Roastbeef ran – keiner machte solch tolle Sandwichs wie Mama.

"Leg das sofort wieder zurück!" schnauzte diese ihn sogleich an.

"Aber Evi hat …", weiter kam er nicht.

"Du wartest, bis wir soweit sind, und damit basta. Torsten, kannst du dich auch mal um deine Kinder kümmern? Du siehst doch, dass Manuela und ich etwas zu besprechen haben!"

Ärgerlich schaute sie zu Papa hinüber. Dieser erhob sich langsam und stöhnte laut hörbar: "Gesehen habe ich nichts – aber gehört!"

Mama warf ihm einen bösen Blick zu, sagte aber nichts. Stattdessen setzte sie ihr Gespräch mit Manuela fort. Allerdings sprachen sie nun deutlich leiser.

Papa begann, die mitgebrachte Decke auszubreiten, die Teller wieder einzusammeln und das Essen aus dem Korb zu nehmen. Dann wischte er Evi noch den Mund ab und wandte sich anschließend wieder Mama zu.

"Natascha, genügt das, oder soll ich gleich alles auspacken?"

Diese antwortete nicht. Stattdessen sprach sie nun demonstrativ wieder lauter, während Manuela leise weiterredete.

"Wirklich? … Woran bastelt er genau? … Ein Vogelhäuschen für deinen Vater? … Und er kennt sich mit der Astronomie aus? … Er nennt dich wie? … 'Mein prächtiger Augenstern'? … Und wie nennst du ihn? … 'Deinen Kometen' … Ach, das ist ja so romantisch! … Leider ist da Torsten ganz anders. Er könnte zwar über Figuren aus dem Fernsehen wie Al Bundy, Homer Simpson oder Alf lange referieren – aber wen interessiert das schon? Und romantisch ist das erst recht nicht."

"Aber dafür sieht er ein wenig aus wie Alf", platzte es kichernd aus Manuela heraus. Beide Frauen lachten laut auf.

Papa erstarrte. Dann schnaufte er: "Das sagt genau die Richtige! Dieser Tilo, dein Komet, tut mir jetzt schon leid. Aus meiner Sicht gehört dieser 'Komet' in ordentlichere Bahnen. Und du redest von Romantik? Man kann sogar an einem alten, kaputten Dynamo noch romantischere Seiten entdecken als an dir, Manuela – und dich kenne ich ja auch schon seit einiger Zeit."

Manuela erblasste während Mama rot vor Wut wurde. Sie rang nach Luft und Worten. Papa räumte unterdessen wieder alles ein und legte die Decke zusammen.

"Ich denke", sagte er, "das war's dann wohl mit dem Picknick. Ich gehe mit den Kindern jetzt zu McDoof. Soll ich euch den Korb hierlassen, damit ihr was zu futtern habt, während ihr euch gleich weiter das Maul über mich zerreißt?"

"Du kannst mich mal", sagte Mama und zog mit Manuela beleidigt ab.

Als die beiden den Park verlassen hatten und nicht mehr zu sehen waren, packte Papa den Korb wieder aus.

"So", sagte er ganz ruhig, "jetzt kann es doch noch ein netter Abend werden".
 

anbas

Mitglied
Mit dieser Fingerübung möchte ich Euch dazu einladen, Texte zu schreiben (sowohl Prosa als auch Lyrik), in denen Wörter versteckt sind. Hier ein paar Beispiele:

Im folgenden Satz ist eine Hauptstadt versteckt:

"Am nächsten Abend wurde im Musikpavillon Don Giovanni aufgeführt."

Lösung: Es ist London (Musikpavillon Don Giovanni).

In dem folgenden Beispiel versteckt sich ein Fluss:

"Er freute sich auf das Spiel. Bereits am Vorabend hatte er seinen Schal und die Weste mit den Unterschriften der Spieler aus dem Schrank geholt."

Lösung: Es ist die Elbe (Spiel. Bereits).

Und hier – jetzt wird es ganz einfach ;) – wird ein Körperteil gesucht:

"Sein Bruder war ein richtiger Taugenichts."

Lösung: Klar, es ist das Auge (Taugenichts).


