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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Herzstein
Eingestellt am 27. 06. 2016 11:15


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Araluen
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jun 2016

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Seit die W├Âlfe zur├╝ckdenken konnten, wachten sie ├╝ber den Herzstein. Der Wald und alles Leben in ihm w├╝rden verwelken wie eine ausgerissene Bl├╝te, sollte ihm ein Leid geschehen. Auch Karan wusste dies und trabte stolz hinter seiner Mutter her. Heute war der Tag seiner ersten Wache. Er war nun endlich kein Welpe mehr und w├╝rde das auch beweisen. Dennoch kroch ein Winseln aus seiner Kehle und geduckt klemmte er seine Rute zwischen die Hinterl├Ąufe, als sie ihr Ziel erreichten. Drohend erhob sich der gezackte Fels zwischen den B├Ąumen, als wollte er mit seinem dunklen Schlund jeden verschlingen, der sich ihm n├Ąherte. Erst durch das geringsch├Ątzige Schnauben der Alpha bemerkte Karan, dass er seine Mutter warten lie├č. Eilig folgte er ihr mitten hinein in die Finsternis.

Schnell gab er es auf, die Schritte in der allumfassenden Dunkelheit zu z├Ąhlen und bem├╝hte sich lediglich den Kontakt zu seiner Mutter nicht zu verlieren, bis er unvermittelt mit ihr zusammenstie├č. Vorsichtig lugte Karan an der W├Âlfin vorbei. Auf einem Fels ruhte ein glutroter Stein, so gro├č wie ein Fasanenei, und gl├╝hte sanft pulsierend in der Dunkelheit. Neugierig schob sich Karan an der W├Âlfin vorbei, um den Stein mit der Nase zu ber├╝hren. Kaum tat er dies, raste ein warmer Puls durch seinen ganzen K├Ârper. F├╝r einen kurzen Augenblick glaubte Karan ├╝berall gleichzeitig im Wald zu sein und ihm wurde schwindlig. Er bemerkte kaum, wie ihn die graue W├Âlfin wieder nach drau├čen f├╝hrte und am Eingang der H├Âhle auf seinem Wachtposten zur├╝ck lie├č. Schon bald wich der Rausch jedoch g├Ąhnender Langeweile. Die Sonne war schon weit gewandert, aber es w├╝rde noch eine Ewigkeit dauern, ehe ein J├Ąger ihm Beute bringen w├╝rde. Dabei hatte er solchen Hunger. Frustriert bettete Karan seinen Kopf auf die Vorderpfoten und versuchte an etwas anderes zu denken. Pl├Âtzlich raschelte es im Geb├╝sch. Sofort spitzte Karan die Ohren. Kaninchenwitterung stieg ihm verf├╝hrerisch in die Nase. Nat├╝rlich wusste er, dass er seinen Platz nicht verlassen durfte. Doch der Hunger war st├Ąrker. Nach kurzer Hatz musste Karan allerdings aufgeben. Das Kaninchen war in einem Erdloch verschwunden. Missmutig trabte er zum H├Âhleneingang zur├╝ck und sah einen Schatten im Unterholz verschwinden.
Karan erstarrte.
Dann rannte er los. Er durfte die F├Ąhrte nicht verlieren.

Dornige Ranken verfingen sich immer wieder in seinem Fell, w├Ąhrend er dem Dieb hinterher hetzte, dessen buschige, rote Rute immer wieder schadenfroh durch das Unterholz blitzte. Knurrend verl├Ąngerte Karan seine Schritte und sprang mit einem gewaltigen Satz auf den Fuchs zu. Sie ├╝berschlugen sich gemeinsam. Mit einem dumpfen Ger├Ąusch prallte der Herzstein auf den Boden und h├╝pfte in einen Graben hinab. ├ťberrascht konnte Karan nur noch aufjaulen, als er mit dem Fuchs zusammen den gleichen Weg hinab in den Nebel nahm, der am Grund des Grabens waberte.

Als Karan wieder zu sich kam, war er allein und konnte kaum seine Pfoten sehen. Es schien, als w├╝rde der Nebel alles um ihn herum mit seiner klammen Umarmung ersticken. Karan sp├╝rte, dass ihn etwas beobachtete. Leise knurrend und mit gestr├Ąubtem Fell erhob er sich und schritt tiefer in den Nebel hinein. Es war ganz nahe. Mit jedem Schritt ├╝berkam Karan mehr das Gef├╝hl vom J├Ąger zur Beute zu werden. Kurz blitzte etwas vor ihm auf. Sofort schoss Karan darauf zu, musste aber feststellen, dass es der Nebel gewesen war, der ihm aufgelauert hatte. Eisige Finger packten den Wolf und grauer Dunst kroch ihm in den Rachen, wirbelte vor seinen Augen. Hei├čkalter Schmerz waberte durch Karans ganzen K├Ârper und lie├č sein kl├Ągliches Jaulen in einen erstickten Schrei m├╝nden. Das sanfte Gl├╝hen des Herzsteins war das letzte, was er sah, ehe seine Welt im Nebel versank.

