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Leselupe.de > Kindergeschichten
König Habakan und der Raubritter
Eingestellt am 31. 10. 2017 16:59


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molly
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König Habakan und der Raubritter Teribal Ab 5 Jahren

Im Land, weit hinter den sieben Meeren, lebte König Habakan in seinem weißen Schloss. In einer Herbstnacht lag der König in seinem Bett. Er lauschte dem Wind, der um die Schlossmauer pfiff und ihn langsam in den Schlaf sang. Mitten in der Nacht weckte ihn ein fürchterlicher Schrei. Als er die Augen aufschlug, schwebte sein Schlossgespenst Otto vor dem königlichen Bett. Es rasselte mit seiner Kette und heulte. Der König fuhr mit einem Schrei auf und fauchte: „Du weißt doch, dass ich mich nicht vor dir fürchte!“ Doch dann lachte er, als er das Gespenst anschaute, das mit seinem weißen Hemd auf und ab flatterte, und die schwarze Kette um einen Ärmel gewickelt hatte.
Das Gespenst zischte: „Das Lachen wird dir schon noch vergehen.“ Bei seinem nächtlichen Spazierflug hatte Otto den Räuber Teribal gesehen. Er war mit seinen Reitern unterwegs, um König Habakan das Schloss weg zu nehmen. Welch eine schlechte Nachricht! Der König stützte seinen Kopf auf die Hände und befahl dem Gespenst sofort mit dem Heulen auf zu hören. „Du nervst mich so sehr, dass ich nicht nachdenken kann. Sei endlich still!“
„Du brauchst mich nicht anzuschreien, geschieht dir ganz recht, wenn der Raubritter dir das Schloss nimmt!“
„Und wo willst du wohnen, wenn ich das Schloss nicht mehr besitze?“
Otto fauchte: „Im Keller natürlich, wie immer!“
„Glaubst du wirklich, der Raubritter würde dich hier hausen lassen? Nein, er würde dich jagen, bis er dich mit deiner Kette im Schlosskeller angebunden hätte. Er könnte dich auch in eine Kiste sperren und den Deckel abschließen. Es gäbe für dich kein nächtliches Umherschweben mehr.“ Ottos schwarze Augen wurden immer größer. Der König schlug die Decke zurück und schwang die Beine aus dem Bett. „Nun, Otto, hast du eine Idee, wie wir unser Schloss retten können?“
Otto wischte sich energisch eine Träne aus seinem rechten Auge. „Ich kenne den Reto, er ist ein großer und starker Bauernbursche und geht fast jede Nacht am Schloss vorbei. Ich sehe ihn manchmal auf meinem Rundflug. Vielleicht kann er uns helfen.“
„Gut“, sagte der König, hol ihn schnell her, deine Geisterstunde ist bald zu Ende.“