Damit das Ganze funktioniert, bedarf es ein paar Regeln.

1. Die gesuchten Wörter müssen sich einer Kategorie zuordnen lassen (z.B. Flüsse, Städte, Vornamen, Gemüse- oder Obstsorten, Tierarten, Märchentitel usw.).

2. Dem Text muss vorangestellt werden, welche Kategorie von Wörtern gesucht wird und wie viele Wörter versteckt wurden.

3. Es müssen mindestens zweisilbige Wörter sein.

4. Groß- und Kleinschreibung kann außer Acht gelassen werden, ansonsten muss das Wort aber aber richtig geschrieben werden.

5. Das gesuchte Wort darf auch durch Satzzeichen getrennt werden.

6. Die Texte müssen schon einen Sinn ergeben – wenn auch hin und wieder einzelne Formulierungen etwas gestelzt ausfallen werden :D.

7. Unter dem Text sollte dann – als neuer, ausgeblendeter Text – die Lösung gepostet werden.
Hier sollten zunächst aufgeführt werden, welche Wörter versteckt wurden. Danach folgt die Auflösung, wo sie zu finden sind.
So kann jeder entscheiden, ob und wie lange er/sie suchen möchte und sein/ihr Ergebnis kontrollieren (falls mehr Wörter gefunden werden, als der Autor versteckt hat, gibt es ein Sternchen ins Klassenbuch :D :D :D).


Da ich mir das Ganze in Anlehnung an die Suchrätsel, die einige von Euch sicherlich kennen werden, ausgedacht habe (jedenfalls war mir bisher eine solche "Spielerei" nicht bekannt), behalte ich mir vor, die Regeln anzupassen, falls ein entsprechender Bedarf danach deutlich wird.



Viel Spaß beim Schreiben und Suchen

wünscht Euch

Andreas




… und ich fange dann gleich auch mal mit einem Text an …
 

Languedoc

Mitglied
Hallo anbas,

Also für mich war Deine Übung zu schwer. Ich konnte nicht eines der versteckten Wörter finden und das, obwohl ich mir ein gewisses blaustrumpfiges Auge für Buchstaben und Silben zugute halte. Shame on me!

Andere sind diesbezüglich sicher besser begabt. Bin gespannt!

Languedoc

P.S.:
Wer will, findet in den obigen Zeilen einen US-Präsidentschaftskandidaten.
 
Viel zu schwer für mich

Hallo anbas,
mit viel Elan ging ich an die Aufgabe heran, wollte eine Geschichte schreiben.
Der Anfang:

Zwei Jungs beschlossen, ein Band zu gründen.
Der eine war Schlagzeuger, der andere Gitarrist. Es fehlte ihnen aber an Bassisten.

Dann war Schluss.

Viele Grüße,
Marie-Luise
 

anbas

Mitglied
Hallo Languedoc,

in Deiner Antwort trumpfst ;) Du doch schon gut auf :D.

In einem so langen Text wie meinem, ist es natürlich deutlich schwerer, die versteckten Wörter zu finden. Mal sehen, vielleicht kriege ich in nächster Zeit einen kürzeren hin.



Hallo Marie-Luise,

schön, dass Du es trotzdem versucht hast. Aber vielleicht schaffst Du ja doch mehr. Ich beschreibe Dir mal, wie ich vorgegangen bin - vielleicht hilft das ja weiter.

Die Idee, in dem Text die Nicks von LL-Autoren zu verstecken, war als erstes da. Somit wusste ich, wonach ich suchen musste: Nach passenden Nicks, die sich fürs Wörterverstecken eignen. Dann habe ich zunächst nur diese Wörter aufgeschrieben und die Silben oder Buchstaben auf zwei oder mehr Wörter verteilt - oft schon mit Satzfragmenten. Diese galt es dann, in die Geschichte einzubauen.

