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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Ein bisschen
Eingestellt am 07. 07. 2009 01:11


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sekers
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Georg w├╝rde noch schauen, ob etwas zu essen da w├Ąre. So sprach er in leicht gereiztem Ton zu Mathilde und ging vom Esszimmer, das mit den Jahren mehr die Funktion eines Fernseh- und Schweigezimmers erlangt hatte, in die K├╝che.

Dort ├Âffnete er den K├╝hlschrank.

Der war gerammelt voll mit Lebensmitteln. Er nahm einige heraus und betrachtete sie; und besonders das Ablaufdatum. Bald w├╝rde ein gro├čer Teil davon ungenutzt entsorgt werden m├╝ssen. Und das war sehr ├Ąrgerlich, denn er war schon der Meinung, dass man Lebensmittel nicht wegwirft. Andererseits, das war so typisch f├╝r Mathilde, sie pflegte sich in geradezu verschwenderischer Weise Dinge zuzulegen, die sie in Wirklichkeit gar nicht verbrauchen konnte.

Und leider war das nicht das einzig wenig Schmeichelhafte, das es zu ihr zu sagen gab. Mathilde war auch in finanziellen Fragen zu rein gar nichts zu gebrauchen. Unkritisch gab sie alles Geld aus, das er ihr gab. Dabei w├Ąre es so einfach einen kleinen Teil auf die Seite zu legen. Und damit irgendwann einmal - er w├╝rde nicht dr├Ąngen - spontan mit ihm in den Urlaub zufahren zu k├Ânnen.

Interessant, ja paradox mutete es in diesem Zusammenhang auch an, dass sie unger├╝hrt und best├Ąndig vorgab, den Haushalt zu f├╝hren - und zu meistern! Wobei sie mit meistern wirklich ein gro├čes Wort in den Mund nahm.

Nicht einmal die Kinder waren von ihr auch nur halbwegs vern├╝nftig erzogen worden; und in seinem Sinn schon gar nicht. Warum hat er sich das ├╝ber diese vielen Jahre eigentlich angetan? Selbst wenn die Kinder in der Zwischenzeit erwachsen waren, und schon das Haus verlassen hatten, so war ihm die stete Undankbarkeit nur allzu gut in Erinnerung, die sie speziell ihm ├╝ber entgegengebracht hatten. Auch und besonders beim Abschied Nehmen hatte er das ganz genau gesp├╝rt. Aber den Kindern allein konnte man das nat├╝rlich nicht vorwerfen. Es war die logische Folge einer falschen Erziehung.

Endlich. Da stand sie, die Glassch├╝ssel mit den Wiener Schnitzeln.

Die Schnitzel waren vom Mittagessen ├╝briggeblieben. "Du isst sie doch eh so gerne" hatte Mathilde gesagt. Und so getan, als ob sie f├╝r ihn diese Unmengen gebacken h├Ątte. Viel wahrscheinlicher war allerdings, dass alles nur als Vorwand diente, um sich kein neues Essen einfallen lassen zu m├╝ssen. Diese Phantasielosigkeit beim Kochen konnte und wollte er nicht dulden. "Vielleicht geht bei anderen die Liebe einfach so durch den Magen, aber mein Magen pr├╝ft sie auch", pflegte er ab und an zu scherzen. Bevor er sich dann ernsthaft ├╝bers Essen beschwerte. Nur bei der auffallenden H├Ąufung von Schnitzeln ÔÇô vor zwei Wochen erst hatte es welche gegeben - hatte er eine Ausnahme gemacht und nichts gesagt. Was wahrscheinlich ein Fehler gewesen war. Er war einfach zu gutm├╝tig, zu nachsichtig.

Georg nahm die Sch├╝ssel und auch ein Bier, und stellte beides auf den K├╝chentisch. Sein fassf├Ârmiger Rumpf, der ein Leben lang einen gro├čen fleischigen Kopf von unproportioniert d├╝nnen Beinen getrennt gehalten hatte, konnte nicht genau sagen, wonach ihm mehr war, nach fester oder fl├╝ssiger Nahrung. Sicherheitshalber wurde daher einmal das Bier ins Glas mit dem blauen Enzian eingeschenkt, ein Erbst├╝ck des Vaters. Der Schaum stieg hoch, stieg ├╝ber den Rand des Glases - es lief aber nichts ├╝ber. Besser eingeschenkt als jeder Schankbursche das kann! Nat├╝rlich w├Ąre er viel lieber ins Wirtshaus gegangen. Aber Sonntag abends, da hatte nur der Fasanwirt offen. Und mit dem hatte Georg vor kurzem heftig gestritten. Der w├╝rde ihn eine Weile nicht sehen, und wenn, dann m├╝sste der sich auch noch in irgendeiner Form entschuldigen. Nicht dass Georg kleinlich war oder darauf angewiesen w├Ąre, aber alles lie├č er auch nicht mit sich machen. Und schon gar nicht von so einer primitiven Person, wie der Fasanwirt nun einmal eine war.