Reto hatte seine Freundin besucht und war auf dem Heimweg in sein Dorf. Als das Gespenst auf ihn zuflog, wich er zurück. „Bleib fort, komm nicht zu mir“, rief Reto und hielt dabei seine großen Hände vors Gesicht.
„Hab keine Angst“, sagte Otto. „Hör, der Raubritter Teribal ist unterwegs, er will das Schloss besetzen und den König vertreiben. Komm mit, der König braucht deine Hilfe.“
Vor Schreck ließ Reto beinahe seine Laterne fallen. Er hatte gehört, dass der Raubritter Teribal jedes Haus, das ihm im Weg stand, niederbrannte, dass er Dörfer zerstörte und Menschen tötete. Reto dachte an seine Freundin Maude und an seine Eltern. Er musste sie retten, und dem König helfen. Reto rannte hinter Otto her und kurz bevor die Schlossuhr einmal schlug, schwebte Otto in den Keller zu seinem Schlafplatz.
Reto eilte mit langen Schritten ins Schloss, schüttelte seine goldenen langen Locken zurecht und bückte sich, als er das Zimmer des Königs betrat. Der König begrüßte ihn knapp und rief: „Du kommst mir gerade recht, mein Kammerdiener ist krank. Hilf mir beim Anziehen.“
Reto reichte ihm die blauen Socken, half ihm, Hemd, Hosen und Schuhe anzuziehen. Zum Schluss hängte sich der König seinen dunkelblauen Mantel um. Er strich sich die braunen Haare glatt, die ihm bis über die Ohren reichten und setzte sich zum Schluss die Krone auf.
Er sagte: „Wir haben nicht viel Zeit, bald wird der Raubritter eintreffen. Wir brauchen die Hexe Zuckermühl aus dem Zauberwald, sie kennt Zaubertricks. Wagst du es, den Pfad dorthin zu gehen und ihr von dem Räuber zu erzählen? Sage ihr, dass ich ihre Hilfe brauche. Während du unterwegs bist, werde ich hier im Schloss mit meinen beiden Soldaten alle Waffen zusammen suchen.“
„Ich mache mich sofort auf den Weg“, antwortete Reto.
Gesagt, getan, Reto wusste, dass dieser Weg gefährlich war. Die Hexe Zuckermühl war allen hier im Land bekannt und eigentlich wollte niemand ihr begegnen. Erst neulich hatte sie dem Schneider aus dem Dorf eine große Spinne auf den Kopf gesetzt. Doch der gefährliche Raubritter trieb keinen Schabernack mit den Menschen, er verletzte sie. Reto schüttelte den Kopf, er wollte kämpfen, für seine Freundin, seine Eltern, das Dorf und den König.
Bei den drei großen Tannen am Waldrand blieb er einen Moment stehen, schaute nach rechts und links. Dann holte er tief Luft und betrat den Zauberweg. Gerade, als er zwanzig Schritte getan hatte, stürzte ein Kerl aus dem Gebüsch und schlug Reto mit seiner Keule gegen die Beine. Reto plumpste mit einem Schrei auf den Waldboden sprang aber sofort wieder auf. Der Kerl, der vor ihm stand, schwang schon wieder die Keule in Retos Richtung. Nur mit Mühe gelang es ihm, dem Angreifer die Keule abzunehmen. Schwer keuchend standen beide an einen Baum gelehnt.
Der Kerl hatte einen strubbligen schwarzen Bart. Seine Ohren standen spitz in die Höhe und oben auf dem Kopf hatte er ein kleines Horn.
„Du bist in meinem Reich, hier lebe ich, der Waldtroll! Gib mir sofort die Keule wieder“, befahl er.
Reto sagte: „Ich brauche deine Hilfe, bring mich so schnell wie möglich zur Hexe, dann bekommst du deine Keule wieder.“ Er berichtete dem Troll rasch vom Raubritter Teribal.
Jetzt stampfte der Troll heftig auf den Boden und sagte: „Einer dieser Räuber hat mir mein Honigglas aus der Hand geschossen. Mein süßer Honig ist auf den Boden geflossen.
Aber warum soll ich dem König helfen? Ich mag ihn nicht!“
Reto antwortete: „Der Zauberwald gehört dem König Habakan. Wenn der Raubritter im Schloss wohnt, wird der dich vertreiben, der mag bestimmt keine Trolle. Wir müssen uns beeilen, Teribal ist schon sehr nahe, wenn einer seiner Räuber das Honigglas abschießen konnte.“
Das sah der Troll ein. Er schnaufte einmal laut und sagte: „Nun gut! Was bekomme ich, wenn ich dir und dem König helfe und dich zur Hexe begleite?“
„Na, deine Keule und einen Topf Honig, den schenkt dir sicher der König.“
„Das ist mir zu wenig, ich will jetzt sofort etwas Süßes!“
