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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Honig im Kopf
Eingestellt am 03. 05. 2017 19:38


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driss
Hobbydichter
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Honig im Kopf

Ein Tropfen fĂ€llt ihm ins Haar. Es war Mitternacht. Er ĂŒberlegt, warum er hier sitzt. Ach so! Auf einmal ist er wieder klar. Keine Nebelschwaden mehr, nichts ist mehr verklebt. Es ist hell. Es ist zu hell und als er seine FĂŒsse bewegt, umhĂŒllt diese keine Bettdecke mehr. Eine Wolke schiebt sich vor den Vollmond und er hegt das GefĂŒhl Honig im Kopf zu haben. Er sitzt still da, spĂŒrt den nassen Steinboden unter seinen FĂŒssen und die KĂ€lte, die ihm die Waden hinaufkriecht. Eine Katze löst den Bewegunsmelder aus. Das Licht scheint ihm zwischen den HaarstrĂ€hnen ins Gesicht. Er spĂŒrt, wie sich der dichte Nebel in seinem Kopf allmĂ€hlich legt. Auf einen Schlag ist er klar. Er fasst sich verwirrt und doch gefasst an den Kopf. Zwingt sich aufzustehen und stampft in Richtung Haus, schleicht sich in das Schlafzimmer und legt sich zu seiner Frau, Verena. Sie hat die Augen offen und spĂŒrt seinen tiefen Atem in ihrem Nacken, bis sie einschlĂ€ft. Richard öffnet seine Augen. Steht auf und geht in die KĂŒche, wo Verena bereits an dem Tisch sitzt und Kaffee trinkt. Richard macht sich ebenfalls eine Tasse. Ein oder zwei StĂŒck Zucker. Er ĂŒberlegt, kommt jedoch nicht auf eine Antwort. Er setzt sich zu seiner Frau, die ihm erzĂ€hlt, dass sie ihn letzte Nacht gehört hat. Er streitet es ab. Seine Frau fragt ihn, ob er den Honig will. Da war es wieder. Aus dem nichts ist es wieder da und Herbert nimmt die Stimme seiner Frau nicht mehr war. Honig. Was ist Honig. Herbert grĂŒbelt, kann sich jedoch nichts darunter vorstellen. Verena bemerkt seine Abwesenheit und fragt ihn, was er hat. Honig im Kopf, ist seine knappe Antwort. Herbert steht auf und geht. Er lĂ€uft durch die Strassen. Das Wetter ist schlecht und dicke Tropfen fallen vom Himmel, was er jedoch nicht bemerkt. Richard! Ein kleiner Junge steht vor ihm und schaut ihn an. Er erklĂ€rt ihm, dass er sein Enkel ist. Richard weiss das nicht, deswegen geht er weiter, ohne den Jungen zu beachten. Als er immer weiter weg ist, fĂ€llt ihm alles wieder ein. Dass er seinen Kaffee mit zwei StĂŒck Zucker macht, und dass Michael sein Enkel ist. Er weiss auf einmal wieder, wie alt seine Frau ist, welche Schuhgrösse er trĂ€gt, und was sein Lieblingsessen ist. Er fĂŒhlt sich taub. Er ist gefangen, zwar kann er sich bewegen, merkt jedoch, dass er nicht mehr der Alte ist. Er geht wieder nach Hause, denn er weiss, dass es Essen gibt. Richard isst. Er merkt jedoch nicht, dass er nach jedem Bissen erneut Salz darĂŒber streut. Aber er sieht die traurigen Blicken seiner Frau. Sie gehen zu Bett. Mitten in der Nacht wacht Richard auf und geht zur Bank vor seinem Haus. Es ist still. Zu still.


__________________
AW

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flammarion
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