Es war sicher noch zu fr├╝h, um aufzuwachen. Karan drehte sich auf die Seite und bedeckte seine Augen, damit das Licht ihn nicht weiter blenden konnte. Spitze Steine bohrten sich zum Ausgleich in seine Rippen. St├Âhnend gab Karan schlie├člich nach und rappelte sich schwerf├Ąllig auf. Sofort sch├╝ttelte krampfhafter Husten seinen K├Ârper und er w├╝rgte wabernde Nebelfetzen hervor, die langsam zwischen den Kieselsteinen versickerten. Doch Karan starrte nur gebannt auf seine Pfoten und stellte verwirrt fest, dass die seltsam langen, nackten Zehen mit den kurzen Krallen tats├Ąchlich ihm geh├Âren mussten. Endlich bemerkte Karan auch den furchtbaren Gestank ÔÇô schlimmer als Aas in der Sonne.
Er befand sich am Ufer eines Sees. Das Wasser schillerte in bunten Farben und kr├Ąnkliche Pflanzen krallten sich an das steinige und verdreckte Ufer. Um Nichts in der Welt h├Ątte Karan auch nur einen Schluck getrunken. Trotzdem kroch er auf das Wasser zu, um sein Spiegelbild zu betrachten. Nicht nur seine Pfoten hatten sich ver├Ąndert. Fassungslos tastete er sein haarloses Gesicht mit der viel zu flachen Schnauze ab, das von einer dichten, braunen M├Ąhne umrahmt wurde. Immerhin seine Wolfsohren waren so geblieben, wie sie sein sollten. Daf├╝r war auch der w├Ąrmende Pelz verschwunden und er fr├Âstelte in der leichten Brise. Stattdessen war ihm ein feines, d├╝nnes Fell umgelegt worden, das um seinen nackten K├Ârper lose schlackerte.
Karan, der einst ein Wolf war, verstand seine Welt nicht mehr.
Wohin hatte der Nebel ihn gebracht und was f├╝r ein Tier war aus ihm geworden und warum?
Er lauschte, doch den Gesang der V├Âgel suchte er vergebens. Ihn umgab eine gespenstische Stille, die pl├Âtzlich unterbrochen wurde, als ein Donnern den Ger├Âll bedeckten Boden erzittern lie├č. Kaum hatte Karan sich von dem Schreck erholt, geschah es erneut und endete so pl├Âtzlich, wie es begonnen hatte. Es dauerte einen Moment, ehe er es wagte, sich vom stinkenden Ufer zu entfernen. Schnell fand er heraus, dass es auf zwei Beinen f├╝r ihn angenehmer war zu gehen, auch wenn er sich unbeholfen vorkam.
Unvermittelt nahm er einen vertrauten Geruch war.
Der Dieb war hier gewesen.

