Zucker im Tee

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Tabasco

Gast
Zucker im Tee

Schon wieder! Schon wieder schrie er, als er seinen Tee ausgetrunken hatte und bemerkte, dass sich, wie schon sooft, ein schleimiger Haufen Zucker auf dem Boden der Tasse angesammelt hatte...
Er rührte jedes mal sorgfältig um, mindestens 2 Minuten lang! Er vergaß auch nie mit dem Trinken noch zu warten bis sich der Zucker endgültig aufgelöst haben müsste. Der Tee wäre kurz nach dem Brühen noch zu heiß zum Trinken, daher war er ja sowieso gezwungen noch zu warten. Aber immer, jedes Mal, ohne Ausnahme passierte das gleiche. Er rührt, er wartete, er trank und bemerkte letztendlich, dass sich der Zucker nach allen Bemühungen immernoch nicht aufgelöst hatte...Ihm war zum Schreien zu Mute...Immer bildete er sich ein, Tee kochen wäre das Einzigste, was er richtig beherrscht. Das tat er auch, bis auf diesen ständigen, kleinen, bedeutenden Fehler mit der Dosierung von Zucker. Wie oft war er so verzweifelt, dass er sogar mit dem Gedanken spielte, Süßstoff zu verwenden. Bisher gelang es ihm jedoch immer, sich wieder auf die Tatsachen zu beschränken und von diesem grauenerregenden Gedanken abzulassen...Gott sei Dank! SÜßSTOFF!!!! Für einen wahren, erfahrenden Teetrinker eines der schlimmsten Vergehen, die man begehen könnte!!!
Es gab nichts, absolut nichts, woran er sich in Notzeiten festhalten könnte, wäre da nicht eine namhafte, wohlschmeckende Erfindung namens TEE! Danke dem Erfinder und Danke denen, die wie er dieses berauschende und gleichzeitig beruhigende Getränk groß gemacht haben! Selbst sah er sich nicht als Held aber in den Augen vieler anderer Teetrinker war er einer, denn er kannte sie alle! Jawohl! Alle, jede einzelne Teesorte war ihm geläufig. Auch getestet hat er sie alle, auch wenn er das leugnet! Wie jeder seines Kalibers hatte natürlich auch er seine Favoriten! Nie würde er sich anmaßen über einfältige Teearten wie Schwarztee zu lästern, aber er war mehr den exotischen Teesorten verfallen. Diverser Früchtetee mit Passionsfrüchten oder Mangogeschmack sowie auch der allbekannte Hagebuttentee, allerdings nur der aus Ungarn, weil dieser einen Spritzer Whiskey
enthielt. Auch der russische Pfefferkuchentee und der scharfe Brennessel-Chilli-Gemischtee hatten es ihm angetan. Aber wichtig ist: IMMER! Egal welcher Tee!!!! ZUCKER! Zucker, auch wenn es nur 5 Krümel seien, gehören in einen anständigen Tee, so wie der Ketschup zu den Pommes gehört und das Salz zu den Salzstangen! Zucker ist Pflicht! Nicht etwa wie die Engländer, die sich das Zeug fuhrenweise in den Tee kippen und dann auch noch ein ganzes Glas Milch reinkippen...nein...kultivierte Teetrinker wissen, Zucker richtig zu dosieren. Und das war es, was ihn fertig machte. Sollte er nach all den Jahren des Teetrinkens noch so grün hinter den Ohren seien, dass er nicht einmal ordentlich Zucker in eine Teetasse füllen kann? Nie nahm er zuviel Zucker, immer genau so viel wie er es bei seinem Meister gelernt hatte! Ja, sein Meister! Jeder Elite-Teetrinker hatte einen Meister. Von ihm erlernte er die Entstehung und die Entwicklung des Tees. Die Entwicklung! Eine schlimme Sache. Es schien als würde die Welt, die sein Meister ihm aufgebaut hatte, unter seinen Füßen zerbröckeln. Das Wort "Tee" stand schon lange nicht mehr für TEE! Instant-Tee!
Schon allein das Wort Instant-Tee ließ ihm einen kalten Schauer über den Rücken laufen!
Es liegt an ihm und vereinzelten, weiteren, treuen Teetrinkern, diese Kultur beizubehalten,
das Getränk Kaffee aus dem Rennen zu werfen und dem Tee das eigene Imperium zurückzuerkämpfen! Eine schwierige Mission, die einen an die Grenzen seiner Fähigkeiten treibt...und dabei kann er nicht einmal richtig Zucker dosieren....


Tabasco © 1998
 
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ElsaLaska

Gast
hahaha, tabasco,

das ist wunderbar humorig! prima. super idee!
nur die vielenvielenvielen kleinen und auch riesengrossen tempusfehler, mein lieber! die schmälern den genuss ganz ausserordentlich!
bitte überarbeiten in hinblick auf die zeiten der verben. und bitte mehr davon!
es freut sich
elsa
 
T

Tabasco

Gast
...