Mathilde. Was tat sie die ganze Zeit? Eigentlich h├Ątte sie ihm das Essen bringen k├Ânnen. Und wenn sie es nur aufgew├Ąrmt h├Ątte, und ein paar Beilagen dazu gezaubert, all das k├Ânnte so einfach und mit Liebe gemacht werden. So musste er jetzt das kalte Zeug essen, w├Ąhrend sie faul vor dem Fernseher sa├č.

Es war wirklich schwer, einen positiven Zug an ihr finden. OK, im Bett klappte es. Haupts├Ąchlich klappte es aber auch deswegen, er wollte jetzt einmal sein Licht nicht allzu sehr unter den Scheffel stellen, weil er, der gro├če Georg, so gut funktionierte. Wenn seine Kollegen jammerten und klagten, zunehmende Lustlosigkeit, unerkl├Ąrliche Schw├Ąche, oder sich vor dem Gang zum Urologen f├╝rchteten, grinste er nur still in sich hinein. Obwohl, er w├╝rde schon auch mit den blauen Pillen anfangen. Sie wirkten wirklich nicht schlecht, und halfen au├čerdem bei Bluthochdruck.

Durchs Glas der Sch├╝ssel betrachtete er die Panier der ├╝bereinander gestapelten Schnitzel. Einmal war sie verbrannt oder dann wieder zu hell. Mathilde schaffte es einfach nicht. Als ob sie sich nicht irgendwann in ihrem so langen Hausfrauenleben nicht ein gewisses Geschick h├Ątte aneignen k├Ânnte. Und es ging ja nicht nur um die Panier. Der Geschmack des Fleisches litt ja auch unter so unsachgem├Ą├čer Behandlung. Er w├╝rde wohl etwas sagen dazu m├╝ssen. Und hoffentlich, hoffentlich f├╝r sie, w├╝rde sie auch einsehen. Ansonsten w├╝rde er noch ein paar anderen Sachen aufs Tapet kommen.

Aber zun├Ąchst hie├č es, einmal ein Schnitzel kosten. Er entschied sich f├╝r eines mit einer nahezu verkohlten Panier.

Und dann ging alles relativ rasch.

Fast beh├Ąnde kippte Georg vom Stuhl. Der dumpfe Aufprall war nicht spektakul├Ąr genug, um Mathilde vom Fernsehen wegzulocken. Der K├Ârper rollte ein St├╝ck auf dem Boden und kam auf dem Bauch zu liegen. Der Teint des Gesichts schlug rasch auf dunkelblau um. Schaum trat vor den Mund; dazu ein kleines Fleischst├╝ck, noch in der dunkelbraunschwarzen Panier.

Bevor Georg es einfach nicht glauben konnte, konnte er auch schon nicht mehr glauben, nicht mehr sehen, nicht mehr reden, nicht mehr denken.

Ihm war nur mehr ein gro├čes Nichts.

Sp├Ąter hatte Mathilde ihn gefunden. Nat├╝rlich kam dann gro├čes Theater.

Notarzt, Todesfeststellung, Schulterzucken, Beileid.

Begr├Ąbnis. Leichenschmaus. Neues Leben.

Auf die Frage, ob sie ihn denn vermisse, w├╝rde sie dann - nach kurzem Z├Âgern - sagen: ein bisschen.

Version vom 07. 07. 2009 01:11
Version vom 07. 07. 2009 06:32

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jon
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Die Geschichte an sich ist recht witzig und (bis auf ein paar Details) durchaus "sehr gut". Nur der Rahmen verdirbt das Ganze ein bisschen (zu Anfang dachte ich: "ein wenig", inzwischen denke ich "deutlich"): Erstens ist der Anfang zu ausufernd (die Eingangsfrage z.B. hat mit der Hauptstory nichts tun / den ganzen "Prolog"-Teil kann man weglassen). Vor allem aber: Was ist denn der Unterschied zwischen dem "wenig" des "Ich liebe dich ein bisschen" zu dem angeblich nicht als "wenig" oder "viel" ├╝bersetzbaren, sondern "Gef├╝hl ausdr├╝ckenden "Ich vermisse ihn ein bisschen" der Zentral-Story?