Er fand eine seltsame Landschaft vor, als er den See hinter sich lie├č. Monster aus Blech rasten schneller, als ein Hase laufen konnte, ├╝ber breite, graue und stinkende Fl├╝sse. Karan entdeckte noch mehr Zweibeiner wie ihn. ├ťberall str├Âmten sie aus gro├čen, gleichf├Ârmigen Felsen oder schauten aus den B├Ąuchen der rasenden Monster. Alles war schnell und laut. In der Luft lag ein Gestank, der Karan den Atem raubte und kein einziger Baum breitete sein dichtes Bl├Ątterdach ├╝ber ihm aus. Nur dichte, graue Wolken verdeckten trostlos den Himmel und begruben jede Hoffnung auf einen Sonnenstrahl.
Karan f├╝hlte sich v├Âllig verloren. Lediglich die schwache F├Ąhrte des Fuchses trieb ihn an, dennoch weiter zu gehen und f├╝hrte ihn einem Abgrund entgegen, zu dem zahlreiche Zweibeiner str├Âmten. Wieder einmal bebte die Erde, diesmal direkt unter Karan, begleitet von einem ohrenbet├Ąubenden Donnern, das langsam verebbte.
┬╗S-Bahnhof Heerstra├če. ├ťbergang zum Bus. Bitte Einsteigen!┬ź
In das laute, monotone Gebell mischte sich ein ohrenbet├Ąubendes Qu├Ąken und orientierungslos wurde Karan von den hektischen Zweibeiner einfach mitgerissen.
┬╗Oh, Vorsicht!┬ź
Ehe Karan reagieren konnte, stolperte er gegen ein Weibchen. Mehrere seltsame Dinge purzelten scheppernd zu Boden. ┬╗Tut mir leid┬ź, stammelte Karan.
┬╗Halb so wild. Das kann man aufheben┬ź, was das Weibchen auch sofort tat, ┬╗Ist bei dir alles in Ordnung?┬ź
Statt zu antworten, beeilte sich Karan beim Aufheben behilflich zu sein, aus Angst noch einmal seine eigene so fremd klingende Stimme zu h├Âren.
┬╗Sehr gespr├Ąchig bist du nicht gerade┬ź, meinte das Weibchen am├╝siert und deutete vollgepackt auf etwas, das ganz unten am Fu├č des Abgrunds lag. Eilig brachte Karan ihr das bunte Klimperding.
┬╗Danke. Ida.┬ź
Sie hielt ihm ihre Pfote hin. Doch Karan reagierte nicht. Deshalb beugte sie sich verschw├Ârerisch zu ihm vor und fl├╝sterte: ┬╗Also normalerweise w├╝rdest du mir jetzt die Hand geben und dich auch vorstellen. Aber wenn du nicht magst, ist das auch in Ordnung.┬ź
Es dauerte ein paar Atemz├╝ge, ehe er verlegen die dargebotene Hand ergriff. Diese Geste war so seltsam wie alles hier.
┬╗Karan.┬ź
Er beugte sich vor, um ihr ├╝ber die Lefzen zu lecken, wie er es aus dem Rudel kannte, aber Ida legte ihm die Hand auf die Nase und schob ihn sacht fort.
┬╗Ich bin dir zwar dankbar, Karan, aber so sehr nun auch wieder nicht.┬ź
Karan lie├č verlegen die Ohren h├Ąngen.
┬╗Soll ich dir helfen, die Beute zum Bau zu bringen?┬ź
┬╗Du bist wirklich nicht von hier, oder? Wenn du mir erz├Ąhlst, wo jemand wie du herkommt, gern.┬ź
Einen Moment blickten sie einander an und Idas Augen, die die Farbe von Abendhimmel hatten, wurden zu Karans ganzer Welt.
┬╗Aus dem Wald. Ich suche einen Fuchs. Er hat etwas, das mir geh├Ârt.┬ź
Ida sah Karan lange an, ehe sie ihm von ihren Sachen abgab und den Weg zu ihrem Bau einschlug.
┬╗Ich mag ├╝brigens deine Ohren┬ź, erkl├Ąrte Ida im Gehen und warf Karan einen frechen Seitenblick zu.
┬╗Ich mag deinen Geruch.┬ź
┬╗Ach, wie rieche ich denn?┬ź
┬╗Wie ein Sommertag im Wald nach einem Gewitter.┬ź
Ida legte den Kopf schief und l├Ąchelte warm.
┬╗So, wie du das sagst, muss das sehr sch├Ân sein.┬ź
Jeder Wolf hat einen Seelengef├Ąhrten. Er erkennt ihn an seinen Augen und seinem Geruch. Nun wusste Karan, dass dies stimmte.