Ich mache es mal am Beispiel von Städtenamen deutlich (auch das wäre ja als Kategorie denkbar). Es geht also darum, Großstädte zu finden, deren Buchstaben man etwas "umverteilen" und daraus andere Wörter bilden kann: Hier meine ersten Ideen, aufgeschrieben, wie ich vorgehen würde:

Dakar: ... und da Karfreitag war ...
Kairo: ... Kai roch ziemlich aus dem Mund / am Kai rotteten sich die Männer zusammen ...
Berlin: ... aber Linsen mochte er überhaupt nicht ...
Oslo: ... sein Boss log alle an ...
Moskau: ... bei den Eskimos kaufte er sich ...
Ankara: ... dann fing er an, Karate zu lernen ...

usw. usw. Falls mir zu einer Stadt weitere formulierungen eifallen würden, würde ich sie dazuschreiben und mir die passenste aussuchen. Natürlich kann es sein, dass man am Ende die eine oder andere Stadt nicht mit einbauen kan, weil die Formulierung nicht in die Geschichte passt (bei meiner Geschichte oben konnte ich z.B. "... und betrog Atheisten ..." (rogathe :D) nicht unterbringen).

Noch ein Tip: Um Wörter mit den passenden Endungen zu finden, habe ich auch manchmal in Online-Reimlexika (z.B. dem hier: http://2rhyme.ch/ ) hineingeschaut (bei meinen eben genannten Beispielen war es z.B. bei "Moskau" - da stand ich auf'm Schlauch ;)).

Soviel dazu.

Vielen Dank für Eure Rückmeldungen. Vielleicht versucht Ihr es ja doch noch mal.

Liebe Grüße

Andreas
 

Languedoc

Mitglied
Hallo anbas,

Ich wage mich nochmal ran und verstecke Farb-Adjektive in einem Text, dessen Sinngehalt hier hoffentlich nicht zur Diskussion steht. Um es leichter zu machen, verrate ich die gesuchten Wörter im voraus:

grün schwarz weiss blau rot braun gelb

und zwar in dieser Reihenfolge.

Wohlan, hier die Story mit den gelegten Eiern:


Der Knabe Georg Rünzels hasste seinen Namen.
Erst als er sich in der Schule mit Gottlieb anfreundete, dessen Eltern Herr Fisch und Frau Warz hießen, verheiratet waren und sohin der Frucht ihrer Liebe den Familiennamen Fisch-Warz vererbten, fühlte sich Georg besser, zumal er dank Gottlieb oft in den Zoo ging, wo dessen Vater als Tierpfleger angestellt war.
Die beiden Buben durften bei der Löwenfütterung zuschauen, die jedes Mal mit dem Seufzer verbunden war, „der Löwe isst uns pleite bei den hundert Hendln, die er täglich braucht“. Sie, die Hendln, mussten zudem halb lau gegrillt sein für den König der Tiere, der nur Fleisch mochte und Beilagen wie Karotten oder Brot verschmähte.
Eines Tages streuten Georg und Gottlieb Popcorn durch das Gehegegitter vor des Löwen Nase, als dieser plötzlich brüllte: „Ich hau ab nach Afrika!“ „Bleib“, raunte Georg erschrocken und drückte Gottliebs Hand. „Ich schenke dir auch mein Mähnen-Gel, bitte sehr.“
 

Languedoc

Mitglied
Und hier die Auflösung:

Der Knabe Geor[red][/red]g Rün[red][/red]zels hasste seinen Namen.
Erst als er sich in der Schule mit Gottlieb anfreundete, dessen Eltern Herr Fisch und Frau Warz hießen, verheiratet waren und sohin der Frucht ihrer Liebe den Familiennamen Fi[red][/red]sch-Warz[red][/red] vererbten, fühlte sich Georg besser, zumal er dank Gottlieb oft in den Zoo ging, wo dessen Vater als Tierpfleger angestellt war.
Die beiden Buben durften bei der Löwenfütterung zuschauen, die jedes Mal mit dem Seufzer verbunden war, „der Lö[red][/red]we iss[red][/red]t uns pleite bei den hundert Hendln, die er täglich braucht“. Sie, die Hendln, mussten zudem hal[red][/red]b lau[red][/red] gegrillt sein für den König der Tiere, der nur Fleisch mochte und Beilagen wie Ka[red][/red]rot[red][/red]ten oder Brot verschmähte.
Eines Tages streuten Georg und Gottlieb Popcorn durch das Gehegegitter vor des Löwen Nase, als dieser plötzlich brüllte: „Ich hau ab nach Afrika!“ „Blei[red][/red]b“, raun[red][/red]te Georg erschrocken und drückte Gottliebs [red][/red]Hand. „Ich schenke dir auch mein Mähnen-[red][/red]Gel, bitte sehr.“
 