Reto kramte aus seiner Jackentasche ein kleines Briefchen. „Das hat mir meine Freundin Maude geschenkt. Hier nimm, ist Zucker drin.“
Zucker war sehr teuer im Land und der Troll hatte noch nie welchen besessen. Vorsichtig nahm er das wertvolle Geschenk entgegen und verstaute es in seiner Hosentasche.
„Nun gut, du hast mich besiegt, also los, der Weg zur Hexe ist weit.“
*
Die Hexe
Der Troll ging voraus und Reto folgte ihm wortlos. So wanderten sie still durch den Wald bis der Troll über eine Wurzel stolperte und unsanft auf dem Boden landete. Er jammerte laut und weigerte sich, weiter zu gehen. Reto nahm den Troll Huckepack und stapfte langsam vorwärts. Er war es gewohnt, schwere Sachen zu schleppen. Doch jetzt kam es ihm vor, als würden zwei große Säcke voll Kartoffeln an seinem Rücken hängen. Ab und zu blieb er stehen, um sich den Schweiß von der Stirne zu wischen. Doch als sie das Hexenhäuschen sahen, sprang der Troll von Retos Rücken und gemeinsam stürmten sie auf das kleine Haus zu.
Vor dem Haus wich der Troll zurück. Auf der Treppe stand ein kugelrunder kleiner Kerl mit riesigen Augen, schiefem Mund und zwei Zähnen und grinste ihn an. War das ein anderer Troll?
Reto sagte: „Das ist nur ein Kürbis, der beißt nicht, die Hexe hat ihm ein Gesicht geschnitzt!“
Er klopfte an die Haustür und nach kurzer Zeit öffnete die Hexe.
Sie hatte ihre roten Haare zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden und mit einer Fledermausschnalle festgesteckt. Im Gesicht der Hexe entdeckte Reto Lachfältchen um die Augen, aber sie hatte keine Warzennase, auch keinen schiefen Zahn. Das einzige Hexenzeichen war ihr kleiner krummer Finger an der linken Hand. „Was wollt ihr denn im Morgengrauen bei mir“, fragte sie und gähnte herzhaft.
Reto verbeugte sich und sagte: „Der König schickt mich, wir brauchen deine Hilfe.“
„Ach, hat er mal wieder Bauchweh?“ fragte die Hexe.
„Nein, wir sind alle in Gefahr!“ Reto berichtete ihr vom Raubritter.
Die Hexe zog nun die Besucher rasch ins Haus und zündete eine große Lampe an.
„Ich kenne den Ritter Teribal, mit dem ist nicht zu spaßen. Was bekomme ich, wenn ich euch helfe?“ wollte sie wissen.
Ich besitze nichts mehr“, sagte Reto. Aber der Troll hat ein Briefchen mit Zucker!“
„Ach was, ich will keinen Zucker, der Troll muss mitkämpft und ich will Gold, viel Gold“, verlangte die Hexe und drückte Reto auf einen Hocker.
„Ich will dein Gold, Reto!“
„Ich bin sehr arm, kann meiner Freundin nicht einmal einen Ring schenken. Aber ich gebe dir die Hälfte meiner Kartoffelernte.“
„Gold, Reto, ich will dein Gold, ich will deine goldenen Locken!“
Reto sprang vom Hocker, schüttelte heftig seine Haare: „Niemals“, rief er.
„Du weißt doch, der Räuber wird dir alles nehmen, deine Freundin, alle Kartoffeln, deine Hütte.“
Reto setzte sich wieder. „Dann nimm, was du brauchst, flüsterte er und seine Stimme klang, als hätte er große Halsschmerzen.
Im Nu fielen Retos Locken auf den Boden. Zum Schluss besaß er viele Stacheln auf dem Kopf. „Ich friere“, bemerkte er. Die Hexe warf ihm kichernd ein Kopftuch zu, doch Reto legte es fort. Auf seiner Stirn zeigte sich eine tiefe Kummerfalte. Ohne Haare würde ihn seine Freundin sicher nicht mehr mögen. Sie mochte seine Locken mehr als seinen breiten Rücken, seine Größe oder die starken Arme.
„Die Locken wachsen wieder“, tröste ihn der Troll.
Die Hexe schenkte Reto eine schwarze Mütze, die er sogleich aufsetzte.
Sie holte den Kürbis mit dem Gesicht und legte ihn Reto in die Arme.
„Lauft los, wir treffen uns beim König, aber dalli“, drängte die Hexe. Sie wartete, bis die beiden im Wald verschwunden waren, danach füllte sie ihren Rucksack mit all den Dinge, die sie für den Kampf mit dem Raubritter brauchen konnten. Sie band ihr schwarzes Kopftuch um, schloss ihr Häuschen zu, schwang sich auf den Besen und brauste über den Köpfen von Troll und Reto hinweg in Richtung Schloss.
*
Der Kampf um das Schloss