Auf dem Weg fragte Ida den Wolf aus. Vor allem der Wald interessierte sie und Karan musste ihr alles erz├Ąhlen, was ihm dazu einfiel. Auch vom Rudel, dem Herzstein und wie er gestohlen wurde, berichtete er. So langsam gew├Âhnte er sich sogar an den Klang seiner Stimme und die seltsamen Bewegungen seiner Lefzen und Zunge dabei.
┬╗Deine Geschichte klingt ziemlich verr├╝ckt┬ź, beschloss Ida. Karan widersprach dem nicht.
┬╗Warum gibt es hier keine B├Ąume?┬ź, fragte er stattdessen, als er Idas Beute in ihrem Bau ablegte. Ida wohnte in einem kleineren Wohnfelsen unweit des Bahnhofs. Ihre Bau war klein aber sehr gem├╝tlich und genauso bunt wie ihr Fell, unter dem sie zu Karans Erstaunen ein weiteres trug.
┬╗Irgendwann haben sie ihre Wurzeln gepackt und sind woanders hingegangen. Wilde Natur gibt es auf der ganzen Welt schon lange nicht mehr. Nun m├╝ssen wir eben ohne zurecht kommen. Omama k├Ânnte dir eine Menge dazu erz├Ąhlen. Magst du einen Tee?┬ź
Karan wusste zwar nicht, was Tee war, aber er blieb und verbrannte sich direkt die Zunge an dem hei├čen Wasser. Um seine Zunge zu k├╝hlen, bot Ida ihm einen Schluck Milch an. Der Wolf war beleidigt. Nur Welpen tranken Milch.
┬╗Du wei├čt schon, dass du ziemlich schr├Ąg drauf bist? Aber irgendwie ist das auch s├╝├č┬ź, meinte Ida l├Ąchelnd dazu und sprang dann auf, als ihr etwas einfiel, ┬╗Du solltest etwas anderes anziehen. Bei deinem Aufzug kommen die Leute nur auf dumme Gedanken.┬ź
Ida fand ein paar Sachen, die ihr letzter Freund wohl vergessen hatte und Karan nun gegen seine Tunika tauschte.
┬╗Wieso glaubst du mir eigentlich?┬ź, wollte er wissen, als sie es sich auf dem Sofa, wie Ida das weiche Ding nannte, bequem machten.
Ida zuckte nur mit den Schultern.
┬╗Es gibt die verr├╝cktesten Dinge. Du solltest wirklich mit Omama sprechen. Vielleicht kann sie dir sogar helfen. Aber sie kommt erst am Wochenende wieder. Wei├čt du, wo du bis dahin bleibst?┬ź
Karan sch├╝ttelte den Kopf, bis ihm der See einfiel.
┬╗Du meinst aber nicht den Teufelssee oder? Diese stinkende Schutthalde?┬ź, als Karan aber doch unsicher bejahte, sch├╝ttelte Ida den Kopf, ┬╗Kommt nicht in Frage! Dann schl├Ąfst du hier auf dem Sofa.┬ź
Damit war es beschlossen.

In den folgenden Tagen versuchten Karan und Ida, den Fuchs zu finden. Schnell mussten sie jedoch feststellen, dass sie damit nicht so leicht Erfolg haben w├╝rden, wie gedacht. Berlin, wie Ida diesen gewaltigen Ort aus Stein und Metall genannt hatte, war scheinbar noch riesiger als der gro├če Wald. Au├čerdem schienen die rasenden Monster und donnernden Schlangen jeden samt seiner F├Ąhrte zu verschlucken, vielleicht sogar f├╝r immer. Ida bem├╝hte sich, Karans zunehmende Frustration zu zerstreuen und zeigte ihm die Stadt - das Brandenburger Tor, den Potsdamer Platz. Sie flanierten durch Einkaufspassagen und a├čen Eis am gro├čen Wasserklops. Karan war ├╝berw├Ąltigt von dieser neuen Welt, obwohl sie dreckig und laut war. Fast jeden Tag heulten Sirenen ihre Smogwarnung und forderten damit die Bewohner auf, einen Mundschutz zu tragen. Ida erkl├Ąrte Karan all dies. Anfangs verwirrten ihn die vielen neuen Worte. Doch langsam gew├Âhnte er sich daran und auch an Idas Gegenwart. F├╝r ihn war es, als h├Ątte sie schon immer zu seinem Rudel geh├Ârt, wenn sie ihn mit diesem offenen L├Ącheln ansah. Ihre Art bezauberte ihn auf eine Weise, die er nicht f├╝r m├Âglich gehalten h├Ątte, und Ida erging es ├Ąhnlich.

So verging die Zeit wie im Flug. Der Herzstein war vergessen und auch der Besuch bei Omama. Ohne wirklich dar├╝ber zu sprechen, stellten die beiden ihre Suche ein und genossen einfach das Gl├╝ck, sich gefunden zu haben.
An einem Nachmittag entdeckte Karan ein riesiges Gebilde aus Glas, Metall und Solarpaneelen, das ihn auf seltsame Art an einen Baum erinnerte. Es handelte sich um einen Sky Tree. Wie fr├╝her die B├Ąume sollten sie aus Sonnenlicht Energie gewinnen und vor allem die Luft reinigen. Richtig stolz klang Ida bei der Erkl├Ąrung. Immerhin hatte ihr Vater damals an dem Projekt mitgearbeitet, bevor er bei einem Unfall mit seiner Frau ums Leben kam.
┬╗Richtige B├Ąume sehen anders aus┬ź, befand Karan.
┬╗Irgendwann musst du mir mal welche zeigen und Waldtiere. Ich w├╝rde gerne einmal ein wildes Tier in Freiheit sehen. Hier gibt es sie nur noch im Zoo.┬ź
┬╗K├Ânnen wir dorthin gehen?┬ź

