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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Einundfünfzig
Eingestellt am 21. 11. 2006 00:05


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arle
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2004

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Die Furchen im Gesicht sind ausgeprägter, das schon. Schnell außer Puste beim Treppensteigen. Das Herz schlägt "zu schnell aber wunderschön", wie der nette Arzt sagte. Ich protestiere nicht mehr, wenn mir ein hübscher junger Mann anbietet, meine Einkaufstüten zu tragen. Überhaupt werde ich seit ein paar Jahren in Geschäften höflicher behandelt als früher.

Da gibt es ein kleines Mädchen, das jetzt gerade lernt, "Oma" zu sagen, und es dauert lange, bis ich verstehe, dass es mich damit meint. Von Tag zu Tag authentischer und abgeklärter. Keine Spielchen mehr. Nicht mehr so in Wut zu bringen, dass ich volle Tassen werfe, zuschlagen will, mir mein eigenes Gezeter in den Ohren dröhnt. Nicht mehr so sehr um den eigenen Nabel kreisend. Duldsamer. Aber sonst?

Noch immer gebärfähig, denkfähig, tragfähig, ertragfähig. Papa sagt noch immer, Kind, wir machen uns Sorgen um dich. Mama räumt hinter mir her. Eben noch immer nicht in der Lage, ein Zuhause so richtig gemütlich zu gestalten. Weil ich nie lange genug irgendwo bleibe. Noch immer ohne festen Ort im Leben.

Und wieder mal verliebt. Und wieder bis ins Mark zu verletzen von deinen Worten, Blicken, Gesten. Und wieder einsam wie der Tod, wenn du deine Tür hinter dir zuwirfst.

Aber ich esse, schlafe, lache. Ich weiß, der Schmerz wird verschwinden, wenn ich ihn nur lang genug ignoriere. Es tut nicht mehr so weh.

Vielleicht tut es ja mit einundsechzig gar nicht mehr weh.


__________________
Am jüngsten Tag, wenn die Posaunen schallen und alles aus ist mit dem Erdeleben, sind wir verpflichtet, Rechenschaft zu geben von jedem Wort, das unnütz uns entfallen. - J.W. Goethe -

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gareth
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Ich weiß gar nicht, liebe arle,

ob die Rubrik Tagebuch dafür gedacht und/oder geeignet ist, kommentiert oder gar bewertet zu werden. Da das aber so schön und wahrhaftig ist, was Du hier geschrieben hast und mir alters- und empfindungsmäßig so nah, muss ich das auch hier hin schreiben dürfen und das hab ich hiermit gemacht.


Liebe Grüße
gareth



p.s. als Selbsteinordnung meines Beitrags scheint mir "Tiefere Analyse" angemessen zu sein.
__________________
Wie hässlich ist ein schräges Treiben,
da lob ich mir mein träges Schreiben.

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bluefin
Guest
Registriert: Not Yet

in ein paar minuten schreibt man das nicht, @arle. ausser, man hat ziemlich lang darüber nachgedacht, vorher (understatement war immer schon die raffiniertere form der übertreibung).

nebenbei:

quote:
Und wieder mal verliebt. Und wieder bis ins Mark zu verletzen verletzt von deinen Worten, Blicken, Gesten. Und wieder einsam wie der Tod, wenn du deine Tür hinter dir zuwirfst.



kein tagebucheintrag, sondern ein wirklich schöner text.

liebe grüße aus münchen

bluefin

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bluefin
Guest
Registriert: Not Yet

quote:
Und wieder bis ins Mark zu verletzen von deinen Worten, Blicken, Gesten.

ist kein vernünftiger deutscher satz. entweder man verletzt oder man wird von etwas verletzt. beides gleichzeitig geht (sprachlich) nicht.

ich empfehle nochmals eine korrektur. soviel zeit sollte schon sein, vor allem, wenn man fast so schnell schreiben kann, wie man spricht.

lg

bluefin

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gareth
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Dec 2003

Werke: 132
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Es hilft, bluefin,

wenn man nachdenkt, bevor man Kommentare schreibt. Insbesondere bevor man Kommentare zu arles Texten schreibt.

Ich will dir diese hilfreiche Methode ausdrücklich ans Herz legen. Du wirst sehen, es ist sinnvoll. Einfach irgendwann mal ausprobieren.

Das zu verletzen in

Und wieder bis ins Mark zu verletzen von deinen Worten, Blicken, Gesten.

steht hier im Sinne von verletzbar, ohne Möglichkeit der Abwehr

Wenn es dir allerdings nur um's Besserwissen geht, dann kannst du diesen Hinweis als gegenstandslos betrachten.

Grüße
gareth
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bluefin
Guest
Registriert: Not Yet

jetzt hab ich's endlich auch kapiert:

es ist gar kein satz. der passiven infinitiverweiterung fehlt der satzgegenstand; den hat man nur parat, wenn man das "ich" drei sätze vorher noch im kopf und es zudem über den absatz hinaus gerettet hat.

erschwerend kommt hinzu, dass in der phrase die"satz"aussage nicht am schluss steht.

wenn mans rasch liest, alles miteinander, geht's. es ist nicht umgangssprachlich (das sind infinitiverweiterungen mit "zu" nie), und "gutes" deutsch ist es auch nicht. ich rate daher nach wie vor zu einer korrektur.

nichts für ungut und liebe grüße aus münchen

bluefin

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bluefin
Guest
Registriert: Not Yet

liebe @arle,

phrasen ohne satzaussagen und ohne subjekte sind sprachlich nur dann wirklich schlüssig, wenn sie in direktem bezug zu vorausgehendem stehen. dass dabei immer wieder fehler gemacht werden, zeigt schon die zweite phrase deines textes: für sich genommen geraten da nämlich die furchen der prota ausser puste.

im konkreten "verletzungs"falle braucht man zum verständnis des infnintivs (wenn man nicht wirklich alles in einem rutsch liest) schier den spürsinn eines kreuzworträtslers, bis man begreift, was hier gemein(t) ist – der lover nämlich, der erst im letzten satz des absatzes leibhaftig wird.

auch wenn's, wie du uns sagtest, nur eine fünf-minuten-terrine sein will: sorgfältig zubereiten sollte man sie schon, bevor man sie uns auftischt. dann essen wir sie noch lieber und müssen nicht nachsalzen.

und noch ein tipp: außer der häufung satzaussage- und subjektloser phrasen sind hier auch die besagten infnitiverweiterungen inflationär – in dem kurzen text finden sich gleich fünf dieser vor allem im beamtendeutsch so beliebten wendungen. so etwas nutzt sich rasch ab und sollte nur spärlich eingesetzt werden.

nichts für ungut und liebe grüße aus münchen

bluefin

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