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Leselupe.de > Kindergeschichten
Der Junge und die Elster
Eingestellt am 10. 07. 2009 18:50


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Gernot Jennerwein
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Der Junge und die Elster
(f├╝r Kinder ab ca. sechs)

Es ist noch nicht lange her, da lebte im Dorf ein Junge, der gerne barfu├č ging: auf der Stra├če, den Feldwegen, den ├äckern und Wiesen und sogar zur Schule. Der Junge, er hie├č Kevin, war acht Jahre alt. Solange es warm genug war, lief er in kurzen Hosen, aus denen die braun gebrannten Beine heraus schauten. Meistens trug er auch seine Schirmm├╝tze verkehrt herum auf seinen kurzen braunen Haaren. Seine freie Zeit verbrachte er im Wald. Dort fing er am Bach Forellen mit den blo├čen H├Ąnden. Er kannte die Stimmen der Tiere und konnte ihre Spuren lesen. So wusste er immer, wo sie zu finden waren, wenn er ihnen nahe sein wollte.

Von einem seiner Streifz├╝ge brachte Kevin eine junge Elster mit. Sie war von hoch oben aus einem Nest im Baum direkt vor seine F├╝├če gefallen. Ein kleines, noch flaumiges V├Âgelchen war sie. Das schwarze Federkleid und der wei├če Brustlatz sahen noch stumpf aus. Der schwarze Schnabel war hungrig aufgesperrt. Zu Hause f├╝llte er einen Schuhkarton zur H├Ąlfte mit Vogelsand. Dann polsterte er ihn mit Heu aus und bettete den Vogel hinein. Von seinen Eltern lie├č er sich zeigen, wie man aus Hundefutter, Zwieback, Eigelb und Vitaminen die richtige Futtermischung herstellt und f├╝tterte den Jungvogel alle zwei Stunden mit einer Pipette. Dies machte er so lange, bis seine Elster fliegen konnte und lernte, sich ihr Futter selbst zu besorgen. Als das Gefieder glatt und gl├Ąnzend war, und die Fl├╝gel sie durch die Luft trugen, waren sie schon lange zu unzertrennlichen Freunden geworden. Selten traf man einen von beiden alleine an: Wo der Junge war, war auch der Vogel, wenn man den Vogel sah, war der Junge nicht weit. Wenn der Junge zur Schule ging, langweilte sich die Elster, die mittlerweile Elsa hie├č, drau├čen auf einem Baum und schimpfte in ihrer Vogelsprache.

Waren sie zusammen, sa├č Elsa auf Kevins Schulter und spielte mit seinen Haaren. Dabei zupfte sie an einzelnen Str├Ąhnen und zwitscherte ihm ins Ohr, als wollte sie ihm eine Geschichte erz├Ąhlen. Der Junge konnte die Sprache der Elster nicht verstehen. Es musste sich um Geschichten handeln, dachte er, denn sie erz├Ąhlte sehr lange und lebhaft. Manchmal leise und dann wieder laut. Selten machte sie eine kurze Pause, um schnell einen Vogelruf aus der Ferne nachzuahmen. Dann nahm sie ihre Erz├Ąhlung wieder auf, die ihr sehr wichtig zu sein schien.

Kevin wohnte mit seinen Eltern mitten im Dorf in einem alten Fachwerkhaus. Im Haus gegen├╝ber wohnte Griesgram. Griesgram war nat├╝rlich nicht sein richtiger Name, die Dorfkinder nannten ihn heimlich so, wenn sie von ihm sprachen. Er war ein alter, oft schlecht gelaunter Mann. Im Sommer sa├č er tags├╝ber auf einem Stuhl vor dem offenen K├╝chenfenster. Auf der Fensterbank hatte er ein Kissen liegen, worauf er seine Arme abst├╝tzte. Sein Gesicht hatte ganz tiefe Falten und sein volles wei├čes Haar hing bis zu den Augen hinab. Der alte Mann lebte ganz alleine und schimpfte immer mit den Kindern. Besonders Kevin und seine Elster konnte er nicht leiden, der Vogel hatte ihm schon mehrmals seinen Kot auf der Fensterbank hinterlassen. Beim letzten Mal hatte er Elsa dabei erwischt und ihr einen seiner Pantoffel nach geworfen. Die Elster wurde von dem Schuh gestreift, erschrak f├╝rchterlich und flog schnell nach Hause.

