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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Eva
Eingestellt am 22. 04. 2004 11:27


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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

Werke: 587
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Adam sprach nicht mit mir, weil er es nicht gelernt hatte. Aber er zeigte mir alles, sah mir in die Augen und ich wusste gleich, was er meinte. Ich bewunderte ihn. Er wusste so viel. Er wusste von den BĂ€chen, dass sie zu durchwaten waren, zu ĂŒberspringen. Dass ihr Quellwasser das beste war, was man trinken konnte, dass ich die Schlange meiden sollte, zeigte er mir, indem er mit seinen HĂ€nden aufgeregt in der Luft herumfuchtelte. Ja, er war schon etwas lĂ€nger hier im Paradies.
Diese FrĂŒchte an den BĂ€umen kannte er alle. Er schob sie mir in den Mund. Es gab von jeder Frucht mindestens einen Baum.
Ich liebte es in die ObstbĂ€ume zu klettern und mir die FrĂŒchte in den Mund zu schieben.
Als ich im Apfelbaum saß, war dort plötzlich diese Schlange, vor der Adam mich gewarnt hatte. Ich hielt Ausschau nach ihm, aber er war wohl wieder bei Gott. Zu ihm hatte er ein besonderes VerhĂ€ltnis. Gott liebte Adam so sehr, dass er ihm mich zur Gesellschaft gab. Und jetzt war da dieses Tier, dass sich um den Baum schlĂ€ngelte und mit mir sprach.
Komisch, ich konnte es verstehen, dabei hatte ich es nie gelernt. ZunÀchst sah ich die Schlange nur an und begegnete ihr skeptisch. Meine Ohren, die nur GerÀusche kannten hörten verwundert diese Stimme, die zunÀchst sehr leise sprach.
"Hey, Eva!" flĂŒsterte sie. Ich zeigte keine Reaktion. Tat so, als höre ich sie nicht. Sah mir das Muster auf ihrer Haut an und wie es sich verĂ€nderte, je nachdem, wie das Tier sich bewegte. Ich versuchte sogar ihr zu entkommen. Langsam ließ ich mich vom Baum gleiten. Sprang das letzte StĂŒcken auf den Boden und hob meinen Kopf nicht, um nach ihr zu schauen.
Als ich Adam begegnete, sagte ich nichts von meiner Begegnung. Ihm fiel es trotzdem auf, dass ich weniger lebhaft war, als sonst. Er dachte wohl, ich wĂ€re eifersĂŒchtig auf Gott und er streichelte mir ĂŒber den RĂŒcken. Durch seine Streicheleinheiten vergaß ich die Schlange wieder fĂŒr eine kurze Zeit. Doch als Adam am Tag darauf wieder bei Gott war, besuchte ich erneut
den Apfelbaum. Kurz fiel mir das Muster der Schlange auf, doch bald sah ich diesen bildhĂŒbschen Mann auf den untersten
Ast des Baumes sitzen. Er versteckte etwas zwischen seinen Beinen und winkte mir mit einem Zweig zu, etwas nÀher heran zu kommen. Es machte mich unendlich neugierig, zu sehen, was er dort versteckte. Ich kam ihm gefÀhrlich nahe und er sprach:
"Hallo Eva!" Ich sprach ihm diese Worte nach, da auch ich die Sprache noch nicht gelernt hatte. Er verzog das Gesicht
zu einem Lachen. Ich ebenfalls. Und dann ließ er es mich sehen, dieses Ding zwischen seinen Beinen. Sowas kannte ich nicht. Er winkte mich zu sich heran. Ich stand direkt unter ihm. "Probier mal diese Frucht!", sagte er zu mir.
Ich bohrte meinen Finger hinein und wiederholte seine Worte. Er schob meinen Kopf an diese Frucht heran und sie wuchs zur vollen GrĂ¶ĂŸe auf. Er zeigte mir die Lust, die mich immer wieder zu ihm gehen ließ, tĂ€glich, und ich zeigte sie Adam, der von nichts eine Ahnung hatte und Gott zeigte uns seinen Zorn, indem er kam und uns aus dem Paradies warf auf diese bitterböse kalte Erde.

Ja, so war das. ApfelbÀume haben wir inzwischen auch wieder.
Schlangen? Ja, die gibt es immer noch.
Adam? Ist traurig, Gott redet nicht mehr mit ihm.
Außerdem muss er arbeiten, leider!

