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Leselupe.de > Ungereimtes
Kein Heim wars ihm, ein Tod im Rauhreif nur
Eingestellt am 22. 10. 2018 18:20


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Patrick Schuler
Routinierter Autor
Registriert: Nov 2014

Werke: 199
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Er starb am Wegrand im Winter.
Hatte zuvor
im Wald sein Lager aufgeschlagen.
Bei Nagern, Fischen gewohnt.
Im kupfernen Steinkreis
mit den Hirschen gespeist.
Hinter ihm glühten die Horizonte -
der Herbst. -
So kamen härtere Tage -;
Nächte; über den Wald hin
lag ihr silbernes Haar - abweisend, stumm.
- überfroren ist er;
eine Zeile,
Die sich der Winter erfand.
Ich trug ihn, den Steifen, zum Boot.
flusswärts stieß ich's.
Bis ihn die Ferne verschlang,
hinwirft vielleicht
an andere Statt; - liedlos - stumm.


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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

Werke: 692
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Lieber Patrick,

" eine Zeile, die sich der Winter erfand", was für eine gelungene Metapher.

Wie vielen Flüchtlingen droht dieses Schicksal.

Danke, dass Du dieses Thema uns allen ans Herz gelegt hast mit Worten, die einen ganzen Film in mir ablaufen lassen.

Liebe Grüße
Vera-Lena


__________________
Der Mensch ist sich selbst das größte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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Trainee
Häufig gelesener Autor
Registriert: Oct 2017

Werke: 14
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Lieber Patrick,
ein makellos schönes Gedicht mit ungewöhnlichen Umbrüchen.
Zunächst missfielen die mir, und ich begann in gewohnter Weise umzudröseln (ach, so ist nun mal meine Natur), um dann zu bemerken, dass alles genau richtig ist, wie es da steht.
Gerade die sprachliche "Härte" der Kurzverse erzwingt immer wieder ein Innehalten des Lesers, ein Zurückgehen, was ganz wunderbar zu einem Dasein passt, das zwar nicht ziellos ist, sich aber doch im Kreise dreht, oder besser, nicht vom Fleck kommt.
Ich denke dabei nicht in erster Linie an das Schicksal von Flüchtlingen (obwohl diese Assoziation durchaus berechtigt ist), sondern an eine Heimat- und Obdachlosigkeit anderer Art:

quote:
Kein Ort. Nirgends.
(Christa Wolf)

Beeindruckte Grüße
Trainee


__________________
Mein Maul ist ein Löwe / mein Herz ein Kaninchen / Von fern bin ich Zora, von Nahem: Sabinchen (Simone Borowiak)

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