Xisomits Sieg

Xisomits Sieg - Ein Kapitel aus "Wolfszeit"

Dijyphas Xisomit war völlig erschöpft. Er konnte sich nicht erinnern, jemals in seinem gesamten Leben derart erschöpft gewesen zu sein. Er konnte sich auch nicht daran erinnern, wann er das letzte Mal mehr als nur ein paar Stunden geschlafen hatte. Und er hatte auch vergessen, wie ein Bett aussah.

Seit Monaten war er nun schon mit diesem Heer unterwegs, das aus Tehny und Artemi bestand und erst jetzt konnte er etwas Hoffnung schöpfen. Endlich sah es danach aus, als hätten sie den Feind endgültig in die Enge getrieben. Die Invasoren, die sich noch auf Amosiry befanden, hatten sich auf dieser staubigen Ebene vor ihm versammelt. Alles, was von ihnen noch übrig war hatte sich zwischen den Hügelketten im Süden und Osten und dem Meer verkrochen, das sich im Norden und Westen erstreckte. Bei ihnen handelte sich zwar hauptsächlich um Mütter und Kinder, aber auch noch um einige Prinzen mit ihren Kriegern, einige Magierinnen und selbstverständlich befand sich auch der König bei ihnen. Ansonsten dürften sich hier im Norden höchstens noch einige wenige vereinzelte Artemi aufhalten, denn etliche Prinzen hatten ihr Heil in der Flucht nach Nevirnas gesucht und sie hatten auch nicht vor, wieder in den Krieg einzugreifen.

Der General war nicht glücklich darüber, dass so viele Feinde in den Süden entkommen waren, aber ohne die treibende Kraft ihres Königs und der Magierinnen stellten sie keine große Gefahr mehr dar. Sie hatten sogar damit begonnen, sich untereinander zu bekämpfen. Noch weniger als das gefiel ihm allerdings die Tatsache, dass es sich bei vielen der dort vor ihm befindlichen Menschen nicht um Kämpfer handelte. Diese Personen saßen aber genauso in der Falle wie die Krieger und die Prinzen und sie würden genauso leiden wie der König und die Magierinnen. Die Unschuldigen würden zusammen mit den Schuldigen bestraft werden und zwischen ihnen würde kein Unterschied gemacht werden. Sie würden alle das gleiche Schicksal erleiden.

Er wusste aber auch, dass er keine Wahl hatte. Wenn er seine eigenen Leute retten wollte, dann durfte er sich nicht von Mitleid davon abhalten lassen, ihren Plan durchzuführen. Die Herrin Gasin, die oberste Magierin, Tochter der Königin Pejugym, stand bereit, ihren Zauber zu wirken, sobald Xisomit ihr meldete, dass die Invasoren sich in dem Gebiet aufhielten, das ihr Gefängnis werden sollte. Dijyphas hatte sich nicht weiter damit beschäftigt, wie die Magie wirken würde, denn sein Kopf war voll mit Strategien und Taktiken, um den Feind vor sich herzutreiben, ohne selbst zu viele seiner Leute zu verlieren. Er hatte bereits viele seiner Soldaten opfern müssen und war deshalb froh, dass sich der Krieg dem Ende zuneigte. Wenn er auch die Kinder auf Seiten des Feindes bedauerte, so standen ihm doch die Kinder der Tehny und Artemi viel näher und er fand es sehr viel wichtiger, deren Leben zu retten. Schließlich war er ja mit seinem Heer ausgezogen, um ihnen eine Zukunft zu verschaffen.

Bereits der Beginn des Krieges hatte die Prinzen und ihren König überrascht und Xisomit ging davon aus, dass auch das Ende eine Überraschung für sie sein würde. Dass die Menschen, die sie überfallen hatten, sich wehrten, hatten sie schon als unangenehm empfunden, aber das Ende würde für sie noch viel unangenehmer werden. Die Invasoren waren so arrogant, dass ihnen nie die Idee gekommen war, das Vieh - wie sie die Tehny nannten - würde es wagen zurückzuschlagen. Sie waren daran gewöhnt, die kleinen Menschen wie Tiere zu jagen und sprachen ihnen die Fähigkeit ab, wie wahre Menschen zu handeln. Lange Zeit war den Tehny auch nichts anderes übriggeblieben, als vor den grausamen Eroberern zu fliehen, um nicht versklavt oder getötet zu werden. Sie hatten nicht die Zeit gefunden, zurückzuschlagen. Doch der Vormarsch des Feindes war an den Hügeln gestoppt worden und danach konnten sich die Tehny und ihre artemischen Verbündeten endlich organisieren. Zu diesem Zeitpunkt begann dann auch der Feind, Verluste zu erleiden.

Lange Zeit bedeutete dies allerdings nur, dass die Invasoren nicht weiter vordringen konnten. Die Tehny und ihre Verbündeten hielten die Hügel und was östlich davon lag, die Eindringlinge alles, was sich westlich davon befand. Und alle Tehny, die ihnen in die Hände fielen, waren verloren. Im besten Fall wurden sie versklavt, aber nachdem die Invasoren die ersten Verluste erlitten, wurden mehr und mehr ihrer Gefangenen geopfert, um den Blutmagierinnen des Feindes Kraft zu verschaffen. Ein Teil des Viehs landete aber auch immer noch auf der Tafel des Königs. Wer nicht in die Hügel fliehen konnte, musste damit rechnen, auf grausame Art und Weise ums Leben zu kommen.

Erst nachdem Xisomit den Oberbefehl über das Heer aus Tehny und Artemi übernommen hatte, änderte sich etwas daran. Er war nicht so vermessen und arrogant davon auszugehen, dass dies einzig und allein an seinen strategischen und taktischen Fähigkeiten läge, aber er stellte immer wieder fest, mit dieser Aussage ziemlich alleine da zu stehen. Und er konnte nicht leugnen, dass dies tatsächlich der Moment war, ab dem die Eindringlinge zurückweichen mussten. Dort, wo Xisomit mit dem Schwert seiner Vorfahren auftauchte, verbreitete er unter seinen Feinden Angst und Schrecken. Selbst die Magierinnen des Königs versagten oftmals gegen ihn.

Mehr als einmal verblüffte ihn das und er nahm es nie als selbstverständlich hin, auch wenn die Herrin Gasin eine Erklärung für den Vormarsch seines Heeres hatte. Einerseits machte sie ihm klar, dass allein er die militärischen Erfolge zu verantworten habe und warf ihm in diesem Zusammenhang auch noch vor, sich mit seiner Bescheidenheit nur lächerlich zu machen. Andererseits machte sie sein Schwert dafür verantwortlich, so viel Angst in den Herzen der Prinzen und Krieger auszulösen. Sein Schwert wäre es, das ihn so oft vor den gegnerischen Magierinnen beschützte. Er hatte ihr das nicht glauben wollen, aber sie machte ihn darauf aufmerksam, wie sich seine Waffe von denen seiner Mitstreiter unterschied. Ihm war nie bewusst geworden, dass seine Familie die einzige unter den Schiffbrüchigen war, die das Schwert ihrer Vorfahren aus ihrer alten Heimat mitgebracht hatte. Keine der anderen Familien hatte dies geschafft, denn ihre Männer und Väter hatten die Familienwaffen bei ihrem letzten Kampf eingesetzt und keiner von ihnen war zu den Schiffen zurückgekehrt. Nur Dijyphas Vorfahre hatte seiner Frau die Waffe seiner Familie überlassen, damit sie diese einmal an seinen Sohn weitergeben konnte. Aus diesem Grund schwang Xisomit nun das einzige Schwert der Artemi, das noch in der alten Heimat geschmiedet worden war und dort auch den Segen der Vorfahren erhalten hatte.

