Zwischen Angebot und Nachfrage

Arcos

Mitglied
Ich betrete den Supermarkt
mit dem Selbstbewusstsein eines Menschen,
der nur Milch kaufen will.
Ich bin doch nicht blöd.

Fünf Minuten später
schiebe ich einen Einkaufswagen,
der aussieht wie die Vorbereitung
auf einen mehrjährigen Aufenthalt im Gebirge.
Quadratisch. Praktisch. Gut.

Ein Lautsprecher behauptet,
hier sei alles drin
und hier wäre ich richtig.
Ich suche trotzdem die Tomaten.
Geiz ist nicht immer geil.

An der Kasse steht ein Mann,
der dreißig Dosen Ravioli kauft
und dabei wirkt,
als hätte er einen geheimen Plan.
Nichts ist unmöglich.

Draußen regnet es.
Eine Taube betrachtet mich,
als wäre ich Teil einer Marketingkampagne.
Ich werfe ihr einen Gedanken zu:
„Wohnst du noch oder lebst du schon?“

Ich trage vier Tüten,
eine Melone
und Entscheidungen,
die ich nicht erklären kann.

Zu Hause stelle ich fest,
dass ich keine Milch gekauft habe,
aber etwas,
das nach uralten Überlieferungen
Flügel verleihen soll.
Am Ende musste ich sie jedoch zurückgeben,
gegen Pfand.

Die Taube hatte recht….
 



 
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