Languedoc

Mitglied
Sorry. Sieht so aus, als hätte ich die Markierung vermasselt. Hier ein zweiter Versuch:

Der Knabe Georg Rünzels hasste seinen Namen.
Erst als er sich in der Schule mit Gottlieb anfreundete, dessen Eltern Herr Fisch und Frau Warz hießen, verheiratet waren und sohin der Frucht ihrer Liebe den Familiennamen Fisch-Warz vererbten, fühlte sich Georg besser, zumal er dank Gottlieb oft in den Zoo ging, wo dessen Vater als Tierpfleger angestellt war.
Die beiden Buben durften bei der Löwenfütterung zuschauen, die jedes Mal mit dem Seufzer verbunden war, „der Löwe isst uns pleite bei den hundert Hendln, die er täglich braucht“. Sie, die Hendln, mussten zudem halb lau gegrillt sein für den König der Tiere, der nur Fleisch mochte und Beilagen wie Karotten oder Brot verschmähte.
Eines Tages streuten Georg und Gottlieb Popcorn durch das Gehegegitter vor des Löwen Nase, als dieser plötzlich brüllte: „Ich hau ab nach Afrika!“ „Bleib“, raunte Georg erschrocken und drückte Gottliebs Hand. „Ich schenke dir auch mein Mähnen-Gel, bitte sehr.“

P.S. Das Wort "rot" ist nicht nur in Karotten versteckt, sondern auch in ...
 

anbas

Mitglied
Hallo Languedoc,

entschuldige, dass ich nicht sofort geanwortet habe. Ich finde, Du hast einen guten ersten Versuch hingelegt. Es ist tatsächlich eine Herausforderung, die Wörter zu finden. Bei einem kürzeren Text ist es aber einfacher, als wie bei einem so langen "Teil" wie meinem.

Das zweifache "rot" war mir auch schon aufgefallen - das war mit ein Grund, weshalb ich in meinem "Regelwerk" auf mindestens zweisilbige Wörter Wert lege. Aber zum Einstieg, als Übung, ist es so in Ordnung. Der Spaß an der Sache sollte im Vordergrund stehen ;).

Ich habe inzwischen damit begonnen, neue Wörter zum Verstecken zu suchen - allerdings habe ich zurzeit nicht den Kopf, hier tiefer einzusteigen. Aber das kommt noch.

Liebe Grüße

Andreas


PS: Du kannst, bevor Du einen Text postest, in der Vorschau sehen, ob die Markierungen funktionieren. Dein zweiter Versuch scheint ebenfalls schiefgegangen zu sein.
 

Languedoc

Mitglied
Hallo anbas,

alsdann noch ein Versuch:

Der Knabe Geor g Rün zels hasste seinen Namen.
Erst als er sich in der Schule mit Gottlieb anfreundete, dessen Eltern Herr Fisch und Frau Warz hießen, verheiratet waren und sohin der Frucht ihrer Liebe den Familiennamen Fi sch-Warz vererbten, fühlte sich Georg besser, zumal er dank Gottlieb oft in den Zoo ging, wo dessen Vater als Tierpfleger angestellt war.
Die beiden Buben durften bei der Löwenfütterung zuschauen, die jedes Mal mit dem Seufzer verbunden war, „der Lö we iss t uns pleite bei den hundert Hendln, die er täglich braucht“. Sie, die Hendln, mussten zudem hal b lau gegrillt sein für den König der Tiere, der nur Fleisch mochte und Beilagen wie Ka rot ten oder Brot verschmähte.
Eines Tages streuten Georg und Gottlieb Popcorn durch das Gehegegitter vor des Löwen Nase, als dieser plötzlich brüllte: „Ich hau ab nach Afrika!“ „Blei b“, raun te Georg erschrocken und drückte Gottliebs Hand. „Ich schenke dir auch mein Mähnen- Gel, b itte sehr.“


Sorry für die Murkserei
Hatte auch Deine Spielregel übersehen, wonach mehrere Silben pro Wort vorgesehen sind.
Na ja, ich habs halt mit den einsilbigen Farben.