Aber viel wichtiger war nach Gasins Meinung die Tatsache, dass es im Bürgerkrieg nicht mit dem Blut der Mitbürger besudelt worden war. Der General war sich immer noch nicht sicher, ob er diese Geschichte tatsächlich glauben sollte, aber er benutzte sie selbstverständlich, um dem Feind zu schaden.

***********************************

Neben der Herrin Gasin Jehomyp fand Dijyphas auch deren Großmutter Penev Simyp vor, als er das große Zelt betrat. Penev war die Anführerin derjenigen gewesen, die vor so vielen Jahren an der Küste von Amosiry Schiffbruch erlitten hatten und hier strandeten. Sie war auch diejenige gewesen, die als erste in Kontakt mit den Tehny kam. Sie wurde von beiden Völkern, sowohl den Artemi als auch den Tehny, mit großer Ehrerbietung bedacht und ihre Meinung wurde sehr geschätzt. Trotzdem wählten die Menschen ihre Tochter Pejugym zu ihrer Königin, denn Penev hatte allen immer klargemacht, dass sie nicht noch einmal andere anführen wollte. Dieses eine Mal auf der Flucht aus ihrer Heimat hatte ausgereicht, sie für die Zukunft abzuschrecken. So war es nun ihre Tochter, die die beiden Völker regierte und der sie gerne mit ihrem Rat zur Seite stand. Anders wollte sie es nicht haben.

Es war Königin Pejugym gewesen, die Xisomit als Oberbefehlshaber für ihr Heer berief und ihm den Befehl gab, die Feinde der Völker zurückzuwerfen. Wie er das anstellte, hatte sie ihm völlig freigestellt, aber sie hatte ihre Meinung lautstark kundgetan, dass sie wusste, er würde sie nicht enttäuschen.

Die Königin und ihr Sohn Nuyefa, Ehemann der Herrin Gasin, befanden sich glücklicherweise nicht hier an der Front. Sie waren in der Sicherheit der Hügel geblieben, nachdem der General darauf bestanden hatte, dass seine Königin sich nicht in Gefahr bringt und die königliche Linie fortgesetzt wurde. Aus diesem Grund musste ihr Sohn mit den Enkelkindern ebenfalls zurückbleiben, auch wenn es Nuyefa überhaupt nicht gefallen hatte, von den Kämpfen ausgeschlossen zu werden. Er kam dem Befehl des Generals auch erst nach, nachdem seine Mutter, seine Königin, ihm das ebenfalls befohlen hatte. Erst als ihm klar wurde, wie ernst es ihr war, fügte er sich ihr und blieb in den Hügeln. Schweren Herzens hatte er sich von seiner Schwester, der Mutter seiner Kinder, verabschiedet, als die Herrin Gasin mit dem Heer aufbrach. Sie konnte nicht zurückbleiben, weil sie die begabteste und mächtigste unter den Magierinnen ihrer Mutter war.

Als er jetzt hier in dem Zelt stand, begriff Xisomit nicht, wieso Penev sich jetzt bei ihrer Enkeltochter befand. Sie war offensichtlich angekommen, während er die Front inspizierte, aber er hatte nicht vor, ihr zu erlauben, auch zu bleiben. Sie musste auf jeden Fall so schnell wie möglich wieder in die Hügel zurückkehren. Er konnte hier nicht für ihre Sicherheit sorgen.

„Seid gegrüßt, Herrin“, begrüßte er Gasin respektvoll und nickte Penev ebenfalls zu. Aber bevor er auch sie in aller Form grüßen konnte, kam ihm die Magierin zuvor.

„Seid ebenfalls gegrüßt, General. Und bevor Ihr Euch über die Anwesenheit meiner Großmutter beschweren könnt, solltet Ihr wissen, dass ich sie gebeten habe, zu kommen. Sie wird mir bei meiner bevorstehenden Aufgabe behilflich sein. Ohne sie werde ich scheitern.“

Xisomit schloss seinen Mund wieder. Wenn es Gasins Wunsch gewesen war, der Penev hierhergebracht hatte, dann konnte er sowieso nichts ausrichten. Außerdem ergaben ihre Worte auch Sinn, denn schließlich war Penev selbst eine Blutmagierin von nicht geringer Macht. Falls Gasin Unterstützung benötigte, war ihre Großmutter eine gute Wahl.

„Seid gegrüßt, Herrin Penev, und herzlich willkommen in unserem Kriegslager.“ Er fügte nicht hinzu, dass das Lager wenig Annehmlichkeiten bot. Penev hatte unter viel primitiveren Bedingungen gelebt, nachdem die Schiffbrüchigen auf Amosiry angekommen waren. Außerdem würde der Krieg nun bald vorbei sein und dann konnte dieses Lager aufgelöst werden. Gasin und Penev konnten dann in die Hauptstadt in den Hügeln zurückkehren. Genau wie er selbst und sein Heer würden sie wieder nach Hause gehen können. Außerdem hatte er nicht den Eindruck gewonnen, die Frauen der Familie Simyp wären fragil oder verwöhnt.

„Sei gegrüßt, Dijyphas. Du hast einen weiten Weg zurückgelegt, seitdem du das erste Mal das Schwert deiner Familie in der Hand gehalten hast. Wahrscheinlich bist du froh, wenn du dieses Lager endlich hinter dir lassen kannst.“

Xisomit musste ein Schmunzeln unterdrücken, als er an den Tag zurückdachte, den Penev soeben angesprochen hatte. Als sein Vater ihn das erste Mal das Schwert halten ließ - falls man das so nennen konnte - war die Waffe größer gewesen als er selbst und niemand wäre damals auf die Idee gekommen, er könne jemals die Größe erreichen, die nötig war, um sie zu schwingen. Als Junge war er eher klein gewesen.

„Ihr habt mich erwischt, Herrin. Ich würde lieber heute als morgen hier abziehen, aber zuerst müssen wir unsere Aufgaben erledigen, die Herrin Gasin und ich. Erst dann können wir wieder nach Hause gehen.“

Penev sah ihn aus traurigen Augen an. „Diese Aufgabe lastet auf dir“, stellte sie fest. „Aber du weißt, dass es keine andere Lösung gibt. Glaub mir, auch meiner Enkeltochter und mir fällt es nicht leicht, unseren Teil der Arbeit zu vollbringen. Wir sind wahrlich nicht stolz auf das, was wir zu tun haben.“

Der General konnte nur nicken. Er wusste genau, wie sie sich fühlte. Aber es gab Dinge, die mussten getan werden, seien sie auch noch so unangenehm. Die Herrin Gasin und er selbst waren diejenigen, die die Verantwortung trugen, deshalb mussten sie auch diejenigen sein, die sich die Hände schmutzig machten.

Er verstand, dass er hier nicht mehr benötigt wurde und wandte sich daher Gasin zu. „Heute Abend werde ich mit dem Heer vorrücken und ich gehe davon aus, dass sich der gesamte Feind spätestens bei Morgengrauen in dem ausgewählten Gebiet befindet.“ Er setzte nicht hinzu, dass dann ihr Teil der Arbeit beginnen musste, dies wusste sie schließlich selbst. War es doch ihr Plan, der sie hierhergeführt hatte.

