zu schaurig

3,30 Stern(e) 3 Bewertungen
starre schmale risse in die grauen regenschnüre
reiße löcher in den glauben an das so genannte gute
radikale drängen sich in meine letzten träume
von freiheit vernunft und gastfreundschaften
irgendwo wartet immer ein schlafender terrorist
auf seinen letzten einsatz und
allah ist größer und christus heilt allerletzte wunden

aber wenn der regen aufhört
blendet mich wieder die sonne
 

Walther

Mitglied
Hi Karl,

hier reist ein troll durch die lande und bedenkt andere kommentarlos mit schlechten bewertungen - warum auch immer.

mir gefällt die lakonie des texts ebenso wie seine aussage - ein ganz typischer text für dich, fast wie ein reim- und formloses sonett mit einer moral von der geschicht in den beiden abgesetzten abschlussversen.

lieber gruß W.
 

Benjamin

Mitglied
Das ist ein sehr bürgerlicher Umgang mit Weltschmerz. Gut und böse, Allah und Christus, das Böse lauert und das Gute wird bedroht...

Abgesehen davon dass es keine Lyrik ist (bis auf die erste Zeile), und kaum literarische Qualität besitzt, sollte man so ein Thema nicht dermaßen leichtfertig abarbeiten.

Man bekommt das Gefühl,dass der Autor sich nur so kurz wie möglich mit dem Thema befassen wollte. Das ist zwar verständlich, aber man merkt es dem Text auch an.

@Walther: Nein, ich bin kein Troll. Es ist nur eine Meinung. Außerdem waren von meinen vielleicht 5 Bewertungen 2 schlecht, 2 mittel und eine gut.
 

Walther

Mitglied
Hi Benjamin,

deine ansicht ist von hinten bis vorne falsch. der text glänzt mit innovativen metaphern und reizvollen verschränkungen zwischen meinungen und umgebungsbeschreibungen. das nennt man gute poesie.

der autor hat sich viel zeit mit dem sujet gelassen - er hat es von verschiedenen seiten betrachtet und in eine nachvollziehbare situation eingebettet.

wer eine sammlung schlechter bewertungen kommentarlos hinterläßt und gleich bei seinem ersten auftritt derartig auftritt, muß richtig gut sein - im kritisieren, im annehmen von kritik und beim schreiben eigener texte. mal sehn.

lg W.
 
Lieber Walther,
danke für Deine deutlichen Worte. Ich bin immer ein wenig gehemmt, meine Texte selbst zu verteidigen. Allerdings fand ich schon, dass Benjamin offenbar meinen Text sehr oberflächlich gelesen und beurteilt hat.
Noch einmal Dank und herzliche Grüße
Karl
 

Mondnein

Mitglied
akbar

irgendwo wartet immer ein schlafender terrorist
auf seinen letzten einsatz
das ist er, der Troll ... (aber das kann nicht Benjamin sein, denn Benjamin heißt doch nicht "Anonymus" - oder können namhafte Autoren anonym werten?)

allah ist größer
endlich, endlich! mal einer, der weiß, das "akbar" nicht "groß" heißt, sondern "größer". Es ist in der Tat ein Komparativ, wenn ich meinen Arabisch-Grammatiken glauben darf.

Zur ästhetischen Würdigung und Charakterisierung Deiner Verse schließe ich mich Walther an, der's (in meiner Sicht) trefflich trifft.

grusz, hansz
 

Walther

Mitglied
Lb Karl,

hier sein werk, mit dem er seinen antrittsbesuch gemacht hat: https://www.leselupe.de/lw/titel-Jener-Tag-130560.htm

darüber könnte man sehr viel sagen - in sehr wenigen klaren worten. da er neu ist, werde ich ihm diese erfahrung ersparen und die vermittlung seines eichpunkts anderen überlassen - es könnte als nachkarten ausgelegt werden.

in der tat hat er einen text gelesen, den ich oben nicht vorgefunden habe. aber man steckt ja im anderen nicht drin und kann daher nicht ermessen, was er bereits gelesen hat, wieviel er vom topos versteht und wie er qualität einordnet. man selbst ist immer partei, daher kann ich deine zurückhaltung mehr als gut verstehen. und bin deshalb eingeschritten, weil das konnte so nicht stehen bleiben ...

lg W.
 

Benjamin

Mitglied
wer eine sammlung schlechter bewertungen kommentarlos hinterläßt und gleich bei seinem ersten auftritt derartig auftritt, muß richtig gut sein - im kritisieren, im annehmen von kritik und beim schreiben eigener texte. mal sehn.
Warum werde ich hier persönlich angegriffen? Mein erster Kommentar in diesem Forum war ein positiver: siehe"Die Nacht in der wir uns fanden" von Alex Knov. Und es waren 2 schlechte Bewertung, keine Sammlung.