Am n├Ąchsten Tag betraten Ida und Karan den Berliner Zoo durch das L├Âwentor. Elefanten zur Rechten und Nash├Ârner zur Linken empfingen sie in kargen Gehegen. Neugierig betrachtete Karan die seltsamen Tiere, wie Giraffen, Robben und Tapire. Beim Anblick der Steinb├Âcke lief ihm das Wasser im Mund zusammen. Ihre Mittagspause verbrachten sie in der Zooschenke und beobachteten bei Pommes und Chicken Nuggets die spielenden Kinder. Pl├Âtzlich h├Ârte er ein vertrautes Ger├Ąusch.
W├Âlfe.
Ida kam kaum hinterher, als er los rannte.
┬╗Hier bist du┬ź, keuchte Ida, als sie ihn eingeholt hatte, ┬╗Du hast die W├Âlfe gefunden.┬ź
Da waren sie. F├╝nf gro├če, wei├če W├Âlfe. Ein Tierpfleger warf den bettelnden Tieren gerade gro├če Fleischbrocken zu. Karan nickte nur und trat an die Verglasung heran, die eine Ecke der Umfriedung einnahm. Dort stand eine W├Âlfin, blickte stolz und wachsam auf ihr Rudel. Er sp├╝rte, dass sie anders als die anderen war, ungez├Ąhmt. Sie wandte sich ihm zu und ihre Blicke verhakten sich.
Ver├Ąchtlich kr├Ąuselte die W├Âlfin die Lefzen, nahm ihre Ration und schritt elegant davon.
┬╗Ich bin kein Wolf mehr┬ź, unterbrach Karan endlich die Stille.
┬╗Wie meinst du das? Nat├╝rlich bist du ein Wolf.┬ź
Karan sch├╝ttelte den Kopf.
┬╗Ich habe mein Rudel im Stich gelassen. Ich habe vergessen, warum ich hier bin.┬ź
┬╗Das ist nicht wahr.┬ź Das schlechte Gewissen nagte mit einem Mal an Ida.
┬╗Gehen wir zu Omama. Sie wei├č Rat.┬ź

Zum ersten Mal, seit er durch den Nebel gegangen war, hatte Karan das Gef├╝hl, frei durchatmen zu k├Ânnen, als er Ida in den Blumenladen folgte. ├ťberall gr├╝nte und bl├╝hte es. Dennoch stimmte etwas nicht. Die Pflanzen wirkten leblos. Ihnen fehlten die Wurzeln. Karan wies Ida darauf hin.
┬╗Das sind Schnittblumen. Nat├╝rlich haben sie keine Wurzeln┬ź, erkl├Ąrte Ida verwundert.
Ehe sie ihr Gespr├Ąch fortsetzen konnten, betrat ein sehr altes Weibchen den Laden durch eine hintere T├╝r. Es erinnerte Karan sofort an Ida, denn trotz der Zeichen des Alters war die ├ähnlichkeit nicht zu leugnen.
┬╗Wen hast du denn hier mitgebracht, Ida?ÔÇť, fragte es direkt und umarmte Ida herzlich, ┬╗Sch├Ân, dass du da bist, Kind.┬ź
┬╗Hallo, Omama. Das ist Karan. Wir sind vor ein paar Tagen an der S-Bahn zusammen gesto├čen und┬ź, unterbrach sich Ida und atmete einmal tief durch, ┬╗Omama, ich glaube, ich habe Mist gebaut. Wir h├Ątten schon vor Tagen hierher kommen sollen.┬ź
Nun betrachtete Omama die beiden mit wachsender Neugier. Karan beschlich das Gef├╝hl, dass Omama direkt in ihn hinein sehen und den Wolf im Fell eines Zweibeiners erkennen konnte.
┬╗Das ist doch nicht m├Âglich┬ź, hauchte Omama tats├Ąchlich. Sie trat n├Ąher und strich Karans Haar etwas zur Seite, sodass seine Wolfsohren auff├Ąllig hervor blitzten. ┬╗Was tust du hier?┬ź
┬╗Kennt ihr euch etwa?┬ź, wollte Ida wissen, doch beide sch├╝ttelten den Kopf.
┬╗Ich suche einen Fuchs. Er hat den Herzstein gestohlen. Ich habe ihn durch den Wald gejagt. Aber dann kam der Nebel und ich bin vor acht Tagen an einem stinkenden See so aufgewacht┬ź, antwortete Karan endlich auf Omamas Frage und blickte an sich hinab, ehe er fortfuhr, ┬╗Dann habe ich Ida getroffen.┬ź
Nun war es raus. Einen Moment herrschte Schweigen.
┬╗Sei so gut, Ida, und schlie├če den Laden f├╝r einen Moment! Ich glaube, wir haben etwas zu besprechen und manche Dinge lassen sich besser bei einer Tasse Tee erz├Ąhlen.┬ź

