Zur rechten Zeit

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Hallo Rui Luis,
Aufbrüche scheinen gerade eine große individuelle Bedeutung zu haben. Sie begegnen mir in mehreren aktuellen Texten und auch mir selbst zucken die Beine.

Zum Text:
Wenn du in der ersten Zeile aus gehn ein gehen machst, wird das Wort plastischer, dynamischer, rhythmischer, finde ich. Zwei Silben wirken dort wie zwei Schritte - also ein Voranschreiten.
Eine winzige Kleinigkeit nur, aber eine starke Veränderung,
findet der Clown.
 

Rui Luis

Mitglied
Hallo lieber Clown,
vielen Dank für deinen feinsinnigen Kommentar und das genaue Hinhören! Es freut mich sehr, dass dich das Thema des Aufbruchs so anspricht – und dass dir der Text ein wenig in den Beinen gezuckt hat, ist wohl das schönste Kompliment für ein Gedicht.
Dein Einwand mit den zwei Silben bei „gehen“ ist absolut logisch und nachvollziehbar. Die zwei Schritte machen das Voranschreiten plastisch.
Für diesen Text habe ich mich jedoch ganz bewusst für das raschere, etwas abrupt klingende „gehn“ entschieden. Die erste Strophe lebt für mich von einer gewissen anfänglichen Unruhe und Dynamik – sie soll die plötzliche Energie widerspiegeln, die auch in der darauffolgenden Zeile mit der „Hast der Vögel“ mitschwingt. Die Vögel fliegen ja auch eher mit einem plötzlichen Flügelschlag auf, statt im Gleichschritt loszumarschieren.
Die Ruhe und der weichere Fluss dürfen sich dann in den nächsten Strophen bei der Ruhe der Sterne und dem Warten der Gezeiten entfalten.
Ich danke dir herzlich für deinen wunderbaren Impuls und den spannenden Austausch über die Rhythmik!
Herzliche Grüße
Rui Luis
 



 
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