„Wir werden bereit sein, General. Bitte achtet darauf, dass sich niemand von unseren Leuten auf der falschen Seite der Grenze befindet. Wenn wir mit dem Zauber beginnen, wird man die Grenze von unserer Seite aus erkennen können. Schärft den Soldaten bitte ein, sie befänden sich auf der falschen Seite, wenn sie die Grenze nicht sehen können. In dem Fall bleibt ihnen nicht viel Zeit, sich zurückzuziehen. Mir persönlich ist es lieber, wenn kein Tehny oder Artemi miteingeschlossen wird, auch wenn dies bedeutet, dass einige Eindringlinge verschont bleiben, als wenn der umgekehrte Fall eintritt. Ich weiß ja, dass das Heer mit einzelnen Feinden ohne Probleme fertig wird.“ Gasin blickte ihn mit ernstem Gesicht an und wartete auf seine Antwort.

Xisomit beschränkte sich auf ein Nicken, dem er eine Verbeugung folgen ließ, bevor er wieder aus dem Zelt trat. Die beiden hatten ihre Vorbereitungen zu treffen, genau wie er selbst auch.

*****************************************

Diese Nacht, von der er hoffte, sie würde die letzte des Krieges sein, war anstrengend gewesen, aber nicht mehr als andere Nächte, in denen das Heer gekämpft hatte. Kurz vor der Morgendämmerung hatten sie es endlich geschafft, den Rest des Feindes an die Stelle zu treiben, an der sie sich dem Plan nach aufhalten mussten. Nun störte es ihn auch nicht mehr, sie dort innehalten zu lassen. Wie er es erwartet hatte, deckten die Prinzen und Krieger, die den Invasoren noch geblieben waren, die Flucht des restlichen Volkes. Die Mütter und die Kinder, und aller Wahrscheinlichkeit nach auch der König und einige seiner Magierinnen befanden sich jetzt alle an einem Ort in der Nähe der Küste. Dort fühlten sie sich sicher, denn Xisomit war ihnen nicht weiter gefolgt. Ihre Kämpfer hatten sich dem Großteil seines Heeres entgegengestellt und glaubten, dadurch ihren Familien geholfen zu haben.

Als Xisomit nun von seinem erhöhten Standort aus auf die beiden Heere blickte, wurde ihm schwer ums Herz. Es widerstrebte ihm zutiefst, den Feind derart zu täuschen. Dies galt zwar nicht im Hinblick auf die Prinzen und Krieger, denen er unter keinen Umständen Gnade entgegenbringen würde, dafür aber umso mehr für die Mütter und die Kinder, die glaubten, sich in Sicherheit zu befinden, weil sein Heer nicht mehr nachrückte. Die feindlichen Kämpfer waren allerdings ebenfalls über diese Atempause froh und hatten sie ganz offensichtlich nicht hinterfragt. Er ging davon aus, dass niemand von ihnen auch nur die geringste Ahnung hatte, was auf sie zukam. Xisomit jedoch hatte diese Entschuldigung nicht.

Dann bemerkte er, dass Gasin mit ihrem Zauber begonnen hatte. Auf dem Boden unter seinem Standort erschien eine dunkle Linie, die wie ein Schatten wirkte und mit großer Erleichterung stellte er fest, dass keiner seiner Soldaten sich auf der falschen Seite befand. Aber alle Angehörigen der feindlichen Partei hielten sich innerhalb des ausgewählten Gebietes auf. Jetzt konnte er nur noch hoffen, die Magierin könne die Mauer errichten, bevor der Feind verstand, was vor sich ging. Zu diesem Zeitpunkt wollte Xisomit die ganze Angelegenheit nur noch beendet sehen. Er war dieses Krieges überdrüssig und verabscheute die Art und Weise, wie sie den Feind besiegen wollten.

Gasins größte Angst war es gewesen, dass die Magierinnen der Invasoren zu früh mitbekommen würden, was sie vorhatte. Aber während der Morgen in den Vormittag überging und der Vormittag in den Mittag, blieb das feindliche Heer, wo es war. Sie waren offensichtlich zu erschöpft, um die unerwartete Kampfpause zu hinterfragen. Von seiner Warte aus konnte Xisomit das Wachstum der Mauer gut beobachten, aber offensichtlich hatte die Herrin Gasin recht damit, dass man die Barriere von der anderen Seite aus nicht sehen konnte. Zumindest noch nicht zu diesem Zeitpunkt. Und selbst wenn die Blutmagierinnen des Königs in diesem Moment erkennen würden, was vor sich ging, war es nun zu spät für sie, noch einzugreifen. Sie würden nicht mehr rechtzeitig an der Grenze eintreffen.

Es war bereits später Nachmittag, als die Mauer endlich in ganzer Höhe stand und für alle sichtbar wurde. Einen kurzen Augenblick konnte Xisomit sehen, wie das feindliche Heer aufschreckte, aber dann wurde das ganze Gebiet einschließlich der Mauer vor seinen Augen verborgen und er konnte nur noch eine unüberwindliche Gebirgskette erkennen. Der Zauber war vollendet. Der General konnte einen Seufzer der Erleichterung nicht unterdrücken. Endlich konnten sie alle wieder nach Hause zurückkehren, die Soldaten und er selbst, aber auch die Herrin Gasin und ihre Großmutter. Der Krieg war endlich vorbei und die beiden Völker würden wieder in Frieden und Sicherheit leben können.

***************************************

Erst am Vormittag des folgenden Tages fand Dijyphas endlich Zeit, zu dem Lager zurückzukehren, in dem er die beiden Magierinnen zurückgelassen hatte. Die ganze Nacht war er damit beschäftigt gewesen, das Heer abrücken zu lassen. Er hatte dafür sorgen müssen, dass die Verwundeten abtransportiert werden konnten genauso wie diejenigen, die nicht mehr lebend nach Hause zurückkehren konnten. Viele seiner Leute hatten darauf gewartet, dass er einige Worte zu ihnen sprach, bevor sie aufbrachen und nach den vielen Opfern, die sie erbracht hatten, wollte er ihnen das nicht verwehren. Aber das hatte viele Stunden gedauert. Daher konnte er sich erst jetzt auf den Weg zu der Magierin machen, die den Feind hinter einer magischen Barriere eingeschlossen hatte. Er war müde und erschöpft, aber trotzdem guter Dinge. Der Krieg war vorbei und er konnte nun endlich hoffen, über das hinwegzukommen, was sie hatten tun müssen. Immer noch empfand er es als sehr unangenehm, aber er konnte es damit rechtfertigen, dass die Invasoren viel Schlimmeres mit den Tehny gemacht hatten, seitdem sie nach Amosiry gekommen waren.

Während er sich Gasins Zelt näherte, fielen ihm immer mehr Personen auf, die nicht glücklich wirkten, obwohl sie doch jetzt wieder nach Hause zurückkehren konnten. Als er begann, genauer darauf zu achten, wer sich nicht zu freuen schien, erkannte er, dass es sich dabei vor allem um die Diener und die Wachen der Magierin handelte. Und als er verstand, dass es nicht Müdigkeit war, die er in ihren Augen sah, sondern Trauer, lief ihm ein eiskalter Schauer über den Rücken. Je näher er dem Zelt kam, desto auffälliger wurde auch, dass keiner ihm eigentlich in die Augen sehen wollte und auf einmal beschlich ihn das untrügliche Gefühl, etwas Schreckliches wäre hier geschehen.