Raubritter Teribal pfiff und seine Männer gruppierten sich um ihn. Er sagte: „wir sind bald am Ziel. Wenn ihr tüchtig kämpft, können wir schon heute Abend im Schloss wohnen. Schlagt nieder, was euch im Weg steht, brennt Hütten ab. Treibt die Menschen in den Wald. Alle sollen sich vor euch fürchten. Setzt jetzt eure Helme auf.“
Sie sangen noch ihr Raubritterlied.

„Wir sind stark, wir sind mächtig,
wir sind grob und niederträchtig,
nehmen uns was uns gefällt
uns gehört die ganze Welt.“

Dann strecke Teribal die Faust in die Höhe: Auf in den Kampf, der König muss weg!“
Und alle schrien: „Der König muss weg!“

König Habakan mit seinen beiden Soldaten, Reto, Hexe Zuckermühl, das Gespenst und der Troll standen im Burghof hinter der Mauer. Sie waren schwer bewaffnet, der König mit Schwert, Troll mit der Keule, die Hexe mit ihrem geheimnisvollen Rucksack, Reto zeigte seine starken Hände, das Gespenst sein weißes Hemd, die Soldaten hoben die Pfeile hoch. Der Kampf gegen den Räuber konnte beginnen.
Sie hörten den grölenden Gesang der Raubritter und gleich darauf die Hufe der Pferde, der Raubritter und seine Knechte kamen immer näher.
Die Hexe Zuckermühl gab dem König einen Beutel aus ihrem Zauberrucksack. „Du bleibst bei Otto, Deine Soldaten müssen dich beschützen und mit den Pfeilen auf die Räuber schießen. Wenn ich dreimal wie eine Eule rufe, benutzest du den Zauberbeutel und wirfst diesen hoch durch die Luft den Banditen zu. Und wenn ich dreimal wie ein Kuckuck schreie, zeigst du dich, Otto! Hier, nimm auch den Kürbis, den kannst du als Waffe benutzen.“ Sie winkte Reto und den Troll herbei. „Auf, ins Getümmel!“
Vorsichtig und sehr leise schlichen sie den Räubern entgegen. Reto hob immer wieder einmal einen Stein auf und steckte ihn in die Hosentasche. Niemand entdeckte sie.
Dann sahen sie den ersten Reiter. Hexe Zuckermühl schickte ihm einen grellen Blitz entgegen. Das Pferd warf den Räuber ab und rannte schnaubend davon. Noch bevor der Räuber aufstehen konnte, erhielt er vom Troll einen Schlag mit der Keule und blieb liegen. Reto warf eine Handvoll Steine auf den nächsten Reiter und auch dessen Pferd floh.
Die Soldaten des Königs verschossen Pfeil um Pfeil, doch sie hatte schon lange nicht mehr geschossen und deshalb trafen die Pfeile nicht einen Mann.
„Absteigen, alle, sofort!“ befahl Teribal, der als letzter auf einem schwarzen Pferd saß. Die Räuber ließen ihre Pferde stehen und rannten schreiend auf das Schloss zu. Gefährlich nahe gelangten sie zum großen Tor.
Jetzt rief die Hexe dreimal wie eine Eule. König Habakan warf den Beutel den Räubern entgegen, der öffnete sich und eine Flut goldener Locken fiel vom Himmel. Retos locken!
Doch noch ehe sie den Boden berührten, schickte ihnen die Hexe einen Donner entgegen und ein Teil der Locken löste sich auf, fiel als Goldpünktchen zu Boden und wurde von den restlichen Locken bedeckt.
„Gold, viel Gold, sammelt sofort die Locken mit dem Goldstaub auf“, befahl der Raubritter. Doch jedes Mal, wenn sie sich danach bückten, schickte die Hexe einen leichten Wind dazu und trieb die goldene Pracht vom Schloss weg.