Omama bewohnte eine gem├╝tliche Wohnh├Âhle ├╝ber dem Laden. Karan und Ida versanken nebeneinander in einem alten Sofa, w├Ąhrend Omama Tee und Geb├Ąck auf den Tisch stellte.
┬╗Du bist also ein Wolf. Wer h├Ątte das gedacht?┬ź, er├Âffnete Omama und sah beide streng an, ┬╗Ihr h├Ąttet wirklich fr├╝her herkommen sollen. Du h├Ąttest es besser wissen m├╝ssen, Ida.┬ź
Ida nickte reum├╝tig.
┬╗Was h├Ątte Ida wissen m├╝ssen?┬ź, fragte Karan.
Omama ging nicht auf die Frage ein.
┬╗Nun h├Âr mir erst einmal gut zu! Danach kannst du mich mit Fragen l├Âchern. Wo fange ich nur an? Wisst ihr? Berlin sah nicht immer so kalt und grau aus. Als ich ein kleines M├Ądchen war, erstreckte sich ein Wald ├╝ber die halbe Stadt, der Grunewald. Nicht weit von hier ging ich unter seinen B├Ąumen zur Schule. ├ťberall in Deutschland und der ganzen Welt war die Natur zu finden. Denkt nur an riesige Urw├Ąlder am Amazonas, wilde Tiere in der afrikanischen Savanne und riesige Fischschw├Ąrme im Atlantik.┬ź
┬╗Aber wo ist der Wald? Ich habe noch keinen Baum gesehen┬ź, fiel ihr Karan ins Wort.
┬╗Er ging fort und mit ihm die ganze Natur. Denn Menschen sind nun einmal Menschen. Ohne R├╝cksicht beuteten sie die Natur aus. Schon als ich ein kleines M├Ądchen war, waren die Meere v├Âllig ├╝berfischt und bedeckt mit ├ľlteppichen. Jeden Tag verbrannten ganze Fu├čballfelder Urwald und kaum ein Tier stand nicht auf der Liste der bedrohten Arten. Also brach Mutter Erde ihr eigenes Herz entzwei und damit die Welt. Eine H├Ąlfte lie├č sie hier verwahren, von Frauen, denen sie vertraute. Die andere gab sie den W├Âlfen und f├╝hrte den Wald weit fort von den Menschen. Danach war ihre Kraft ersch├Âpft und sie wurde zu Nebel, der seither die beiden Welten voneinander trennt. Genauso ist es geschehen. Ich war dabei. Du h├Ąttest den Herzstein nicht verlieren d├╝rfen, junger Wolf. Er ist das kostbarste, was deine Welt noch besitzt. Und ihr h├Ąttet schon viel eher zu mir kommen m├╝ssen.┬ź
┬╗Er wurde gestohlen┬ź, stellte Karan klar, ┬╗Und ich bringe ihn wieder zur├╝ck, auch wenn ich nicht wei├č wie.┬ź
┬╗Da kann ich dir vielleicht helfen. Ida, sei so gut und hole bitte mein Schmuckk├Ąstchen┬ź, bat Omama.
Verwundert betrachtete Karan das K├Ąstchen, das Ida brachte, und den Stein, den Omama daraus hervor holte. Er war von nahezu schwarzer Farbe, in die das Licht einen sanften Rotschimmer zauberte. Ida sprach die Frage aus, die Karan bereits auf der Zunge lag, und Omama nickte.
┬╗Das ist der zweite Herzstein.┬ź
Karan musste einfach protestieren: ┬╗Aber er ist schwarz und nicht rot.┬ź
┬╗Aber er war es einmal. Leider lernen die Menschen selten aus ihren Fehlern┬ź, erkl├Ąrte Omama betr├╝bt.
┬╗Wie kann der Stein uns helfen, Omama?┬ź
┬╗Sie sind beide Teil eines Herzens und geh├Âren zusammen. Es wird die N├Ąhe des anderen sp├╝ren und wieder zu schlagen beginnen.┬ź

Wieder zur├╝ck in der Wohnung r├╝ckte Ida alle M├Âbel zur Seite und breitete einen Stadtplan aus.
┬╗Wir pendeln!┬ź, verk├╝ndete sie und erkl├Ąrte es dem Wolf.
┬╗Aber das ist doch nur ein St├╝ck Papier.┬ź
┬╗Es funktioniert. Vertrau mir!┬ź Nat├╝rlich tat er das. Er war ein Wolf.
Gemeinsam lie├čen sie den Herzstein an einer Schnur ├╝ber den Stadtplan gleiten.
Ein Flackern.
Nur kurz, aber es war da. Ida l├Ąchelte. Karan bleckte triumphierend die Z├Ąhne. Sofort machten sie sich auf den Weg nach Berlin-Kreuzberg.