Schließlich stieg er an seinem Ziel vom Pferd und fand dort den langjährigen Vertrauten der Magierin vor, der bereits mit ernstem Gesicht vor der geschlossenen Zeltklappe auf ihn wartete. Sobald Xisomit vor ihm stand, begann er auch schon zu reden.

„Die Herrin hat uns verboten, ihr Zelt zu betreten, nachdem sie mit dem Zauber begonnen hat. Es wäre zu gefährlich für uns, hat sie uns mitgeteilt und außerdem würde sie das auch ablenken. Aus diesem Grund hat sie die Weisung hinterlassen, nur Euch und sonst niemanden einzulassen. Es sei denn, sie persönlich würde uns neue Anweisungen erteilen. Aber seit gestern Abend haben wir keinen Laut mehr aus dem Zelt gehört. Wir sind mehr als nur froh, dass ihr nun hier seid, General.“ Seine Stimme zitterte und seine Worte taten nichts dazu, Xisomits Nerven zu beruhigen.

Er konnte dem Mann nur zunicken, weil seine Kehle wie zugeschnürt war. Inzwischen war er fest davon überzeugt, dass ihn dort drinnen etwas Schreckliches erwartete, aber es nützte nichts. Er konnte sich nicht weigern, denn es lag in seiner Verantwortung, herauszufinden, was passiert war und er hatte auch nicht vor, sich davor zu drücken. Mit zittrigen Fingern öffnete er die erste Zeltklappe und betrat die Vorkammer. Er ließ die Klappe hinter sich wieder fallen, verschloss sie aber nicht. Als er sich dem verschlossenen Zugang zum eigentlichen Zelt näherte, nahm er einen starken Geruch nach verbrannten Kräutern wahr, der aber nicht ganz einen anderen, mehr süßlichen Geruch überdecken konnte. Diesen zweiten Geruch kannte er nur zu genau. Trotz dieser Vorwarnung war er aber nicht auf das vorbereitet, was ihn erwartete, als er sich schließlich dazu durchrang den Zugang zu öffnen und hindurch zu schreiten. Als er endlich verstand, was seine Augen erfassten, wäre er beinahe zusammengebrochen.

Als er begriff, was er in dem durch unzählige, inzwischen fast vollständig niedergebrannte Kerzen erhellte Zelt vorfand, hatte er das Gefühl, jemand habe ihm mit einem dicken Knüppel vor die Brust geschlagen. Er bekam keine Luft mehr und war für einen sehr langen Augenblick nicht in der Lage, weiter zu atmen. Er hatte nur zwei Personen in der Hauptkammer des Zeltes erwartet und er konnte nun auch nur diese beiden sehen. Und sie waren tot. Gasin saß auf dem Sessel, den sie immer benutzt hatte, wenn sie ihn empfing. Als er sich endlich dazu durchringen konnte, näher an sie heranzutreten, um sie genauer betrachten zu können, konnte er keinerlei Wunde an ihr entdecken. Aber ihm entging nicht, dass sie unendlich erschöpft aussah. Ihre Augen waren geschlossen, als ob sie schliefe, aber dem General war nicht entgangen, dass ihre Brust sich nicht mehr hob und senkte. Er konnte nur vermuten, dass sie sich bis zur völligen Erschöpfung verausgabt hatte, um den Zauber zu vollenden.

Aber zu seinem großen Entsetzen war das nicht das Schrecklichste in diesem Zelt. Er musste feststellen, dass Gasin nicht die Quelle des süßlichen Geruches war. Dieser kam stattdessen von einem speziell vorbereiteten Platz, von einer Stelle, die bei den Ritualplätzen der alten Heimat dem Opfer vorbehalten war. Bei den Artemi hatte Dijyphas nie einen derartigen Ort zu Gesicht bekommen, aber der Feind hatte auch auf Amosiry nicht auf sie verzichtet.

Weil sein Volk sich solcher Opfer nicht mehr bediente, hatte der General vergessen, welchen Preis die Blutmagie forderte. Er hatte vergessen, was notwendig war, um einen derart mächtigen Zauber zu wirken wie den, den Gasin angewandt hatte. Er hatte sich auch nicht daran erinnern wollen, aus welcher Quelle sich Blutmagie dieser Art speiste oder welches Opfer nötig war, um die Magierin mit der nötigen Kraft zu versorgen. Vor allem aber hatte er nicht mehr daran denken wollen, wie diese Kraft verstärkt werden konnte. Er hatte genug über die Magie seiner Vorfahren gelernt, um zu wissen, dass es nicht tatsächlich das Blut des Opfers war, das ausschlaggebend war, sondern seine Lebenskraft. Aber um diese auf die Magierin zu übertragen gab es nur einen Weg und bei dem floss immer reichlich Blut.

Diesen Geruch des vergossenen und inzwischen bereits wieder geronnenen Blutes hatte er vor seinem Eintritt in das Zelt wahrgenommen. Er hatte ihn auch sofort als das erkannt, was er war, aber er wäre nie darauf gekommen, dass es der Geruch eines Blutopfers war. Und was die ganze Angelegenheit für ihn noch schlimmer machte, war die Tatsache, dass er das Opfer persönlich gekannt hatte. Auch die Erkenntnis, dass es dieses Mal freiwillig sein Leben gegeben hatte, half ihm in dieser Hinsicht nicht. Für ihn war deutlich zu erkennen, dass ihr Sterben sehr lange gedauert haben musste und sich äußerst schmerzhaft gestaltet hatte. Und er wusste mit Sicherheit, dass er dieses grausige Bild sein ganzes Leben lang niemals vergessen könnte. Trotzdem konnte er seine Augen nicht von Penevs grässlich zugerichteter Leiche abwenden.

Ende
 
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flammarion

Foren-Redakteur
Teammitglied
also ich habe den eindruck, dass dieses werk unvollkommen ist. worin besteht denn nun der sieg, welcher im titel erwähnt wird?
lg
 
Du hast Recht, dies ist nur ein Kapitel aus einer größeren Geschichte, sozusagen eine Leseprobe. Und der im Titel erwähnte Sieg ist das Ende des Krieges, für das aber ein hoher Preis gezahlt werden musste.
 
Das Werk ist noch nicht fertig. Bis jetzt sind ungefähr zwei Fünftel geschrieben. Ich könnte nur die bisher fertiggestellten Kapitel einstellen.
 

flammarion

Foren-Redakteur
Teammitglied
na, das wäre doch prima. vielleicht wird dann ja auch klarer, wer wessen feind ist und wem die magierinnen nützen.
lg
 

flammarion

Foren-Redakteur
Teammitglied
aber holla!
hat xisomit etwas mit dem preis des friedens gemein? oder sind es zwei unvollendete romane?
lg
 
Nein, das sind zwei unterschiedliche "Universen". Xisomit gehört zu Wolfszeit, Der Preis des Friedens ist eine (abgeschlossene) Kurzgeschichte, die zu "Kinder des Velt" gehört (so wie die Geschichte "Feuerbär").
 

flammarion

Foren-Redakteur
Teammitglied
aha. nun weiß ich bescheid. ich knie mich mal rein. soll ich die interpunktionsfehler aufzeigen? da würde allerdings n wochenende draufgehen, aber die geschichte würde lesbarer.
lg
 
Das wäre nett. Ich habe versucht Fehler zu vermeiden, aber selbst nach dem 10. Lesen stelle ich fest, dass ich etwas übersehe. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mit anderen als den heutigen Rechtschreibregeln aufgewachsen bin. Ich hatte immer gute Noten in Deutsch. ;-)
 

flammarion

Foren-Redakteur
Teammitglied
ehrlich gesagt hab ich die geschichte erst verstanden, nachdem ich die kommas gesetzt hatte . . .