Endlich gelang es einem Räuber, eine Locke festzuhalten, doch schon stürzten sich die anderen Räuber auf ihn. Jetzt stritten sie sich, schlugen wild um sich, bekämpften sich gegenseitig und merkten nicht, dass der Troll jedem, der auf dem Boden lag, noch einen Schlag mit der Keule versetzte.
Als die Räuber aufstanden, warf die Hexe ihnen eine Handvoll Juckpulver nach und sie rannten schreiend davon. Teribal stand allein vor dem Schloss. Jetzt ertönte der Kuckucksruf der Hexe.
Das Gespenst zeigte sich in voller Größe, hielt dabei den Leuchtkürbis über seinen Kopf und heulte schauerlich. Teribal stolperte schreckensbleich davon, wollte nur weg von diesem fürchterlichen Gespenst. Da stellte Reto dem fliehenden Raubritter das Bein und Otto schleuderte ihm den Kürbis nach.
Besiegt lag Teribal auf dem Boden, der Troll setzte sich auf ihn, bis der König mit den Soldaten kam und den Raubritter im Schlossgefängnis einsperrte.
König Habakan ging leichten Schrittes zu seinen hilfreichen Freunden in den Schlosshof zurück.
„Ich danke euch allen, ihr habt uns gerettet und ich will euch reich belohnen.“
Sogleich meldete sich der Troll: „Ich will einen Topf Honig und dann zurück in mein Reich.“
Damit war der König einverstanden.
„Ich will, dass du mich nicht mehr anschreist und möchte zurück in meinen Schlosskeller“, verlangte das Gespenst.
„Gut, sagte der König, ich werde das nächste Mal daran denken, wenn du mich wieder nervst.“ Dann wandte er sich an Reto. „Willst du bei mir im Schloss leben? Ich habe gehört, du hast nur eine alte Hütte zum Wohnen und hier im Schloss gibt es viele leere Zimmer. Du könntest auch mein Diener werden und hier im Schloss für mich arbeiten, als Gärtner.“
Reto fiel vor dem König auf die Knie. „Nein danke, mein König, ich wünsche mir nur eine Hütte für mich, dann kann ich meine Braut heiraten. Und ich möchte weiterhin ein Bauer bleiben.“
Der König jedoch versprach ihm ein richtiges Haus aus Steinen, mit einem großen Garten und einem Acker. Hexe Zuckermühl schenkte Reto zwei seiner Locken, die sie in richtiges Gold verzaubert hatte.
Reto bedankt sich und eilte zu Maude, seiner Freundin, um ihr alles zu erzählen.
„Und du, Zuckermühl, was willst du?“
„Ich wünsche mir ein kleines Stück von deinem großen Land. Doch zunächst möchte ich mit dir Tee trinken, komm, wir gehen in deine königliche Küche.“
„Was willst du mit dem Land anfangen“, erkundigte sich der König. „
„Nun, wenn der Raubritter seine Strafe abgesessen hat, soll er ein richtiger Ritter werden und dafür braucht er ein kleines Stück von diesem großen Land. Dann wird er nicht mehr durch die Gegend streifen, er kann sich selber eine Burg darauf bauen.“
„Keine schlechte Idee“, meinte der König.
Während König Habakan mit der Hexe Zuckermühl Tee trank, erreichte der Troll mit der Keule und seinem Honig den Zauberwald. Das Gespenst träumte von goldenen Locken und dem gelben Kürbis. Reto aber saß bei seiner Feundin Maude und sie sagte ihm, dass er auch ohne Locken ihr Liebster sei.
*
Monika Rieger