Schönen Abend
Languedoc
 

Languedoc

Mitglied
Klar anbas, es geht doch nichts über eine knackige Herausfordrung ;)

Für heute aber ist Schluss.
Bin auf weitere Beiträge in Deinem Thread gespannt.

Bonne nuit
Languedoc
 
Hallo anbas,
ich hatte meine Geschichte weiter geschrieben, wollte sie einstellen und sah, dass man immer Wörter einer bestimmten Kategorie verstecken muss und zweisilbige Wörter.
Bei mir findet man einen Wörter-Mix. Dann habe ich auf das Einstellen verzichtet.
Es grüßt
Marie-Luise
 

anbas

Mitglied
Ach, in der Übungs- und Kennenlernphase sollten wir es nicht so eng sehen ;). Schreib dann einfach die zu suchenden Wörter an den Anfang der Geschichte - so, wie Languedoc es getan hat. Dann klappt das auch. Die Kategorien sollen vermeiden, dass aus "Versehen" weitere Wörter versteckt werden und das Ganze nicht zu willkürlich wird.

Liebe Grüße

Andreas
 
Ein Versuch

Wörter verstecken

Zwei Jungs beschlossen, ein Band zu gründen.
Der eine war Schlagzeuger, der andere Gitarrist. Es fehlte ihnen aber an Bassisten.
Als sie einen gefunden hatten, übten sie einmal tagsübert
Nachts würden sie viel zu viel Strom verbrauchen.
Opa riss die Musik nicht vom Hocker, doch für ihn spielten sie ja auch nicht.
Alle Leute von der Leselupe kamen zum ersten Konzert.
Frank erzählte, wie die Band zustande kam.
Sie spielten in vielen Städten. Ab Oldenburg wurden sie berühmt.
In Krakau machte es auch Spaß, zu spielen.
Dort machte eine Sängerin den großen Erfolg klar.
Doch in Russland kreiste der Pleitegeier um sie.
Niemand kam zum Konzert.
Sie tranken unheimlich viel Wodka.
Als sie wieder nüchtern waren, tendieren sie wieder dazu, in Deutschland zu spielen.
 

Languedoc

Mitglied
Hallo Marie-Luise,

also mit der Vorgabe der Wörter und das sogar in ihrer Reihenfolge, sind sie schnell entdeckt:

Zwei Jungs beschlossen, ein Band zu gründen.
Der eine war Schlagzeuger, der andere Gitarrist. Es fehlte ihnen aber an Bas sisten.
Als sie einen gefunden hatten, übten sie ein mal ta gsübert
Nachts würden sie viel zu viel St rom verbrauchen.
O pa ris s die Musik nicht vom Hocker, doch für ihn spielten sie ja auch nicht.
Alle Leute von der L esel upe kamen zum ersten Konzert.
Frank e rzählte, wie die Band zustande kam.
Sie spielten in vielen Städten. Ab O ldenburg wurden sie berühmt.
In Kra kau m achte es auch Spaß, zu spielen.
Dort machte eine Sängerin den großen Erfolg klar.
Doch in Russ land kreis te der Pleitegeier um sie.
Niemand kam zum Konzert.
Sie tranke n un heimlich viel Wodka.
Als sie wieder nüchtern war en, te ndieren sie wieder dazu, in Deutschland zu spielen.

Passt's?

Languedoc

P.S. Coole story ;) - der Plot ist ausbaufähig
 
Hallo Languedoc,
freut mich, dass du dich mit meiner kleinen Geschichte befasst hast und sie sogar noch nett findest.
Ich weiß nicht, ob mir dieses Verstecken noch einmal gelingt. Es ist m. E. sehr zeitaufwendig, hat aber Spaß gemacht.
Du hast ja Farben versteckt. Ich finde, es war schwieriger, alle zu finden.
Viele Grüße,
Marie-Luise
 


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