zwischen wesen

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Mimi

Mitglied
sie suchen zuflucht
bei dem gott des frühlichts
vor den blicken​
der von kohle umrandeten augen​


vor dem unheil
des wahnsinns ihrer münder wenn sie hauchen
bis die knoten der schnüre sich öffnen​


wenn der schöpfer​
den tag aus der nacht spaltet​
und ihren mond verschlingt und die sterne​
er der sonne befiehlt zu erscheinen​


bis das licht​
in die schatten flecken gleitet​
sie durchdringt wie die dschinns ihre leiber
durch die augen​
geflutet mit wahnsinn​
 
Zuletzt bearbeitet:

Mimi

Mitglied
Hallo Tula,
die Musik im Clip erinnert mich stark an das National Arab Orchestra mit dem Stück:
" Alf Laila wa Laila " und der Künstlerin Mai Farouk:p...

Die erste Zeile in meinem Gedicht ist offensichtlich eine Anlehnung an die
al-Mu'awwidatān Suren ( المعوذتان ) ، dies sind die beiden letzten Suren al- Naš und al- Falaq ( الناس، الفلق )
Sie werden häufig rezitiert um Schutz vor dem " Bösen Blick " zu erhalten und natürlich auch vor dem dunklen Zauber und der Magie der "Einflüsterer/innen, oder Einhaucher/innen"...

Die übrigen Zeile sind Erinnerungen an die Felsenstadt Petra und natürlich an die legendären abendlichen Geschichten meines Bekannten und tour guides, mit denen er, hauptsächlich amerikanischen Touristen, in aller Regelmäßigkeit einen ordentlichen Schrecken einjagte...

aber ganz ehrlich, im Wadi Rum, im "Tal des Mondes"، ganz in der Nähe von Petra, habe auch ich richtig viel Gänsehaut bekommen ...

Coronabedingt schwelge ich momentan etwas mehr in Erinnerungen, da ich zeitweilig mein Nomadenleben einschränken muss... ich bin schon kurz vor dem Sesshaft-werden;)...

Dankeschön für deinen Kommentar und deine Bewertung, Tula!

Liebe Grüße
Mimi
 
es klingt beinahe wie eine orientalische leda version. ich komme nicht umhin einen mieder öffnenden gott aus den zeilen zu lesen, oder weniger theatralisch; die kurzen augenblicke, in denen das licht einer irgendwie empfundenen transzendenz den körper flutet und entrückt. ein fleck sozusagen, aus schatten, im wahnsinn, den das licht leuchten lässt, von dem er glaubt, dass es ihn erschuf.

das hast du sicher nicht so gemeint, aber ich kann nicht anders als es so zu lesen...

mir gefällt es sehr. einzige kritik; es liest sich streckenweise zu prosaisch, ich hätte es vielleicht mit mehr pausen zwischen den bildern geschrieben, etwas mehr "stakkato" und etwas weniger "prosa"

aber das ist meckern und mäckeln auf hohem niveau und wahrscheinlich bloß geschmackssache.

l.g
patrick
 

Mimi

Mitglied
Hy Patrick ,
die Verse in Gedichten sollen ja zu
"eigenständigen Wesen" werden, denen der
Leser begegnen kann oder soll...
und natürlich haben sie sich von ihrer Urheberin "emanzipiert" .

Der gebrochene Rhythmus und die etwas
"zerstückelten" Verszeilen im Gedicht machen,
für mich gelesen, die Gefühlskomponente aus.

Deine Interpretation zu meinen Zeilen, gefällt mir allerdings außerordentlich gut!

Dankeschön für deinen sehr interessanten Kommentar dazu!

Liebe Grüße
Mimi
 

revilo

Mitglied
Ich versteh hier rein gar nix und will auch nicht so tun, als ob ich täte.Der Text spricht mich einfach nicht an. LG revilo
 

Mimi

Mitglied
...alles gut, Oliver, Dankeschön für deinen Kommentar und fürs Lesen!
...Übrigens, der kleine Kerl auf deinem Profilbild ist echt niedlich, als ( natürlich lebendiger )Hut bestimmt schööön kuschelig...;)

Grüße
Mimi
 

revilo

Mitglied
Ich meins ja nicht böse......ja, mein Kurt ist klasse und in der LL schon ein heimlicher Star...kannst du bei anbas "verschwundene Tiere " nachlesen.....
 

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