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Leselupe.de > Kurzprosa
Interview mit X
Eingestellt am 08. 03. 2018 18:57


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Polly
Hobbydichter
Registriert: Feb 2018

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Interview mit X

Y: Herzlich Willkommen zu unserem monatlichen Interview. Mein Name ist Y und ich begr├╝├če recht herzlich: X! Wie geht es dir?
X: Mir geht es wunderbar! Schau, ich bin unversehrt, sch├Ân dick und rund.
Y: Ja, das kann man nicht leugnen. Du bist h├╝bsch anzusehen.
Wir m├╝ssen aber ├╝ber ein sehr ernstes Thema reden, denn Sch├Ânheit ist verg├Ąnglich. Das gilt f├╝r mich und - so leid es mir tut - auch f├╝r dich. Liebe X, heute ist der 28. September 1976 und gleichzeitig der letzte Tag in deinem Leben. Morgen ist alles zu Ende f├╝r dich.
X: Zu Ende? Du meinst, ich sterbe morgen? Ganz sicher nicht.
Y: Dir bleiben h├Âchstens ein paar Stunden. Wie wirst du sie verbringen?
X: Ich dachte, wir treffen uns hier aus einem ganz bestimmten Grund... du wei├čt schon nur wir zwei...
Y: So ganz stimmt das ja nicht, dass wir zu zweit sind. Ich bin nur der Erste hier bei dir. Also, wie gehst du mit dem Tod um?
X: Ach was. Nochmal zum Mitschreiben: Ich - werde - leben!
Y: So, so. Leugnen ist auch eine M├Âglichkeit. Du denkst also, du bist etwas Besonderes. Auf gewisse Weise stimmt das auch. Immerhin sieht man dich und deinesgleichen nur 12 mal im Jahr. Meine Jungs und ich sind andauernd unterwegs.
Zur├╝ck zum Thema. Wir haben alle eine bestimmte Zeit zu leben und dann? Aus und vorbei. Auf Nimmerwiedersehen. Verstehst du das jetzt endlich?
X: Beruhige dich mal, mein Lieber. Morgen ist nicht der letzte Tag, sondern der Erste! Und wenn du dich ein bisschen ins Zeug legst und nicht die ganze Zeit von Tod und Teufel sprichst, ├╝berleg' ich es mir vielleicht und w├Ąhle dich aus...
Y: Wie meinst du das?
X: Na, dass wir uns zusammentun. Du wei├čt zwar eine Menge, aber dein Problem ist, dass du nicht GLAUBST. H├Âr gut zu, eines wei├č ich auch:
Ich bin der Anfang, aber ohne dich bin ich am Ende.
Glaube mir, wenn ich sage: Eins und Eins ist gleich Eins! Du und ich - das sind nicht wir - das ist sie mit den blonden Haaren und den gro├čen F├╝├čen oder er mit dem klugen K├Âpfchen, aber zu wenig Selbstbewusstsein, um damit gl├╝cklich zu sein oder sie mit vielen M├Âglichkeiten, aber ohne Mut.
Das h├Ârt sich unglaublich an oder? Wer wei├č schon, was heute noch passiert? Morgen wissen wir es. Na Gro├čer, h├Âr auf zu reden und schwimm mal ein bisschen n├Ąher. Noch n├Ąher, noch n├Ąher ...


Version vom 08. 03. 2018 18:57

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Etma
???
Registriert: Jan 2016

Werke: 35
Kommentare: 411
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Hallo Polly

Ein interessanter Text, ganz mysteri├Âs und irgendwie der Beginn eines Abenteuers. Ich w├╝rde gerne mehr erfahren von diesem omin├Âsen X.

Willkommen im Forum by the way! Ich hoffe die beiden reaktionslosen ersten Monate hier waren nicht zu unertr├Ąglich f├╝r dich.

Als Ratschlag - insofern ich dazu berechtigt bin dir einen zu geben - m├Âchte ich dir ans Herz legen die beiden Figuren in diesem Werk weniger streiten zu lassen. Das ist etwas unlogisch, oder wenigstens die Art WIE sie diskutieren: das Zur├╝ckfragen, das ├╝bertriebene Staunen, selbst das Duzen ... die beiden Personen treffen sich hier meiner Ansicht nach zum ersten Mal. Da ist es ein bisschen unpassend sie so frech, unversch├Ąmt und unh├Âflich darzustellen. W├╝rdest du einem Menschen den du interviewst ins Gesicht sagen "du denkst also du bist was besseres", nur weil er von sich selber sagt er wird morgen noch leben? Ein bisschen mehr Respekt, vor allem da es sich um jemanden handelt, der doch kurz vor dem Tod steht ... das ist vielleicht eine Kleinigkeit aber ich hoffe konkret und feinheitlich genug gewesen zu sein in meiner Erkl├Ąrung. Evtl geh├Ârt es zur Pers├Ânlichkeit vo X derart niederwerfend zu reden, doch dann w├╝rde ich, allein schon des Kontrastes zuliebe, Y etwas unterw├╝rfig zeichnen, etwas wie im Film "Mr Nobody" der alte Mann befragt wird - kennst du den?

LG,
Peter

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Polly
Hobbydichter
Registriert: Feb 2018

Werke: 2
Kommentare: 1
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Hallo Peter,
danke f├╝r deine Anmerkungen! Bin nat├╝rlich offen f├╝r Kritik und Hinweise. Ich werde mich mal dransetzen. Die beiden sollten wirklich nicht streiten, sondern sich vielmehr necken. Y soll ja schlie├člich die Einladung von X annehmen. (Mr. Nobody kenne ich leider nicht.)
Viele Gr├╝├če
Heike

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