Und warum soll meine Meinung -falsch- sein. Es ist eine Meinung. Diese basiert auf meiner Auseinandersetzung mit dem Thema, der Aktualität und bezieht sich auch auf die Aussage des Textes.
Bevor ich mich hier demütigen lasse führe ich es aus:

reiße löcher in den glauben an das so genannte gute
-Löcher reißen? Der Glauben ist kein Gegenstand.-finde es keine treffende Formulierung.
"Es reißt mir Löcher in den Glauben an das ...." wäre treffender und zweideutig.

Außerdem muss man gegen den Terror nicht an das Gute appellieren, sondern einfach nur an die geistige Gesundheit/das Normale und Natürliche.

Aussage:Nicht alle Menschen sind gut.-ja, weiß man allgemein.

allah ist größer und christus heilt allerletzte wunden
Mag politisch sein, aber diese Zeile ist mir zuwider. Sobald Religionen instrumentalisiert werden und Allah Christus gegenüber gestellt wird graut es mich.

aber wenn der regen aufhört
blendet mich wieder die sonne
Ja, wir müssen zum Glück nicht so sehr unter dem Terror leiden wie es anderswo, in noch viel verheerenderem Ausmaßen, der Fall ist. Unser Wohlstand (was ich hier als Sonne verstehe) mag uns auch blenden, aber die Darstellung von Entsetzen und Trauer (in diesem Fall wohl der Anschlag in Manchester) durch Regen, der dann wieder von schönen Tagen abgelöst wird, ist mMn eher schwach.

Ich finde dort nirgendwo Ohnmacht oder Wut, sondern einfach nur Ernüchterung und den größtmöglichen Kontrast, nämlich den von "Gut und Böse". Dadurch entsteht nicht nur eine Distanz zwischen Ereignis und Erzähler, sondern auch von Ereignis zu Wirklichkeit. Nehmen wir nur mal das 20.Jahrhundert Europas oder die heutigen Kriege im nahen Osten. Wie kann der Glaube an das Gute von all dem unberührt sein, aber bei einem Terroranschlag in einem westlichen Land plötzlich zu wanken beginnen?

ps. @ Karl Ich spreche doch Sie mit dem Kommentar an. Ihre Hemmungen sind unangebracht. Ich bitte sogar darum korrigiert zu werden. Darum geht es hier doch auch, oder? Eine Diskussion zu führen, und nicht um seine Texte behimmeln zu lassen und Punkte zu sammeln..
Und da ich hier nun als grober Tölpel dargestellt wurde: Meine Kritik soll keine Beleidigung sein. Ein Text ist keine Statue, also wenn ich jemanden zur besseren Überarbeitung anregen kann wäre ich froh, und wenn nicht, nehmt es doch nicht persönlich. Es gibt nunmal auch den Faktor Geschmack und Subjektivität.
 

Benjamin

Mitglied
Nachtrag
@Walther

Ich bitte um deine Kritik. Ich halte das schon aus. (Auch die persönlichen Angriffe, obwohl ich absolut sachlich war und es nicht verdient habe).
Diese Gehässigkeit hier erstaunt mich.
 

Walther

Mitglied
Hi Benjamin,

hier gibt es keine "gehässigkeiten". hier wird niemand "gedemütigt". was ist denn das für ein debattenstil? das meinte ich mit "kritik ertragen", schlechte und tiefe einsichten gewährende replik deinerseits. sprache ist verräterisch.

wer gut kritisiert, muß vorher lernen, daß es objektive kriterien für die literazität und qualität von texten gibt. man muß mit ihrer aussage nicht einverstanden sein und kann dennoch gutes sprachhandwerk erkennen. "gefallen" ist eine kategorie, aber keine textarbeit. ich habe dir nachgewiesen, daß du falsch liegst, der kollege mondnein hat das vertieft betrachtet und bestätigt. die frage ist, wo bleibt deine einsicht?

deine verteidigung ist dünn. natürlich kann etwas "löcher in den glauben reißen". das ist eine metapher für "durchlöchern". das geht durchaus auch im übertragenen sinne, das, was durchlöchert wird, muß nicht körperlich sein. und selbstredend darf man die beiden religionen derart überspitzt gegeneinander stellen - das ist legitime verdichtung und ein ebenso probates wie anerkanntes stilmittel politischer poesie (und rhetorik). das ergebnis des bilds muß dir nicht gefallen, es soll nur seinen zweck erfüllen und zum nachdenken anregen. das hat es sogar bei dir, wie du einräumen mußt.

ich hatte schon vermutet, daß es ein wissensdefizit gibt, als ich die wertungen, deine kritik und deine replik gelesen habe. das solltest du rasch auffüllen, wenn dir solche diskussionen in zukunft erspart bleiben sollen. es gibt einschlägige literatur über die lyrik, und es gibt viele gute lyriker, die man lesen kann (und sollte), um die "geschmacksnerven" zu schärfen. nötig wäre es in deinem fall.

und, nein, ich werde dein werk weder kritisieren noch bewerten. die begründung habe ich geliefert. ich wäre wahrscheinlich nicht neutral und so fair, wie ich eigentlich sein möchte, wenn ich einen text bespreche. daher überlasse ich das anderen, die du noch nicht "bedacht" hast.

lg W.
 