Korrekturvorschläge:
(Wolfszeit) Isabeau de Navarre

Xisomits Sieg


Dijyphas Xisomit war völlig erschöpft. Er konnte sich nicht erinnern, jemals in seinem gesamten Leben derart erschöpft gewesen zu sein. Er konnte sich auch nicht daran erinnern, wann er das letzte Mal mehr als nur ein paar Stunden geschlafen hatte. Und er hatte auch vergessen, wie ein Bett aussah.



Seit Monaten war er nun schon mit diesem Heer unterwegs, das aus Tehny und Artemi bestand und erst jetzt konnte er etwas Hoffnung schöpfen. Endlich sah es danach aus, als hätten sie den Feind endgültig in die Enge getrieben. Die Invasoren, die sich noch auf Amosiry befanden, hatten sich auf dieser staubigen Ebene vor ihm versammelt. Alles(Komma) was von ihnen noch übrig war, hatte sich zwischen (Komma)den Hügelketten im Süden und Osten und dem Meer verkrochen, das sich im Norden und Westen erstreckte. Bei ihnen handelte sich zwar hauptsächlich um Mütter und Kinder, aber auch noch um einige Prinzen mit ihren Kriegern, einige Magierinnen und selbstverständlich befand sich auch der König bei ihnen. Ansonsten dürften sich hier im Norden höchstens noch einige wenige vereinzelte Artemi aufhalten, denn etliche Prinzen hatten ihr Heil in der Flucht nach Nevirnas gesucht und sie hatten auch nicht vor(Komma) wieder in den Krieg einzugreifen.

Der General war nicht glücklich darüber, dass so viele Feinde in den Süden entkommen waren, aber ohne die treibende Kraft ihres Königs und der Magierinnen stellten sie keine große Gefahr mehr dar. Sie hatten sogar damit begonnen(Komma) sich untereinander zu bekämpfen. Noch weniger als das gefiel ihm allerdings die Tatsache, dass es sich bei vielen der dort vor ihm befindlichen Menschen nicht um Kämpfer handelte. Diese Personen saßen aber genauso in der Falle wie die Krieger und die Prinzen und sie würden genauso leiden wie der König und die Magierinnen. Die Unschuldigen würden zusammen mit den Schuldigen bestraft werden und zwischen ihnen würde kein Unterschied gemacht werden. Sie würden alle das gleiche Schicksal erleiden.

Er wusste aber auch, dass er keine Wahl hatte. Wenn er seine eigenen Leute retten wollte, dann durfte er sich nicht von Mitleid davon abhalten lassen, ihren Plan durchzuführen. Die Herrin Gasin, die oberste Magierin, Tochter der Königin Pejugym, stand bereit(Komma) ihren Zauber zu wirken, sobald Xisomit ihr meldete, dass die Invasoren sich in dem Gebiet aufhielten, das ihr Gefängnis werden sollte. Dijyphas hatte sich nicht weiter damit beschäftigt (Komma)wie die Magie wirken würde, denn sein Kopf war voll mit Strategien und Taktiken, um den Feind vor sich herzutreiben, ohne selbst zu viele seiner Leute zu verlieren. Er hatte bereits viele seiner Soldaten opfern müssen und war deshalb froh, dass sich der Krieg dem Ende zuneigte. Wenn er auch die Kinder auf Seiten des Feindes bedauerte, so standen ihm doch die Kinder der Tehny und Artemi viel näher und er fand es sehr viel wichtiger(Komma) deren Leben zu retten. Schließlich war er ja mit seinem Heer ausgezogen, um ihnen eine Zukunft zu verschaffen.

Bereits der Beginn des Krieges hatte die Prinzen und ihren König überrascht und Xisomit ging davon aus, dass auch das Ende eine Überraschung für sie sein würde. Dass die Menschen, die sie überfallen hatten, sich wehrten, hatten sie schon als unangenehm empfunden, aber das Ende würde für sie noch viel unangenehmer werden. Die Invasoren waren so arrogant, dass ihnen nie die Idee gekommen war, das Vieh - wie sie die Tehny nannten - würde es wagen (Komma) zurückzuschlagen. Sie waren daran gewöhnt(Komma) die kleinen Menschen wie Tiere zu jagen und sprachen ihnen die Fähigkeit ab, wie (wahre) Menschen zu handeln. Lange Zeit war den Tehny auch nichts anderes übriggeblieben(Komma) als vor den grausamen Eroberern zu fliehen, um nicht versklavt oder getötet zu werden. Sie hatten nicht die Zeit gefunden(Komma) zurückzuschlagen. Doch der Vormarsch des Feindes war an den Hügeln gestoppt worden und danach konnten sich die Tehny und ihre artemischen Verbündeten endlich organisieren. Zu diesem Zeitpunkt begann dann auch der Feind (Komma)Verluste zu erleiden.

Lange Zeit bedeutete dies allerdings nur, dass die Invasoren nicht weiter vordringen konnten. Die Tehny und ihre Verbündeten hielten die Hügel und was östlich davon lag, die Eindringlinge alles(Komma) was sich westlich davon befand. Und alle Tehny, die ihnen in die Hände fielen, waren verloren. Im besten Fall wurden sie versklavt, aber nachdem die Invasoren die ersten Verluste erlitten, wurden mehr und mehr ihrer Gefangenen geopfert, um den Blutmagierinnen des Feindes Kraft zu verschaffen. Ein Teil des Viehs landete aber auch immer noch auf der Tafel des Königs. Wer nicht in die Hügel fliehen konnte, musste damit rechnen(Komma) auf grausame Art und Weise ums Leben zu kommen.

Erst nachdem Xisomit den Oberbefehl über das Heer aus Tehny und Artemi übernommen hatte(Komma) änderte sich etwas daran. Er war nicht so vermessen und arrogant davon auszugehen, dass dies einzig und allein an seinen strategischen und taktischen Fähigkeiten läge, aber er stellte immer wieder fest (Komma)mit dieser Aussage ziemlich alleine da zu stehen. Und er konnte nicht leugnen, dass dies tatsächlich der Moment war, ab dem die Eindringlinge zurückweichen mussten. Dort(Komma) wo Xisomit mit dem Schwert seiner Vorfahren auftauchte(Komma) verbreitete er unter seinen Feinden Angst und Schrecken. Selbst die Magierinnen des Königs versagten oftmals gegen ihn.



Mehr als einmal verblüffte ihn das und er nahm es nie als selbstverständlich hin, auch wenn die Herrin Gasin eine Erklärung für den Vormarsch seines Heeres hatte. Einerseits machte sie ihm klar, dass allein er die militärischen Erfolge zu verantworten habe und warf ihm in diesem Zusammenhang auch noch vor, sich mit seiner Bescheidenheit nur lächerlich zu machen. Andererseits machte sie sein Schwert dafür verantwortlich(Komma) so viel Angst in den Herzen der Prinzen und Krieger auszulösen. Sein Schwert wäre es, das(s zuviel) ihn so oft vor den gegnerischen Magierinnen beschützte. Er hatte ihr das nicht glauben wollen, aber sie machte ihn darauf aufmerksam, wie sich seine Waffe von denen seiner Mitstreiter unterschied. Ihm war nie bewusst geworden, dass seine Familie die einzige unter den Schiffbrüchigen war, die das Schwert ihrer Vorfahren aus ihrer alten Heimat mitgebracht hatte. Keine der anderen Familien hatte dies geschafft, denn ihre Männer und Väter hatten die Familienwaffen bei ihrem letzten Kampf eingesetzt und keiner von ihnen war zu den Schiffen zurückgekehrt. Nur Dijyphas Vorfahre hatte seiner Frau die Waffe seiner Familie überlassen, damit sie diese einmal an seinen Sohn weitergeben konnte. Aus diesem Grund schwang Xisomit nun das einzige Schwert der Artemi, das noch in der alten Heimat geschmiedet worden war und dort auch den Segen der Vorfahren erhalten hatte.