Die schon erw├Ąhnten Details:

quote:
Gehen Sie in ein Feinkostgesch├Ąft, verlangen sie 10 Deka Beinschinken und bejahen sie die Frage ÔÇ×Darf es ein bisschen mehr sein?ÔÇť.
Muss ich, den der Autor ausdr├╝cklich anspricht, wirklcih wissen, was ein Deka im Zusammenhang mit Beinschinkenist?

quote:
Dann aber gibt es noch das ein Bisschen, das weder viel, noch wenig, sondern ein Gef├╝hl ausdr├╝ckt.
ÔÇŽ dieses "bisschen" ist mit unbekannt. "Bisschen" ist immer eine "Mengenangabe" ÔÇô┬áegal, ob sie nun euphemistisch/t├Ąuschend/irnisch benutzt wird und auf "viel"/"heftig" hinausl├Ąuft oder im eigentlichen Sinn als "wenig"/"kaum" gemeint ist. "Ich liebe/vermisse dich ein bisschen", sagt zwar, dass das Gef├╝hl "Liebe"/"Vermissen" nicht gro├č ist, aber das "Gef├╝hl" steckt in "Liebe"/"Vermissen" und nicht in "bisschen".

quote:
Ich verweise dazu auf Georg und Mathilde. Wobei ich aus Gr├╝nden der Piet├Ąt die Geschichte so weit wie m├Âglich aus seiner Sicht erz├Ąhlen m├Âchte:
Naja, wenn es piet├Ątvoll ist, einen Menschen als dummfrechfaulen Haustyrannen zu entlarven ÔÇŽ

quote:
Zun├Ąchst fielen ihm die unz├Ąhligen Dinge auf, die bald verderben w├╝rden. Mathilde war nat├╝rlich unf├Ąhig, sich irgendetwas unter einer intelligenten Bevorratung vorzustellen; schon gar nicht konnte er von ihr erwarten, dass weniger als die H├Ąlfte der von ihr so gro├čz├╝gig eingekauften Waren unbenutzt entsorgt werden musste. Weil mit der Zeit auch das Ablaufdatum abl├Ąuft.
Also das mit dem Wegwerfen habe ich nicht verstanden: Er kann von Mathilde erwarten, dass sie die Sachen entsorgt. Er kann von ihr auch erwarten, dass sie versteht, dass sie entsorgt werden m├╝ssen. Er kan auch ÔÇô┬áangesichts ihrer Geisteschw├Ąche - auch "nicht erwraten", dass sie es entsorgt oder die Notwendigkeit der Entsorgung begriefgt. Er kann aber von IHR weder erwarten noch nicht erwarten, dass die Notwendigkeit BESTEHT, denn die besteht ganz unabh├Ąng von Mathilde.
Ein Datum l├Ąuft nicht ab, auch ein Ablaufdatum nicht.

quote:
Selbst wenn die Kinder jetzt schon erwachsen waren, und endlich das Haus verlassen hatten, so verlie├čen sie es mit einer Undankbarkeit, die er ganz genau gef├╝hlt hatte.
Selbst wenn wenn das Haus schon verlassen hatte, hatte er doch Schereien mit ihnen. ODER Als sie endlich dsas Haus verlie├čen/verlassen hatten, taten/hatten sie dies mit Undankbarkeitsbezeugungen ./getan.

quote:
Die Schnitzel waren vom Mittagessen ├╝briggeblieben. ÔÇ×Du isst sie doch eh so gerneÔÇť hatte Mathilde gesagt. Und so getan, als ob sie f├╝r ihn diese Unmengen gebacken h├Ątte.
Wiener Schnitzel b├Ąckt man? Ist mir neu.

quote:
Viel wahrscheinlicher war allerdings, dass alles nur als Vorwand diente, und sie einfach weniger Stress hatte, sich ein neues Essen einfallen lassen zu m├╝ssen.
Ich habe Stress, weil ich das und das tun muss. ODER: Ich haben Stress bei der Arbeit. ODER: Ich habe Stress dadurch, dass ich dies und jenes tue/empfinde/ÔÇŽ . Aber NICHT: Ich habe Stress, dies und jenes zu tun.

quote:
Was wahrscheinlich ein Fehler war.
.
gewesen war

quote:
Der Schaum stieg hoch, stieg ├╝ber den Rand des Glases - es ging aber nichts ├╝ber.
ÔÇŽ ├╝ber was? Es geht nichts ├╝ber ein k├╝hles Bier/ein gutes Buch/ÔÇŽ ABER Es l├Ąuft nichts ├╝ber.