Benjamin

Mitglied
Moment mal. Sie haben mein Gedicht ins Spiel gebracht, obwohl es nichts mit der Kritik hier zu tun hat. Natürlich ist es eine Demütigung. Sie deuten mir an wie schrecklich es ist, nur um dann mit einem fadenscheinigen Argument einen Rückzieher zu machen. Ich dachte Ihr Maß an Objektivität und Sachkenntnis wäre so groß, also sollte Subjektives auch keine Rolle spielen.

Und nein, wie ihr seht bewerte ich nicht anonym. Warum auch!?
 

revilo

Mitglied
Guten Morgen,

mir persönlich gefällt das Gedicht.....die erste Kritik von Benjamin war sehr undifferenziert und wurde dem Werk nicht gerecht.....die zweite Kritik ist zumindest nachvollziehbar, obgleich ich den Eindruck habe , dass es ihm nicht um das Gedicht als solches geht, sondern mehr um seine eigene Weltanschauung.....

ich empfehle Dir, lieber Benjamin , dass du dich mal eingehend mit Karls Gedichten befasst....er ist ein hervorragender Lyriker, der seit Jahren kontinuierlich veröffentlicht...
ich halte daher die teilweise recht harsche Fundamentalkritik für unangebracht.....

LG revilo....
 

Benjamin

Mitglied
obgleich ich den Eindruck habe , dass es ihm nicht um das Gedicht als solches geht, sondern mehr um seine eigene Weltanschauung.....
Ja, bei mir steht der Inhalt immer an erster Stelle. Ich finde es auch ein Unding, dass sich Lyrik anscheinend nur in Regelwerk bettet und wie ein Mathematiker die gelungenen Formeln preist.
Sobald mich die Aussage eines Gedichts stört (und es geht ja um die Aussage, all das was es in einem anspricht), dann sage ich es auch.

ps. Ich kann überhaupt keine Wertung abgeben. Liegt vermutlich an meinem Browser oder meinen wenigen Beiträgen, keine Ahnung. Jedenfalls, wie ich dem Autor schon gesagt habe, wäre meine Bewertung nicht desaströs, sondern ein "sollte man verbessern".
 

revilo

Mitglied
starre [red]schale [/red]risse in die [red]nebulösen [/red]regenschnüre
[red]schmiede [/red]/ [red]stanze[/red] löcher in den glauben an das so genannte gute
radikale drängen sich in meine [red]hehre[/red][red]n[/red] träume
von [strike]freiheit [/strike]vernunft und gastfreundschafte[strike]n[/strike]
irgendwo wartet immer ein schlafender terrorist
auf seinen letzten einsatz und
allah ist größer und christus heilt allerletzte wunden

aber wenn der regen aufhört
blendet mich wieder die sonne

Lg revilo

"letzte" träume habe ich ersetzt, weil du ansonsten 2 x letzte in dem Gedicht hast..
 

Walther

Mitglied
Moment mal. Sie haben mein Gedicht ins Spiel gebracht, obwohl es nichts mit der Kritik hier zu tun hat. Natürlich ist es eine Demütigung. Sie deuten mir an wie schrecklich es ist, nur um dann mit einem fadenscheinigen Argument einen Rückzieher zu machen. Ich dachte Ihr Maß an Objektivität und Sachkenntnis wäre so groß, also sollte Subjektives auch keine Rolle spielen.

Und nein, wie ihr seht bewerte ich nicht anonym. Warum auch!?
Hi,

da ich nicht neutral wäre, bewerte und bespreche ich das werk nicht. die begründung habe ich geliefert. selbst wenn ich es schlecht besprechen würde, wäre das keine demütigung. kritik ist in den allermeisten fällen nicht persönlich gemeint.

lg W.
 
starre schale risse in die nebulösen regenschnüre
stanze löcher in den glauben an das so genannte gute
radikale drängen sich in meine hehren träume
von freiheit vernunft und gastfreundschaft
irgendwo wartet immer ein schlafender terrorist
auf seinen letzten einsatz und
allah ist größer und christus heilt allerletzte wunden

aber wenn der regen aufhört
blendet mich wieder die sonne
 

morgenklee

Mitglied
Wer weiß, was Lyrik ist? / Ungereimtes

Mit welchem Ego muss man denn ausgestattet sein,
um hier auszrufen zu können: "Das ist keine Lyrik!"?

Ob "das" ein guter oder ein eher mittelmäßiger Text
ist, kann ja - konstruktiv und kontrovers - ddiskutiert
werden. Aber, Benjamin, mit so einer eher abschätzigen
Bemerkung ist es halt nicht getan. Da müsste das
Unterfüttern Deines Kommentars eigentlich erst be-
ginnen.
 

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