Aber viel wichtiger war nach Gasins Meinung die Tatsache, dass es im Bürgerkrieg nicht mit dem Blut der Mitbürger besudelt worden war. Der General war sich immer noch nicht sicher, ob er diese Geschichte tatsächlich glauben sollte, aber er benutzte sie selbstverständlich, um dem Feind zu schaden.

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Neben der Herrin Gasin Jehomyp fand Dijyphas auch deren Großmutter Penev Simyp vor(Komma) als er das große Zelt betrat. Penev war die Anführerin derjenigen gewesen, die vor so vielen Jahren an der Küste von Amosiry Schiffbruch erlitten hatten und hier strandeten. Sie war auch diejenige gewesen, die als erste in Kontakt mit den Tehny kam. Sie wurde von beiden Völkern, sowohl den Artemi als auch den Tehny, mit großer Ehrerbietung bedacht und ihre Meinung wurde sehr geschätzt. Trotzdem wählten die Menschen ihre Tochter Pejugym zu ihrer Königin, denn Penev hatte allen immer klargemacht, dass sie nicht noch einmal andere anführen wollte. Dieses eine Mal auf der Flucht aus ihrer Heimat hatte ausgereicht(Komma) sie für die Zukunft abzuschrecken. So war es nun ihre Tochter, die die beiden Völker regierte und der sie gerne mit ihrem Rat zur Seite stand. Anders wollte sie es nicht haben.

Es war Königin Pejugym gewesen, die Xisomit als Oberbefehlshaber für ihr Heer berief und ihm den Befehl gab(Komma) die Feinde der Völker zurückzuwerfen. Wie er das anstellte, hatte sie ihm völlig freigestellt, aber sie hatte ihre Meinung lautstark kundgetan, dass sie wusste, er würde sie nicht enttäuschen.



Die Königin und ihr Sohn Nuyefa, Ehemann der Herrin Gasin, befanden sich glücklicherweise nicht hier an der Front. Sie waren in der Sicherheit der Hügel geblieben, nachdem der General darauf bestanden hatte, dass seine Königin sich nicht in Gefahr brachte(bringt) und die königliche Linie fortgesetzt wurde. Aus diesem Grund musste ihr Sohn mit den Enkelkindern ebenfalls zurückbleiben, auch wenn es Nuyefa überhaupt nicht gefallen hatte (Komma)von den Kämpfen ausgeschlossen zu werden. Er kam dem Befehl des Generals auch erst nach, nachdem seine Mutter, seine Königin, ihm das ebenfalls befohlen hatte. Erst als ihm klar wurde, wie ernst es ihr war, fügte er sich ihr und blieb in den Hügeln. Schweren Herzens hatte er sich von seiner Schwester, der Mutter seiner Kinder, verabschiedet, als die Herrin Gasin mit dem Heer aufbrach. Sie konnte nicht zurückbleiben, weil sie die begabteste und mächtigste unter den Magierinnen ihrer Mutter war.

Als er jetzt hier in dem Zelt stand, begriff Xisomit nicht(Komma) wieso Penev sich jetzt bei ihrer Enkeltochter befand. Sie war offensichtlich angekommen (Komma) während er die Front inspizierte, aber er hatte nicht vor(Komma) ihr zu erlauben(Komma) auch zu bleiben. Sie musste auf jeden Fall so schnell wie möglich wieder in die Hügel zurückkehren. Er konnte hier nicht für ihre Sicherheit sorgen.

„Seid gegrüßt, Herrin“, begrüßte er Gasin respektvoll und nickte Penev ebenfalls zu. Aber bevor er auch sie in aller Form grüßen konnte, kam ihm die Magierin zuvor.

„Seid ebenfalls gegrüßt, General. Und bevor Ihr Euch über die Anwesenheit meiner Großmutter beschweren könnt, solltet Ihr wissen, dass ich sie gebeten habe(Komma) zu kommen. Sie wird mir bei meiner bevorstehenden Aufgabe behilflich sein. Ohne sie werde(würde) ich scheitern.“

Xisomit schloss seinen Mund wieder. Wenn es Gasins Wunsch gewesen war, der Penev hierhergebracht hatte, dann konnte er sowieso nichts ausrichten. Außerdem ergaben ihre Worte auch Sinn, denn schließlich war Penev selbst eine Blutmagierin von nicht geringer Macht. Falls Gasin Unterstützung benötigte(Komma) war ihre Großmutter eine gute Wahl.

„Seid gegrüßt, Herrin Penev, und herzlich willkommen in unserem Kriegslager.“ Er fügte nicht hinzu, dass das Lager wenig Annehmlichkeiten bot. Penev hatte unter viel primitiveren Bedingungen gelebt, nachdem die Schiffbrüchigen auf Amosiry angekommen waren. Außerdem würde der Krieg nun bald vorbei sein und dann konnte dieses Lager aufgelöst werden. Gasin und Penev konnten dann in die Hauptstadt in den Hügeln zurückkehren. Genau wie er selbst und sein Heer würden sie wieder nach Hause gehen können. Außerdem hatte er nicht den Eindruck gewonnen(Komma) die Frauen der Familie Simyp wären fragil oder verwöhnt.

„Sei gegrüßt, Dijyphas. Du hast einen weiten Weg zurückgelegt, seitdem du das erste Mal das Schwert deiner Familie in der Hand gehalten hast. Wahrscheinlich bist du froh, wenn du dieses Lager endlich hinter dir lassen kannst.“

Xisomit musste ein Schmunzeln unterdrücken, als er an den Tag zurückdachte, den Penev soeben angesprochen hatte. Als sein Vater ihn das erste Mal das Schwert halten ließ - falls man das so nennen konnte - war die Waffe größer gewesen als er selbst und niemand wäre damals auf die Idee gekommen, er könne jemals die Größe erreichen, die nötig war, um sie zu schwingen. Als Junge war er eher klein gewesen.

„Ihr habt mich erwischt, Herrin. Ich würde lieber heute als morgen hier abziehen, aber zuerst müssen wir unsere Aufgaben erledigen, die Herrin Gasin und ich. Erst dann können wir wieder nach Hause gehen.“

Penev sah ihn aus traurigen Augen an. „Diese Aufgabe lastet auf dir“, stellte sie fest,(Punkt und groß weiter) „aber du weißt, dass es keine andere Lösung gibt. Glaub mir, auch meiner Enkeltochter und mir fällt es nicht leicht, unseren Teil der Arbeit zu vollbringen. Wir sind wahrlich nicht stolz auf das, was wir zu tun haben.“

Der General konnte nur nicken. Er wusste genau(Komma) wie sie sich fühlte. Aber es gab Dinge, die mussten getan werden, seien sie auch noch so unangenehm. Die Herrin Gasin und er selbst waren diejenigen, die die Verantwortung trugen, deshalb mussten sie auch diejenigen sein, die sich die Hände schmutzig machten.