Danke Elsa ...bist ja immer die erste, die sich zu meinen Werken äußert. :))

Bezüglich einiger Fehler muss ich dir Recht geben. "Zucker im Tee" hab ich 1998 geschrieben (also mit 14 Jahren) und seit dem Schreiben nicht mehr überarbeitet. Sollte ich bei Gelegenheit wohl mal tun. Ich werd mich an die Sache einfach noch mal 'ran setzen und es irgendwann nocheinmal veröffentlichen. In der überarbeiteten Fassung.
Ich hab immer Angst, mir Sachen die ich vor langer Zeit geschrieben habe noch einmal durchzulesen, weil sie mir dann meistens nicht mehr gefallen. Ich hab halt dann nur noch die Errinnerung daran, dass sie damals gemocht wurden.

In diesem Sinne...

ich merke das diese Kurzgeschichte noch nicht veraltet ist
und ich werde mich bei Gelegenheit mal wieder damit beschäftigen.

Danke


der Tab
 
E

ElsaLaska

Gast
WOW! mit 14... du flunkerst ja ;)

super! dieser text ist wirklich zeitlos, meine ich.
und bitte überarbeite ihn doch, es wäre schade drum...
nun, das geht jedem so, dass einem ein text nach einer weile nicht mehr gefällt. trotzdem: eisern überarbeiten, nach einer weile findet man ihn dann plötzlich wieder hervorragend...
ist nur meine persönliche meinung: die überarbeitung ist fast wichtiger als der schreibprozess selber.
aber das wirst du vielleicht irgendwann selbst herausfinden...
liebe grüsse
elsa
 
T

Tabasco

Gast
überarbeitung

Tja...das ist es halt immer: die Überarbeitung. Man wird älter und stellt dann fest, dass sich vieles von damals bezügliches des Wortschatzes, des Niveaus, der Idologie und des Schreibstiles geändert hat. Sicher hast du recht wenn du sagst, dass die Überarbeitung meist wichtiger ist als das Schreiben an sich aber ich bin so ein Mensch der eigentlich ungerne auf "damalige" Sachen zurückgreift und immer etwas neues anfängt. Aber hier werd ich mal 'ne Ausnahme machen. *gg* Ich hab's mir jetzt selbst nochmal durchgelesen und muss schon sagen: au weia. Hab mich gliech gestern abend nochmal 'ran gesetzt. Trotzdem werde ich ein bisschen Zeit vergehen lassen bevor ich die neue Fassung veröffentliche. Sieht sonst so aus als hätte ich nur 1 oder 2 Kurzgeschichten, die ich immer wieder ausstelle. ;-))
überigens: <<dieser Text ist wirklich zeitlos>> ....hui...das nenn ich mal ein Kompliment! danke danke danke

bis dämnächst Elsa

man liest sich sicher


tschöö ... der Tab
 
T

Tabasco

Gast
...

hab noch was vergessen:
ich war wirklich 14 als ich's geschrieben hab. Großes Indianer-Ehrenwort!!!


tab
 

gladiator

Mitglied
Hallo Tabasco

nette Idee, netter Text, hier meine Anmerkungen:

Tempusfehler hat Elsa schon erwähnt, mir erscheint auch die Interpunktion manches Mal gewagt ;).

Ihm war zum Schreien zu Mute... - Verbale Konstruktionen mit zum, für, nach , bei usw klingen mir immer etwas holprig in den Ohren. Vielleicht: Er wollte schreien, oder: Ihm war, als müsse er schreien.

Immer bildete er sich ein, Tee kochen wäre das Einzigste, was er richtig beherrscht. - PFUI! Einzig ist absolut, es gibt nicht einziger und einzigste...Für solche Fälle empfehle ich immer wieder "Deutsch für Profis" von Wolf Schneider. Das zieht einem solche Bolzen aus dem Hirn.

Auch getestet hat er sie alle, auch wenn er das leugnet! - Versteh ich nicht...

Nie würde er sich anmaßen über einfältige Teearten wie Schwarztee zu lästern, aber er war mehr den exotischen Teesorten verfallen. - "verfallen" ist in der Literatur inhaltlich auch eher "absolut" besetzt. Dann muß aber das "mehr" weg, oder Du schreibst "zugetan".

der Ketschup zu den Pommes - Ketschup? Dann aber bitte auch mit Majonäse ;).

Gruß
Gladiator
 
T

Tabasco

Gast
Hi gladiator

Wie gesagt...das ganze ist derbst alt und nicht überarbeitet. Ich hätt' es mir vor dem Veröffentlichen wirklich nochmal durchlesen sollen. *arrg*

Ich weiss wie viele Fehler drin sind und ich entschuldige mich für jeden einzelnen. Die überarbeitete Fassung komme garantiert. Und daran soll's dann nix mehr zu meckern geben!

Versprochen...


der Tab
 

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