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Leselupe.de > Fantasy und M├Ąrchen
Der geheimnisvolle Zirkus
Eingestellt am 23. 12. 2017 23:50


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Sabine Sener
Hobbydichter
Registriert: Dec 2017

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Wie jedes Jahr im Mai kam der Zirkus in unsere Stadt. Aber diesmal war es nicht derselbe, der sonst immer kam. Er war etwas kleiner und sein Name klang recht exotisch. Ferner zierte eine lila Kuppel die Spitze des Zeltes. Auch waren keine Tiere zu sehen, sondern nur Menschen mit blassen Gesichtern, die eilig hin und her liefen, um bunte Bl├Ątter zu verteilen. Es war das Abendprogramm f├╝r den kommenden Samstag, den nun alle gespannt erwarteten. Was w├╝rden sie da zu sehen bekommen?

Das Zelt war brechend voll und es herrschte eine geheimnisvolle Atmosph├Ąre, die alle in den Bann zog. Viele farbige faszinierende Lichtkugeln erhellten das Zelt. Auf einmal erschien ein kleines M├Ąnnchen in einem roten Kost├╝m, das alle Besucher herzlichst begr├╝├čte. Alle atmeten auf und klatschen Beifall. Danach k├╝ndigte es einen Trapezk├╝nstler an, der sich sehen lassen konnte. Alle Zuschauer hielten aufgeregt den Atem an, als er den dreifachen Salto vollf├╝hrte, und das ohne Netz. Aber wie durch ein Wunder glitt er wohlbehalten wieder auf den Boden zur├╝ck und erhielt kr├Ąftigen Applaus. Dann kam das kleine M├Ąnnchen in Begleitung von zwei ca. 2,20 gro├čen M├Ąnnern wieder, die eine kleine schmale braune, mit Ornamenten verzierte Truhe trugen, die sie in der Mitte der Arena absetzten. Die Lichtkugeln verdunkelten sich etwas, und das Publikum wurde etwas unruhig, als sie ein lautes, unheimliches Zischen aus der Truhe h├Ârten. Wie von Geisterhand ├Âffnete sich diese und eine gr├╝nliche Gestalt glitt langsam heraus. Es war ein junges M├Ądchen, dessen K├Ârper v├Âllig mit Schuppen bedeckt war. Es kreiste mehrmals um die Truhe herum und vollf├╝hrte zehn Minuten lang die tollk├╝hnsten Verrenkungen, die man je gesehen hatte. Dann kroch sie wieder langsam in die Truhe zur├╝ck und kein Ton war mehr zu h├Âren. Alle Zuschauer waren wie gebannt, aber dann gingen die Lichtkugeln wieder an und tobender Applaus erfolgte. Nachdem die Truhe entfernt wurde erschien das kleine M├Ąnnchen abermals und klatschte dreimal in die H├Ąnde. Es kamen f├╝nf Clowns in farbenpr├Ąchtigen und funkelnden Gew├Ąndern, die durch die Arena marschierten und dabei immer einen silbernen Ball ziemlich hochwarfen. Pl├Âtzlich blieben die B├Ąlle f├╝r zwanzig Sekunden in der Luft stehen und schwebten langsam wieder herab. Die Clowns trugen sie auf ihren K├Âpfen und verlie├čen h├╝pfend die Manege. Die Zuschauer schnappten nach Luft und konnten es nicht glauben. Wie haben die das blo├č gemacht und verga├čen fast zu applaudieren.

Ein h├╝bsches M├Ądchen von ca. f├╝nf Jahren tanzte in die Arena und winkte dem Publikum zu. Ihre hellblonden Locken wippten dabei auf und ab. Sie hatte ein himmelblaues Kost├╝mchen an und trug eine pinkfarbene Orchidee im Haar. Sie war sofort der Liebling der Zuschauer, die sich nicht sattsehen konnten. Aber was war das? Sie kletterte auf einmal geschwind eine Leiter herauf, schwang sich auf ein straffgezogenes hohes Seil und lief ohne Pause schnell dar├╝ber, und das auch noch ohne Netz. Die Leute wussten nicht wie sie sich verhalten sollten und blieben ganz leise, damit das Kind nicht abgelenkt wurde. Aber dieses hatte keinerlei M├╝he, auf dem Seil herum zu turnen und zeigte einige Kunstst├╝cke, das dem Publikum Angst und Bange wurde. Dann lief es nochmal ├╝ber das ganze Seil und kletterte munter wieder die Leiter herunter und winkte den Zuschauern abermals zu. Es erfolgte tobender Beifall, und das M├Ądchen tanzte vergn├╝gt aus der Manege. Leise Musik ert├Ânte und gelbe und orange Luftballons schwebten durch die Luft. Vor jedem Zuschauer hielt einer an und glitt in seine Hand. Die Musik unterbrach kurz, dann ert├Ânte eine leise Stimme: "Ich bin ein Geschenk f├╝r dich!" Das Publikum war sprachlos, denn sowas hatten sie noch nie erlebt, aber sie f├╝hlten sich beschwingt und froh wie noch nie.

Das kleine M├Ąnnchen erschien wieder, diesmal in einem goldenem Kost├╝m, das alle Aufmerksamkeit auf sich zog. Es murmelte etwas unverst├Ąndliches und es war ein leichtes Schwirren in der Luft zu h├Âren. Die Zuschauer schauten gespannt nach oben und sahen 30 buntschillernde pr├Ąchtige Schmetterlinge, die einen Kreis bildeten. Dieser l├Âste sich langsam auf, und die Schmetterlinge flogen ├╝ber die K├Âpfe der Leute hinweg. Dabei schlugen sie mit ihren Fl├╝geln und heraus fiel Goldstaub, der die ganzen Zuschauer bedeckte. Alle waren sehr erstaunt und konnten ihr Gl├╝ck kaum fassen, denn der Goldstaub war viel wert. Wie war das blo├č m├Âglich? Konnte das M├Ąnnchen etwa zaubern? Aber dieser war verschwunden und ebenso die Schmetterlinge. Auch die Lichtkugeln erloschen, und die Besucher wussten jetzt, das die Vorstellung zu Ende war. Das w├╝rde ihnen keiner glauben, was sie heute alles erlebt hatten und gingen verwundert nach Hause. Der Zirkus blieb bis zum n├Ąchsten Tag und zog dann weiter.

Das Jahr verging, und die Leute erwarteten wieder gespannt den Zirkus, der sie so sehr gefesselt hat. Aber was war das? Es war der Zirkus, der sonst immer hier gastierte, und die Menschen waren ein wenig entt├Ąuscht. Aber sie hatten alle noch ihre Luftballons, aus denen immer leise Musik drang, wenn sie ihn ansahen und f├╝hlten sich dabei froh und gl├╝cklich. Der geheimnisvolle Zirkus aber wurde in dieser Stadt nie wieder gesehen, denn er verblieb an jedem Ort nur ein einziges Mal.

__________________
Sabine Sener

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flammarion
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