Er verstand, dass er hier nicht mehr benötigt wurde und wandte sich daher Gasin zu. „Heute Abend werde ich mit dem Heer vorrücken und ich gehe davon aus, dass sich der gesamte Feind spätestens bei Morgengrauen in dem ausgewählten Gebiet befindet.“ Er setzte nicht hinzu, dass dann ihr Teil der Arbeit beginnen musste, dies wusste sie schließlich selbst. War es doch ihr Plan, der sie hierhergeführt hatte.

„Wir werden bereit sein, General. Bitte achtet darauf, dass sich niemand von unseren Leuten auf der falschen Seite der Grenze befindet. Wenn wir mit dem Zauber beginnen, wird man die Grenze von unserer Seite aus erkennen können. Schärft den Soldaten bitte ein, sie befänden sich auf der falschen Seite, wenn sie die Grenze nicht sehen können. In dem Fall bleibt ihnen nicht viel Zeit(Komma) sich zurückzuziehen. Mir persönlich ist es lieber, wenn kein Tehny oder Artemi miteingeschlossen wird, auch wenn dies bedeutet, dass einige Eindringlinge verschont bleiben(Komma) als wenn der umgekehrte Fall eintritt. Ich weiß ja, dass das Heer mit einzelnen Feinden ohne Probleme fertig wird.“ Gasin blickte ihn mit ernstem Gesicht an und wartete auf seine Antwort.

Xisomit beschränkte sich auf ein Nicken, dem er eine Verbeugung folgen ließ, bevor er wieder aus dem Zelt trat. Die beiden hatten ihre Vorbereitungen zu treffen, genau wie er selbst auch.

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Diese Nacht, von der er hoffte, sie würde die letzte des Krieges sein, war anstrengend gewesen, aber nicht mehr als andere Nächte, in denen das Heer gekämpft hatte. Kurz vor der Morgendämmerung hatten sie es endlich geschafft, den Rest des Feindes an die Stelle zu treiben, an der sie sich dem Plan nach aufhalten mussten. Nun störte es ihn auch nicht mehr(Komma) sie dort innehalten zu lassen. Wie er es erwartet hatte, deckten die Prinzen und Krieger, die den Invasoren noch geblieben waren, die Flucht des restlichen Volkes. Die Mütter und die Kinder, und aller Wahrscheinlichkeit nach auch der König und einige seiner Magierinnen befanden sich jetzt alle an einem Ort in der Nähe der Küste. Dort fühlten sie sich sicher, denn Xisomit war ihnen nicht weiter gefolgt. Ihre Kämpfer hatten sich dem Großteil seines Heeres entgegengestellt und glaubten(Komma) dadurch ihren Familien geholfen zu haben.

Als Xisomit nun von seinem erhöhten Standort aus auf die beiden Heere blickte, wurde ihm schwer ums Herz. Es widerstrebte ihm zutiefst (Komma)den Feind derart zu täuschen. Dies galt zwar nicht im Hinblick auf die Prinzen und Krieger, denen er unter keinen Umständen Gnade entgegenbringen würde, dafür aber umso mehr für die Mütter und die Kinder, die glaubten(Komma) sich in Sicherheit zu befinden, weil sein Heer nicht mehr nachrückte. Die feindlichen Kämpfer waren allerdings ebenfalls über diese Atempause froh und hatten sie ganz offensichtlich nicht hinterfragt. Er ging davon aus, dass niemand von ihnen auch nur die geringste Ahnung hatte (Komma)was auf sie zukam. Xisomit jedoch hatte diese Entschuldigung nicht.

Dann bemerkte er, dass Gasin mit ihrem Zauber begonnen hatte. Auf dem Boden unter seinem Standort erschien eine dunkle Linie, die wie ein Schatten wirkte und mit großer Erleichterung stellte er fest, dass keiner seiner Soldaten sich auf der falschen Seite befand. Aber alle Angehörigen der feindlichen Partei hielten sich innerhalb des ausgewählten Gebietes auf. Jetzt konnte er nur noch hoffen, die Magierin könne die Mauer errichten(Komma) bevor der Feind verstand(Komma) was vor sich ging. Zu diesem Zeitpunkt wollte Xisomit die ganze Angelegenheit nur noch beendet sehen. Er war dieses Krieges überdrüssig und verabscheute die Art und Weise, wie sie den Feind besiegen wollten.

Gasins größte Angst war es gewesen, dass die Magierinnen der Invasoren zu früh mitbekommen würden, was sie vorhatte. Aber während der Morgen in den Vormittag überging und der Vormittag in den Mittag(Komma) blieb das feindliche Heer (Komma)wo es war. Sie waren offensichtlich zu erschöpft, um die unerwartete Kampfpause zu hinterfragen. Von seiner Warte aus konnte Xisomit das Wachstum der Mauer gut beobachten, aber offensichtlich hatte die Herrin Gasin recht damit, dass man die Barriere von der anderen Seite aus nicht sehen konnte. Zumindest noch nicht zu diesem Zeitpunkt. Und selbst wenn die Blutmagierinnen des Königs in diesem Moment erkennen würden, was vor sich ging, war es nun zu spät für sie(Komma) noch einzugreifen. Sie würden nicht mehr rechtzeitig an der Grenze eintreffen.

Es war bereits später Nachmittag, als die Mauer endlich in ganzer Höhe stand und für alle sichtbar wurde. Einen kurzen Augenblick konnte Xisomit sehen, wie das feindliche Heer aufschreckte, aber dann wurde das ganze Gebiet einschließlich der Mauer vor seinen Augen verborgen und er konnte nur noch eine unüberwindliche Gebirgskette erkennen. Der Zauber war vollendet. Der General konnte einen Seufzer der Erleichterung nicht unterdrücken. Endlich konnten sie alle wieder nach Hause zurückkehren, die Soldaten und er selbst, aber auch die Herrin Gasin und ihre Großmutter. Der Krieg war endlich vorbei und die beiden Völker würden wieder in Frieden und Sicherheit leben können.

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Erst am Vormittag des folgenden Tages fand Dijyphas endlich Zeit(Komma) zu dem Lager zurückzukehren, in dem er die beiden Magierinnen zurückgelassen hatte. Die ganze Nacht war er damit beschäftigt gewesen, das Heer abrücken zu lassen. Er hatte dafür sorgen müssen, dass die Verwundeten abtransportiert werden konnten genauso wie diejenigen, die nicht mehr lebend nach Hause zurückkehren konnten. Viele seiner Leute hatten darauf gewartet, dass er einige Worte zu ihnen sprach, bevor sie aufbrachen und nach den vielen Opfern, die sie erbracht hatten, wollte er ihnen das nicht verwehren. Aber das hatte viele Stunden gedauert. Daher konnte er sich erst jetzt auf den Weg zu der Magierin machen, die den Feind hinter einer magischen Barriere eingeschlossen hatte. Er war müde und erschöpft, aber trotzdem guter Dinge. Der Krieg war vorbei und er konnte nun endlich hoffen, über das hinwegzukommen, was sie hatten tun müssen. Immer noch empfand er es als sehr unangenehm, aber er konnte es damit rechtfertigen, dass die Invasoren viel Schlimmeres mit den Tehny gemacht hatten, seitdem sie nach Amosiry gekommen waren.