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Yamana
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Registriert: Mar 2004

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ist dieser text zu retten? -aber ja!

liebe anemone!
erst dachte ich (so mal grob und unkonkret als erstes gefĂŒhl
oh je - adam und eva, der schwanz als köstliche frucht, naja. etwas verbraucht kam das bei mir an, etwas ausgelutscht (nicht der schwanz an sich, wie ich aus anderen grĂŒnden hoffe..) dies alles in einem etwas schnoddrigen ton, der manchmal etwas im ungefĂ€hren dahinplĂ€tschert... und dann fand ich aber auch die qualitĂ€t darin, das naive murmeln eines zutiefst unschuldigen menschen. das gefĂ€llt mir dann wieder.
ich hab einen vorschlag, was die struktur deines textes angeht - was meinst du dazu:
(an der 'roten stelle' habe ich drei sÀtze verbunden)


Adam sprach nicht mit mir, weil er es nicht gelernt hatte.

Aber er zeigte mir alles, sah mir in die Augen und ich wusste gleich, was er meinte.

Ich bewunderte ihn. Er wusste so viel.

Er wusste von den BĂ€chen, dass sie zu durchwaten waren, zu ĂŒberspringen.

Dass ihr Quellwasser das beste war, was man trinken konnte, dass ich die Schlange meiden sollte, zeigte er mir, indem er mit seinen HĂ€nden aufgeregt in der Luft herumfuchtelte.

Ja, er war schon etwas lÀnger hier im Paradies.
Diese FrĂŒchte an den BĂ€umen kannte er alle. Er schob sie mir in den Mund.

Es gab von jeder Frucht mindestens einen Baum.
Ich liebte es in die ObstbĂ€ume zu klettern und mir die FrĂŒchte in den Mund zu schieben.

Als ich im Apfelbaum saß, war dort plötzlich diese Schlange, vor der Adam mich gewarnt hatte.

Ich hielt Ausschau nach ihm, aber er war wohl wieder bei Gott. Zu ihm hatte er ein besonderes VerhÀltnis. Gott liebte Adam so sehr, dass er ihm mich zur Gesellschaft gab.

Und jetzt war da dieses Tier, dass sich um den Baum schlÀngelte und mit mir sprach. Komisch, ich konnte es verstehen, dabei hatte ich es nie gelernt.

ZunÀchst sah ich die Schlange nur an und begegnete ihr skeptisch. Meine Ohren, die nur GerÀusche kannten, hörten verwundert diese Stimme, die zunÀchst sehr leise sprach.
"Hey, Eva!" flĂŒsterte sie. Ich zeigte keine Reaktion, tat so, als hörte ich sie nicht, sah mir das Muster auf ihrer Haut an und wie es sich verĂ€nderte, je nachdem, wie das Tier sich bewegte. Ich versuchte sogar ihr zu entkommen. Langsam ließ ich mich vom Baum gleiten. Sprang das letzte StĂŒcken auf den Boden und hob meinen Kopf nicht, um nach ihr zu schauen.

Als ich Adam begegnete, sagte ich nichts von meiner Begegnung.

Ihm fiel es trotzdem auf, dass ich weniger lebhaft war, als sonst. Er dachte wohl, ich wĂ€re eifersĂŒchtig auf Gott und er streichelte mir ĂŒber den RĂŒcken. Durch seine Streicheleinheiten vergaß ich die Schlange wieder fĂŒr eine kurze Zeit.

Doch als Adam am Tag darauf wieder bei Gott war, besuchte ich erneut den Apfelbaum.

Kurz fiel mir das Muster der Schlange auf, doch bald sah ich diesen bildhĂŒbschen Mann auf den untersten Ast des Baumes sitzen.

Er versteckte etwas zwischen seinen Beinen und winkte mir mit einem Zweig zu, etwas nÀher heran zu kommen.

Es machte mich unendlich neugierig, zu sehen, was er dort versteckte. Ich kam ihm gefÀhrlich nahe und er sprach:

"Hallo Eva!"

Ich sprach ihm diese Worte nach, da auch ich die Sprache noch nicht gelernt hatte. Er verzog das Gesicht zu einem Lachen. Ich ebenfalls.

Und dann ließ er es mich sehen, dieses Ding zwischen seinen Beinen.

Sowas kannte ich nicht.

Er winkte mich zu sich heran.

Ich stand direkt unter ihm.

"Probier mal diese Frucht!", sagte er zu mir.

Ich bohrte meinen Finger hinein und wiederholte seine Worte. Er schob meinen Kopf an diese Frucht heran und sie wuchs zur vollen GrĂ¶ĂŸe auf.

Er zeigte mir die Lust, die mich immer wieder zu ihm gehen ließ, tĂ€glich, und ich zeigte sie Adam, der von nichts eine Ahnung hatte und Gott zeigte uns seinen Zorn, indem er kam und uns aus dem Paradies warf auf diese bitterböse kalte Erde.

Ja, so war das. ApfelbÀume haben wir inzwischen auch wieder.
Schlangen? Ja, die gibt es immer noch.
Adam? Ist traurig, Gott redet nicht mehr mit ihm.
Außerdem muss er arbeiten, leider!

gruss Yamana

__________________
dichten ist ĂŒbersetzen in eine nicht vorhandene sprache.
(breyten breytenbach)

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