Es war keine gute Gegend, in der sie sich befanden. Selbst die beschmierten Hausw├Ąnde strahlten Bedrohung aus. Unvermittelt stieg Karan ein vertrauter Geruch in die Nase. Er knurrte tief und sch├╝ttelte Idas Hand ab, um sich an einen Hauseingang heran zu pirschen. Da sa├č er. Das rote Haar stand ihm in wirren Str├Ąhnen von dem fein geschnittenen Gesicht ab. Er trug zerschlissene Kleidung, die roch, als w├Ąre sie aus dem M├╝ll gefischt worden, und nuckelte an einer Bierflasche. Tr├Ąge blickte er auf, als Karans Schatten auf ihn fiel. Ihm blieb keine Zeit zu reagieren, als der ihn packte und hart gegen die Hauswand dr├╝ckte.
┬╗Wo ist er, Fuchs? Rede! Oder ich bei├če dir die Kehle durch┬ź, knurrte Karan. Doch der Fuchs lachte nur. Ida zog Karan zur├╝ck, damit er den Fuchs frei gab.
┬╗Erz├Ąhle uns bitte, was du ├╝ber den Herzstein wei├čt┬ź, bat sie.
┬╗Mehr als dein Scho├čhund┬ź, spottete der Fuchs.
Der Clan der F├╝chse wusste schon lange, dass der Herzstein der Schl├╝ssel zu einer anderen Welt war. Immer wieder nutzten sie den Stein, um Sch├Ątze des Waldes gegen Fleisch und andere Annehmlichkeiten der Menschenwelt zu tauschen. Es waren die W├Âlfe, die heraus fanden, dass der Nebel Jungtiere von der Verwandlung verschonte. Die Gier der Menschen kannte keine Grenzen und f├╝r einen s├╝├čen Welpen zahlten sie einen guten Preis. Die wilden Augen der W├Âlfin fielen Karan wieder ein und auf einmal machten viele Dingen einen Sinn. Kalte Wut kroch in sein Herz.
┬╗Aber diesmal bist du nicht zur├╝ck gekehrt┬ź, schloss Ida und hockte sich neben den Fuchs.
┬╗Ich habe hier alles, was ich brauche. Was k├╝mmern mich die anderen?┬ź, erwiderte er.
┬╗Wo ist der Stein jetzt?┬ź, fragte Ida unbeirrt freundlich nach. Der Fuchs zuckte mit den Achseln und warf Ida einen zerkn├╝llten Zettel zu.
┬╗Verkauft.┬ź Grinsend hob er seine Bierflasche etwas an und trank einen Schluck. Karan sp├╝rte, wie er eine halbe, herumliegende Flasche aufhob und warf, als w├╝rde jemand anderes ihn f├╝hren. Er war so voller Zorn. Das Geschoss krachte in das Gesicht des Fuchses und schlug eine blutige Wunde.
┬╗Warum?┬ź Idas Stimme war nur ein entsetztes Fl├╝stern.
┬╗Er hat es verdient.┬ź Karans Stimme war kalt wie die Dunkelheit in seinem Herzen. Ida sch├╝ttelte den Kopf und wich zur├╝ck.
┬╗Ida.┬ź
┬╗Geh!┬ź Tr├Ąnen rannen ├╝ber Idas Gesicht und sie wandte sich ab.
Er sah noch, wie sie nach ihrem Handy griff, als sie ging, und hektisch telefonierte. Verlassen lag der Fuchs in dem Hauseingang und sein Blut malte verwaschene Tr├Ąnen in den Beton. Karan sp├╝rte, dass er nun in Gefahr war, und ergriff die Flucht. Stundenlang irrte er durch Berlins Stra├čen. Es hatte zu regnen begonnen. Selbst die gl├Ąnzenden Sky Trees wirkten wie d├╝stere Skelette. Doch es k├╝mmerte ihn nicht. In ihm war nur Leere und die brennende Frage, wie es so weit hatte kommen k├Ânnen. Er ging immer weiter, vorbei an Menschen, die genauso leer und trostlos aussahen, wie er sich f├╝hlte. Schlie├člich fand er sich an dem einzigen Ort wieder, der noch Bedeutung f├╝r ihn hatte.

