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Leselupe.de > Kindergeschichten
Das Kinderhaus
Eingestellt am 18. 04. 2013 14:05


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Arno Abendsch├Ân
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Kais Oma und Opa bauten noch einmal ein Haus, obwohl sie schon so alt waren. Wie viel gab es auf der Baustelle zu sehen! Man darf aber nicht fortgeschickt werden, nur weil man erst sechs ist. Man muss alles aus der N├Ąhe betrachten und untersuchen d├╝rfen. So viel liegt da zwischen der Baugrube und dem Stra├čenrand herum und wartet darauf, verbaut zu werden.

Es gibt zum Beispiel Haufen von rotem und von wei├čem Sand. Nur in der Farbe unterscheidet er sich. Die Kinder drangen mit ihren H├Ąnden ins Innere dieser Sandberge vor, die h├Âher waren als sie selbst. Jedenfalls waren sie es, bevor sie damit anfingen. Es war sehr spannend, im Sand kleine H├Âhlen zu bauen. Die Kinder trieben dazu Stollen hinein und warteten ab, ob die ausgeh├Âhlten Berge vielleicht einst├╝rzten. Das kam manchmal vor. Bei ihrer Arbeit entdeckten sie Verschiedenes. An warmen Tagen hatte die ├Ąu├čere Sandschicht eine hohe Temperatur. Wo die Sonne daraufschien, gl├╝hte der Sand beinahe. Er war trocken und rieselte fein wie Zucker. Drangen sie dann mit ihren F├Ąusten ins Innere vor, nahm seine Temperatur schnell ab. Der Sand dort klebte feucht an ihren H├Ąnden. Mit ihm konnten sie die Decken der von ihnen schon ausgeh├Âhlten Stellen festklopfen.

Um sich zu entspannen, sprangen die kleinen Bauarbeiter auf die Gipfel und Hochfl├Ąchen der von ihnen noch nicht eingeebneten Sandberge und rutschten auf ihren Hosenb├Âden zu Tal. Noch mehr Spa├č machte es, wenn man sich im Rutschen auf die Seite warf und von den nachfolgenden Sandmassen ein bisschen versch├╝tten lie├č. Wie das prickelte, wenn der Arm oder ein Bein vom Sand niedergedr├╝ckt wurde. Aber wenn man wollte, kam man immer schnell wieder frei.

Doch bald schimpften die Maurer. Es war ihnen zu viel Arbeit, eine Schubkarre mit Sand zu f├╝llen, wenn das Material nun in kleine Haufen verteilt war. Nach einem Regenguss verfolgten die Kinder den Weg des weggeschwemmten Sandes. Er f├╝hrte in Schlieren zum Rinnstein, Sandkorn f├╝r Sandkorn. Wieder waren die Kinder schuld und der Gro├čvater wurde gerufen. Sie durften nicht mehr mit dem Sand spielen.

Da kam ihnen etwas anderes in den Sinn. Sie mussten nur warten, bis die Maurer Feierabend hatten. Danach machten sich die Kinder rasch ans Werk und bauten aus Hohlblocksteinen ihr eigenes Haus. Die Steine waren zum Gl├╝ck nicht so schwer, wie sie aussahen. Sie schleppten sie zu zweit zu ihrer eigenen Baustelle. Sie lag hinter dem Bauwagen und blieb daher von Nachbarn und Passanten lange unbemerkt. Auf M├Ârtel mussten sie verzichten, ihr Haus sollte ja noch vor dem Abendessen fertig werden. Es gab nur ein Zimmer und es hatte kein Fenster, aber vier Ecken, wie es sich geh├Ârt. Das Dach machte ihnen etwas Kopfzerbrechen. Schlie├člich fanden sie ein gro├čes St├╝ck Dachpappe, das sie mit viel M├╝he ├╝ber die aufgeschichteten W├Ąnde warfen. Dabei wackelten die Mauern, beinahe w├Ąre alles zusammengefallen. Dann gingen sie hinein. Innen konnte man aufrecht stehen. Sie waren alle sehr stolz auf ihr Werk. Sie hatten etwas geschafft und f├╝hlten sich in ihrem eigenen Haus jetzt wohl und sicher.

Leider war es inzwischen Zeit f├╝r das Abendbrot geworden. Sie verabredeten, sp├Ąter alle noch einmal zu ihrem neuen Haus zu kommen. Kai ging als Erster weg. Kaum sa├č er mit den Gro├čeltern am Tisch, kam ein Nachbar angerannt und berichtete von ihren neuesten Taten. Der Steinhaufen k├Ânne jeden Augenblick in sich zusammenst├╝rzen, sagte er - und die restlichen Kinder unter sich begraben! Gro├čvater unterbrach seine Mahlzeit und rannte zur Kinderbaustelle, um die Steinbl├Âcke abzutragen. Kai musste an diesem Abend im Haus bleiben und bekam eine Strafpredigt gehalten. Immer wieder hie├č es da: gef├Ąhrlich und unvern├╝nftig. Er begriff es nicht ganz, sie hatten sich doch so geborgen gef├╝hlt, da drinnen in ihrem Haus. F├╝r morgen musste er sich etwas Neues ausdenken.

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