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Version vom 05. 11. 2017 15:32
Version vom 07. 11. 2017 08:58
Version vom 11. 11. 2017 10:49
Version vom 28. 12. 2017 12:07
Version vom 30. 01. 2018 22:45

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aligaga
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Hm, Molly, was soll man zu dieser Geschichte sagen? Sie ist zwar in einer einfachen, für Kinder leicht verständlichen Sprache erzählt, aber weitgehend handlungslos und leider ohne jede innere und äußere Spannung.

Es gibt einen König, ein Schlossgespenst, eine Hexe und einen Troll. In den echten Märchen sind das immer „Typen“, die für sich stehen, Individualisten, die sich entweder bekämpfen oder aus dem Weg gehen, niemals aber von Haus aus miteinander „befreundet“ sind. Sie verhalten sich artgerecht; ein König geht nie allein zu Fuß durch den Wald, vor einer Hexe hat jeder Respekt, vor einem Troll Angst und vor einem Schlossgespenst erst recht.

Falls sie sich wirklich untereinander anfreunden sollen, bräuchz einen schlüssigen Weg, der dorthin führte – zum Beispiel einen gemeinsamen Feind wie den Herrn Raubritter.

TTip: Lass das Schlossgespenst dem König auf die Nerven gehen und sagen, dass es sich freue, wenn der Räuber zum Burg kaputtmachen käme. Der König erklärt ihm, dass es ohne Burg keinen König, aber dann auch kein Schlossgespenst mehr geben wird, das ihm auf die Nerven gehen könnte. Das sieht der Geist sofort ein. Die beiden überlegen, was zu machen sei – das Schlossgespenst kann ja nur die eine Stunde nach Mitternacht und nur im Schloss garstig sein; damit wäre der Räuber nicht zu stoppen. Also müssen Verbündete gewonnen werden, denn wenn die Burg und der König weg sind, hat das Dorf keinen Schutz mehr. Ohne Dorf keine Hexe, und auch den Trollen ginge die Kundschaft aus. Das Schlossgespenst kann gut mit dem jungen Rossknecht (spielt Karten mit ihm!) und schickt ihn zur Hexe.

Der (hübsche!) Junge begibt sich auf den (gefährlichen!) Weg zur Hexe und erklärt ihr, was Sache ist. Unterwegs trifft er auf den Troll, der humpelt, weil im einer der Räuber tags zuvor im Wald einen Pfeil in den Hintern geschossen hat, als er sich nach einem Schwammerl gebückt hatte, und nimmt ihn mit zu der Hexe, damit sie ihn heile.

So – jetzt hast du die Streitmacht beieinander. Sie greift den Räuber und seine Kumpane aber nicht offen, sondern aus dem Hinterhalt an – mit kleinen Zaubereien der Hexe, mit versteckten Keulenschlägen des Trolls, mit heimlich gezielten Schüssen aus der Zwille des Jungen, bis die Räuber so gegeneinander aufgebracht sind, dass sie sich selber die Rüstungen verbeulen und nur noch ein humpelndes, kaum noch kampffähiges Häuflein bis zur Burg gelangt.

Dort gibt ihnen dann – Showdown! – das Schlossgespenst den Rest. Gern auch mit Kürbissen.

Der König will natürlich, wie bis dato üblich, am Ende seine Tochter dem Stallknecht zur Verfügung stellen, aber die mag nicht. Sie sagt, das sei nicht mehr zeitgemäß; sie suche sich ihren Lover lieber selbst (es ist, wie der versierte Märchenfreund sicher längst weiß, der gutaussehende Räuber, der gerade im Kerker schmachtet).