Der Teufelssee lag ebenso verlassen da, wie bei Karans Ankunft vor so vielen Tagen. Trotz des Regens trieben Nebelfetzen wie vergessene Tr├Ąume ├╝ber den See. Der Nebel beobachtete Karan.
Er sp├╝rte es.
Ergeben sank Karan am Ufer auf die Knie.
┬╗Komm und hol mich!┬ź, forderte er matt. Doch diesen Gefallen tat ihm der Nebel nicht, auch wenn er n├Ąher kroch und Karan in eine feuchte, undurchdringliche Decke h├╝llte.
Wie lange er dort sa├č, wusste Karan nicht. Die K├Ąlte in seinem Herzen sp├╝rte er schon lange nicht mehr.
┬╗Karan?┬ź
Seine Ohren zuckten und drehten sich in Richtung der Stimme, die jede Faser seines K├Ârpers direkt zum Klingen brachte.
Knirschende Schritte n├Ąherten sich durch das alles verschleiernde Grau.
┬╗Ida.┬ź Tats├Ąchlich stand sie dort. Sie wirkte so zerbrechlich.
Stille breitete sich zwischen ihnen aus und h├╝llte ein, was sie nicht zu sagen wagten, w├Ąhrend ihre Blicke einander gefangen hielten.
┬╗Kannst du mir verzeihen?┬ź
Ida sch├╝ttelte den Kopf.
┬╗Omama hat mir den Kopf gewaschen. Ich habe etwas f├╝r dich.┬ź
Die Herzsteine.
Der eine war schwarz und flackerte leicht, w├Ąhrend der andere, glutrote Stein sanft pulsierte. Auch in ihm hatte sich Dunkelheit eingenistet.
Der Nebel kroch n├Ąher, lauernd und wispernd.
┬╗Ich habe ihn aus dem Pfandhaus. Der Fuchs hatte ihn dort versetzt und mir den Pfandschein gegeben. Er geh├Ârt dir.┬ź
Karans Finger schlossen sich um den Stein. Er sp├╝rte seine Kraft, wie etwas lang Verlorenes. Dann war da noch etwas. Beide Steine begannen zu gl├╝hen und pulsierten im gleichen Takt.
Ein Vogel zwitscherte. Verwirrt blickte Karan auf, als Ida verz├╝ckt lachte. B├Ąume schimmerten durch den dichten Nebel, deren Wurzeln sich in den Schutt zu graben schienen.
┬╗Das ist der Wald?┬ź
Karan brachte nur ein Nicken zustande.
┬╗Er ist wundersch├Ân.┬ź
┬╗Es ist unm├Âglich. Wir sind doch noch immer am See. Was tun wir jetzt?┬ź Seine Frage war nur ein Fl├╝stern.
┬╗Wir tun das Richtige.┬ź
Ida schmiegte sich in Karans Arme und er vergrub noch einmal seine Nase in ihrem Haar. Tief atmete er ihren vertrauten Duft ein.
Ein Sommertag im Wald nach einem Gewitter.

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Hallo Araluen,

auch von mir ein herzliches Willkommen. Der erste Eindruck den dein Text macht ist wirklich gut, ich freue mich darauf den Rest in den n├Ąchsten Tagen lesen. Ich hab beim Antworten vorhin nicht darauf geachtet, dass ich meinen Text an deinem vorbeischiebe, daher gehts zun├Ąchst darum dich wieder zur├╝ck an die Spitze zu setzen.

Beste Gr├╝├če, wir lesen uns!

Blumenberg

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Hyazinthe
One-Hit-Wonder-Autor
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Liebe Araluen!

Eine lange Geschichte; man braucht Geduld, um sie bis zum Ende zu lesen.
Du verkn├╝pfst auf interessante, aber auch etwas befremdliche Art und Weise ein m├Ąrchenhaftes Geschehen mit der ganz konkreten Gegenwart in der modernen Gro├čstadt Berlin. Dabei greifst du Themen auf wie Umweltverschmutzung, Raubbau an der Natur, ├ťbertechnisierung, dazu kommt noch eine kleine Liebesgeschichte und die Gegen├╝berstellung von Gut und B├Âse: Recht viel auf einmal f├╝r eine Kurzgeschichte! Zu viel, meiner Meinung nach. Man wei├č nicht so recht, auf was das Ganze hinauslaufen soll.
Dennoch: Mir gef├Ąllt dein feinf├╝hliger, anschaulicher Schreibstil.

Gru├č, Hyazinthe
__________________
Immer neugierig bleiben

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Araluen
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jun 2016

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Es freut mich, Hyazinthe, das dir mein Schreibstil gef├Ąllt. Und irgendwie muss ich dir auch recht geben. Herzstein erz├Ąhlt ziemlich viel in ziemlich wenig Worten gemessen am Inhalt. Ich bin es gewohnt ausschweifend zu schreiben, mit komplexen Plots und viel Raum einnehmenden Charakteren. F├╝r Kurzgeschichten brauche ich da mehr Fokus auf einen Aspekt, damit es auch eine echte Kurzgeschichte wird. Danke f├╝r den Hinweis. Solche Dinge m├╝ssen einfach mal offen gesagt werden, damit man begreift, was man die ganze Zeit eigentlich wusste.

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