zaghaftbar

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zerstückelte gedanken wiege ich
sanft im sommermorgenwind
mauersegler sirren ins himmelblaue
radiomusik umhüllt staumeldungen
sowie kriegs- und sonstige gewalttaten
nur der wetterbericht lässt hoffen

die blutbuche des nachbarn
besäuselt meine sinne
krähen bieten sich luftkämpfe
mit dem roten milan
eine graue katze schleicht
einem jungvogel entgegen
sonne wärmt mir den entblößten nacken
mit verschmutztem taschentuch
wische ich mir die stirn

wider besseres wissen warte ich
auf friedlichere zeiten
 

anbas

Mitglied
Lieber Karl,

zunächst wollte ich am Ende "bessere Zeiten" lesen. Doch das wäre einfach zu platt - aber die "besseren Zeiten" schwingen trotzdem mit.

Mir gefällt das Gedicht - vom Stil her. Inhaltlich sehe ich es so wie Du - und daher kann mir der Inhalt auch nicht gefallen. Ich befürchte, es ist ein zeitloses Gedicht, doch derzeit ist es besonders aktuell.

Nachdenkliche Grüße

Andreas
 

Tula

Mitglied
Hallo

auch mir gefällt es als lyrische Verarbeitung dieser wirklich unbegreiflichen Tage.

Frage: am Ende: muss das nicht "wider besseren wissens" ?

Warten wir also auf gutes Wetter und auf dass die Greueltaten bald doch im Sommerloch verschwinden.

LG
Tula
 

Tula

Mitglied
oh peinlich

Hallo Karl

meine Frage beantworte ich mir jetzt selbst, warum habe ich da nicht gleich nachgeschaut..., d.h. bei korrekturen.de

immerhin war das meinerseits ein "beliebter Fehler", ich schiebe das jetzt mal frech auf irgendwelche Mitmenschen; von denen habe ich das wohl mal falsch gelernt

nachplappern ist menschlich...

LG
Tula
 

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