Heiter immer, immer weiter

aligaga


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molly
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Lieber ali,

ich danke Dir herzlich für Deine hilfreiche Textarbeit.

Die Geschichte werde ich umschreiben, Deine Tipps einfließeen lassen, damit sie spannend und auch für alle Kinder interessant wird.

Dir noch einen schönen Tag.

Viele Grüße aus dem sonnigen Tal

molly

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aligaga
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Du musst nicht alles übernehmen, o @molly. Es sind nur zwanglose Vorschläge, die Lust aufs Schreiben machen sollten.

Die einzig heikle Nummer ist: wie werfen wir den Stallburschen aus dem Rennen, ohne dass die Kinder enttäuscht sind? Sie wollen doch, dass der hübsche Kerl am Ende für seine Tapferkeit den gerechten Lohn empfängt, nämlich die üblichen gut 50 Kilogramm schieres, gut durchwachsenes Prinzessinnenfleisch, ne?

Hm. Wenn er sich als schwul outen würde? Und der Schlossgeist auch schwul wäre? Ein schwules Schlossgespenst - besser könnte man momentan gar nicht im Zeitgeist liegen. Eine gleichgeschlechtliche, transzendente Liaison, die Schluss machte mit den öden Märchenhochzeiten ...*würg*...! Molly, das hat was. Das wird was!

Am Schluss heißt's dann wieder für alle zusammen: Und wenn sie nicht gestorben sind ...

Quietschvergnügt und nichts für ungut

aligaga

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Hi ali,

vielleicht kommt ja kein Stallbursche (?), ich schwanke noch zwischen Nachtwächter (sehr hübsch- goldene Locken, ha) und der Kräuterfrau, die der König aus Dankbarkeit heiraten will (ohne jedoch Aussicht auf 50kg), er lebt ja noch allein, Gärtnerjunge wäre auch nicht schlecht.
Mit der Aussicht auf das, was der Raubritter dem Gespenst wo möglich zufügen könnte,verliert es die Lust an der Nerverei.

Und: Sie schaffen das! Alles wird gut, wie das im Märchen üblich ist.

Natürlich wird zum Schluss gefeiert, und sie lebten dann glücklich weiter, im eigenen Revier.

Liebe Grüße

molly

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aligaga
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@Molly! @@Molly!!

Was willst' denn mit den ollen Nachtwächtern und den noch olleren Kräuterweibern?? ...*igitt*...

Es ist eine Kindergeschichte! Also gib den Kleinen Identifikationsfiguren in die Fingerchen, mit denen sie wirklich was anfangen können. Mit schlafmützigen Retro-Nummern treten sie auf der Stelle und wählen später alle AfD oder noch Schlimmeres.

Hau doch mal ne richtige Nummer raus! Trau dich!! Du kannst es!!! Lass das Schlossgespenst einen heimlichen Sugardaddy sein und die Prinzessin den Räuber kriegen, nachdem der von der Hexe resozialisiert wurde. Der Troll bekommt einen Job als Gärtner für die Außenanlagen der Burg; den lassen wir dort Hanf anbauen. Und dann, hörst du, o @molly, erst dann kommt dein Kräuterweiblein ins Spiel. Wir nennen es Maude. Das verkauft, wie's inzwischen ja erlaubt ist, Cannabis auf Rezept. Ausgestellt werden die Rezepte vom König, denn der muss ja auch von irgendwas leben, ne?

Wenn das keine richtig geile Nummer wird! Die Kiddies werden sich kugeln, die Mütter werden giften und die Literaturkritker der "Süddeutschen" werden sich vor Begeisterung überschlagen. Schade, dass Christopher Schmidt heuer so jung verstorben ist. Eine entsetzliche Lücke!

Gleichwohl heiter immer, immer weiter

ali

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