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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Ins Studio kannst du auch morgen früh gehen...
Eingestellt am 26. 05. 2019 19:39


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tobys
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Apr 2019

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Wann ich geboren wurde? So genau kann ich das nicht festlegen. Irgendwann lag ich einfach da, frisch genäht, ganz oben auf einem Stapel meiner Schwestern. Wir alle bekamen Etiketten. Aua - das piekste! Dann wurde ich von flinken Händen in grellem Licht herumgewirbelt und bekam einen kleinen runden Aufkleber aufgedrückt. Quality Check, Nr. 67. Kurz darauf wurde es finster, als sich der Deckel eines Kartons über mir und ein paar meiner Schwestern schloss. Ich lag ganz oben. Wie lange ich dort lag, kann ich nicht sagen. Es müssen Tage, Wochen, vielleicht sogar Monate gewesen sein. Es rumpelte, schaukelte, quietschte, schaukelte, schaukelte. Mir war speiübel, aber mein Magen war leer. Dann wieder Quietschen, Rucken, Schaukeln, Rucken, Ruhe, Rucken, Schaukeln, Rucken, Ruhe, Rucken, Schaukeln, Rucken, Ruhe. Und immer noch war es finster. Ich fragte mich, ob das jetzt für immer so weitergehen würde. Oder war meine Bestimmung eine andere? Was würde mich erwarten? Konnte ich meine Schwestern mit diesen essentiellen Fragen behelligen? Ich grübelte.

Ratsch! Plötzlich war ich von grellem Licht geblendet und musste meine Augen schließen. Warme Hände griffen nach mir, ich hörte ein Klappern und wurde an beiden Schultern gequetscht. Meine Beine fielen nach unten und hingen in der Luft. Was war nur los? Immer wieder Klappern neben mir und ich wurde geschubst - mal von vorne, mal von hinten. Ich versuchte zu blinzeln. So langsam gewöhnten sich meine Augen an das grelle Licht und ich erblickte vor mir eine meiner Schwestern. Ich blickte nach rechts. Eine weiße Wand aus Plastik. Ich blickte nach links. Durch die Lücke zu meiner Schwester sah ich eine brünette Frau, die geschwind in einen Karton griff, eine meiner Schwestern an den Schultern herauszog und in zwei Klammern an einem Bügel einzwickte. Buff. Wieder ein Schubs von hinten. Ich blickte nach oben. Ich hing genauso an so einem Bügel wie ich gerade gesehen hatte und darüber eine Stange. So langsam gewöhnten sich meine Schultern an den Druck. Rumms. Schaukeln. Quetschen. Irgendwann war der Karton wohl leer. Die hübsche Brünette war weg und es wurde dunkel. Wenigstens war Ruhe und ich konnte ein Nickerchen machen.

Als ich aufwachte war es schon hell. Es quietschte hinter mir und schon wurde ich nach hinten gerissen. „Größe S?“ hörte ich eine Stimme fragen. Da war sie wieder, die Brünette. Dann eine andere Stimme „Ja. Ich will sie gerne anprobieren.“ Ich flog durch die Luft, mir wurde kurz schwarz vor Augen, der Klammergriff an meinen Schultern löste sich und ich spürte, wie weiche Finger an meinen Beinen drückten und rieben. „Danke. Das Material fühlt sich toll an.“ Ich wurde zusammengeknüllt, es schaukelte und ich spürte immer noch die weichen Finger, die mich trugen aber ich konnte nicht sehen wohin.

Klirren und Rasseln. Ich wurde abgelegt. Scharren und Rascheln. Ich wurde an den Schultern gepackt und schnell nach unten befördert. Etwas langsamer ging es wieder nach oben und da fühlte ich es. Es drang in meinen linken Teil ein. Immer weiter. Immer länger und dicker wurde es. Und schon wurde auch meine rechte Hälfte ausgefüllt. Warm und weich. Zugleich ein bisschen hart. Aua! Meine Brust, mein Rücken und meine Schultern! Ein letzter Ruck hatte mich ziemlich schnell gedehnt. Ich war doch noch kalt! Aber zum Glück war nichts gerissen. Ich hatte während der Bewegungen die Augen geschlossen. Langsam öffnete ich die Augen und erblickte meine Schwester. Ich wurde nach links gedreht. Komisch. Meine Schwester machte genau dasselbe, aber andersherum? Ich wurde nach rechts gedreht. Meine Schwester andersherum. Und wieder nach links. So langsam zweifelte ich. Vielleicht war das das, was als Spiegelbild bezeichnet wurde? Irgendwann hatte ich das mal gehört aber noch nie gesehen. Zwei Finger fassten meine Schulter und dehnten sie ein wenig. Dasselbe bei meiner Schwester.

Zoink. Die Finger waren wieder weg. „Sie passt.“ Ich blickte dorthin, wo die Stimme hergekommen war. Ich erblickte sie. Blond, lange Haare, schlank. Eine sportliche Figur und hübsch mit leicht roten Backen. Ihre Hände fuhren langsam über meine Beine und meinen Rücken. Es kribbelte, ein angenehmes Gefühlt. Dann ein Klapps auf meinem Rücken. Aua! „Das Material fühlt sich sehr gut an. Die nehme ich. Kann ich sie gleich anbehalten?“ „Gerne, ich bräuchte bitte nur das Etikett für die Kasse“. Schon wieder wurde meine Schulter gedehnt, diesmal von einer ganzen Hand, die das Etikett packte und herauszog. Zoink. Es ging abwärts und aufwärts. Ich schloss wieder die Augen. Dann Klirren und Rasseln, Schaukeln. So langsam gewöhnte ich mich an das Schaukeln und öffnete die Augen wieder.

Die Wand war weg, meine Schwester oder mein Spiegelbild nicht mehr zu sehen. Ich war immer noch ausgefüllt und meine Beine liefen durch einen Raum mit vielen Stangen und Tischen. Vor mir ein Tisch. „34,99“ hörte ich die Brünette sagen. „Bitte.“ „Danke“. Schon wieder fingen meine Beine zu laufen an und es wurde hell. Noch viel heller als bisher. Ich schloss die Augen. Und mir wurde warm. Sogar heiß. Und ich lief immer weiter.

„Geile Tights“ hörte ich eine tiefe Stimme sagen. „Die glänzen ja richtig in der Sonne und schillern in allen Farben. Da muss ich aufpassen, dass mir dich keiner beim Training ausspannt, meine Schnecke“. „Dann tu das mal…“ Zwei große, kräftige Hände packten an meinen Rücken und fuhren dennoch zärtlich darüber. Von oben hörte ich Schmatzgeräusche. Die Hände strichen langsam und sanft an meinen Beinen entlang. Schon wieder kribbelte es. Ich spürte, wie mein Unterleib von innen leicht feucht wurde. Wo kam das jetzt her? Ich war doch nur aus Stoff! „Komm, lass uns heimgehen. Ins Studio kannst du auch morgen früh gehen…“

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DocSchneider
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tobys
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Danke @DocSchneider für die Begrüßung und das Feedback.
Ja, auch Tights/Leggings haben Gefühle.

Eigentlich sollte die Geschichte ja länger werden und dann unter "Erotische Geschichten" eingeordnet werden... mal sehen, vielleicht finde ich in ein paar Wochen ein wenig Zeit und Muße dafür. Die Frage ist, ob es sich dann nicht lohnt die Perspektive zu wechseln und/oder eine neue Geschichte anzufangen...

Ich würde mich über Feedback/Ideen/Anregungen dazu freuen.

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