zeitlupe

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HerbertH

Mitglied
ein tal in stille
schatten kaum bewegt
gräser harrend
umschleicht ein hauch
umraunt ein rinnsal

ein schritt die wade
streift farn die sohle
schmiegt betautes braun
kaum junges grün
und efeu schlingt sich fest

ein blick hinauf
zeigt himmelsgrau durch
braun und dunkelgrün
gefiltert hintergründig
verschattet bis zur krume

und doch fließt
saft im tiefengrund
ergreifen wurzeln festen
stand und borkenkäfer
beleben totes holz

und spechte klopfen
rhythmen zu rollerrufen
und pilze baden
im bodenlicht

ich atme mich voran
der weg windet sich
zu den felsen
oben in die helle
 

Franke

Foren-Redakteur
Teammitglied
Hallo Herbert,

da wird's jetzt sicher einige geben, die sagen, dass das langweilig ist.

Mir tut es aber sehr gut mal eine schöne, ruhige Naturbetrachtung zu lesen.

Gerne gelesen!

Liebe Grüße
Manfred
 

HerbertH

Mitglied
Lieber Manfred,

Vielen Dank für die lobenden Worte!

Wie so oft ist es Naturbetrachtung und auch ein Bild für innere Prozesse. Vielleicht wirkt es dadurch intensiver.

Herzliche Grüße

Herbert
 

HerbertH

Mitglied
Lieber Walther, das wird schwierig, denn es war Bild einer Art Meditation, Wunschbild mit Ausblick sozusagen. :)
Freut mich sehr, wie es bei Dir ankam

Liebe Grüße Herbert
 

HerbertH

Mitglied
Lieber Karl, schön, dass diese Gedicht eine Saite bei Dir anschlagen konnte. Ich denke, es wirkt, weil es geheime Wünsche anspricht.

Danke

Herbert
 

HerbertH

Mitglied
Danke für all die positiven Wertungen, die mich ein wenig überraschten. Und über die ich mich sehr gefreut habe :)
 

Mondnein

Mitglied
es ist ja auch sehr schön!

seelisch-innere Prozesse - mag sein, aber die sind auch dem Naturerleben immanent.
 

HerbertH

Mitglied
Lieber Hansz,

danke für Deine anerkennenden Worte. Auf die inneren Prozesse wird man höchsten durch 'zeitlupe' aufmerksam...

Vielleicht sollte ich diese Überschrift für das Gedicht noch einbauen.

Aber vielleicht ist das ja auch eine Verschlimmbesserung ;)

Herzliche Grüße

Herbert
 

Mondnein

Mitglied
In der Tat, HerbertH,

ist "Zeitlupe" zu distanziert von dem sinnlichen Pfad, der so dicht an den Beobachtungen entlanggeführt wird. Man liest es ganz von alleine so langsam, sorgfältig, daß der Zeitlupen-Hinweis überflüssig wird.

Ich würde sogar einen anderen Titel wählen, weiß aber nicht, welchen. Es könnte eines der Wörter, der Beispiele im Text sein - etwa "borkenkäfer" -, aber dann bekommt eben das ein Übergewicht, wo es sonst doch sehr priamel-gleichmäßig durch die Beispiele fließt.

grusz, hansz
 

HerbertH

Mitglied
In der Tat sind Titel schwierig. Hier drängt sich auch kein durch das Schriftbild nahegelegter auf... Mein Wunsch für einen guten Titel sollte eine neue Bedeutungsebene eröffnen, aus der Naturbetrachtung herausführen, ohne sie ganz zu verlassen. Ein schwieriger Parcour, und meine Furcht vor Verschlimmbesserung ist für mich nicht von der Hand zu weisen. Ich werde nochmal in mich gehen, manchmal kommt eine Lösung im Schlaf - wenn man sich beim Aufwachen noch daran erinnert ...

Falls jemand gute Vorschläge hat, die kann ich brauchen,.. Aber nicht böse sein, wenn ich einen gutgemeinten Vorschlag nicht gleich akzeptiere, OK? :)

Danke im Voraus

Herbert
 

HerbertH

Mitglied
Hallo Hermann,

danke für Deinen Titelvorschlag. Ich muss darüber noch nachdenken.

Herzliche Grüße

Herbert
 

anbas

Mitglied
Lieber Herbert,

mir gefällt dieses Gedicht auch sehr gut!

Allerdings schließe ich mich der Kritik bezüglich der Überschrift an. Aus meiner Sicht gibt es noch einen Grund, der eher gegen sie spricht: "Zeitlupe" ist ein eher technischer Begriff, der - so finde ich - hier nicht passt.

Ähnlich geht es mir übrigens mit dem Wort "gefiltert". Auch dies passt nicht so ganz zu dem Text. Es stört nicht sehr, aber irgenwie "kratzt" es ein wenig.

Leider kann ich Dir - im Moment - keine Alternativ-Vorschläge machen.

Liebe Grüße

Andreas
 

HerbertH

Mitglied
Lieber Andreas,

am Titel werde ich sicherlich noch feilen, allerdings fehlt hier noch ein guter Einfall...

Hinsichtlich "gefiltert" beschreibt dieses Wort das gewünschte Bild für mich gut. Eine Alternative dazu zu finden, ist daher für mich schwierig. Es kann natürlich sein, dass hierbei mein naturwissenschaftlicher Hintergrund im Wege steht. Ich werde auf jeden Fall noch mal darüber nachdenken. Auch hier gilt: Für konkrete Vorschläge bin ich sehr dankbar.

Danke für Kommentar und Wertung

Liebe Grüße

Herbert
 

Vera-Lena

Mitglied
Lieber Herbert,

da hier ein Titel gesucht wird, möchte ich einen Vorschlag machen:

Mir nahe

Das Lyri geht ganz allein durch dieses Tal und ist mit seinen Gedanken ganz im Reinen, so dass es sich auf die Dinge konzentrieren und einlassen kann, von denen es hier umgeben ist.

Der Schluss gefällt mir besonders gut, es geht hinauf zum Licht.

Ja, wenn man in aller Stille mit sich allein sein kann, geht es (nach meiner Erfahrung) immer hinauf zum Licht.

Liebe Grüße
Vera-Lena
 

HerbertH

Mitglied
Liebe Vera-Lena, Dein Titelvorschlag
gefällt mir schon ganz gut. Vielleicht sollte der Aspekt mit dem Licht schon im Titel abgebildet werden. Vielleicht einfach "Hinauf ins Licht"? Ich hatte auch schon an "Eintauchen" gedacht...

Vielen Dank jedenfalls für Dein Mitdenken.

Liebe Grüße

Herbert
 

LUPESIWA

Mitglied
Hallo Herbert,
Dein Gedicht zu lesen ein - "Seelenschmaus", obwohl ich unter dem Begriff vorwiegend Rezepte gefunden habe, also für mich - Nahrung für die Seele, wunderschön.
LG Lupesiwa
 

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