Griesgram freute sich ├╝ber den Treffer. Was er aber nicht wusste: Elstern sind sehr kluge V├Âgel und vergessen nie und nimmer was. Als Griesgram an einem Sonntagmorgen bei ge├Âffnetem Fenster in seinem Bett schlief, landete Elsa auf dem Holzrahmen des Betts. Die Zehen von Griesgram schauten unter der Decke wie krumme St├Âckchen hervor. Mit schief gelegtem Kopf betrachtete der Vogel die kleinen St├Âckchen, die manchmal wackelten und sich kr├╝mmten. Elsas runde, schwarze Knopfaugen funkelten. Ein paar Mal trippelte sie auf dem Bettgestell hin und her. Dann pickte sie blitzschnell in das dickste der St├Âckchen. Griesgram fuhr mit einem Schrei aus dem Schlaf und sah die Elster nur noch durch das Fenster davon fliegen.

Am sp├Ąten Nachmittag sa├č Kevin auf der Gartenmauer und lie├č seine Beine lustig baumeln. Die Elster kam angeflogen und landete nicht weit entfernt von ihm. Im Schnabel trug sie eine wilde Erdbeere. H├╝pfend n├Ąherte sie sich ihrem Freund. Sie legte die Erdbeere neben ihn und dieser wusste, sie hatte wieder einmal etwas angestellt. Denn die Elster kannte die Vorliebe des Jungen f├╝r Erdbeeren, und jedes Mal, wenn sie ein schlechtes Gewissen plagte, schenkte sie ihm eine Beere. Der Junge l├Ąchelte, a├č die Erdbeere und h├Ârte zu, was der Vogel ihm erz├Ąhlte.

Auf dem Weg nach Hause kam er mit Elsa am Haus von Griesgram vorbei. Der alte Mann sa├č wieder am offenen Fenster. Auf seiner Stirn zeigten sich schon die ersten Zornesfalten. Pl├Âtzlich erhob sich Elsa in die Luft, verschwand und kam kurz darauf mit einer Erdbeere im Schnabel zur├╝ck. Doch, statt zu Kevin zu fliegen, landete sie auf der Fensterbank und legte die Frucht neben Griesgram ab. Dann legte sie ihren Kopf noch einmal schief, zwitscherte kurz und flog weg.

ÔÇ×Was war das denn jetzt?ÔÇť, fragte Griesgram erstaunt.
ÔÇ×Elsa hat sich bei Ihnen f├╝r etwas entschuldigt.ÔÇť, erkl├Ąrte der ebenso verbl├╝ffte Kevin.
ÔÇ×Entschuldigt? Ein Vogel? N├Âtig war das ja, aber, dass deine Elster so ein kluges Gesch├Âpf ist, das h├Ątte ich nicht gedacht.ÔÇť, kopfsch├╝ttelnd entfernte sich der alte Mann vom Fenster und holte eine T├╝te Kekse aus der K├╝che. ÔÇ×Hier, hast Du was f├╝r deine Elsa und dich. Vielleicht m├Âgt ihr beiden ja mal zu Besuch kommen und mir zeigen, was f├╝r Trick`s dein Vogel kann.ÔÇť
Jetzt war Kevin sprachlos, das konnte doch nicht der alte Griesgram sein. Elsa hatte mit ihrer Erdbeere ein Wunder vollbracht.
ÔÇ×Ach so, ich wei├č, dass ihr mich Griesgram nennt, du kannst aber gerne Opa Holger zu mir sagen.ÔÇť, mit einem Zwinkern schloss Holger das Fenster. Kevin h├╝pfte ├╝ber die Stra├če nach Hause und teilte dort mit Elsa freundschaftlich die Kekse.



__________________
der Sibirier

Version vom 10. 07. 2009 18:50
Version vom 10. 07. 2009 19:07
Version vom 11. 07. 2009 18:13
Version vom 21. 07. 2009 21:00
Version vom 30. 07. 2009 18:29

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suzah
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hallo gernot,
ganz neu, eine kindergeschichte von dir. ich finde sie gut, obwohl einige satzstellungen etwas "erwachsen" klingen.
z.b. w├╝rde ich vorschlagen, das evtl wegzulassen bzw zu ├Ąndern.

"Fr├╝her einmal,( es ist noch nicht lange her, da) lebte ein Junge auf dem Land,..."

Der Vater meinte, (das w├Ąre) ges├╝nder ..."