quote:
Und mit dem hatte Georg vor kurz heftig gestritten.
vor kurzem

quote:
Nicht dass Georg kleinlich war oder darauf angewiesen w├Ąre, aber alles lie├če er auch nicht mit sich machen.
lie├č

quote:
Haupts├Ąchlich funktionierte es deswegen aber auch, weil er einfach ein richtiger Mann war.
deutlich entgleister Satz

quote:
Wenn die anderen schon jahrelang jammerten und klagten, musste er immer still in sich hinein grinsen.
Und wenn sie erst seit drei Wochen jammern?

quote:
Mathilde schaffte es einfach nicht. Also ob sie sich nicht irgendwann in ihrem so langen Hausfrauenleben nicht das gewisse Geschick h├Ątte aneignen k├Ânnte.
Meinst du "Als ob"?

quote:
Ihm war nur mehr ein gro├čes Nichts.
?? In ihm?

quote:
Und noch sp├Ąter, auf die Frage, ob sie ihn denn vermisse, w├╝rde sie dann endlich sagen: ein bisschen.
Warum hier pl├Âtzlich "w├╝rde"? Warum "endlich"? Und was hat das mit der Eingangsfrage "Was bedeutet ein bisschen?" zu tun?



Damit nicht der Eindruck entsteht, ich f├Ąnde den Text schlecht, jetzt mal noch alles, was ich richtig klasse formuliert finde:

quote:
ÔÇŽ und ging vom Esszimmer, das mit den Jahren mehr die Funktion eines Fernseh- und Schweigezimmers erlangt hatte, in die K├╝che.

ÔÇŽ Unkritisch gab sie prinzipiell alles Geld aus, das er ihr gab. Dabei w├Ąre es so einfach einen kleinen Teil auf die Seite zu legen. Und damit irgendwann einmal - er w├╝rde nicht dr├Ąngen - spontan mit ihm in den Urlaub zufahren zu k├Ânnen.

ÔÇŽEr kritisierte sie schon ├Âfter einmal wegen zu gro├čer Phantasielosigkeit beim Kochen. ÔÇ×Vielleicht geht bei anderen die Liebe einfach so durch den Magen, aber mein Magen pr├╝ft sie auchÔÇť, pflegte er ab und an zu scherzen.

ÔÇŽ Und wenn sie es nur aufw├Ąrmt h├Ątte, und ein paar Beilagen dazu gezaubert, all das k├Ânnte so einfach und mit Liebe gemacht werden.

ÔÇŽ Und dann ging alles relativ rasch.

Fast beh├Ąnde kippte Georg vom Stuhl. Der dumpfe Aufprall war nicht spektakul├Ąr genug, um Mathilde vom Fernsehen wegzulocken. Der K├Ârper rollte ein St├╝ck auf dem Boden und kam auf dem Bauch zu liegen. Der Teint des Gesichts schlug rasch auf dunkelblau um. Schaum trat vor den Mund; dazu ein kleines Fleischst├╝ck, noch in der dunkelbraunschwarzen Panier.

Bevor Georg es einfach nicht glauben konnte, konnte er auch schon nicht mehr glauben, nicht mehr sehen, nicht mehr reden, nicht mehr denken.

ÔÇŽ

Sp├Ąter hatte Mathilde ihn gefunden. Nat├╝rlich kam dann gro├čes Theater.

Notarzt, Todesfeststellung, Schulterzucken, Beileid.

Begr├Ąbnis. Leichenschmaus. Neues Leben.

Und noch sp├Ąter, auf die Frage, ob sie ihn denn vermisse, w├╝rde sie ÔÇŽ sagen: ein bisschen.

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sekers
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Hallo jon,

danke f├╝r Deine Anmerkungen und Deine freundliche Kritik. Ich habe in der Leselupe schon viele sch├Âne Erfahrungen gemacht, ├╝ber diese, Deine R├╝ckmeldung, freue ich mich ganz besonders.

Im Grunde gibt es nicht viel dazu zu sagen. au├čer: Du hast Recht.

Also habe ich ge├Ąndert:

1) die Vorgeschichte ist entfernt.
und damit auch die Ursachen f├╝r die ersten Beanstandungen.

allerdings:

1a) 10 Deka stellen einen Austriazismus dar, und urspr├╝nglich hatte ich auch Schwierigkeiten bei der Rezeption vorausgesehen. Als ich dann allerdings ergoogelte, dass Falco ihn schon verwendet hatte, siehe, bin ich davon ausgegangen, dass diese Mengenangabe allgemein bekannt und akzeptiert sei.

1b) gemeint war mit dem "Gef├╝hl" die Ironie, aber ich glaube, Deine Argumentation ist stimmig.

