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Leselupe.de > Erzählungen
DIe weiße Rose
Eingestellt am 07. 01. 2018 12:43


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LucaR
Hobbydichter
Registriert: Jan 2018

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Liebe Kinder, ich möchte euch erzählen, wie ich das Herz eurer Mutter erobert habe. Ihr könnt mir glauben, es war das schwerste, was ich jemals tun musste, doch ich kann euch auch sagen, ich werde es niemals bereuen.
Es war Sommer und wir schreiben das Jahr 2004, eure Mutter und ich, wir kannten uns schon gefühlt seit Kindertagen. Wir waren im Park, um uns herum wehte eine schwache Brise, die Sonne strahlte auf das weiße Kleid eurer Mutter, die Blätter in den Bäumen um uns herum tanzten förmlich und der wolkenfreie, blaue Himmel über uns war klar und schien unendlich. Überall wuchsen bunte Pflanzen, ein paar Kinder spielten auf einem Spielplatz nebenan, doch sie schienen unerreichbar. Ich sah eure Mutter vor mir, ihre Augen geschlossen, die Arme ausgebreitet und sie selbst schien die Sonne genau so zu genießen wie die weißen Rosen gleich hinter ihr. Ihr braunes Haar wehte sanft im Wind, sie schien in ihrer Umwelt einfach glücklich. Ihr wundervolles Lächeln direkt vor mir ließ mich fast meinen Verstand verlieren, doch so nah es auch war, es schien viel zu weit entfernt. Sie blickte mich an, öffnete langsam ihre perfekten Augen und zum Vorschein kam ihre Augenfarbe. – Kinder, jedes mal wenn mich jemand fragt, was für eine Augenfarbe sie habe, konnte ich keine eindeutige Antwort geben. Ihr wisst, was ich immer darauf antworte, aber ich sage es euch noch einmal. Die Farbe in ihren Augen erscheint mir nicht normal. Ich kenne keine einfache Farbe, die das beschreiben könnte, deswegen kann ich nur sagen wie sie für mich scheinen. Sie erscheinen mir in derselben Farbe des Ozeans während einem perfekten Sonnenuntergang.” – Nachdem sie mir ihre bezaubernden Augen offenbarte, schenkte sie mir ein paar Worte. Ich werde diese Worte nie vergessen, doch ich werde sie niemals jemandem verraten. Ihre Stimme hatte schon immer etwas, das mich besänftigte, sie beruhigte mich immer, egal wie aufgewühlt ich war. Ich war so aufgeregt sie zu sehen, es war das erste mal, dass wir nur Zeit für uns hatten, ohne dass etwas einen Keil zwischen uns trieb. Und Kinder, ich hatte eure Mutter schon sehr oft gesehen, doch ihr Anblick an diesem Tag wird immer mein liebster sein. Die Ausstrahlung der Perfektion in ihr war nur für mich sichtbar und brachte mich in eine andere Welt – eine glückliche Welt. Wir legten uns in das tiefgrüne Gras und blickten uns an. Ich hatte in diesem Moment an so vieles gedacht und doch an nichts. Ich hatte gedacht, wie toll es ist, dass endlich nichts mehr zwischen uns steht, wie schön sie doch aussah und was bisher immer alles kaputt gemacht hatte. Doch nun musste ich mir keine Sorgen mehr darüber machen, es war nicht mehr da, es gab nur noch sie und mich. Ich sagte ihr, wie glücklich ich sei, sie zu sehen, woraufhin sie mich anlächelte. Ihr verführerisches Lächeln zog mich sofort wieder in ihren Bann. Ich war so schüchtern und fragte mich, ob ich gerade wirklich mit ihr hier sein dürfte. Ich könnte sie die ganze Zeit betrachten, wie sie atmet, wie sie lächelt. Sie hatte es wieder mal geschafft, mir den Atem zu rauben. Wir hatten ein fast endloses Gespräch über all die Dinge dieser Welt – schöne, lustige, traurige, schlechte – doch am Ende landeten wir bei uns beiden. Sie schien verlegen und wollte nichts sagen, wir waren doch eigentlich schon so lange Freunde und sie hatte Angst vor der Zukunft. Ich flüsterte ihr ins Ohr, dass sie die schönste Person war, die ich je gesehen habe und dass ich ihr vertraue. Sie errötete, doch sie war nicht mehr so angsterfüllt wie zuvor. Ich sagte ihr, es sei schön, dass es sie gibt. Ich hatte eigentlich keine Hoffnung, jemals mehr als Freundschaft mit ihr zu haben. Sie wollte beides, Freundschaft, aber auch mehr. Ich versicherte ihr, dass wir das hinbekommen würden, doch sie zweifelte. Ich war bereit zu gehen, aber ich blickte ihr noch einmal in die Augen, nahm ihre Wange in meine Hand und sagte ihr, dass dieser Tag perfekt sei. Sie verstand nicht, wir hatten uns doch schon so oft gesehen und immer waren wir so zueinander. Ich sagte ihr, dass dieser Tag, dieses Wetter, diese Situation, einfach alles perfekt gewesen sei, bis sie ihre Angst wieder zeigte. Ich konnte ihr jene Angst vor dem Neuen nie nehmen. Also stand ich auf, drehte mich um und lief enttäuscht fort. Wir sollten wohl für immer auf anderen Wegen gehen. Ich schaute nicht mehr zurück, zu tief saß der Schmerz. Aber Kinder, ihr würdet jetzt nicht hier sitzen, wenn das das Ende der Geschichte gewesen wäre. Auf einmal packte etwas meine Hand, drehte mich um, schaute hinauf zu mir und da konnte ich sie sehen. Sie war ebenso schön wie immer, doch bis heute konnte ich das nie verstehen. Sie sagte erst nichts, ich sah eine Träne auf ihrer Wange, woraufhin ich sie wegwischte. Auf einmal geschah etwas unerwartetes. Sie schlug die Arme um meinen Hals und küsste mich. Nach dem Kuss sah sie mich wieder an und sagte die drei schönsten Worte, die ich hören konnte. “Ich liebe dich.” Das war die größte Überraschung, die ich jemals bekommen hatte. Schließlich liefen wir beide gemeinsam, Hand in Hand in den Sonnenuntergang.
Liebe Kinder, ich weiß wie sehr ihr eure Mutter geliebt habt. Sie ist und bleibt die einzige Frau für mich, ich werde sie immer lieben. Ich vermisse sie so sehr wie ihr, aber sie ist nicht wirklich weg. Sie begleitet euch immer, tief in eurem Herzen. Ihr könnt sie sehen wenn ihr sie braucht, in euren Gedanken oder euren Träumen. Sie wird euch niemals alleine lassen. Cecilia, legst du noch bitte die weißen Rosen zu ihr, die du aus dem Park gepflückt hast? Sagt eurer Mutter noch einmal wie lieb ihr sie habt, wir sollten nach Hause gehen.

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Ralph Ronneberger
Foren-Redakteur
Autor mit eigener TV-Show

Registriert: Oct 2000

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