Während er sich Gasins Zelt näherte, fielen ihm immer mehr Personen auf, die nicht glücklich wirkten, obwohl sie doch jetzt wieder nach Hause zurückkehren konnten. Als er begann(Komma) genauer darauf zu achten, wer sich nicht zu freuen schien, erkannte er, dass es sich dabei vor allem um die Diener und die Wachen der Magierin handelte. Und als er verstand, dass es nicht Müdigkeit war, die er in ihren Augen sah, sondern Trauer, lief ihm ein eiskalter Schauer über den Rücken. Je näher er dem Zelt kam, desto auffälliger wurde auch, dass keiner ihm eigentlich in die Augen sehen wollte und auf einmal beschlich ihn das untrügliche Gefühl, etwas Schreckliches wäre hier geschehen.

Schließlich stieg er an seinem Ziel vom Pferd und fand dort den langjährigen Vertrauten der Magierin vor, der bereits mit ernstem Gesicht vor der geschlossenen Zeltklappe auf ihn wartete. Sobald Xisomit vor ihm stand, begann er auch schon zu reden.

„Die Herrin hat uns verboten, ihr Zelt zu betreten, nachdem sie mit dem Zauber begonnen hat. Es wäre zu gefährlich für uns(Komma) hat sie uns mitgeteilt und außerdem würde sie das auch ablenken. Aus diesem Grund hat sie die Weisung hinterlassen, nur Euch und sonst niemanden einzulassen. Es sei denn(Komma) sie persönlich würde uns neue Anweisungen erteilen. Aber seit gestern Abend haben wir keinen Laut mehr aus dem Zelt gehört. Wir sind mehr als nur froh, dass ihr (Ihr) nun hier seid, General.“ Seine Stimme zitterte und seine Worte taten nichts dazu(Komma) Xisomits Nerven zu beruhigen.

Er konnte dem Mann nur zunicken, weil seine Kehle wie zugeschnürt war. Inzwischen war er fest davon überzeugt, dass ihn dort drinnen etwas Schreckliches erwartete, aber es nützte nichts. Er konnte sich nicht weigern, denn es lag in seiner Verantwortung(Komma) herauszufinden, was passiert war und er hatte auch nicht vor, sich davor zu drücken. Mit zittrigen Fingern öffnete er die erste Zeltklappe und betrat die Vorkammer. Er ließ die Klappe hinter sich wieder fallen, verschloss sie aber nicht. Als er sich dem verschlossenen Zugang zum eigentlichen Zelt näherte, nahm er einen starken Geruch nach verbrannten Kräutern wahr, der aber nicht ganz einen anderen, mehr süßlichen Geruch überdecken konnte. Diesen zweiten Geruch kannte er nur zu genau. Trotz dieser Vorwarnung war er aber nicht auf das vorbereitet, was ihn erwartete, als er sich schließlich dazu durchrang den Zugang zu öffnen und hindurch zu schreiten. Als er endlich verstand, was seine Augen erfassten(Komma) wäre er beinahe zusammengebrochen.

Als er begriff, was er in dem durch unzählige, inzwischen fast vollständig niedergebrannte Kerzen erhellte Zelt vorfand, hatte er das Gefühl, jemand habe ihm mit einem dicken Knüppel vor die Brust geschlagen. Er bekam keine Luft mehr und war für einen sehr langen Augenblick nicht in der Lage(Komma) weiter zu atmen. Er hatte nur zwei Personen in der Hauptkammer des Zeltes erwartet und er konnte nun auch nur diese beiden sehen. Und sie waren tot. Gasin saß auf dem Sessel, den sie immer benutzt hatte, wenn sie ihn empfing. Als er sich endlich dazu durchringen konnte, näher an sie heranzutreten, um sie genauer betrachten zu können, konnte er keinerlei Wunde an ihr entdecken. Aber ihm entging nicht, dass sie unendlich erschöpft aussah. Ihre Augen waren geschlossen, als ob sie schliefe, aber dem General war nicht entgangen, dass ihre Brust sich nicht mehr hob und senkte. Er konnte nur vermuten, dass sie sich bis zur völligen Erschöpfung verausgabt hatte, um den Zauber zu vollenden.

Aber zu seinem großen Entsetzen war das nicht das Schrecklichste in diesem Zelt. Er musste feststellen, dass Gasin nicht die Quelle des süßlichen Geruches war. Dieser kam stattdessen von einem speziell vorbereiteten Platz, von einer Stelle, die bei den Ritualplätzen der alten Heimat dem Opfer vorbehalten war. Bei den Artemi hatte Dijyphas nie einen derartigen Ort zu Gesicht bekommen, aber der Feind hatte auch auf Amosiry nicht auf sie verzichtet.

Weil sein Volk sich solcher Opfer nicht mehr bediente, hatte der General vergessen, welchen Preis die Blutmagie forderte. Er hatte vergessen, was notwendig war, um einen derart mächtigen Zauber zu wirken wie den, den Gasin angewandt hatte. Er hatte sich auch nicht daran erinnern wollen, aus welcher Quelle sich Blutmagie dieser Art speiste oder welches Opfer nötig war, um die Magierin mit der nötigen Kraft zu versorgen. Vor allem aber hatte er nicht mehr daran denken wollen (Komma)wie diese Kraft verstärkt werden konnte. Er hatte genug über die Magie seiner Vorfahren gelernt, um zu wissen, dass es nicht tatsächlich das Blut der Opfer war, das ausschlaggebend war, sondern seine (ihre) Lebenskraft. Aber um diese auf die Magierin zu übertragen gab es nur einen Weg und bei dem floss immer reichlich Blut.

Diesen Geruch des vergossenen und inzwischen bereits wieder geronnenen Blutes hatte er vor seinem Eintritt in das Zelt wahrgenommen. Er hatte ihn auch sofort als das erkannt, was er war, aber er wäre nie darauf gekommen, dass es der Geruch eines Blutopfers war. Und was die ganze Angelegenheit für ihn noch schlimmer machte, war die Tatsache, dass er das Opfer persönlich gekannt hatte. Auch die Erkenntnis, dass es dieses Mal freiwillig sein Leben gegeben hatte, half ihm in dieser Hinsicht nicht. Für ihn war deutlich zu erkennen, dass ihr Sterben sehr lange gedauert haben musste und sich äußerst schmerzhaft gestaltet hatte. Und er wusste mit Sicherheit, dass er dieses grausige Bild sein ganzes Leben lang niemals vergessen könnte. Trotzdem konnte er seine Augen nicht von Penevs grässlich zugerichteter Leiche abwenden.

lg
 
Danke. Mir war nicht bewusst, dass meine Interpunktion SO schlecht war. Ich werde jetzt deine und meine Version gründlich vergleichen und vielleicht lerne ich dadurch sogar etwas. Zumindest werde ich es versuchen.
 

flammarion

Foren-Redakteur
Teammitglied
yep. schachtelsätze sind hohe kunst.
noch ne frage: warum wird xisomit mal general und mal dijyphas genannt? und ist es korrekt, dass nuyefa mit seiner schwester kinder hat? wenn nicht, dann bitte anders formulieren.
mal sehen, wann ich zu deinen anderen texten komme - ich schau auf jeden fall rein.
lg
 

flammarion

Foren-Redakteur
Teammitglied
aha, danke. der bemerkenswerte name steht sicher in der einführung zu deinem roman.
da wird Nuyefas volk sicher bald eingehen . . .
lg
 


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