1c) Die "Piet├Ąt" sollte ein bisschen das Sterben vorbereiten. aber beileibe nicht geschmackloser sein, als etwa ein Wiener Schnitzel.

2) Laut Wikipedia b├Ąckt man Wiener Schnitzel.

3) Umgeschrieben sind alle von Dir beanstandeten Abs├Ątze (Wegwerfen und Ablaufdatum, Kindererziehung, Stress der K├Âchin, Lendenkraft) sowie

4) Typos.

5) Auch das Bier l├Ąuft jetzt und geht nicht mehr nicht ├╝ber. Wobei, ich m├Âchte da schon anmerken, dass wenn man sich den Vorgang nach dem Bier-Einschenken vorstellt, Schaum bildet sich, er steigt, zuerst schnell, dann immer langsamer, und noch langsamer, und noch noch langsamer, bei dieser also nicht gerade umwerfenden Dynamik ├╝bergehen statt ├╝berlaufen schon ein bisschen angemessener erscheint. Pardon: erschiene.

ich hoffe, die Geschichte ist jetzt verst├Ąndlicher formuliert.

Herzlichen Dank nochmal f├╝r Dein Dich Auseinandersetzen mit dem Text.

Liebe Gr├╝├če

G.

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jon
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Sehr sch├Ân rund jetzt! Jetzt ist meine Begeisterung perfekt!

PS: "Panier" ist auch so ein Austriazismus (wieder zwei Worte gelernt), den ich bei der ersten Lesung anmarkern wollte. Nach dem Blick un den Duden tat ich's dann doch nicht, weil es zwar f├╝r mich "falsch klingt", aber dennoch auch Nicht-├ľsterreichern klar sein d├╝rfte, was gemeint ist. Bei Deka w├Ąre es mir doch zu unklar gewesen (ein Gewicht, ok, aber "Gramm", "10/100/ÔÇŽ/500ÔÇŽ Gramm" oder gar "Kilogramm"?).
Dass Bier(schaum) (nicht) ├╝bergeht, h├Ątte ich auch verkraftet - wenn "Panier" in einem Text steht, darf sowas auch (mal) stehen. Nur die "griechische Trag├Âdie" setzt halt solchen "Alltagsformulierungen" Grenzen ...
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enfantterrible
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Hallo sekers,

an sich ist dir da wirklich ein guter Text gelungen. Mir sind nur drei Stellen aufgefallen, an denen der Text ein bisschen "unrund" klingt.

quote:
Der war gerammelt voll mit Lebensmitteln

Das "gerammelt voll" sticht arg heraus, es passt meiner Meinung nicht zum Stil des Protagonisten. Wie w├Ąre es mit "├╝bervoll"?

quote:
Sicherheitshalber wurde daher einmal das Bier ins Glas mit dem blauen Enzian eingeschenkt,...

Warum wechselst du hier die Perspektive, vom "er" zum unpers├Ânlichen? "Sicherheitshalber go├č er daher das Bier ins Glas mit dem blauen Enzian" oder etwas ├Ąhnliches w├╝rde m.M. besser passen.

quote:
OK, im Bett klappte es.

Genau das gleiche wie oben: Ok passt an dieser Stelle nicht zu Georgs Sprache. "Nun gut" oder etwas in der Art f├Ąnde ich besser.

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sekers
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Hallo enfantterrible,

danke f├╝r Deine Kommentare und Dein ernsthaftes Dich auseinander Setzen mit dem Text.

1) gerammelt voll. mit Lebensmittel.

Sexualit├Ąt spielt im Leben von Georg eine gro├če Rolle.

nicht, dass er die feine Klinge (oder was jetzt auch immer) dabei f├╝hrte. aber sie ist seinem Leben ein Mittel. insoferne finde ich den Ausdruck, der zugegebenerma├čen einer Hasengeschichte entlehnt wurde (und vielleicht daher auch in eine Ostergeschichte passte), im Zusammenhang angemessen.

2) Sicherheitshalber wurde daher einmal das Bier ins Glas mit dem blauen Enzian eingeschenkt,

der Perspektivenwechsel scheint mir hier angezeigt. spricht doch nicht Georg, sondern sein Bauch.

3) OK, im Bett klappte es.

OK, es stimmt, Georg denkt hier so wie ich spreche. f├Ąllt also vielleicht unter Austriazismus (wenngleich diese Behauptung bei einem Entlehnakronym weit her geholt scheint).
nun gut, erscheint mir im Zusammenhang wieder ein bisschen zu be- und durchdacht.

Liebe Gr├╝├če

G.

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