" (die) seine freie Zeit ...2

"...Elster (das zu Erz├Ąhlende) ihre Geschichte/Erz├Ąhlung sehr wichtig war, (nur innehaltend,), denn sie hielt nur inne, um schnell einen Vogelruf in der Ferne nachzuahmen,..."

"(hatte diese) sie hatte (ihm) doch erst vor Kurzem (die) seine Fensterbank mit Vogelkot (eingedeckt) beschmutzt (o.├Ą.)

"Sie hatte eine wilde Erdbeere im Schnabel und (h├╝pfte n├Ąher an den Jungen heran. Sie) steckte (das Erdbeerchen) sie in die Hosentasche des Jungen und..."

"Gewissen (aus vollbrachten) wegen ihrer Taten plagte

ich bin gespannt auf weitere geschichten.

liebe gr├╝├če suzah

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Gernot Jennerwein
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hallo liebe suzah

ich glaub, ich hab da ziemlich viel falsch gemacht, denn es soll ja eine Kindergeschichte sein, also hab ich eine liebe Freundin-Maus um Hilfe gebeten, und sie hat mir die Geschichte heute ├╝berarbeitet (ich hatte keine Zeit, weil ich das nicht so gut kann und ging lieber in die Berge fischen, l├Ąchle)

lieben dank dir f├╝r deinen Kommentar und nat├╝rlich auch der Sabine-Maus.

gr├╝sschen gernot


__________________
der Sibirier

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Tante Oma
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Hallo Gernot!

Eine sch├Âne Geschichte!
Du hast alles gut beschrieben!

Einige Vorschl├Ąge, die Du ├╝bernehmen kannst, wenn Du willst.
Zu Hause bettete er sie in einen Schuhkarton, den er vorher mit Heu ÔÇô Du kannst auch schreiben, die H├Ąlfte der Schachtel hat er mit Heu und die andere H├Ąlfte der Schachtel mit Vogelsand gef├╝llt.

Am sp├Ąten Nachmittag sa├č Kevin auf seiner Gartenmauer auf der Gartenmauer und lie├č seine Beine nach Herzenslust ÔÇô Kinder kennen das Wort nicht, besser ist lustig baumeln.
Vielleicht m├Âgt ihr beiden ÔÇô beide mal zu Besuch kommen und mir zeigen, was so ein Vogel alles lernen kann was dein Vogel alles kann.

Herzliche Gr├╝├če
Tante Oma

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Gernot Jennerwein
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Hallo Tante Oma

Freu mich, dass du auch noch vorbei geschaut hast und dass es dir gef├Ąllt. Deine Vorschl├Ąge habe ich ├╝bernommmen, die sind gut.

liebe gr├╝├če
gernot

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Melonenfee
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Hallo Gernot,

ich habe Deine Geschichte gerne gelesen. Sie zeigt uns, dass nicht alle Menschen so sind, wie sie scheinen. Manchmal braucht┬┤s nur eine Kleinigkeit, um etwas Neues zu entdecken.

Ein paar Kleinigkeiten:

Zu Hause bettete er sie in einen Schuhkarton, den er zuvor mit Heu und Vogelsand ausgepolstert hatte.
(Das mit dem Zitat hab ich noch nicht raus, deshalb markiere ich Deine Textstellen einfach mal fett. )
Vogelsand und polstern passt irgendwie nicht zusammen.

Mit schief gelegtem Kopf betrachtete der Vogel die kleinen St├Âckchen, die manchmal wackelten und sich kr├╝mmten. Die runden, schwarzen Knopfaugen funkelten.
Einen kleinen Augenblick k├Ânnte man glauben, die "St├Âckchen" h├Ątten die Knopfaugen.
Vllt: Elsas schwarze Knopfaugen funkelten.

Ein paar S├Ątze sind in Deiner Geschichte, die f├╝r 6j├Ąhrige ein wenig lang sind. Die lie├čen sich wunderbar teilen, ohne an Wirkung einzub├╝├čen.
Sch├Ân w├Ąre es, die Kinder, die Deine Geschichte lesen, k├Ânnten sich Deine Prots besser vorstellen. Kleine Beschreibungen lie├čen sich ohne Aufdringlichkeit leicht in den Text integrieren.

Insgesamt eine Geschichte, die durch ihre Ruhe wirkt und sehr gef├Ąllt.

Liebe Gr├╝├če, Melonenfee





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